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Trekking-Schuhe


Grundsätzliche Informationen zu Bergschuhen, Wanderschuhen und Trekkingschuhen.

Speziellere Informationen, z. B. zu den genauen Materialien, Wassersäule-Resistenzen, Gewicht, technischen Daten etc. gibt es in den Katalogen und auf den Web-Seiten der Hersteller oder Ausrüster.

Letzte Änderung: 17.11.2009


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Schuhe

Die Wanderschuhe (und, falls sehr viel Gepäck getragen wird, der Rucksack) sind die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände. Hier sollte man viel Zeit auf die Auswahl verwenden, und nicht auf jede Mark schauen. Sparen kann man dann eher bei den anderen Sachen.

Die Schuhe müssen von ihrem Konstruktionsprinzip für die geplante Tour ausgelegt sein, und sie müssen passen! Lieber etwas zu groß kaufen, als zu klein. Der beste Schuh nützt nichts, wenn er drückt und scheuert. Und nicht jedes Schuhmodell paßt jedem Menschen gleich gut. Außerdem beachten: Die eigenen Füße werden mit zunehmendem Alter etwas größer. Lederschuhe, die man z.B. auf dem im Sommer heißen Dachboden aufbewahrt, werden etwas kleiner.

Zu enge Schuhe verursachen Probleme mit kalten Füßen bis hin zu Erfrierungen. Auch Fußpilz wird durch zu enge Schuhe gefördert.

Der Schuh soll dem Fuß Halt geben und ihn schützen. Das erreicht er i. d. R. nur, wenn er deutlich über den Knöchel hinaufreicht und einen festen Aufbau hat. Die Sohle sollte rutschfest (Gummi-Profil) und abriebbeständig sein. Dies ist auch bei den Markenschuhen nicht immer der Fall. Je fester die Sohle, desto weniger drückt Geröll und Steine von unten auf die Fußsohle.

Je weniger Nähte ein Schuh hat, desto besser. An Nähten kann Wasser eindringen, dort geht der Schuh als erstes kaputt, und es können sich durch Scheuern Blasen bilden. Besonders im Fersen- und Zehenbereich sollte das Innenmaterial keine Nähte aufweisen.

Schlechte Schuhe sind ein Sicherheitsrisiko. Auch wenn es sich in Turnschuhen bequem läuft: der seitliche Halt ist zu gering, man knickt schneller um (und eine Verstauchung, viele Kilometer von der nächsten Straße entfernt, kann unter Umständen lebensgefährlich werden). Wegen der flachen profillosen Sohlen rutscht man auf feinem Geröll wie auf einem Kugellager.

Andererseits sind schwere steigeisenfeste Bergschuhe für einen leichten Trekking-Pfad sicher übertrieben. Der feste Bau von Schaft und Sohle schränkt die Bewegungsfreiheit ein und läßt die Beine schneller ermüden. Am besten, man nutzt den jeweils richtigen Schuh für das richtige Gelände. Bei Kombitouren hat man dann wieder die Qual der Wahl.

Material: Leder oder Kunststoff? Hier gibt es geteilte Meinungen. Leder läuft sich besser ein, ist (einige Zeit lang) wasserdicht, man schwitzt nicht so stark, und das Leder nimmt Feuchtigkeit vom Fuß auf. Das Leder muß allerdings gepflegt werden und der Schuh ist schwerer als ein vergleichbarer Kunststoff-Schuh. Wenn das Leder naß ist, dauert die Trocknung sehr lange. Leder ist besonders dann zu bevorzugen, wenn man die Schuhe jede Nacht ausgiebig trocknen kann, oder für Tagestouren.

Das Trocknen von Lederschuhen sollte nicht an einer Wärmequelle wie Feuer, Ofen oder Heizung erfolgen, da das Leder sonst spröde wird. In der Praxis hat man leider jedoch oft nur die Wahl, dann mit nassen Schuhen loszugehen. Tipp: Lieber ein paar Wollsocken mehr mitnehmen und die Schuhe "trockenlaufen": trockene Socken in nassen Schuhen anziehen, wenn die Socken dann feucht sind, auf dem Rucksack (oder unter dem Pullover oder am Feuer) trocknen, und das andere Paar anziehen. So oft wechseln, bis die Schuhe trocken sind.

Aus Gewichtsgründen wird man auf eine lange Tour oft keine Schuhcreme mitnehmen wollen. Etwas Butter, Margarine, Öl oder anderes Fett (z. B. von der geangelten Forelle) tut es aber zur Not (!) auch.

Gore-Tex und vergleichbare Materialien halten den Fuß im Idealfall trocken. (Zum Verständnis: das Obermaterial kann Kunststoff oder auch Leder sein, GoreTex ist nur die Membran zwischen Außen- und Innenhaut des Schuhs.) Feuchtigkeit wird (bei trockener Außenwelt) nach draußen diffundiert. Leider schwitzt man in dieser Diffusions-Folie aber auch schneller als in Leder. Und wenn der Schuh oder das Obermaterial von außen naß ist, entfällt der Effekt total. Das Material hält auch nicht ewig dicht. Wenn der Schuh stark beansprucht ist, sind die guten Eigenschaften des Gore-Tex bald passé.

Bei Mehrtagestouren ohne gute Trocknungsmöglichkeit, oder in dauerhaft nasser Umgebung, empfielt sich also der Kunststoff.

Nachtrag: Ich habe mir schon das 2. Paar Meindl Air Revolution 5.0 gekauft und bin ganz angetan. Damit hat Meindl viele Nachteile des GoreTex-Schuhs ausgebügelt.
noch´n Nachtrag zum Nachtrag: leider haben die Futter beider Paare nicht lange gehalten, sie waren schneller durch als die Sohle abgelaufen war. Und der Kundendienst von Meindl war so zäh, dass ich letztlich - nachdem ich fast ein 3/4 Jahr auf die versprochene Kompensation gewartet hatte - darauf verzichtet habe. 1988 hatte ich schon mal den Fall, dass sich auf einer 2monatigen Trekkingtour bei einem Meindl-Schuh nach und nach alle Nähte aufgelöst haben - der andere blieb heil. Auch da war der Kundendienst etwas widerwillig und meinte, ich hätte die Schuhe öfter fetten müssen (... als würde ich einen Schuh regelmäßig fetten, und den zweiten nicht).

Plastikbergschuhe bewähren sich am besten in nassem Schnee und bei feuchten Kombitouren (Schnee, Eis, Fels). Auch in sumpfigen Gebieten ist ein Plastikbergschuh nicht schlecht. Man darf nur nicht so tief einsinken, daß Wasser oben hineinläuft. Man läuft mit dem Innenschuh auf der Sohle des Außenschuhs. Es läuft sich besser, als man denkt. Der Außenschuh ist steigeisenfest und wasserdicht. Dadurch schwitzt man aber auch relativ stark. Der Innenschuh ist separat vergleichsweise leicht zu trocknen und auch als Zelt- oder Hüttenschuh nutzbar. Plastikbergschuhe sind auch beliebt bei Schneeshuh-Touren, oder wenn man auf die Wanderung seine Kurz-Carver (z. B. Big-Foot) mitnehmen will.

Ich habe als feste Bergschuhe jetzt die Modelle von La Sportiva (Nepal Top und Nepal Trek) entdeckt. Der Nepal Top ist ein steigeisenfester Alpin-Schuh, der Nepal Trek ist bedingt steigeisenfest und für anspruchsvolle Trekkingtouren gedacht. Trotz der Festigkeit und Größe der Schuhe kann man damit erstaunlich gut klettern.

Kein Witz: auch Gummistiefel sind in bestimmten Gebieten gut zum Wandern geeignet. Besonders in den feuchten Sümpfen und Mooren Skandinaviens sind sie sehr beliebt. Man kann ruhig mal etwas einsinken, und wenn die Stiefel innen naß werden, trocknen sie sehr schnell wieder. Wichtig ist eine sehr gute Qualität und viel Platz für dicke Wollsocken. Man kauft die Gummistiefel in Deutschland am besten im Jagd- und Angelgeschäft, oder direkt in Skandinavien oder:

Folgendes kam per eMail: "Wir führen hervorragende Gummistiefel, welche auch für Wanderungen bestens geeignet sind. Es sind Markenprodukte von Tretorn, Aigle, Grand Step, Intex u.a.. In unserem Online-shop www.gummistiefelshop.de haben wir hauptsächlich Produkte der Marke TRETORN. Dieser Hersteller bietet ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und hat hervorragende innovative Konstruktionen für Wandergummistiefel entwickelt."

"Stiefel der Marke Magnum haben weltweit Maßstäbe in den Bereichen Sicherheit, Bequemlichkeit und praktische Anwendung gesetzt. Custom Fit sorgt für einen besonders guten Halt und einen Stiefel, der sich der Fußform perfekt anpasst. Die eigens für Magnum entwickelte Sympatex-Membran reguliert das Klima im Schuh und sorgt für angenehmen und trockenen Gehkomfort. Die Vibram-Außensohle des Magnum Stiefel hält auch auf glatten Untergründen das, was sie verspricht: Fünfzig Prozent höhere Rutschfestigkeit."

Ein Wort zu Teva-Sandalen: Ich weiß, dass es viele Fans dieser Fußbekleidung gibt. Trotzdem ersetzen sie keinen Bergschuh! Der Halt für den Fuß ist gering, auf Geröll kommt man schnell ins Schleudern, und man geht das Risiko ein, sich die Füsse zu verletzen! Ich habe schon mal einen 15 cm langen Kaktusstachel aus der Sohle einer Tevasandale herausoperiert. Der Stachel hatte sich von vorn in die Sohlenspitze gebohrt. Einen Zentimeter höher, und die Tour wäre für die Sandalistin zu Ende gewesen! Die Teva-Sandale ist allerdings gut geeignet, um Flüsse zu durchqueren oder als Hütten- oder Zweitschuh (wenn man nicht auf jedes Gramm achten muss).

Flussdurchquerungen: mittlerweile gibt es mehrere Hersteller, die luftige Plastikschuhe herstellen. Diese sehen aus wie eine Mischung aus Holzschuh und Sandale (für den Garten gibt es ähnliche geschlossene Modelle). Beispiel: Lizard Agile 500 (bei Globetrotter). Da ganz aus Plastik, trocknen sie schnell wieder. Außerdem stellen North Face und Salomon (Aqua-Tech) spezielle Schuhe mit offenem Gewebe für´s Wasser her, die wie Turnschuhe aussehen. Diese trocknen aber doch nicht so schnell, wie man das erhoffen könnte. Trotzdem trage ich beide Modelle sehr gern, weil sie sehr luftig sind - aber eben nicht im Wasser.

Neue Schuhe sollte man vor der Tour einlaufen. Das weiß eigentlich jeder. Einlaufen heißt jedoch nicht, daß man die Schuhe vorher mal beim Fernsehen 2 Stunden angehabt haben soll. Am besten man läuft schon einige Wochen oder Monate vorher permanent mit den neuen Wanderschuhen herum, je mehr und je länger, desto besser. Nicht nur der Schuh paßt sich dann dem Fuß an, der Fuß gewöhnt sich auch nach und nach an die "neue Umgebung". Leute, die viel wandern und entsprechend öfter neue Schuhe kaufen können den neuen Schuh schon viele Monate vorher als Alltags-Schuh einlaufen, während die das alte Paar auf Wanderungen noch im Einsatz ist. Geben die alten auf, nimmt man die neueren zum Wandern, und ersetzt diese im Alltag möglichst bald durch ganz neue. Blasen aufgrund schlecht passender Schuhe gibt es dann nicht mehr.

Schuhhersteller findet man auf einer Extraseite

Schuhpflege

Schuhpflege: Ich bin auch nicht der große Schuhputzer, aber bei meinen Bergschuhen mache ich eine Ausnahme, denn regelmäßige Pflege verlängert die Lebensdauer und erhält die Funktion, auch die Atmungsaktivität.

Schuhe immer gut auslüften lassen. Dazu die Einlage rausnehmen. Vor allem Lederschuhe nur langsam trocknen lassen, nicht an Feuer oder Heizung stellen. Achtung: Am Hitzequellen wie Lagerfeuer besteht zusätzlich die Gefahr, dess sich der Kleber der Sohle verflüssigt (das kommt ziemlich oft vor!). Mit Zeitungspapier ausstopfen hilft der Trocknung!

Erst Schuhe mit Bürste und Wasser säubern und imprägnieren! Imprägnierung auf den noch feuchten Schuh auftragen. Sie entfaltet ihre volle Wirkung (Schließen der Lederfasern) erst nach 24 h.

Danach Schuhcreme (Wachscreme, Wachsemulsion) lieber mehrmals dünn als einmal dick auftragen! Zunge (die der Schuhe!) und Zungenbeutel nicht vergessen, dazu am besten die Schnürsenkel raus. Fette und Öle machen das Leder weich und wasserdicht, aber der Schuh verliert an Festigkeit und Atmungsaktivität.

Das Lederfutter sollte man ab und zu abspülen (um die Schweiß-Salze zu lösen) und mit Hand- oder Feuchtigkeitscreme einreiben.

Häufige Frage: Pflege von GoreTex-Schuhen? Für das Obermaterial der GoreTex-Schuhe nimmt man am Besten ein Mittel, das die Freigabe (Gütesiegel auf der Packung der Marken Solitär, Collonil, Grangers, Boston, Tarrago) von GoreTex hat. Dann kann man sicher sein, dass die Atmungsaktivität nicht beeinträchtigt wird.

Weitere Pflegehinweise unter Meindl.de (Stichwort Service) oder Lowa.de.

ACHTUNG: in meinen Gruppen sind oft Leute mit Wanderschuhen, die neu aussehen, aber schon 6-8 Jahre im Schrank gestanden haben. Da der Kleber aber so oder so altert, fällt dann oft einfach irgendwann die Sohle ab! Das sollte einem auf einer längeren Tour besser nicht passieren. Schuhe, die älter sind als 6-7 Jahre also besser in der näheren Umgebung auftragen! Zur Not hilft Panzerband für den Heimweg (= Gaffa-Tape). Weitere Tipps dazu fand ich in einem Artikel der DAV-Panorama 05/2009: Pflegeversicherung für Schuhe. Dort empfiehlt Ralf Stefan Beppler, die Schuhe 2 Wochen vor der Tour im Alltag zu tragen, um die Haltbarkeit der Sohle zu testen, oder die Elastizität derselben mit der Druckprobe festzustellen: bricht die Materialoberfläche, haben sich die Weichmacher verflüchtigt ... und dann fällt bei Belastung bald die Sohle ab.

Schuhreparatur:

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