Trekking Ultralight: Gewicht und Volumen einsparen

Seidentextilien, Daunenweste, Tarp: 3 Tricks um beim Trekking Gepäck-Gewicht und -Volumen zu sparen.

Der Rucksack - so leicht wie möglich

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Allgemeines & Spezielles

Trekking im Ultralight-Stil ist mehr als ein Trend, es ist sogar ein Wesensmerkmal des Trekking. Wer mehrere Tage oder Wochen zu Fuß unterwegs ist, spürt jedes im Rucksack eingesparte Gramm, besonders in anspruchsvollem Gelände und auf langen Etappen. Weniger Gepäck-Gewicht bedeutet nicht nur mehr Komfort, sondern oft auch mehr Sicherheit, da die körperliche Belastung sinkt, gesundheitliche Schäden vermieden werden und Reserven für kritische Situationen bleiben.

Entscheidend ist dabei nicht der Verzicht um jeden Preis, sondern ein durchdachtes System aus vielseitig verwendbarer Ausrüstung. Drei bewährte Tipps zeigen exemplarisch, wie sich das Rucksackgewicht deutlich reduzieren lässt, ohne auf grundlegende Funktionen zu verzichten.

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Seide: klein und leicht

Ein zentraler Hebel liegt bei Textilien, die mehrere Aufgaben erfüllen und zugleich extrem leicht sind. Trekkingkleidung ernährt eine ganze Industrie und unter den Produkten findet man eine Menge sinnvoller Dinge. Manchmal gibt es aber auch Tipps, von denen in den Ausrüster-Katalogen keine Rede ist.

Die sehr stabile, kaum Volumen benötigende und extrem leichte Seide spielt hier eine besondere Rolle. Ein Seidenkissenbezug wiegt nur wenige Gramm und kann auf Trekkingtouren weit mehr sein als ein Luxusartikel. Er lässt sich mit Kleidung füllen und ersetzt so einen Packsack. Mit der u.g. Daunenweste gefüllt bekommt man ein sehr bequemes Kopfkissen. Das ermöglicht erholsamen Schlaf und verbessert gleichzeitig die Schlafhygiene, da Seide sich leicht waschen lässt und schnell trocknet.

Der Rucksack - je leichter desto besser

Ähnlich verhält es sich mit Hemden aus Seide. Sie sind leicht, winddicht, temperaturausgleichend und können sowohl tagsüber beim Wandern als auch abends auf der Hütte oder im Camp getragen werden. Durch ihre geringe Geruchsanfälligkeit und das kleine Packmaß lassen sich Wechselkleidung und damit Gewicht reduzieren. Und wenn es tagsüber wärmer wird und man das Seidenhemd nicht braucht, passt es zusammengeknüllt sogar in die Hosentasche.

Besonders relevant im Hüttentrekking oder auf gemischten Touren sind Hüttenschlafsäcke aus Seide. Im Vergleich zu Modellen aus Baumwolle oder Mischgeweben sparen sie erheblich Gewicht und Volumen. Gleichzeitig erfüllen sie die hygienischen Anforderungen der Hütten und können bei warmen Temperaturen als eigenständige Schlaflösung dienen. Wenn der Schlafsack mal gewaschen wird, ist er in nullkommanix wieder trocken.

Wer einen Seiden-Hüttenschlafsack mit einem leichten gefütterten Schlafsack kombiniert, kann das System flexibel an unterschiedliche Bedingungen anpassen und vermeidet die Mitnahme unnötig schwerer Ausrüstung.

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Daunenweste: Vielseitig einsetzbar

Ein weiterer Klassiker im Ultralight-Trekking ist die Daunenweste. Auf den ersten Blick scheint sie eher ein optionales Kleidungsstück zu sein, tatsächlich ist sie aber eines der vielseitigsten Ausrüstungsteile überhaupt. Sie hält den Körperkern warm und aufgrund ihres hervorragenden Wärme-Gewichts-Verhältnisses ersetzt sie oft einen schweren Fleece oder eine zusätzliche Isolationsschicht. Und wenn man sie nicht braucht, nimmt sie nur wenig Platz im Rucksack weg.

Doch der Nutzen der Daunenweste endet nicht beim Wärmen des Oberkörpers. In Pausen kann sie schnell übergezogen werden, um Auskühlung zu verhindern, ohne dass man den Rucksack komplett aufmachen und weitere Kleidung hervorkramen muss.

Auch nachts lässt sich eine Daunenweste kreativ einsetzen. Gefaltet und in einen Beutel oder (Seiden-)Kissenbezug gesteckt, wird sie zu einem überraschend komfortablen Kopfkissen.

Alternativ kann sie gezielt dort eingesetzt werden, wo Schlafsäcke oft Schwächen zeigen, etwa im Lenden- und Hüftbereich. Dazu schließt man den Reißverschluss der Jacke, dreht das Obere nach unten und zieht sie an wie eine Hose, die Beine durch die Armlöcher. Der größte Teil der Jacke bedeckt dann den empfindlichen Lenden- und Hüftbereich bis zum Oberkörper. Gerade bei kühlen Nächten oder minimalistisch ausgelegten Schlafsystemen sorgt die zusätzliche Isolierung für deutlich mehr Wärme und Schlafkomfort. Diese Mehrfachnutzung macht es möglich, den Schlafsack leichter zu wählen oder auf andere Ausrüstungsgegenstände zu verzichten und so das Gesamtgewicht weiter zu senken, ohne Einbußen bei Wärme oder Schlafqualität hinnehmen zu müssen.

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Tarp statt Zelt?

Das größte Einsparpotenzial liegt häufig beim nächtlichen Wetterschutz, konkret bei der Entscheidung zwischen Zelt und Tarp. Ein Tarp ist eine Plane mit Ösen, um sie z.B. zwischen Bäumen zu verzurren. Heute gibt es sie aus sehr leichtem Kunststoffgewebe, das auch wasserdicht imprägniert werden kann.

Ein klassisches Trekkingzelt bietet rundum Schutz, ist jedoch meist einer der schwersten Einzelposten im Rucksack. Selbst leichte Zwei-Personen-Zelte bringen oft deutlich über 1,5 Kilogramm auf die Waage. Ein Tarp oder eine einfache Plane hingegen kann je nach Material und Größe nur wenige hundert Gramm wiegen. Der Gewichtsvorteil ist also erheblich.

Das Tarp ersetzt ein Zelt

Wer bereit ist, sich intensiver mit Standortwahl, Aufbau und Wetterbedingungen auseinanderzusetzen, kann mit einem Tarp sehr gewichtssparend unterwegs sein. Es lässt sich flexibel aufbauen, passt sich dem Gelände an und bietet ausreichend Schutz vor Regen und Wind. Man kann darunter sogar ein kleines Feuer machen. Nur bei starkem Wind ist das Tarp nicht optimal, wenn man keinen geschützten Platz findet.

In Kombination mit einem Biwaksack oder einem leichten Innenzelt lässt sich der Schutz weiter erhöhen, ohne das Gewicht eines vollwertigen Zeltes zu erreichen. Zudem reduziert sich das Packvolumen spürbar, was den Rucksack nicht nur leichter, sondern auch kleiner macht.

Ein Tarp erfordert etwas Erfahrung und die Bereitschaft, sich stärker mit den natürlichen Gegebenheiten auseinanderzusetzen. Der Gewinn an Gewicht geht also mit einem höheren Anspruch an Planung und Können einher, was für viele Ultralight-Trekker jedoch Teil der Motivation ist.

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Fazit

Zusammenfassend zeigt sich, dass Gewichtseinsparung beim Trekking weniger mit radikalem Verzicht als mit intelligenter Auswahl und Mehrfachnutzung von Ausrüstung zu tun hat. Seidentextilien, eine vielseitig eingesetzte Daunenweste und der bewusste Verzicht auf ein schweres Zelt zugunsten eines Tarps sind drei konkrete Beispiele, wie sich das Rucksackgewicht deutlich reduzieren lässt.

Wer diese Prinzipien konsequent umsetzt, gewinnt nicht nur Leichtigkeit im wörtlichen Sinn, sondern auch mehr Genuss, Bewegungsfreiheit, Sicherheit und Flexibilität auf der Trekking-Tour.

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