Tibet: Personen - Persönlichkeiten
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Politisch und religiös bedeutende Personen aus der tibetischen Geschichte, nach Alphabet sortiert.

 

Wandern zum SeitenanfangPersonen A-K

Wandern im Quadrat Atisha

(982-1054) war ein berühmter Mahayana-Lama aus Vikramasila (Bengalen). Er lehrte 12 Jahre in Tibet und gründete die Kadampa-Schule.

1042: König Dschangtschub Jesche Öd (auch Yeshe Ö, König von Guge) schickte den Übersetzer Rinchen Zangpo nach Indien zu Atisha. Atisha wurde gebeten, die buddhistischen Lehren im Westen Tibets wieder herzustellen, nachdem König Langdharma (gest. 838) sie weitgehend zerstört hatte. Atisha kam auch deshalb nach Tholing, weil sich der Buddhismus in Indien im Niedergang befand. Er verfasste aufgrund der Bitten von Jesche Öd seine Schrift: Lampe auf dem Pfad. Atisha legte großen Wert auf die Einhaltung der religiösen Regeln in Tibet. Er war ein asketischer Yogi, der die mystisch-okkulten Praktiken stark kritisierte. Er sorgte bis zu seinem Lebensende für die Restaurierung der buddhistischen Lehre und versuchte, sie von allen nichtbuddhistischen Praktiken zu reinigen. Unter seinem Einfluss gewinnt der Buddhismus in Tibet wieder an Boden.

Drom Tönpa, ein Missionar, Übersetzer und Schüler Atishas, gründete das Kadampa-Kloster Reting und gilt als Gründer des geregelten Klosterlebens. Er starb 1064.

Wandern im Quadrat Dalai Lama:

Ozean der Weisheit (aus dem Mongolischen von Dalai = Ozean; tibetisch: Gyalpo Rinpoche). Titel der höchsten weltlichen und religiösen Autorität des buddhistischen Tibet. Der Titel "Dalai Lama" wurde im Jahre 1578 vom mongolischen Fürsten Altan Khan erstmals an den 3. Dalai Lama, Sonam Gyatso, verliehen. Seine beiden Vorgänger wurden nachträglich als Dalai Lamas anerkannt. Der Dalai Lama gilt als Wiedergeburt von Avalokiteshvara (Bodhisattva des Mitgefühls).

Ein Dalai Lama ist gemäß der Tradition in Tibet ein sogenannter Tulku. Es wird angenommen, dass der vorherige verstorbene Dalai Lama eine Wiedergeburt als Mensch annimmt und dieser dann aufgefunden werden kann. Oft geschieht dies durch eine hochrangige, von der Ordensführung autorisierten Findungskommission. Beispielsweise wurde der vierzehnte Dalai Lama von mehreren Mönchen gefunden, die Familien mit Kleinkindern im Land aufsuchten, bei deren Geburt sich besondere Zeichen gezeigt haben sollen (als besondere Zeichen gelten etwa ungewöhnliche Träume der Eltern, ungewöhnliche Fähigkeiten des Kindes oder Regenbögen). Die Mönche stellten den Kleinkindern mehrere Aufgaben, um herauszufinden, welches von ihnen der wiedergeborene Dalai Lama sei. Bei einer der Aufgaben ging es etwa um die Wiedererkennung von persönlichen Ritualgegenständen des Verstorbenen.

Nachdem die Entscheidung für einen der Kandidaten gefallen ist, wird das Kind offiziell zur Reinkarnation des vorherigen Dalai Lama erklärt und erhält eine strenge, klösterliche Ausbildung. Bei dieser spielt der Panchen Lama eine Rolle, der zum Dalai Lama in einem Lehrer-Schüler-Verhältnis steht. Liste der Dalai Lamas

1.   1391 - 1474     Gedun Drub, Gendun Drub, Gedun Drupa
2.   1475 - 1542     Gendun Gyatso
3.   1543 - 1588     Sonam Gyatso, Sönam Gyatso
4.   1589 - 1617     Yonten Gyatso, Yönten Gyatso
5.   1617 - 1682     (Ngawang) Lobsang Gyatso , der "große Fünfte"
6.   1682 - 1706     Tsangyang Gyatso, Tshangyang Gyatso
7.   1708 - 1757     Kelzang Gyatso, Kelsang Gyatso
8.   1758 - 1804     Jamphel Gyatso, Jampel Gyatso
9.   1805 - 1815     Lungtok Gyatso, Lungtog Gyatso, Luntog Gyatso
10.   1816 - 1837     Tsultrim Gyatso, Tshultrim Gyatso
11.   1838 - 1856     Khendrup Gyatso, Khedrup Gyatso
12.   1856 - 1875     Trinley Gyatso, Trinle Gyatso
13.   1876 - 1933     Thubten Gyatso, Thupten Gyatso, Tubten Gyatso
14.   seit 1935     Tenzin Gyatso

¹ Dem 1. und dem 2. Dalai Lama wurde der Titel posthum verliehen.
² Der 9. Dalai Lama wurde zwar offiziell inthronisiert, regierte jedoch nicht wirklich selbst.

1578: Sonam Gyatso, der Abt von Drepung, wird von den Mongolen zum Dalai Lama erklärt und mit der politischen Macht über Tibet versehen. Seine 2 Vorgänger bekommen diesen Titel rückwirkend auch, so ist er der 3. Dalai Lama. Die Einheit von politischer und religiöser Führung unter den Gelukpa wird mit ihm installiert.

Großer 5. Dalai Lama: 1617-1682 Regierungszeit. Herrausragender Führer und Visionär. Tibet reichte vom Kailash bis Kham. Baubeginn am Potala. Seine Minister waren eine eingespielte Gruppe und konnten den Tod des Großen Fünften 12 Jahre lang, bis zur Vollendung des Potala, geheim halten.

6. Dalai Lama. 1705: Mandschuren bewegen einen mongolischen Fürsten zum Einfall in Tibet. Der 6. Dalai Lama (Liebhaber von Wein, Weib & Gesang) stirbt auf dem Weg nach China.

Der 13. Dalai Lama übernimmt 1895 die Macht. Konflikte mit China. 1911: Der 13. Dalai Lama kehrt nach dem Sturz der Mandschuren in China aus dem indischen Exil zurück.

14. Dalai Lama: 1935 Geburt des 14. Dalai Lama Tenzin Gyatso. 1959 Aufstand gegen die Chinesen. Der Dalai Lama flieht nach Indien.

Politisch ist der jetzige Dalai Lama Teil der tibetischen Exilregierung, die von der Volksrepublik China jedoch nicht anerkannt wird. Der Dalai Lama lebt im Exil in Dharamsala (Indien).

Die Person des vierzehnten Dalai Lama hat im Westen neben seiner moralischen Autorität auch den inoffiziellen Status eines Friedensbotschafters, was aus seinen Bemühungen herrührt, mit friedlichen Mitteln auf die Lage in seinem Heimatland Tibet aufmerksam zu machen und seine Politik der Gewaltlosigkeit zu propagieren. Seine Bemühungen um Frieden und Gewaltverzicht wurden mit der Verleihung des Friedensnobelpreises im Jahr 1989 gewürdigt.

Wandern im Quadrat David-Néel, Alexandra

geb. 1868 in wohlhabenden Pariser Verhältnissen. Rebellisch, eigensinnig, Anhängerin der Frauenbewegung, Opernsängerin, Musiker als Liebhaber. Buddhistin mit hohen Weihen, Expertin für östliche Philosophie. Streben nach Ruhm und Anerkennung.

Heirat, aber kurz darauf ab 1911 für 14 Jahre in Asien. Intensiver Briefwechsel mit ihrem Mann. 1914 trifft sie Lama Apur Jongden.

1921 Reise von China nach Tibet. Als Pilgerin und Mutter eines wandernden Lama verkleidet wandert sie mit Lama Apur Jongden, den sie später adoptiert, im Winter durch Tibet. 1924 erreichen sie im Februar Lhasa, wo sie 2 Monate bleiben. Jongden setzt sich durch seine Hilfe der Gefahr der Todestrafe aus, da Tibet sich für Ausländer abschottet.

1955 stirbt Jongden, den sie nach Frankreich geholt hatte.
1969 stirbt Alexandra David-Neel mit 101 Jahren.

Buchtipp:

Alexandra David-Neel: Mein Weg durch Himmel und Höllen ... siehe > Literatur

Wandern im Quadrat Drigum Tsenpo,

der 8. König Tibets, zertrennte bei einem Wettstreit mit seinen Untertanen unbedachterweise das Himmelsseil. Für alle weiteren Könige war die Verbindung zum Himmel unterbrochen.

Wandern im Quadrat Drom Tönpa

... siehe Atisha

Wandern im Quadrat Karmapa:

Der drittwichtigste Lama. Oberhaupt und höchster Lama der Karma-Kagyü-Schule (= Teil der Kagyü). Diese entstand als eigenständige Schule unter Je Düsum Khyenpa (1. Karmapa), einem Schüler Gampopas. Im 13. Jahrhundert wurde das System der Tulkus, der bewussten Wiedergeburten, von den Karma-Kagyü eingeführt. Deren zweites Oberhaupt Karma Pakshi (1206-1283) hatte prophezeit, dass er sich reinkarnieren und seinen Nachfolger auf diese Weise bestimmen werde. Der Karmapa gilt in dieser Schule als der erste bewusst wiedergeborene Lama Tibets. Das System setzte sich bis heute fort.

Der Karmapa gilt als Emanation Avalokiteshvaras (tib. Chenrezig) des Bodhisattva des Mitgefühls - ebenso wie auch die Dalai Lamas des Gelug-Ordens, die seit dem 15. Jahrhundert ebenfalls als Erscheinungsformen Avalokiteshvaras gesehen werden. Während dies im religiösen Kontext ohne inneren Widerspruch ist (ein Bodhisattva kann sich in vielfacher Form manifestieren), spiegelt es politisch einen historischen Konflikt zwischen den beiden Orden wider, der unter dem 5. Dalai Lama mit Hilfe der Mongolen militärisch zugunsten der Gelugpa entschieden wurde.

Die Manifestationen Karmapas werden in der Kagyü als untrennbar von den Manifestationen Guru Rinpoches angesehen.

Bis heute gab es 17 Inkarnationen dieses großen Meisters. Der 16. Karmapa floh 1959 aufgrund der chinesischen Besetzung aus Tibet und sicherte von Sikkim/Indien aus das Weiterbestehen der Karma-Kagyü-Schule. 1981 starb er in der Nähe von Chicago.

Die Identität des derzeitigen 17. Gyelwa Karmapa ist umstritten . Zurzeit gibt es zwei Personen, die als 17. Inkarnation des Gyelwa Karmapa inthronisiert sind: Orgyen Thrinle Dorje und Thrinle Thaye Dorje. Beide werden jeweils von hochrangigen Lamas innerhalb der Karma-Kagyü-Linie unterstützt, was effektiv zu einer Spaltung der Karma-Kagyü-Linie geführt hat. Details unter > Karmapa-Konflikt.

Urgyen Trinley Dorje wurde 1985 in Osttibet geboren und 1992 im Kloster Tsurphu, dem traditionellen Sitz der Karmapas in Tibet, als Reinkarnation eingesetzt. Ende Dezember 1999 floh er nach Indien. Er wurde vom 14. Dalai Lama und der Regierung der VR China anerkannt.

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Wandern im Quadrat Langdarma,

Bön-Anhänger, regiert 838-842: verbot den Buddhismus und verfolgte die Lamas, bis er von einem Lama ermordet wurde.

Wandern im Quadrat Milarepa

(Mila-Respa = der mit einem Baumwolltuch Bekleidete, 1052 - 1135 ) war ein tantrischer Meister und prägte die Kagyü -Schulen des tibetischen Buddhismus. Seine Verehrung ist in Westtibet besonders stark. Er gilt als einer der größten Yogis und Asketen des Landes. Geduld und Askese führen ihn zur Erleuchtung. Einsame Höhlen in großartigen Landschaften als Meditationsplätze. Natur als göttliche Kraft. Harmonie zwischen Mensch und Natur. Schweigen ist mehr wert als reden. Trotzdem ist er auch für seine Gedichte und seine in Versform aufgezeichneten Autobiographie berühmt und gilt als der größte Dichter Tibets.

Milarepa wurde im Westen Tibets geboren. Nach der Überlieferung verstarb sein Vater, als er sieben Jahre alt war, und Milarepa und seine Mutter kamen unter die Obhut bösgesinnter Verwandter. Seine Mutter sollte den Bruder ihres Mannes heiraten, weigerte sich aber. Daraufhin nahm ihr Milarepas Onkel aus Rache allen Besitz. Sie wurden derart schlecht behandelt, dass seine Mutter Milarepa fort schickte, um die Kunst der Magie zu erlernen. Sie schickte ihn zu einem Mönch der Nyngmapa-Schule. Als junger Mann lernt er schwarze Magie, und lässt von einer entfernten Höhle aus das Haus seines Onkels einstürzen. Alle seine Verwandten kommen dabei ums Leben. Dies bereut er später und macht sich auf die Suche nach einem Meister, der ihn in der Lehre Buddhas, insbesonders in tantrischer Praxis unterweisen konnte.

Er traf zunächst den Meister Rangthön Lhaga, wurde von ihm jedoch, da zwischen Ihnen die notwendige karmische Verbindung aus früheren Lebenszeiten fehlte, zu Marpa dem Übersetzer geschickt. Er wurde für Jahre Schüler Marpas . Bei ihm musste er aber zunächst eine lange äußerst entbehrungsreiche Zeit durchstehen. Marpa ließ ihn, durch harte Arbeit sein angesammeltes schlechtes Karma "abtragen". Er lässt ihn beispielsweise Türme bauen, die er Stein für Stein immer wieder abtragen muss. Danach erst übertrug Marpa ihm die besonderen tantrischen Lehren, die er selbst von Naropa und anderen Meistern erhalten hatte. Milarepa bekommt völlige Kontrolle über seine Körperfunktionen und lebt viele Jahre in völliger Abgeschiedenheit in Höhlen, ernährt sich auf einfachste Weise (von Brennesseln), praktiziert Meditation und verschiedene tantrische Yoga-Techniken, um letztendlich das Mahamudra (Erleuchtung) zu verwirklichen. Von da an begann er zu lehren und unterwies Schüler. Berühmt sind seine Hundertausend Gesänge, in denen er seinem Lebensweg und die tantrische Lehre in Versform darlegte. Er soll sie, als Ausdruck seiner Verwirklichung, in Versenkung vernommen und dann wortgetreu aufgezeichnet haben.

In der Ikonographie wird Milarepa zumeist mit einem Baumwollhemd bekleidet abgebildet. Nach der Legende hat er im kalten Tibet nur dieses getragen, denn er beherrschte den Yoga der Inneren Hitze (Tumo). Er hat auf Abbildungen auch häufig die Hand am Ohr (= er kann die Stille hören).

... siehe auch Milarepa am > Kailash

Wandern im Quadrat Namri Songtsen

Ende des 6. Jh. herrschte Namri Songtsen als 32. König des Yarlung-Tales. Er einte die Stämme des südlichen Tibet und besiegte damit seine Feinde im Norden. Er belohnte die anderen Fürsten und behielt Einfluss über weite Teile Zentraltibets.

Wandern im Quadrat Nyatri Tsenpo:

Im 2. Jh. v. C. kommt ein Fremder von einem Berg herunter ins Yarlung Tal und trifft auf tibetische Nomaden. Auf die Frage, woher er komme, redet er unverständlich, und zeigt in den Himmel (oder Richtung Indien?). Daraus schließen die Nomaden, er sei ein Sohn des Himmels, heben ihn auf ihren Nacken, und nennen ihn als ihren ersten König Nyatri Tsenpo (Nackentrohn-König). Er begründet die Yarlung Dynastie und soll die Festung Yumbhu Lhakhar erbaut haben, die als das älteste Gebäude Tibets gilt.

Nyatri Tsenpo und seine 6 Nachfolger waren die 7 himmlischen Könige. Sie weilten tagsüber auf der Erde, und stiegen nachts mit dem Himmelsseil, einer Art Regenbogen, in den Himmel. Ihre Regierung war vorrüber, wenn ihre Söhne reiten lernten (mit ca. 13 Jahren). Dann verließen sie die Erde ganz über diesen Weg.

Wandern im Quadrat Padmasambhava

(der Lotosgeborene, tib. = Guru Rinpoche): Verbreiter des Buddhismus in Tibet. Indrasena, der Mönch, der Ashoka bekehrte, war eine Emanation Padmasambhavas. Padmasambhava führte die Stupas ein. Er kämpfte gegen die Dämonen und machte sie zu Beschützern des Dharma.

In seinem Geburtsland Uddiyana (im heutigen Pakistan) überschnitten sich im 8. Jh. unterschiedlichste Philosophien und Religionen. Nach seiner Geburt in einer Lotosblume wurde er vom König Indrabhuti adoptiert. Dem Thron entzog er sich ähnlich wie Siddharta Gautama durch eine rastlose Wanderung durch Indien und angrenzende Gebiete. Er meditierte bevorzugt auf Leichenplätzen und lernte von den Daikinis (weibliche tantrische Gottheiten) die höchsten tantrisch-exorzistischen Praktiken. In 8 Ländern wirkter er dann als großer Magier zum Wohle des Dharma, indem er feindliche Götter und Dämonen für den Buddhismus gewann. Hier manifestiert sich die tantrische Anschauung, dass man das Böse nicht vernichten, sondern zum Guten transformieren soll.

Da das Volk noch nicht reif war, versteckte Padmasambhava viele Schriften als Terma (Schatz), die in späteren Zeiten von Schatzfindern ((Tertön) in Höhlen oder anderen Verstecken entdeckt wurden, um die Lehre zu verfeinern. Diese Schriften werden von den Gelugpa als nicht authentisch abgelehnt, von den 3 anderen Schulen nach intensiven Prüfungen (auch der Tertön) akzeptiert.

Wandern im Dreieck Darstellungen:

Padmasambhava mit Dreizack Khatvanga, seinen 2 Gefährtinnen und 8 Manifestationen des Padmasambhava: Emanationen, die er benutzte, um in jedem der 8 zu bekehrenden Länder auf angemessene Art und Weise wirken zu können.

Wandern im Quadrat Panchen Lama

Der Panchen Lama (Panchen Rinpoche,tibetisch für "großer Juwel") ist ein einflussreicher, spiritueller Lehrer der Gelug-Schule und eine hohe Autorität im tibetischen Buddhismus. Er spielt eine Rolle bei der Anerkennung der Reinkarnation des Dalai Lama und steht in einem gegenseitigen Lehrer-Schüler-Verhältnis zu diesem.

Die "Institution" des Panchen Lama wurde im 17. Jh. eingeführt. Der Titel entstand mit Lama Lobsang Choekyi Gyaltsen, dem Vorsteher des Klosters Tashilhunpo und Lehrer des 4. und 5. Dalai Lama. Nach dessen Tod (92 Jahre) erkannte der 5. Dalai Lama die große Bedeutung seines Lehrers und erklärte, dass dieser in Reinkarnationen als Panchen Lama seine Lehre in Tibet fortsetzen würde. Rückwirkend werden drei weitere Lamas als Vorgeburten anerkannt, so dass Lobsang Choekyi Gyaltsen der 4. Panchen Lama wird. Der Panchen Lama gilt als Reinkarnation des Buddha Amitabha.

Seit dem 17. Jh. fungiert der jeweils ältere von den beiden obersten Lamas (Dalai und Panchen) als Tutor für den jüngeren. Die hin und wieder aufgetretene politische Rivalität zwischen beiden Ämtern wurde von den Chinesen benutzt, um den Dalai Lama abzuwerten.

Der 9. Panchen Lama setzte sich wegen seiner Konflikte mit dem 13. Dalai Lama 1923 nach China ab. Er starb auf der Rückreise.

Der 10. Panchen Lama wurde 1944 von der Gruppe um den nach China geflüchteten 9. Panchen Lama proklamiert und erst nach chinesischem Druck 1950/51 von Lhasa anerkannt. Er wurde 1938 in Amdo (Qinghai) geboren. Seit frühester Kindheit lebte er in der Hand der Chinesen. Ab 1959 wurde er von China als Sprecher-Marionette für die Tibeter eingesetzt. In den 60ern rebellierte er und unterstützte offen den Dalai Lama. Er verschwand mehrere Jahre, und man vermutete, er sei unter der Folter gestorben. Dann tauchte er 1978 in Bejing wieder auf, wo er einige Ehrenämter bekam. Er machte nur gelegentlich Besuche in Tibet und starb bei einem solchen 1989 in Shigatse unter ungeklärten Umständen im Alter von 51 Jahren an Herzversagen (nach offiziellen chinesischen Berichten). Zufälligerweise starben seine Eltern beide am gleichen Tag auch an Herzversagen, und sein älterer Lehrer am Tag danach.

Der aktuelle Inhaber des Titels des 11. Panchen Lama ist nach Auffassung der Exiltibeter Gedhun Choekyi Nyima (geb. 1989). Anerkannt wurde er im Alter von 6 Jahren 1995 durch den 14. Dalai Lama. 3 Tage später wurde er von chinesischen Sicherheitskräften mitsamt seiner Familie aus Tibet entführt. Erst im Folgejahr räumte die chinesische Führung ein, den Jungen "auf die Bitte seiner Eltern" hin in Obhut genommen zu haben, denn "seine Sicherheit sei bedroht und er liefe sonst Gefahr, von Separatisten gekidnappt zu werden".

Bisher wurde jegliche Kontaktaufnahme durch internationale Organisationen abgelehnt, sein derzeitiger Aufenthaltsort und Zustand und der seiner Familie ist weiterhin unbekannt. Gedhun Choekyi Nyima galt damals als jüngster politischer Gefangener der Welt.

Im Dezember 1995 ernannte die chinesische Regierung mit Zustimmung eines Teils des tibetischen Klerus einen anderen Knaben namens Gyaltsen Norbu zum Panchen Lama. Es wird befürchtet, dass die chinesische Regierung sich einen Einfluss auf die Auswahl der nächsten Reinkarnation des Dalai Lama sichern will. Von vielen Tibetern wird dieser eingesetzte, zeitweise im Tashilhumpo-Kloster in Shigatse lebende Panchen Lama jedoch nicht anerkannt und in den meisten Klöstern in Tibet sieht man zwar Bilder des 10., nicht jedoch des umstrittenen 11. Panchen Lama.

Wandern im Dreieck Literatur:

Isabel Hilton: Die Suche nach dem Panchen Lama. Auf den Spuren eines verlorenen Kindes . 2. Auflage. Piper, München und Zürich 2003, ISBN 3492236294. Näheres bei Amazon.

Wandern im Quadrat Repachen

815-838: Repachen (3. Dharma-König). Unter seiner Herrschaft blühte der Buddhismus weiter auf und es wurden viele buddhistische Schriften ins Tibetische übersetzt. Der Widerstand gegen den Buddhismus gipfelte in der Ermordung Repachens.

Wandern im Quadrat Sakya Pandita

Die Mongolen ernennen 1247 Sakya Pandit zum Herrscher über Tibet. Sakya wird Machtzentrum des Landes und stellt bis 1354 die politischen Führer.

Wandern im Quadrat Sonam Gyatso

... siehe Dalai Lama

Wandern im Quadrat Songtsen Gampo

(1. Dharma-König 629-650) erbt den Trohn in seinem 13. Lebensjahr. Er verlegt die Hauptstadt nach Lhasa und macht Tibet zu einer zentralasiatischen Großmacht, die 200 Jahre lang ihre Nachbarn in Atem hält. Sein schlagkräftiges Heer umfasste 100.000 Krieger. Aufschwung auf kulturellem, technischem und ökonomischem Gebiet. Umwandlung der dezentralen Nomadengesellschaft in eine zentral verwaltete Sesshaftengesellschaft. Nach der inneren "Befriedung" eroberte er umliegende Gebiete wie Teile von China, Turkestan, Nepal. Zur Festigung von (häufig erzwungenen) Bündnissen heiratete er Prinzessinen der umliegenden Königshäuser, so auch Bhrikuti aus Nepal und Wencheng aus China. Diese wurden später als Emanationen der Grünen und Weissen Tara angesehen.

Einführung des Buddhismus durch den Einfluss der Prinzessinnen. Entsendung des Ministers Thönmi Sambhota nach Indien zur Entwicklung einer Schrift, mit der die buddhistischen Texte ins Tibetische übersetzt werden, das Land verwaltet und Aufzeichnungen verfasst werden können. Lehnsverfassung, Rechtsprechung auf Basis der 16 Gesetze Songtsen Gampos.

Wandern im Quadrat Tenzin Gyatso

-> Dalai Lama

Wandern im Quadrat Thangtong Gyelpo

Der Brückenbauer Thangtong Gyelpo: Der "verrückte Heilige" ist eine Emanation von Avalokiteshvara. Er erfand viele nützliche Dinge wie das Lederboot und die geschmiedeten Kettenglieder. Dargestellt wird er als dickbäuchiger Siddha mit langem Haar. Er trägt eine Vase bzw. Schädelschale mit Nektar in der linken, eine Kette in der rechten Hand.

Wandern im Quadrat Thothori Nyentsen

Thothori Nyentsen war der 28. König. Zu seiner Zeit kam es zum ersten Kontakt mit dem Buddhismus. Schriften, die für die Tibeter nicht zu entziffern waren, und ein goldener Stupa fielen vom Himmel auf den Yumbhu Lhakhar. Sie wurden sorgfältig aufbewahrt, und sollen später mit in die Reliquien-Stupa des 5. Dalai Lama eingebettet worden sein.

Wandern im Quadrat Tisong Detsen

(auch Trisong Detsen, geboren 742, 2. Dharma-König) regiert Tibet 755-799. Er übernahm die Macht während der Blüte und der größten Ausdehnung des tibetischen Reiches.

Weitere Infos zu Tisong Detsen siehe > Geschichte Tibets.

Wandern im Quadrat Tsongkhapa

(1357-1419) war ein großer Reformator aus dessen Lehrdarlegung später die Gelug-Schulrichtung des tibetischen Buddhismus hervorging (siehe 4 Schulen).

Tsongkhapa wurde in einer Nomadenfamilie in der Nähe des Kokonor-Sees in Tibet geboren. Schon mit drei Jahren erhielt er vom 4. Karmapa die Laienordination und mit sieben Jahren wurde er zum Novizen-Mönch ordiniert und erhielt den Namen Losang Dragpa. Die volle Ordination erhielt er mit 21 Jahren. Er lernte bei mehr als 100 Meistern aller tibetisch-buddhistischen Traditionen und meisterte die Lehren verschiedener Schulen. Später studierte er die wichtigsten Tantras bei diversen Meistern.

Der Kern der Übertragungen der Gelug liegt in den Mahayana -Lehren Atishas und der vereinigten Praxis von Sutra und Vajrayana. Er fasste in seinem Werk "Lamrim Chenmo" (Große Darlegung des Stufenwegs) die Mahayana-Lehren der großen indischen Gelehrten Nagarjuna und Asanga zusammen. Tsongkhapa vertrat konsequent die Ideale der Kadampa-Schule und strich die Bedeutung der Klosterregeln heraus. Er reformierte auf diese Weise die klösterliche Tradition in Tibet. Aus diesem Grund legen die Gelug auf Mönchsdisziplin und Zölibat großen Wert und sind auch als "reformierte Schule" bekannt.

In tibetische Texte hatte Tsongkhapa wenig Vertrauen. Er studierte vor allem die Kommentare der großen indischen Lehrer, die als fehlerfrei gelten. Es heißt auch, dass er direkte Visionen des Bodhisattva Manjushri hatte, mit dem er seine Lehren besprach. Der Text Namtso Lam Sum (Die Drei Prinzipien des Weges) soll ihm direkt von Manjushri diktiert worden sein. Seine Visionen überprüfte er mit Lama Umapa, einem einfachen Schäfer, der eine direkte visionäre Verbindung mit Manjushri hatte. Mit Umapa und anderen engen Schülern ging Tsongkhapa häufig in Meditationsklausuren. Von Tsongkhapa stammt der Ausspruch: "Wenn man von einem Lehrer bestimmte Erklärungen oder Anweisungen bekommt und sieht, dass diese nicht den Aussagen der Schriften der großen indischen Meister wie Nagarjuna oder Asanga entsprechen, sollte man lieber auf die Anweisungen dieses Lehrers verzichten als die Bedeutung der großen Schriften aufzugeben."

Die meisten Lehrer Tsongkhapas wurden auch seine Schüler und sie belehrten und ehrten sich gegenseitig.

1409 gründete Tsongkhapa das Kloster Ganden bei Lhasa . Er hinterließ der Welt achtzehn Bände gesammelter Lehren, die hunderte Texte zu allen Aspekten des Buddhismus enthalten und einige der schwierigsten Punkte von Sutra und Tantra klären.

Diese Schriften sind die Hauptquelle für das Studium in der Gelug-Schule und besitzen noch die selbe Autorität wie zu Tsongkapas Zeit. Sie gelten als Schutz gegen falsche Ansichten im Mahayana- und Vajrayana-Buddhismus.

Tsongkhapa hatte viele Schüler. Einer war Gyalwa Gendun Drub, der 1. Dalai Lama (1391-1474).

Der Tod Tsongkhapas im Jahre 1419 war nach der Überlieferung von verschiedenen wundervollen Zeichen begleitet. Sein Körper stellte sich als unverbrennbar heraus. Daher wurde er in einem Tschörten im Kloster Ganden bestattet. Als die Roten Garden den Tschörten während der Kulturrevolution öffneten, war der Leichnahm unversehrt. Nach der Zrstörung des Leichnams waren nur noch Teile der Schädelschale vorhanden, die später wieder im Tschörten beigesetzt wurden.

Das jährliche, bis heute praktizierte Gebetsfest "Mönlam" geht auf Tsongkhapas Initiative zurück.

Dargestellt wird er meist in Mönchsrobe mit gelbem Hut, oft mit Schwert und Buch. Er gilt als Emanation Manjushris.

Wandern im Quadrat Wen Cheng

(Wencheng) ist eine Prinzessin der chinesischen Tang-Dynastie, die als seine Ehefrau (Heiratspolitik der tibetischen Könige) im Jahr 641 n. Chr. an den Hof von Songtsen Gampo nach Lhasa kam. Zum einen war Wen Cheng damit Botschafterin der Tang-Dynastie in Lhasa. Gleichzeitig sollte diese Heirat die damals militärisch starken Tibeter von Überfällen auf China abhalten.

Um Wen Cheng eine angemessene Hofhaltung "jenseits der Zivilisation" zu ermöglichen, wurde ihr vom Kaiser ein ganzer Hofstaat mitgegeben, Musikanten, Hofdamen, aber auch Bücher und buddhistische Mönche. Sie brachte nach Tibet eine große Statue Buddha Shakyamunis mit, die seither in Tibet als Jobo Shakyamuni verehrt wird und ihren Platz zuerst in einem anderen Tempel, dann später im Jokhang-Tempel in Lhasa fand. Bis zu dieser Zeit hatte sich der Buddhismus im Westen, Süden und Osten Tibets verbreitet, erst mit Wen Cheng (und ihrer Mit-Frau Bhrikuti aus Nepal) kam diese Religion nach Tibet.

Heute wird auch Wen Cheng als Legitimation der chinesischen Tibetpolitik herangezogen.

Von den Tibetern wird sie als Emanation der weißen Tara verehrt.

Wandern im Dreieck Literatur-Tipp:

Monika Gräfin von Borries: Die Weisse Tara: Wencheng - chinesische Prinzessin, tibetische Königin. Historischer Roman. Logophon 1998.

dieser (ausführlicher kommentiert) und weitere Literatur-Tipps zum tibetischen Buddhismus siehe > Literatur Tibet