Mongolei: Geschichte
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Die Geschichte der Mongolen und der Mongolei.

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Allgemeines & Spezielles

Die Gechichte der Mongolei ist eng mit der Geschichte Tibets, Chinas, Russlands und der Regionen Innerasiens verwoben. Gleichzeitig wirken die häufigen weiten Vorstöße der Reiterhorden Dschingis Khans, Kublai Khans, Timur Lenks (Tamerlan) und anderer bis heute in die Geschichte Europas und ganz Asiens hinein.

Die Einfälle der Mongolen führten zum Bau der chinesischen Großen Mauer. Und die siegreichen Mongolen übernahmen für lange Zeit die Herrschaft in China als eigene Dynastie chinesischer Kaiser.

Die Traumata der Mongolenstürme sind auch aus dem gemeinsamen Bewustsein der Europäer bis heute noch nicht verschwunden.

Kulturell geprägt sind die Mongolen bis heute von Tibet. Von diesem südlichen Nachbarn übernahmen Sie den lamaistischen Buddhismus.

Zeittafel

Wanden & Trekking. Die Mongolen treten in die Geschichte ein

Mitte des 12. Jahrhundert: Die Mongolen (meng) sorgen für erste Unruhe in der heutigen mongolischen Hochebene.

1206: Der aus einer mongolischen Kleinfürstenfamilie stammende Temudschin (*1155 oder 1167, gestorben 1227) wird auf einer Volksversammlung zum obersten Herrscher der Mongolen ausgerufen. Er erhält den Titel Dschingis Khan ("ozeangleicher Herrscher" oder "Weltherrscher"). Ihm gelingt erstmals die Vereinigung der zersplitterten Mongolenstämme und anschließend die schnelle Eroberung weiter Teile Nord- und Zentralasiens. Er organisiert aber auch den Staat und initiiert die Installation des Gesetzbuches Jassa.

1211 - 1234: Krieg gegen Nordchina (Jurchen der Jin-Dynastie).

1220: Gründung der mongolischen Hauptstadt Karakorum im Norden der heutigen Mongolei. Verbesserung der Organisation des mongolischen Reiches durch Yelü Chutsai, Machmud Jalatwatsch und andere Berater.

1219 - 1221: Eroberung des Choresmischen Reiches.

1226: Eroberung des Tangutenreiches in Kansu.

1236 - 1242: Die Mongolen unter Batu Khan erobern den größten Teil Russlands (siehe unter anderem Schlacht an der Kalka).

1240 - 1502: Die Goldene Horde, eine westliche Gruppe der Mongolen, beherrscht weite Gebiete Osteuropas.

1241: Die Mongolen stoßen nach Schlesien (Schlacht bei Wahlstatt) und Ungarn (Muhi) vor.

1242: Die Mongolen erreichen die Adria.

1258: Die Mongolen erobern Bagdad und vernichten das Kalifat der Abbasiden. An seine Stelle tritt das mongolische Ilchanreich. In der Folge verstärkt sich der Einfluss der persisch-islamischen Kultur auf die Mongolen.

Wanden & Trekking. Kublai Khan wird Kaiser von China und gründet die Yuan-Dynastie

1260: Der Großkhan der Mongolen, Kublai Khan (*1215, gestorben 1294), wird Kaiser Nordchinas. Neue Reichshauptstadt der Mongolen wird Peking (Beijing). Gleichzeitig beginnt das Auseinanderbrechen des ohnehin lockeren Zusammenschlusses der Mongolen in Teilreiche.

1274 und 1281: Zwei Angriffsversuche der Mongolen auf Japan scheitern. 1279 wird die Eroberung Südchinas abgeschlossen, wo die Sung-Dynastie beseitigt wird.

1279 - 1294: Kublai Khan ist Kaiser von ganz (!) China (Shih Tsu). Er gründet die mongolisch-chinesische Yuan-Dynastie (bis 1368). Kublai Khan nimmt im Kontakt mit den Tibetern (Kloster Sakya) den Buddhismus an und holt tibetische Lamas ins Land.

1368: Mit chinesischen Aufständen und dem Untergang der Yuan-Dynastie (seit 1271) endet die mongolische Herrschaft in China. Die Mongolen werden aus China vertrieben und ihre ehemalige Hauptstadt Karakorum wird zerstört.

Stupa

Wanden & Trekking. Timur Lenk (Tamerlan) und seine Nachfolger

1380 beginnt der mongolisch-stämmige Timur Lenk (Tamerlan) seine Eroberungen. Timur entstammt einem im 13. Jh. in Transoxanien eingewanderten mongolischen Stamm, den Barlas. Diese nehmen im Laufe der Zeit eine Turksprache an und nähern sich kulturell den türkischen Nomaden Zentralasiens.

1391 und 1395: Timur besiegt die mongolischen Herrscher der Goldenen Horde, deren Reich danach in einzelne Khanate zerfällt.

1394 erstreckt sich Timurs Einflusszone über Teile des heutigen Irak, Iran, Aserbaidschan, Usbekistan, Armenien, Georgien, Syrien und der Türkei. Im Osten grenzt sein Reich an das (östliche) Tschagatai-Khanat der Mongolen. Weitere Infos zur Ära Timur Lenk siehe > Wikipedia.

ab 1400: In der Mongolei streiten sich Westmongolen (Oiraten) und Ostmongolen (v.a. Chalcha, Chahar, Ordos, Tümed und Uriankhai) um die Macht oder kämpfen gegen das China der Ming Dynastie. Häufige Überfälle auf die chinesischen Grenzgebiete führen schließlich zum Bau der Großen Chinesischen Mauer.

1449: Sieg der Westmongolen unter Esen Taiji gegen die Ming. Esen beanspruchte danach das Khanat, wird aber ermordet.

1468: die Ostmongolen unter Dayan Khan (gest. 1543) und seinem Enkel Altan Khan (gest. 1582) übernehmen die Macht in der Mongolei. Sie begründen eine erneute Blütezeit in der Mongolei, deren Einfluss wieder bis nach Mittelasien und zum Ural reicht.

Wanden & Trekking. Renaissance des Tibetischen Buddhismus

1578: Durch Vermittlung des in Tibet herrschenden III. Dalai Lama, Sönam Gyatso, gewinnt der Buddhismus erneut an Bedeutung, der sich in der Folge im Mongolenreich endgültig durchsetzt (tibetischer Lamaismus). Seither besteht die enge kulturelle Bindung an Tibet, in der der Dalai Lama die religiöse Instanz und der Khan die politische Macht bilden. Die politische Macht des Dalai Lama in Tibet wird über längere Zeit von der Schutzmacht Molgolei gestützt.

Padmasambhava, Missionar im Tibetischen Buddhismus

Wanden & Trekking. Die Mandschu-Dynastie unterwirft die Mongolen

1634: Unterwerfung der Chahar in der Inneren Mongolei durch die Mandschu, Tod Ligdan Khans.

1644: Die Mandschu erobern Peking. Beginn der mandschu-chinesischen Qing-Dynastie (1644-1911).

1691: Um eine drohende Unterwerfung durch die Oiraten abzuwenden, unterwerfen sich die Chalcha der Äußeren Mongolei der chinesischen Qing-Dynastie. Im Anschluss schlagen Chalcha und Mandschu gemeinsam die Oiraten bei Zuunmod (1696).

1756: Nach inneren Konflikten wird das Reich der Oiraten durch die Qing/Mandschu unter Kaiser Qianlong erobert und zerstört.

Wanden & Trekking. Lösung von China

19. Jh.: Mit dem eiropäischen Kolonialismus wird das Chinesische Reich geschwächt. Aufstände der Han-Chinesen gegen die Mandschu-Herrscher setzen die Republik durch. 1912 dankt der letzte Kaiser ab. Bis zum Sieg Maos 1949 ist China Land von Machtkämpfen der Warlords, Bürgerkriegen und anderen Konflikten zerrissen.

1911: Nach dem Untergang der chinesischen Mandschu-Dynastie löste sich die Äußere Mongolei von China. In der Inneren Mongolei hatten viele Mongolenführer Grundbesitz und wirtschaftliche Interessen in China, so dass die dortigen Unabhängigkeitsbestrebungen blutig unterdrückt wurden.

Die Khalka-Mongolen der Äußeren Mongolei setzen einen Lama mit dem Titel Bogd Gegeen Khan als Staatsoberhaupt ein. Urga - später umbenannt in Ulan Bator - wird Hauptstadt. Die in der Äußeren Mongolei lebenden Chinesen wurden vertrieben. Bergbau und Bäuerliche Landwirtschaft gingten zu Grunde, weil die Mongolen nicht fähig und nicht Willes waren, in diesen Bereichen zu arbeiten.

1912 kommt es zu einem Bündnis mit Russland als Schutzmacht gegen China, 1913 mit Tibet.

1918-1919: China nutzt die Schwäche Russlands nach dem Ersten Weltkrieg und im Bürgerkrieg und besetzt die Mongolei. Der aus dem Baltikum stammende, früher under dem Zaren dienende Offizier Roman von Ungern-Sternberg vertreibt mit seinen Kosaken 1920/1921 die Han-Chinesen. Erst als Befreier gefeiert, wird er nach Plünderungen und Massakern in der Hauptstadt Urga schnell als fanatischer Psychopath, als blutiger Baron wahrgenommen. Er wird seinerseits von den kommunistischen Revolutionären unter Damdin Süchbaatars besiegt und 1921 hingerichtet.

1921 erklärt die Mongolei (eigentlich nur die Äußere mongolei) ihre Unabhängigkeit.

Wanden & Trekking. Kommunistische Phase

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Wanden & Trekking. Moderne

Währen zu kommunistischen Zeiten die Hirten nur Angestellte sind, machen sie sich anschließend selbständig und bauen ihre Herden auf. Die Stückzahlen an Schafen, Ziegen und Pferden haben sich in der Mongolei vervielfacht. Die Weidegründe reichen für die große Menge an Vieh schon lange nicht mehr und die Überweidung - besonders mit Ziegen, die die Gräser mit dem Wurzeln ausreißen - fördert die Ausbreitung von Steppen und Wüsten. Die Klimaerwärmung, die in der Mongolei überdurchschnittliche Werte aufweist, tut das ihrige dazu. Viele Brunnen trocknen aus.

Durch die mageren Weiden ist der Ernährungszustand der Herden schlechter geworden. Gleichzeitig nehmen winterliche Kälteperioden an Menge und Intensität zu. Immer wieder kommt es so zu Massensterben unter dem Vieh. Wenn die Familien so ihre Herden verlieren, bleibt ihnen oft nichts übrig, als in die Slums von Ulan Bator zu ziehen.