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Kuba: Geschichte
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Geschichte Kuba

Geschichte Kubas allgemein

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Geschichte Kubas Überblick des Auswärtigen Amts über die Geschichte Kubas

ab 2000 v.C.: Das Präkolumbianische Kuba

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Archäologische Funde zeigen, dass Kuba spätestens seit der Zeit um 2000 v. Chr. von Menschen bewohnt war. Die Besiedlung erfolgte wahrscheinlich in mehreren Wellen, deren zeitliche Festlegung aber sehr unsicher scheint. Um 1500 war die indigene Bevölkerung folgendermaßen verteilt: Im Westen Kubas lebten die Ciboney. Mittel- und Ostkuba wurde von den Taino besiedelt. Sie bauten bereits die bis heute auf Kuba genutzten Feldfrüchte Maniok, Süßkartoffeln, Erdnüsse und Tabak an. Die Taino lebten in Hütten (bohío) aus Palmholz, wie sie auch heute noch auf dem Land zu finden sind. Ihre Spuren haben die Indianer auch in der Sprache hinterlassen. Viele Ortsnamen auf Kuba gehen auf indianische Begriffe zurück.

ab 1492: Kolonialzeit

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Geschichte KubasWandern im Quadrat Entdeckung - Eroberung - Kolonisierung

Christoph Kolumbus entdeckte die Insel auf seiner ersten Reise an der Bucht von Bariay im Nordosten der Insel am 27. oder 28. Oktober 1492 und nahm sie für Spanien in Besitz. Von 1511 bis 1515 wurde die Insel im Auftrag des Königs Ferdinand durch Diego Velázquez de Cuéllar erobert. Dieser brach mit seiner Gefolgschaft den ersten Widerstand der Indianer unter der Führung des Kaziken Hatuey. Die indianische Bevölkerung ging durch Kriege gegen die Spanier, eingeschleppte Krankheiten (Pocken und Blattern), Zwangsarbeit und Unterernährung stark zurück. Bemühungen von Seiten der Kirche, besonders der Dominikaner, und des spanischen Staates, die Indianer vor der Willkür der Kolonisten zu schützen, hatten wenig Erfolg. Bartolomé de las Casas, der als Feldkaplan an der Eroberung teilgenommen hatte, verzichtete 1514 aus Gewissengründen auf seine Encomienda und engagierte sich gegen die Unterdrückung der Indianer. Auf sein Betreiben ordnete König Karl V 1542 die sukzessive Aufhebung der Encomiendas an, was sich in Kuba auch relativ schnell durchsetzte.

Wandern im Quadrat Frühe Kolonialzeit

Wirtschaft

Das erste Ziel der Spanier war die Ausbeutung der Goldressourcen, die jedoch sehr bald erschöpft waren. Viele wanderten infolgedessen nach Mexiko ab. Kuba blieb nur dünn besiedelt. Die Wirtschaft beruhte auf einer extensiven Landwirtschaft: Anbau der indianischen Kulturpflanzen, Viehhaltung, Imkerei und den tropischen Hölzern der noch weitgehend bewaldeten Insel. Die Landesteile abseits von Havanna lebten vor allem von Selbstversorgung und etwas Schmuggel. Im 17. Jh. wurde das Landesinnere in einem zweiten Siedlungsschub erschlossen und weitere Orte gegründet.

Durch die Verlegung des Gouverneurssitzes wurde Havanna 1607 zum politischen Zentrum der Insel. Auch wirtschaftlich gewann die Stadt aufgrund ihrer Lage zunehmend an Bedeutung. Von dort aus konnte man den Zugang zum Golf von Mexiko kontrollieren und unter Ausnutzung des Golfstroms über den Atlantik nach Europa segeln. Ab den sechziger Jahren des 16. Jh. war der Hafen von Havanna der Sammelpunkt der Flotten aus den spanischen Kolonien Amerikas, die Silber und andere Waren nach Sevilla und Cádiz brachten. Havanna war der Brückenkopf der Neuen Welt im transatlantischen Handel. Die Wirtschaft Kubas war auf die Versorgung Havannas und der Flotten mit Nahrungsmitteln und Gütern ausgerichtet.

Gesellschaft

Die koloniale Gesellschaft Kubas lässt sich rechtlich und soziokulturell folgendermaßen gliedern. Weiße bildeten bald die Mehrheit. Aber nur wer in Spanien geboren, aufgewachsen und ausgebildet war, die sogenannten peninsulares, konnte in die höheren Verwaltungs- und Kirchenämter aufsteigen. Außerdem dominierte dieser Personenkreis den Handel. Die in Kuba geborene Nachfahren von Spaniern, die Kreolen, stellten den größten Teil der Bevölkerung. Die auf die ersten Siedler zurückgehenden Familien konnten ihr Land oft zum Großgrundbesitz ausbauen, den sie als Viehzüchter oder Pflanzer bewirtschafteten. Der Grundbesitz bildete die Grundlage ihrer Macht, die sie als Oligarchie in lokalen Ämtern in Politik und Kirche ausübten. Daneben gab es eine große Zahl von Mittel- und Kleinbauern, die das Land zwischen den großen Gütern bewirtschafteten und nach und nach auch die abgelegeneren Gegenden erschlossen.

Der generelle Mangel an Arbeitskräften in Kuba wurde durch die Einführung von Sklaven aus Afrika ausgeglichen. Sklaven wurden in allen Wirtschaftsbereichen eingesetzt, als Hauspersonal, in kleinen ländlichen und städtischen Produktionsbetrieben oder als Bergarbeiter. Auch bei ihnen unterschied man zwischen in Kuba geborenen, spanischsprachigen Schwarzen Kreolen und in Afrika geborenen "bozales". Das Rechtssystem erlaubte den Sklaven eigenen Besitz, die Möglichkeit sich und die eigene Familie damit freizukaufen, die freie Wahl eines Ehepartners und sogar die Suche nach einem neuen Herren. Sklaven konnten sich zu Vereinigungen, sogenannten cabildos, zusammenschließen, die von Schwarzen gleicher ethnischer oder ähnlicher kultureller Herkunft gebildet wurden. Diese Institution ermöglichte ihnen, afrikanische Kulturelemente zu bewahren und weiterzugeben. Darunter auch religiöse Vorstellungen, die sich mit dem Katholizismus, denn jeder Sklave musste getauft sein, zu den synkretistischen afrokubanischen Kulten, z.B. der Santería vermischten, die noch heute weit verbreitet sind.

Eine Zwischenstellung nahmen die freien Farbigen ein. Besondere rechtliche und soziale Verhältnisse ermöglichten in Kuba eine ausgeprägte Vermischung der Rassen und Kulturen. Hier gab es eine beachtliche Anzahl freier Schwarzer, die auf freigelassene bzw. freigekaufte Sklaven zurückgingen. Im Gegensatz zur spanisch-kreolischen Oberschicht achteten die unteren weißen Schichten nicht auf die „Reinheit des Blutes“ und vermischten sich mit Indianern und freien Schwarzen. Mischehen waren nicht unüblich und - wenn auch begrenzt - akzeptiert. Mulatten und freie Schwarze arbeiteten meist als Handwerker oder Gewerbetreibende, Berufe, die wegen ihres niedrigen Status von Weißen gemieden wurden. Sie stellten die Unter- und Mittelschicht der Städte. Auf dem Land, besonders im Osten, lebten sie als Kleinbauern.

Indianer und Mestizen wurden im Zensus schon bald nicht mehr als eigene Gruppe erfasst, sie waren in den Bevölkerungsgruppen der Kreolen und der Farbigen aufgegangen. Am Rande der kolonialen Gesellschaft standen entlaufene Sklaven (Cimarrón) und Restgruppen von Indianern, die in abgelegenen Gebieten zurückgezogen lebten.

Wandern im Quadrat Späte Kolonialzeit

1762 eroberten britische Truppen Havanna. Die kurze Zeit des Freihandels gab dem kreolischen Bürgertum auf Kuba eine Vorstellung davon, wieviel es ohne die kolonialen Fesseln Spaniens verdienen konnte, denn das spanische Kolonialsystem lenkte den gesamten Handel über spanische Häfen und erhob selbst für den Handel unter den spanischen Kolonien hohe Import- und Exportabgaben. Ein Jahr später wurde Kuba im Frieden zu Paris im Tausch gegen Florida wieder Spanien zugeschlagen.

Im Zuge des revolutionären Sklavenaufstandes auf Haiti 1791 flohen viele französische Großgrundbesitzer, die dort Zucker- und Kaffeeplantagen besessen hatten, nach Kuba. Unter ihrem Einfluss und mit ihren technischen Kenntnissen wurde nun Kuba für Spanien zu dem, was Haiti vorher für Frankreich gewesen war: Die Insel des Zuckers und des Kaffees. Wirtschaftlicher Aufschwung und der industrielle Einsatz von Sklaven war die Folge.

Nach den Unabhängigkeitskämpfen in Süd- und Mittelamerika im 19. Jahrhundert wurde Kuba die wichtigste Kolonie Spaniens. Aber auch auf der „immer treuen Insel“ Kuba nahm die Unzufriedenheit der Kreolen mit der spanischen Herrschaft zu, anderseits regierte unter den sklavenhaltenden Zuckerplantagenbesitzern die Angst vor einem Sklavenaufstand nach haitianischem Vorbild, der ihre Privilegien beseitigen würde. Zwischen 1812 und 1844 ereigneten sich acht große Sklavenaufstände, die an der militärischen Übermacht der spanischen Kolonialtruppen und der Milizen der Sklavenhalter, besonders aber an der militärischen Unerfahrenheit der Sklaven scheiterten.

In dieser Zeit entstanden auf der Insel verschiedene Parteien mit unterschiedlichen Zielen:

  • die Autonomisten wollten eine stärkere Unabhängigkeit Kubas unter Beibehaltung Spaniens als Schutzmacht.
  • die Annexionisten kämpften für einen Anschluss Kubas an die USA.
  • die Separatisten waren für eine völlige Loslösung Kubas von Spanien und die Schaffung einer Republik Kuba.
  • die Monarchisten setzten sich für die fortdauernde Zugehörigkeit Kubas zu Spanien ein.
Autonomie

1868 scheiterte eine Delegation aus führenden Vertretern der kubanischen Kreolen mit dem Versuch, in Madrid eine größere Selbstständigkeit für die Insel zu erreichen. Die Delegation wurde in Madrid hingehalten und sollte schließlich nur noch einen Höflichkeitsbesuch beim Königshaus absolvieren, ohne ihre Forderungen vortragen zu können. Nach ihrer Rückkehr berichteten die Delegierten von der Aussichtslosigkeit in Bezug auf Reformen oder gar Autonomie. Die Folge war eine Stärkung der separatistischen Strömungen unter den Kubanern. Die Ausrufung der Republik Kuba durch Carlos Manuel de Cespedes im Grito de Yara (Kriegsruf von Yara) kann als unmittelbare Reaktion auf das Scheitern der Delegation gesehen werden.

Annexionismus

Im 19. Jahrhundert gab es sowohl auf kubanischer wie auf US-amerikanischer Seite Überlegungen Kuba an die USA anzuschließen.

  • auf kubanischer Seite ging dieses Interesse besonders von den Zuckerplantagen-Besitzern des Westens aus, die sich einerseits durch die Kolonialherrschaft Spaniens in ihren wirtschaftlichen Interessen eingeschränkt fühlten, andererseits aber Angst hatten, dass ihnen ohne eine militärische starke Schutzmacht (Spanien oder USA) das gleiche Schicksal blühen konnte wie einst den Plantagenbesitzern auf Haiti: die Machtübernahme durch die zahlenmäßig überlegenen Sklaven.
  • auf US-amerikanischer Seite waren es zunächst die Plantagenbesitzer der Südstaaten, die sich durch einen neuen Bundesstaat Kuba eine Stärkung ihrer Position innerhalb der USA erhofften. Nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg stieg zunehmend das wirtschaftliche Interesse der USA und das Interesse an der strategischen Bedeutung Kubas im Golf von Mexiko.

Seit 1842 gab es immer wieder militärische Invasionsversuche ohne offizielle Unterstützung der USA, die zu einer Angliederung Kubas an die USA führen sollten. Gaspar Cisneros Betancourt kann als der geistige Führer des kubanischen Annexionismus gesehen werden, Narciso López als Führer der militärischen Aktivitäten. Auf der anderen Seite standen die entschiedenen Befürworter eines souveränen kubanischen Nationalstaates wie José Antonio Saco und später José Martí.

Das Thema Annexionismus ist bis in die aktuelle Politik Kubas (2008) wirksam. Während die exilkubanischen Invasoren der Schweinebucht wie die meisten Exilkubaner in Florida sich deutlich als Annexionisten zu erkennen gaben, finden sich in der gegenwärtigen politischen Opposition in Kuba verschiedene Richtungen. Der Großteil der Dissidenten in der "Versammlung zur Förderung der kubanischen Zivilgesellschaft" (APSC, Marta Beatriz Roque) bekennt sich offen zu ihrer Unterstützung durch die US-amerikanische Regierung und die Exilorganisationen in Florida, während ein kleinerer Teil die Nähe zur US-amerikanischen Politik ablehnt. Hauptargument der kubanischen Regierung gegen die Mehrzahl der Dissidenten ist daher auch die „Verteidigung kubanischer Souveränität“ gegen den Annexionismus.

ab 1868: Unabhängigkeitskampf

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Kuba GeschichteKuba war die letzte große spanische Kolonie, die ihre Unabhängigkeit nach einem 30-jährigen Guerillakrieg gewann. Der Krieg der so genannten Mambises gegen Spanien begann 1868, nachdem alle Versuche des kubanischen Bürgertums, von Spanien größere Freiheiten, besonders im Außenhandel, zu erhalten, fehlgeschlagen waren. Der Unabhängigkeitskrieg lässt sich in drei Phasen einteilen:

Der lange Krieg (Guerra Larga) 1868-1878

Der Guerra Larga begann mit dem Ruf von Yara (Grito de Yara) und endete mit dem Frieden von Zanjón.

Im Oktober 1868 rief Carlos Manuel de Céspedes im Kriegsruf von Yara von der Ostprovinz (Oriente) aus das kubanische Volk zum Krieg gegen die spanische Kolonialmacht auf. Er ließ seine Sklaven frei und besetzte mit einer kleinen Armee die Stadt Bayamo. Als die spanischen Truppen Bayamo zurückerobern wollten, zündeten die Einwohner der Stadt ihre eigenen Häuser an und schlossen sich den Aufständischen an. Ein Gedicht, das dieses Ereignis feiert, wurde zur kubanischen Nationalhymne La Bayamesa. Innerhalb eines Monats wuchs die Revolutionsarmee von 147 auf über 12.000 Mann an, unter ihnen viele Sklaven.

Kurze Zeit später bildeten sich auch in Camagüey in Zentralkuba und Las Villas in Westkuba starke revolutionäre Militärverbände. Aufgrund des Widerstandes der Zuckerplantagenbesitzer unter dem Anführer der Reformisten Havannas, José Morales Lemus, blieb der geplante und strategisch entscheidende Angriff auf den Westen der Insel jedoch aus.

Das Parlament der "Republik in Waffen", wie sich die kubanische Untergrundbewegung nannte, bestand in ihrer politischen Führung zum größten Teil aus Großgrundbesitzern, die sich von einer Unabhängigkeit Kubas freien Handel mit den Ausland, besonders den USA, versprachen. Sie widersetzten sich stets der Forderung, den Krieg auch auf den kubanischen Westen auszudehnen, wo sich die großen Zuckerrohrfelder befanden, aus denen Spanien die notwendigen finanziellen Mittel für den Kampf gegen die Aufstandsbewegung schöpfte. Nach vielen Misserfolgen gelang es den Spaniern in einer politisch-militärischen Offensive die Aufstandsbewegung zu schwächen. 1878 kam es zum Frieden von Zanjón. Er gewährte den Kubanern und Kubanerinnen eine Vertretung in den spanischen Cortes und legte eine schrittweise Sklavenbefreiung fest, Kuba blieb jedoch ohne echte Autonomie.

Der kleine Krieg (Guerra Chiquita) 1878-1879

Der Guerra Chiquita begann mit dem Protest von Baragua und endete mit dem Exil Maceos.

Der stellvertretende Oberbefehlshaber der Revolutionsstreitkräfte Antonio Maceo weigerte sich, die Kapitulation anzuerkennen und erklärte die Fortsetzung des Kampfes um die Unabhängigkeit Kubas (Protesta de Baragua). 1879 musste jedoch auch er den Kampf einstellen und ging ins Exil nach Mexiko.

Der Unabhängigkeitskrieg (Guerra de Independencia) 1895-1898

Der Unabhängigkeitskrieg begann mit dem Kriegsruf von Baire (Grito de Baire) und endete mit der Besetzung Kubas durch die USA.

Zwischen 1879 und 1895 bereiteten sich kubanische Exilgruppen in den USA und Mexiko auf eine Rückkehr nach Kuba vor. Besonders aktiv bei der Organisierung war der Dichter, Journalist und Revolutionär José Martí, dem es schließlich gelang, die beiden ehemaligen Oberbefehlshaber der Revolutionsstreitkräfte, Máximo Gómez und Antonio Maceo, wieder an einen Tisch zu bringen. Im Manifest von Montechristi (Manifesto de Montechristi) wurden die Bedingungen für eine Wiederaufnahme des Kampfes festgelegt. 1895 landeten die Revolutionäre mit einem Schiff im Osten Kubas. José Martí, der keine militärische Erfahrung besaß, fiel in einer der ersten Schlachten mit der spanischen Kolonialarmee. Der spanische Ministerpräsident Antonio Cánovas del Castillo entsandte eine Armee von 200.000 Soldaten unter dem Generalkapitän Weyler auf die Insel. Seine drakonischen Methoden hatten zwar militärischen Erfolg, lösten aber weltweit Entrüstung aus, sodass Weyler 1897 zurückgerufen wurde. Ein eigenes Ministerium für Kuba entstand und die Insel erhielt weitgehende Autonomie. Die Kubaner forderten jedoch vollständige Unabhängigkeit. Spanien gelang es diesmal nicht, die Aufstandsbewegung aufzuhalten, zumal der Kampf von Anfang an über ganz Kuba, also auch den für Spanien wirtschaftlich besonders wichtigen Westen der Insel, ausgedehnt wurde. Als in Spanien bereits öffentlich über einen Rückzug aus Kuba gesprochen wurde, griffen die USA 1898 ein und provozierten den Spanisch-Amerikanischen Krieg. Historisch markiert dieses Datum den Eintritt der USA in den Kreis der imperialistischen Weltmächte. Statt seine Unabhängigkeit zu gewinnen, kam Kuba nun nach den Friedensverhandlungen zwischen Spanien und den USA in Paris, an denen die kubanische Unabhängigkeitsbewegung nicht teilnehmen durfte, unter die Herrschaft der USA, die erst 1902 eine Scheinrepublik erlaubten.

ab 1900

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Geschichte KubaWandern im Quadrat Kuba als Satellit der USA

Das Platt-Amendment

Die Verfassung Kubas von 1902 erhielt auf Druck der USA einen Zusatzartikel, das sogenannte Platt-Amendment, der den USA ein Recht auf militärisches Eingreifen zusicherte, falls sie ihre Interessen oder US-amerikanisches Eigentum auf Kuba in Gefahr sahen. Damit fehlte der neugegründeteten Republik Kuba die wichtigste Voraussetzung eines unabhängigen Staates: die Souveränität.

Im Platt Amendment sicherten sich die USA 1903 außerdem zwei Militärstützpunkte auf der Insel: Bahía Honda, das 1912 zurückgegeben wurde, und die Guantánamo-Bucht, die bis heute von US-amerikanischem Militär besetzt gehalten und seit dem Afghanistan-Krieg zur völkerrechtswidrigen Inhaftierung von Kriegsgefangenen verwendet wird.

Die Pseudo-Republik

Zwischen 1906 und 1919 intervenierten die USA mehrfach militärisch auf Kuba, um „US-amerikanisches Eigentum zu schützen“. Die Republik Kuba, die aufgrund des Platt-Amendments keine Souveränität besaß, wurde so zur Pseudo-Republik, in der die wichtigsten Entscheidungen von der US-amerikanischen Botschaft aus gefällt wurden, einschließlich der Entscheidung darüber, ob ein gewählter Präsident im Amt bleiben durfte. Die Korruption der Präsidenten und ihrer Regierungen war ein offenes Geheimnis, so wurde z.B. Alfredo Zayas der Spitzname Pesotero (Pfennigjäger) verliehen, weil er auch kleine Bestechungsbeträge nicht ausschlug.

Die Machado-Diktatur

1925 gelangte General Gerardo Machado Morales ins Präsidentenamt. In seine Wahl war von den US-amerikanischen Großunternehmen Rockefeller, Guggenheim und Morgan insgesamt eine Million Dollar investiert worden. Machado vertrat einen extrem nationalistischen Kurs, was ihm auch den Namen „tropischer Mussolini“ einbrachte. Vom ersten Tag seiner Präsidentschaft an verfolgte er politische Gegner, die er ermorden ließ oder ins Exil trieb, darunter auch sein Vorgänger. Bald entstand eine breite politische Bewegung von der bürgerlichen Oberschicht bis hin zur Arbeiterbewegung. Die Terrororganisation ABC, die sich hauptsächlich aus der bürgerlichen Jugend rekrutierte, verübte zahlreichen Anschläge auf Persönlichkeiten der Machado-Regierung, worauf Machado jeweils die mehrfache Zahl an politischen Häftlingen ermorden ließ. Unter Machado wurde die Garotte, das Würgeeisen, wieder zur Ausführung der Todesstrafe eingeführt. Ein 44-facher Mörder wurde Chef der Militärpolizei, Schwerverbrecher wurden im Gefängnis bewaffnet, um 70 politische Häftlinge umzubringen. 1929 veranstaltete Machado eine Scheinwahl, deren einziger Kandidat er selber war. Die Hoffnungen in der Bevölkerung, den Diktator durch Abwahl los zu werden zerschlugen sich, und der Widerstand wuchs.

1933 wurde der Diktator Machado von einer breiten Volksbewegung gestürzt. Neuer Machthaber wurde der Sergeant Fulgencio Batista Zaldívar, der als »Führer der Revolution« von 1933 bis 1939 zum Oberbefehlshaber der Armee wurde. In dieser Funktion beeinflusste er die Regierungsgeschäfte entscheidend. So setzte er den Präsidenten Grau San Martín ab, und Carlos Mendieta Montefur als neuen Präsidenten ein; das Ganze gestützt auf die kubanische Armee und die immer präsente Interventionsdrohung der USA, repräsentiert durch den US-Botschafter.

Die Herrschaft Batistas

Von 1940 bis 1944 war Batista Präsident Kubas. 1944 wurde er als Präsident von Carlos Prío Socarrás abgelöst, blieb aber im Hintergrund als Armeechef der eigentliche Machthaber. Als deutlich wurde, dass die korrupte Regierung von Prío Socarrás die Wahlen des Jahres 1952 gegen die Partido del Pueblo Cubano (Ortodoxo) verlieren würde, unternahm Batista einen Militärputsch. Damit wurde er zum Diktator und errichtete ein korruptes Regime, unter dem es zur Abschaffung der Verfassung und zur massiven Unterdrückung der Opposition kam.

Fidel Castro, ein junger Rechtsanwalt und Mitglied der Orthodoxen Partei von Chibás, klagte Batista wegen seines Militärputsches vor dem Obersten Gerichtshof an. Nachdem die Klage zurückgewiesen wurde, erklärte Castro, dass nun das in der Verfassung von 1940 verankerte Widerstandsrecht nach Ausschöpfung aller legalen Mittel in Kraft getreten sei, und bereitete den gewaltsamen Sturz Batistas vor.

Wandern im Quadrat Die Kubanische Revolution 1953-1959

Am 26. Juli 1953 verübte eine Guerillatruppe unter der Führung des Rechtsanwalts Fidel Castro Ruz (*1926) einen Angriff auf die Moncada-Kaserne von Santiago de Cuba, der allerdings fehlschlug. Dies war der Beginn der Revolution unter Führung der Bewegung des 26. Juli (M-26-7). Die Ziele der Bewegung waren Sozialreformen, Demokratie und die Wiederherstellung der Verfassung von 1940. Nachdem Castro einige Jahre im Gefängnis verbrachte, ging er ins Exil (zunächst in die USA, später Mexiko). Er kehrte 1956 mit ca 140 Guerilla-Kämpfern zurück.

Am 1. Januar 1959 eroberten Castros Revolutionäre die Hauptstadt Havanna, woraufhin Batista ins Exil floh. Fidel Castro übernahm das Amt des Ministerpräsidenten.

Wandern im Quadrat Kuba nach der Revolution

Im Mai 1959 kam es zur Einführung einer Land- und Agrarreform, die unter anderem die Beseitigung des privaten Großgrundbesitzes, Bildung von Kooperativen und staatlichen Betrieben und das Verbot von Landbesitz für Ausländer vorsah. Im Juli wurde Osvaldo Dórticos Torrado (*1919, † 1983) Präsident der Republik. Castro blieb Regierungschef.

1960 verhängten die USA über Kuba ein partielles Handelsembargo, dem sich als zweites Land nach den USA die Bundesrepublik Deutschland und später nahezu alle westlichen Staaten anschlossen, und das schließlich zu einem völligen Handelsboykott ausgedehnt wurde.

Schweinebucht-Invasion

Im April 1961 scheiterten von Guatemala aus eindringende Exilkubaner bei einem Angriff in der »Schweinebucht«. Kuba suchte Hilfe bei den sozialistischen Staaten. Im Dezember 1961 fand die Proklamation der Sozialistischen Republik auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus statt. Im Februar des darauf folgenden Jahres verhängten die USA ein totales Embargo auf alle Einfuhren aus Kuba.

Kuba-Krise (Oktober-Krise)

Nach dem Scheitern der Schweinebucht-Invasion gab es in den Präsidenten-Beratungen unter Kennedy, die inzwischen nicht mehr der Geheimhaltung unterliegen, Überlegungen, Kuba noch einmal anzugreifen, diesmal aber unter direktem Einsatz von US-Truppen. Was fehlte, war ein brauchbarer Vorwand um den völkerrechtswidrigen Angriff auf Kuba zu rechtfertigen. Nach der Schweinebucht-Invasion wurden von der UdSSR Atomraketen auf Kuba stationiert. Da die USA an der türkisch-sowjetischen Grenze ebenfalls Atomraketen stationiert hatte, sah die Sowjetunion in diesem Schritt ein „Gleichziehen“ im Sinne der Abschreckungsdoktrin des Kalten Krieges. Die Entdeckung sowjetischer Raketenbasen auf Kuba im September 1962 schien nach langer Beratung der gesuchte Anlass für einen Angriff auf Kuba zu sein. Im Oktober 1962 errichteten die USA eine totale Blockade über Kuba und bedrohten sowjetische Handelsschiffe mit Warnschüssen. Der Atomkrieg zwischen den USA und der Sowjetunion schien greifbar nahe. Nach Geheimverhandlungen zum Abbau amerikanischer Atomraketen in der Türkei stimmten die Sowjets zu, auch die Raketenbasen auf Kuba abzubauen. Außerdem mussten die USA zusichern, keine weiteren Angriffe auf Kuba vorzubereiten. In der Öffentlichkeit war von diesem Geheimabkommen jedoch nichts bekannt, so dass die US-Regierung unter Kennedy als Sieger gestärkt aus der Oktober-Krise hervorging.

Das sozialistische Kuba

1960: Zur Abwehr von terroristischen Anschlägen auf Kinos, Kaufhäuser und Wohnviertel werden die Comites de Defensa de la Revolucion (Komitees zur Verteidigung der Revolution) gegründet, die heute etwa 8 Mio. Mitglieder umfassen.

Im Juli 1964 wird Kuba auf Druck der USA aus der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) ausgeschlossen. Alle lateinamerikanischen Staaten, mit Ausnahme Mexikos, brechen ihre diplomatischen Beziehungen zu Kuba ab.

Im Juli 1972 tritt Kuba der COMECON, der Wirtschaftsorganisation der Ostblockstaaten, bei.

1973 unterstützen kubanische Truppen in kleinem Umfang die arabischen Armeen von Ägypten und Syrien bei ihrem Angriff auf Israel im Jom-Kippur-Krieg.

Im Juli 1975 beendet die OAS die Sanktionen gegen Kuba.

Ab November 1975: Kubanische Truppen unterstützen in Angola die kommunistische MPLA-Regierung gegen den Einmarsch von Truppen des südafrikanischen Apartheid-Regimes und im Kampf gegen die FNLA- und UNITA-Rebellen.

1976 wird in Kuba eine neue Verfassung in Kraft gesetzt. Im Dezember übernimmt Fidel Castro neben seinem Amt als Ministerpräsidenten auch das des Präsidenten der Republik.

1978 unterstützt Kuba Äthiopien im Kampf gegen Somalia um das Ogaden-Gebiet.

Oktober 1983 besetzen US-Streitkräfte sechs Tage nach dem Mord am grenadischen Premierminister die Karibik-Insel Grenada (ein britisches Übersee-Dominion) und nehmen nach der Invasion die meist im Flughafenbau tätigen Kubaner gefangen.

1989 beendet Kuba sein Militärengagement in Angola (50.000 Soldaten) in einer trilateralen Verhandlungslösung mit Angola und Südafrika .

Wandern im Quadrat Kuba nach Ende des Kalten Krieges

Die Implosion des Ostblocks löst eine katastrophale Wirtschaftskrise mit erheblichen Versorgungsengpässen aus, da die Wirtschaftshilfe und die - für Kuba sehr günstigen - Handelsbeziehungen zu den ehemaligen Verbündeten wegbrechen.

1992: weitere Verschärfung des Handels-Embargo zur totalen Blockade durch das Inkrafttreten des Torricelli Act.

Juni 1993 verlassen die letzten russischen Militärtechniker Kuba.

August 1994 kommt es in Havanna zu Demonstrationen von Kubanern, die von der US-Interessenvertretung kein Visum für die USA erhalten hatten. Als Folge wies Castro die Aufhebung der Küstenüberwachung an und löste damit die größte Massenflucht aus Kuba aus.

März 1995 tritt Kuba dem Vertrag von Tlatelolco bei, der die Verbreitung von Atomwaffen in Lateinamerika untersagt.

Februar 1996 schiesst die kubanische Luftwaffe zwei zivile, amerikanische Flugzeuge der "Brothers to the Rescue" (eine exilkubanische Vereinigung in Miami) nach einer Luftraumverletzung und mehrmaliger Warnung ab. Als Folge davon wurde in den USA der Torricelli Act durch den Helms-Burton Act weiter verschärft.

Während die Wirtschaftskrise, von der vor allem Landwirtschaft und Industrie betroffen sind, erlebt der Tourismus einen großen Aufschwung.

ab 2000

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Mai 2005

... gründen Kuba und Venezuela die ALBA, die Bolivarianische Alternative zur ALCA, der US-dominierten Wirtschaftsgemeinschaft. Während Venezuela von Kuba Unterstützung beim Aufbau seines Gesundheits- und Erziehungswesens unterhält, beteiligt sich Venezuela beim Aufbau der kubanischen Wirtschaft.

Juli 2006

... wird Fidel Castro in einem Krankenhaus in Havanna einer „komplizierten Magen-Darm-Operation“ unterzogen, nachdem es zu einer Darmblutung als „Folge von Stress und Überarbeitung“ gekommen sei. Seine Ämter gibt er verfassungsgemäß und vorübergehend an seinen 75-jährigen Bruder Raúl Castro ab, der erster Vizepräsident der Regierung, zweiter Sekretär der Kommunistischen Partei und Oberkommandant der Streitkräfte ist. Presseberichten zufolge scheint die Bevölkerung Kubas betroffen zu reagieren, während viele Exilkubaner in den Straßen „Little Havannas“ in Miami feiern.

August 2006:

Der US-amerikanische Präsident George W. Bush sichert den Kubanern in einer seiner letzten Amtshandlungen die „volle und bedingungslose Unterstützung der USA“ für den Fall einer Demokratisierung an. Die Machtübernahme Raúl Castros konnte er dadurch nicht verhindern.

März 2016:

Obama besucht als erster US-Präsident nach der Revolution Kuba und setzt sich für eine Abschaffung des Embargos ein.

Literatur und Links zur Geschichte Kubas

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Geschichte KubaKleine Geschichte Kubas (Beck'sche Reihe)

Kolonialgeschichte:

Kuba 1492-1902. Kolonialgeschichte und Unabhängigkeitskriege (KURSUS)

Während und nach der Revolution:

Frank Niess: Che Guevara. Rowolth. 2003. Handliche Biographie auf 150 Seiten, gut zu lesen.

Susanne Gratius: Fidel Castro (gebraucht bei Amazon). Biographie, vergriffen. Sehr kurz, was für den Überblick.

Albrecht Hagemann: Fidel Castro. Biographie. Umfangreicher. Mit Einordnung in die historischen und politischen Zusammenhänge. Interessante Querverweise und Zusatzinformationen. Geschichtliche Zeittafel.

Frank Nies: Fidel Castro. Rowolth. Handliche Biographie auf 150 Seiten, gut zu lesen.

Die Kubanische Revolution (Basiswissen Politik / Geschichte / Ökonomie)

Kuba im 21. Jahrhundert: Revolution und Reform auf der Insel der Extreme (Rotbuch)

Die Kubanische Revolution 1959 von Martina Kaller-Dietrich und David Mayer, Institut für Geschichte der Universität Wien.

Die Kubakrise 1962: Dreizehn Tage am atomaren Abgrund  

Die Kuba-Krise: Die Welt an der Schwelle zum Atomkrieg (Beck'sche Reihe)

Kuba unter Castro: Fidel, Che, die Revolution und ich

Kuba - Die Welten zwischen "Libreta" und "Cuc": Bedeutende wirtschaftliche und soziale Entwicklungen auf Kuba bis heute  

Kuba im Umbruch. Von Fidel zu Raúl Castro  

Fotobücher zur Geschichte Kubas:

Das neue Kuba in Bildern der Nachrichtenagentur Prensa Latina 1959/1969  

Kuba. Bilder einer Revolution  

Wandern im Quadrat Links:

Granma.cu: Onlineausgabe der Parteizeitung Kubas