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Letzte Änderung: 07.01.2012
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| Die Wanderschuhe Die Schuhe müssen von ihrem Konstruktionsprinzip für die geplante Tour ausgelegt sein, und sie müssen passen! Lieber etwas zu groß kaufen, als zu klein. Der beste Schuh nützt nichts, wenn er drückt und scheuert. Und nicht jedes Schuhmodell paßt jedem Menschen gleich gut. Außerdem beachten: Die eigenen Füße werden mit zunehmendem Alter etwas größer. Lederschuhe, die man z.B. auf dem im Sommer heißen Dachboden aufbewahrt, werden etwas kleiner. Zu enge Schuhe verursachen Probleme mit kalten Füßen bis hin zu Erfrierungen. Auch Fußpilz wird durch zu enge Schuhe gefördert. Der Schuh soll dem Fuß Halt geben und ihn schützen. Das erreicht er i. d. R. nur, wenn er deutlich über den Knöchel hinaufreicht und einen festen Aufbau hat. Die Sohle sollte rutschfest (Gummi-Profil) und abriebbeständig sein. Dies ist auch bei den Markenschuhen nicht immer der Fall. Je fester die Sohle, desto weniger drückt Geröll und Steine von unten auf die Fußsohle. Je weniger Nähte ein Schuh hat, desto besser. An Nähten kann Wasser eindringen, dort geht der Schuh als erstes kaputt, und es können sich durch Scheuern Blasen bilden. Besonders im Fersen- und Zehenbereich sollte das Innenmaterial keine Nähte aufweisen. Schlechte Schuhe sind ein Sicherheitsrisiko. Auch wenn es sich in Turnschuhen bequem läuft: der seitliche Halt ist zu gering, man knickt schneller um (und eine Verstauchung, viele Kilometer von der nächsten Straße entfernt, kann unter Umständen lebensgefährlich werden). Wegen der flachen profillosen Sohlen rutscht man auf feinem Geröll wie auf einem Kugellager. Andererseits sind schwere steigeisenfeste Bergschuhe für einen leichten Trekking-Pfad sicher übertrieben. Der feste Bau von Schaft und Sohle schränkt die Bewegungsfreiheit ein und läßt die Beine schneller ermüden. Am besten, man nutzt den jeweils richtigen Schuh für das richtige Gelände. Bei Kombitouren hat man dann wieder die Qual der Wahl. Im Zweifelsfall lieber zu feste Schuhe als zu leichte. Material: Leder oder Kunststoff? Hier gibt es geteilte Meinungen. Leder läuft sich besser ein, ist (einige Zeit lang) wasserdicht, man schwitzt nicht so stark, und das Leder nimmt Feuchtigkeit vom Fuß auf. Das Leder muß allerdings gepflegt werden und der Schuh ist etwas schwerer als ein vergleichbarer Kunststoff-Schuh. Wenn das Leder naß ist, dauert die Trocknung sehr lange. Leder ist besonders dann zu bevorzugen, wenn man die Schuhe jede Nacht ausgiebig trocknen kann, oder für Tagestouren. Das Trocknen von Lederschuhen sollte nicht an einer Wärmequelle wie Feuer, Ofen oder Heizung erfolgen, da das Leder sonst spröde wird. In der Praxis hat man leider jedoch oft nur die Wahl, dann mit nassen Schuhen loszugehen. Tipp: Lieber ein paar Wollsocken mehr mitnehmen und die Schuhe "trockenlaufen": trockene Socken in nassen Schuhen anziehen, wenn die Socken dann feucht sind, auf dem Rucksack (oder unter dem Pullover oder am Feuer) trocknen, und das andere Paar anziehen. So oft wechseln, bis die Schuhe trocken sind. Aus Gewichtsgründen wird man auf eine lange Tour oft keine Schuhcreme mitnehmen wollen. Etwas Butter, Margarine, Öl oder anderes Fett tut es aber zur Not (!) auch. Gore-Tex und vergleichbare Materialien halten den Fuß im Idealfall trocken. (Zum Verständnis: das Obermaterial kann Kunststoff oder auch Leder sein, GoreTex ist nur die Membran zwischen Außen- und Innenhaut des Schuhs.) Feuchtigkeit wird (bei trockener Außenwelt) nach draußen diffundiert. Leider schwitzt man in dieser Diffusions-Folie aber auch schneller als in Leder. Und wenn der Schuh oder das Obermaterial von außen naß ist, entfällt der Effekt total. Das Material hält auch nicht ewig dicht. Wenn der Schuh stark beansprucht ist, sind die guten Eigenschaften des Gore-Tex bald passé. Bei Mehrtagestouren ohne gute Trocknungsmöglichkeit, oder in dauerhaft nasser Umgebung, empfielt sich also der Kunststoff. Nachtrag:
Ich habe mir schon das 2. Paar Meindl Air Revolution Plastikbergschuhe bewähren sich am besten in nassem Schnee und bei feuchten Kombitouren (Schnee, Eis, Fels). Auch in sumpfigen Gebieten ist ein Plastikbergschuh nicht schlecht. Man darf nur nicht so tief einsinken, daß Wasser oben hineinläuft. Man läuft mit dem Innenschuh auf der Sohle des Außenschuhs. Es läuft sich besser, als man denkt. Der Außenschuh ist steigeisenfest und wasserdicht. Dadurch schwitzt man aber auch relativ stark. Der Innenschuh ist separat vergleichsweise leicht zu trocknen und auch als Zelt- oder Hüttenschuh nutzbar. Plastikbergschuhe sind auch beliebt bei Schneeschuh-Touren, oder wenn man auf die Wanderung seine Kurz-Carver (z. B. Big-Foot) mitnehmen will. Leider sind die Plastik-Stiefel etwas aus der Mode gekommen, so dass man kaum noch welche bekommt. Empfehlung: Ich habe als feste Bergschuhe jetzt die Modelle von La Sportiva Noch ´ne Empfehlung für feste Schuhe: Lowa Cevedale GTX Auch ein Tipp in dieser festeren Klasse ist der Scarpa Triolet Preiswerter und nicht ganz so fest, aber auch empfehlenswert ist der Hanwag Ferrata Neben der Weite der Leisten bestehen auch bei den Größen Unterschiede: Z.B. habe ich beim Hanwag Ferrata 10,5 UK, beim La Sportiva 46, beim Lowa und Salewa 10 UK, sonst oft 44-45 ... man muss also immer probieren, ggf. mehrere Paar zuschicken lassen und die nicht passenden zurücksenden ... Leichte Wanderschuhe für Leute mit schmaleren Füßen finden sich diverse Modelle bei Lowa Relativ neu sind sogenannte Zustiegsschuhe (Approach). Das sind keine Wander- oder Bergschuhe, sondern stammen eher aus der Livestyle-Ecke. Die Sohlen haben guten Halt auf Fels, aber sind i. d. R. viel zu dünn für steinige Pfade. Ich habe auch welche (Salewa Firetail Kein
Witz: auch Gummistiefel sind in bestimmten Gebieten gut zum Wandern geeignet.
Besonders in den feuchten Sümpfen und Mooren Skandinaviens sind sie sehr
beliebt. Man kann ruhig mal etwas einsinken, und wenn die Stiefel innen naß
werden, trocknen sie sehr schnell wieder. Wichtig ist eine sehr gute Qualität
und viel Platz für dicke Wollsocken. Gute Marken sind Aigle, Hunter (Gummistiefel mit hohem Schaft) Ein
Wort zu Teva Sandalen Flussdurchquerungen: mittlerweile gibt es mehrere Hersteller, die luftige Plastikschuhe herstellen. Diese sehen aus wie eine Mischung aus Holzschuh und Sandale (für den Garten gibt es ähnliche geschlossene Modelle). Ein perfektioniertes Beispiel: Lizard Agile Neue
Schuhe sollte man vor der Tour einlaufen. Das weiß eigentlich jeder.
Einlaufen heißt jedoch nicht, daß man die Schuhe vorher mal beim Fernsehen
2 Stunden angehabt haben soll. Am besten man läuft schon einige Wochen vorher öfter mit den neuen Wanderschuhen herum, je mehr und je länger,
desto besser. "Polygiene ist die Innovation für lang anhaltende Kontrolle von Schweißgeruch in Kleidung und Accessoires sowie von Fußgeruch in Schuhen. Mit Polygiene können Sie einfach und langanhaltend Schweißgeruch entfernen und ist so besonders für aktive Menschen geeignet. Das neuartige Spray oder Wash-in ist umweltfreundlich und nur auf der Stoffoberfläche aktiv, die natürliche Bakterienflora der Haut wird dadurch nicht beeinträchtigt."
Schuhpflege: Ich bin auch nicht der große Schuhputzer, aber bei meinen Bergschuhen mache ich eine Ausnahme, denn regelmäßige Pflege verlängert die Lebensdauer und erhält die Funktion, auch die Atmungsaktivität. Schuhe immer gut auslüften lassen. Dazu die Einlage rausnehmen. Vor allem Lederschuhe nur langsam trocknen lassen, nicht an Feuer oder Heizung stellen. Achtung: Am Hitzequellen wie Lagerfeuer besteht zusätzlich die Gefahr, dess sich der Kleber der Sohle verflüssigt (das kommt ziemlich oft vor!). Mit Zeitungspapier ausstopfen hilft der Trocknung! Erst Schuhe mit Bürste und Wasser säubern und imprägnieren! Imprägnierung auf den noch feuchten Schuh auftragen. Sie entfaltet ihre volle Wirkung (Schließen der Lederfasern) erst nach 24 h. Danach Schuhcreme (Wachscreme, Wachsemulsion) lieber mehrmals dünn als einmal dick auftragen! Zunge (die der Schuhe!) und Zungenbeutel nicht vergessen, dazu am besten die Schnürsenkel raus. Fette und Öle machen das Leder weich und wasserdicht, aber der Schuh verliert an Festigkeit und Atmungsaktivität. Das Lederfutter sollte man ab und zu abspülen (um die Schweiß-Salze zu lösen) und mit Hand- oder Feuchtigkeitscreme einreiben. Häufige Frage: Pflege von GoreTex-Schuhen? Für das Obermaterial der GoreTex-Schuhe nimmt man am Besten ein Mittel, das die Freigabe (Gütesiegel auf der Packung der Marken Solitär, Collonil, Grangers, Boston, Tarrago) von GoreTex hat. Dann kann man sicher sein, dass die Atmungsaktivität nicht beeinträchtigt wird. Weitere Pflegehinweise unter Meindl.de (Stichwort Service) oder Lowa.de. ACHTUNG: in meinen Gruppen sind oft Leute mit Wanderschuhen, die neu aussehen, aber schon 6-8 Jahre im Schrank gestanden haben. Da der Kleber aber so oder so altert, fällt dann oft einfach irgendwann die Sohle ab! Das sollte einem auf einer längeren Tour besser nicht passieren. Schuhe, die älter sind als 6-7 Jahre also besser in der näheren Umgebung auftragen! Zur Not hilft Panzerband für den Heimweg (= Gaffa Tape
Berg- und Kletterschuhe reparieren oder neu besohlen: Kletterschuhe.de. Die haben meine La Sportiva wieder astrein aufgemöbelt! Schnell und für knapp 60 €.
4-Seasons.de: KnowHow rund um Berg- und Wanderschuhe Schuhgrößen und Umrechnungstabellen (Wikipedia) |