Allgemeines
& Spezielles |
Die Freiheit, unabhängig und spontan unterwegs zu sein und dabei das eigene Zuhause mitzunehmen, macht Wohnmobile für immer mehr Menschen attraktiv. Dafür kann man ein Wohnmobil mieten, aber immer mehr Reisende schaffen sich auch ein eigenes Wohnmobil an.
Nun ist die Anschaffung ja oft nicht ganz billig und will wohl überlegt sein. Man möchte ja nicht auf der ersten Reise merken, dass das gewählte Modell sich als viel zu klein oder viel zu behäbig für die eigenen Reiseträume herausstellt. Denn die optimale Wahl des richtigen Modells variiert stark, abhängig von der Anzahl der Reisenden, dem Komfortanspruch, dem Reiseziel, dem persönlichen Reiseverhalten und dem Budget.
Daher vergleichen wir in diesem Artikel unterschiedliche Größenklassen wie Hochdachkombis und Kastenwagen, Camper Vans, kleine bis mittelgroße Wohnmobile sowie große Reisemobile ... und skizzieren deren Vor- und Nachteile.

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1.
Hochdachkombis & Kastenwagen |
Kombis mit Dachzelt, Hochdachkombis und Kastenwagen sind die kompaktesten Fahrzeuge unter den Wohnmobilen. Sie basieren meist auf dem Chassis von großen Kombis, kleinen Lieferwagen oder Family-Vans.
Kleine kompakte Module für Bett und Küche bieten oft ein gewisses Wohnmobil-Feeling. Aber der Aufenthalt im Fahrzeug ist alles andere als komfortabel. Daher eignen sich diese Modelle am besten in Reiseregionen, wo das Wetter so gut ist, dass man sich sowieso meistens draußen aufhält. So sind z.B. Stauräume oder die Kochplatten bei diesen Fahrzeugen oft nur von außen erreichbar.
Diese Fahrzeuge sind ideal für Einzelreisende oder Paare, die vor allem Flexibilität und Wendigkeit schätzen, hauptsächlich im Süden unterwegs sind, vielleicht ein begrenztes Budget haben und das Fahrzeug auch im Alltag benutzen wollen.  Vorteile
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Wendigkeit und Manövrierfähigkeit:
Die geringe Größe erlaubt unkompliziertes Fahren in Städten, kurvenreichen Bergregionen und auf engen Straßen. Auch Parkplätze sind kein Problem.
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Geringer Verbrauch und niedrige Betriebskosten:
Leichtes Gewicht, wenig Windwiderstand und sparsame Motorisierung führen zu moderatem Kraftstoffverbrauch. Auch Versicherungen und Wartungskosten sind vergleichsweise niedrig.
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Flexibilität bei Kurztrips:
Hochdachkombis eignen sich perfekt für spontane Übernachtungen oder Wochenendausflüge, da sie ohne Campingplatz auskommen, nicht viel Platz brauchen und auf normalen Parkplätzen relativ unauffällig bleiben.
Diese Fahrzeugklasse eignet sich auch uneingeschränkt als gutes Alltagsfahrzeug.
Einfache Anschaffung:
Die Einstiegspreise sind niedrig, Gebrauchtmodelle sind zahlreich verfügbar. Auch der Selbstausbau ist vergleichsweise einfach und günstig.
Nachteile
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Minimaler Komfort:
Küchen, die diese Bezeichnung verdienen sowie Toilette oder Dusche sind nicht vorhanden. Daher ist man mit diesen Fahrzeugen nicht autark und darf damit auf vielen offiziellen Wohnmobilstellplätzen nicht übernachten.
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Begrenzte Schlafplätze und räumliche Enge :
Meist geeignet für ein bis zwei Personen, die sich tagsüber hauptsächlich außerhalb des Campers aufhalten.
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Wenig Stauraum:
Gepäck, Sportgeräte oder Campingutensilien müssen sorgfältig geplant werden nach dem Motto: So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich.

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2.
Camper Vans: VW-Bus und Co. |
Der klassische Camper Van basiert oft auf dem VW-Bus oder vergleichbaren Modellen von Ford, Renault, Toyota oder anderer Hersteller. Mercedes Sprinter und VW Crafter sind schon die größten Modelle dieser Klasse. Innen ist der Camper kompakt, aber funktional gestaltet. Viel technische Raffinesse versucht das meiste aus dem begrenzten Raumangebot herauszuholen - mit ausklappbaren Betten, kleinen Küchenmodulen und teilweise sogar mit Standheizungen und einfachen Toiletten.
Der längerfristige Aufenthalt im Fahrzeug erfordert aber viele Kompromisse, Geduld, Nerven und die Abwesenheit von hyperaktiven Mitreisenden. Daher spielt der Van seine Vorteile vor allem in südlichen Reiseregionen wie dem Mittelmeerraum aus, wo man sich auch gern draußen an den Campingtisch setzt. Regnerische Abende in Norwegen hingegen können da schon mal ziemlich lang werden ...
 Vorteile
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Kompakt und wendig:
Camper Vans sind kleiner als herkömmliche Wohnmobile, lassen sich leicht fahren und parken und kommen auch auf engen Straßen gut zurecht. So sind sie auch in Grenzen auch als Alltagsfahrzeuge gut zu gebrauchen.
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Flexibilität für Kurz- und Mittelstrecken: Die Campervans sind
Ideal für Wochenendtrips, Festivals oder kurze Urlaube für zwei Personen. Oft kann man sie auch in Städten problemlos abstellen.
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Praktische Innenausstattung:
Klappbetten, kleine Küchenzeilen, faltbare Tische und Schränke machen die Nutzung des begrenzten Raumes auf Reisen komfortabler als bei Hochdachkombis.
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Stil und Lifestyle:
Camper Vans genießen ein eigenes Image – besonders für jüngere Reisende oder Abenteuerliebhaber.
Nachteile
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Eingeschränkter Stauraum:
Auch bei Campervans gilt, längere Reisen oder Reisen mit viel Proviant und Sportgepäck erfordern strategisches Packen.
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Kompromisse bei Bad und Küche:
Toiletten und Duschen sind selten oder nur in kompakten Varianten vorhanden, Kochen ist auf kleine Kochfelder oder mobile Geräte beschränkt.
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Schlafplatzbeschränkung:
Üblicherweise ist der Campervan zum Schlafen für zwei Personen geeignet. Bei Varianten mit Hochdach, Faltdach oder Dachzelt passen noch 1-2 weitere Personen rein. Familien mit mehr Kindern stoßen hier an Grenzen.

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3.
Kleine bis mittelgroße Wohnmobile
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Kleine Wohnmobile und mittelgroße Modelle sind meist zwischen 5,5 und 7,5 Metern lang und bieten einen deutlichen Komfortgewinn gegenüber dem VW-Bus. Sprinter und Crafter kommen auch hier zum Einsatz, die Fahrzeugaufbauten sind aber von Vornherein für den Wohnmobileinsatz konzipiert und kombinieren Schlafplätze, Küche, Bad und Stauraum in einem praktischen Layout-Konzept.
Grundsätzlich kann man hier noch einmal unterscheiden zwischen den klassischen Modellen wie z.B. von Hymer, die eine einzige große Kabine besitzen - und den Fahrzeugen, bei denen die Fahrerkabine als solche erkennbar und etwas schmaler als der Wohnaufbau ist. Erstere Modelle bieten mehr Platz, letztere sind meist etwas günstiger.
 Vorteile
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Ausreichender Komfort:
Feste Betten, feste Küchenzeile, Standheizung, Isolierung, Toilette und kleine Dusche ermöglichen ein komfortables Reisen über mehrere Tage oder Wochen, auch in klimatisch weniger freundlichen Regionen oder zu widrigen Jahreszeiten.
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Familien- und Gruppenfreundlich: Es gibt meist
Schlafplätze für drei bis fünf Personen und oft eine flexible Raumaufteilung. Das macht diese Fahrzeuge ideal für kleine Familien.
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Praktischer Stauraum:
Schränke, Fächer und bei den größeren Modellen Garagenfächer für Campingmöbel, Fahrräder oder anderes Sportgepäck bieten ausreichend Platz für längere Reisen.
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Gute Balance zwischen Größe und Manövrierbarkeit:
Mittelgroße Wohnmobile lassen sich auf den meisten Campingplätzen gut unterbringen und sind trotz Größe noch gut fahrbar. Lediglich in den engen Gassen mancher mediterraner Orte stoßen diese Fahrzeuge an ihre Grenzen.
Nachteile
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Höhere Kosten:
Sowohl in der Anschaffung als auch im Unterhalt fallen mehr Kosten an als bei Camper Vans oder Hochdachkombis. Die Größe, das Gewicht und vor allem der hohe Windwiderstand schlagen beim Kraftstoffverbrauch zu Buche.
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Eingeschränkte Flexibilität in Städten:
Enge Straßen, Kurven oder begrenzte Parkmöglichkeiten erschweren spontane Stopps. Auch zu Hause will wohl überlegt sein, wo man das Wohnmobil parken kann, ohne Ärger mit den Nachbarn zu bekommen.
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Unübersichtliche Abmessungen:
Ein größeres Fahrzeug erfordert Überblick und gute räumliche Wahrnehmung. Besonders Fahranfänger können dies als Herausforderung empfinden. Enges Manövrieren und Einparken auf dem Campingplatz vor Publikum kann zur Herausforderung werden, wenn man keinen Einweiser hat.

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4.
Große Wohnmobile
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Große Wohnmobile über 7,5 Metern Länge bieten maximalen Komfort. Sie sind oft mit luxuriöser Ausstattung versehen, inklusive großzügiger Küchen, großen Bädern, separaten Schlafzimmern und Wohnbereichen.
Allerdings braucht man dazu erstmal den richtigen Geldbeutel. Dann muss man mit so einem Fahrzeug auch umgehen können und braucht vielleicht noch einen erweiterten Führerschein. Und vor allem muss man sich über seine Reisevorlieben im klaren sein. Mal eben spontan irgendwo übernachten ist mit so einem großen Schiff ungleich schwieriger, als mit den kleineren Varianten - außer vielleicht in den USA oder Kanada.
Dafür ersetzt ein großes Wohnmobil vielleicht das Eigenheim und ermöglicht es dem einen oder anderen Rentner oder Privatier - je nach Jahreszeit - anderswo zu leben und sein Haus immer dabei zu haben.

Vorteile
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Höchster Wohnkomfort:
Großzügige Innenräume ermöglichen komfortables Reisen, auch für Familien oder Gruppen und über längere Zeiträume. Der Aufenthalt im Fahrzeug ist angenehm und entspannend und so bleibt die gute Urlaubslaune bei jedem Wetter erhalten.
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Viel Stauraum:
Gepäck, Fahrräder, Sportgeräte und Campingzubehör können problemlos transportiert werden. Sehr große Modelle bieten sogar eine Garage für ein Motorrad, Quad oder einen Kleinstwagen.
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Langzeit- und Wintertauglichkeit:
Viele Modelle sind gut isoliert, beheizt und winterfest, geeignet für Reisen über das ganze Jahr. Ggf. liefern Solarpaneelen und Generatoren Strom.
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Geeignet für Familien oder Gruppen:
Schlafplätze für fünf bis acht Personen, teilweise mit separaten Schlafräumen, sind keine Seltenheit.
Nachteile
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Schwierige Manövrierbarkeit:
Fahren, Einparken und Kurven nehmen deutlich mehr Konzentration und Erfahrung in Anspruch. Dazu braucht man auch den passenden Führerschein.
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Hohe Kosten:
Große Anschaffungskosten, hoher Kraftstoffverbrauch, teure Versicherung und Wartung.
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Begrenzte Flexibilität:
Die Größe schränkt spontane Stellplatzwahl stark ein. Gute Planung und Campingplätze mit genügend Platz werden erforderlich.
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Ökologischer Fußabdruck:
Höherer Kraftstoffverbrauch und größere Umweltbelastung sind auch ein Faktor. Im Vergleich zum Fliegen kommt aber vermutlich jeder Wohnmobilurlaub in der Bilanz gut weg.

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Fazit |
Die Wahl des passenden Wohnmobils hängt von individuellen Prioritäten ab:
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Hochdachkombis & Kastenwagen: Ideal für Singles oder Paare, die flexibel, günstig und wendig in warmen Regionen reisen wollen.
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VW-Bus & Camper Vans: Perfekt für Abenteuerliebhaber, Wochenendtrips und kleinere Familien, die mobil bleiben möchten.
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Kleine bis mittelgroße Wohnmobile: Bieten guten Komfort, Stauraum und Familienfreundlichkeit bei moderater Größe. Auch im Inneren des Fahrzeugs hält man sich gern auf.
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Große Wohnmobile : Maximaler Komfort, solange man steht. Sehr gute Ausstattung, ideal für Langzeitreisen, Familien oder Gruppen, aber teuer und wenig flexibel. Nicht leicht zu fahren.
Wer sich für ein Wohnmobil entscheidet, sollte genau abwägen, welche Eigenschaften für die geplanten Reisen besonders wichtig sind: Mobilität, Komfort, Kosten oder Platzangebot. Nur so findet man das Modell, das die eigenen Bedürfnisse auf Dauer optimal erfüllt.

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