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GESCHICHTE KANARISCHE INSELN
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Von den Guanchen bis zur Autonomie: Die Geschichte der Kanaren.

 

La PalmaTeneriffa

Geschichte der Kanarischen Inseln: Schwerpunkt La Palma
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2000 v.C. erste Besiedelung aus Nordafrika.

ab 1100 v.C. Phönizier entdecken die Inseln

ab 500 v.C.: Einwanderung in mehreren Wellen aus dem heutigen Marokko.

  • Damals gab es unter den eingewanderten Berbern auch viele große blonde Menschen.
  • Jungsteinzeitliche Gesellschaft: Wohnhöhlen, Schafe, Ziegen, Hunde. Meerestiere, Gofio aus Farnwurzel. Keramik ohne Töpferscheibe. Frauen gleichberechtigt, auch als Kriegerinnen und Priesterinnen.
  • Der Begriff Guanchen, eigentlich nur der Namer der Ureinwohner Teneriffas, bürgert sich für alle Inseln ein.
  • Guanchen wurden versklavt und assimiliert.
  • Heute werden Sie oft idealisiert und romantisiert.

25 v.C.: Expedition des König Juba, ein römischer Vasalla aus Nordafrika. Sie erforscht und benennt die Inseln.

2. Jh. n.C.: Ptolemäus erstellt eine Karte, auf der erstmalig auch die westlichen Kanarischen Inseln benannt und eingezeichnet sind. Er hielt diese für den Rand der Welt und legte hier den Nullmeridian seines Kordinatensystems fest.

4. Jh. n.C.: Das Römische Reich zerfällt, die Kanaren werden vergessen.

1336: Lancelotto Malocello, ein für Portugal tätiger Genueser, betritt Lanzarote. Die Insel wird nach ihm benannt und taucht 1339 erstmalig wieder auf einer europäischen Landkarte auf.

Ab 1341: Portugal, Kastilien und Aragon streiten sich um die Kanaren. Militärische Expeditionen versklaven die Ureinwohner.

1344: Der Papst beansprucht das Recht auf die Kanaren und vergibt sie an einen seiner kastilischen Gefolgsleute.

1351: Erste Missionare auf den Kanaren.

1402 Jean de Béthencourt, ein Normanne im Dienste Kastiliens, erobert Lanzarote, anschließend auch Fuerteventura und El Hierro. Er bekommt den Titel "König der Kanaren".

1405 Eroberungsversuch La Palmas durch Béthencourt scheitert.

Nach 1418: Die Inseln wechseln durch Tausch und Verkauf mehrfach den Besitzer, zeitweise waren sie in der Hand Portugals. Viele Gebiete (Gran Canaria, La Palma, Teneriffa) sind noch in der Hand der Ureinwohner.

1447: Vergeblicher Versuch der Eroberung von La Palma.

1474: Isabella von Kastilien und Fernando de Aragon heiraten und vereinen Ihre Königreiche.

1479: Der Papst teilt den Atlantik zwischen Spanien und Portugal auf. Die Kanaren kommen zu Spanien, die anderen Atlantikinseln und Westafrika zu Portugal.

1483: Gran Canaria wird erobert.

1492: Alonso de Lugo erobert mit 900 Mann La Palma.

  • Die Bevölkerung wird versklavt, das spanischeFeudalsystem eingeführt.
  • Santa Cruz de la Palma wird Sitz der Handelskammer Sevilla. Die Schiffe aus der neuen Welt werden hier abgefertigt.
  • Santa Cruz ist einer der bedeutendsten Häfen der Welt und die Stadt nach Sevilla und Antwerpen der wichtigste Hafen Spaniens.

Hausmusik Kanaren1496: Alonso de Lugo erobert Teneriffa.

1496 Alonso de Lugo wird Gouverneur auf Teneriffa und La Palma und legt Zuckerrohrplantagen an.

  • Zuerst Zucker, später Wein, Tabak, Seide werden Exportprodukte.
  • Zuckerrohrplantagen werden mit einheimischen Sklaven bewirtschaftet.
  • Flämische Kaufleute, im Habsburger Reich zu Spanien gehörend, finanzieren oft die Rodung, Schaffung von Monokulturen und den Betrieb.
  • Durch die billigere Konkurrenz in der Karibik wird der Zuckeranbau bald unrentabel.

1508: Santa Cruz de La Palma erhält das Recht, direkt mit der Neuen Welt Handel zu treiben. Das darf sonst nur noch Sevilla und Antwerpen. Palmerischer Zucker wird gegen Gewürze gehandelt.

1510 werden die Zuckerrohrplantagen La Palmas erst an die Welser (Augsburger Händler), später an die deutschen Kaufleute Grünberg (Monteverde) verkauft.

1500-1600 viele Piratenüberfälle auf Hafenstädte:

  • z.B. 1553 brandschatzt Le Clerq (Holzbein) Sta. Cruz de la Palma.
  • Viele Festungen gegen die Freibeuter werden gebaut.
  • 1585 versucht Drake den Überfall auf Sta. Cruz de la Palma, wird aber abgewehrt.

1550: Der Zuckerrohranbau verlagert sich in die Karibik. Wein wird als Exportgut immer wichtiger, besonders nach England wird er verkauft.

1610: Der Amerikahandel wird immer mehr in Sevilla konzentriert, der Handel der Kanaren wird eingeschränkt.

1657 wird der Inspektor der Handelskammer Sevilla von La Palma nach Teneriffa versetzt, wirtschaftlicher Niedergang La Palmas nach einer durch den Amerikahandel gestützten Blütezeit.

1665 englische Monopolgesellschaft für kanarischen Wein

  • Der Weinanbau brachte besonders auf den südlichen Vulkanhängen La Palmas großen Erfolg. Die Malvasier-Traube war dabei besonders beliebt.
  • Ende des 17. Jh. brachten die Konflikte zwischen England und Spanien um die Herrschaft über die Weltmeere den Weinexport in eine Krise.
  • Im 19. Jahrhundert zerstörte der Mehltau die Weinplantagen. Das führte zu Auswanderungswellen, besonders nach Kuba und Venezuela.

nach 1700: Nach Aufständen auf der Tabakinsel Kuba begannen die Palmeros mit dem Tabakanbau. Der brach aber bald wieder zusammen, als der spanische Hof den Tabakanbau wieder auf Kuba monopolisierte.

Das globale Machtzentrum verschiebt im 18. Jh. sich von Spanien/Portugal in den Nordseeraum (England, Holland, später Frankreich). In wirtschaftlichen Krisen immer wieder Auswanderungswellen nach Lateinamerika.

1773 erste Gemeinderatswahlen Spaniens in Santa Cruz de La Palma

1778: Der Amerikahandel wird wieder allen spanischen Städten erlaubt. Es profitieren aber nur die Regionen, die attraktive Güter liefern können.

Der Schiffbau und der Anbau von Cochinillas (Schildläuse, die roten Farbstoff produzieren) gab der Wirtschaft La Palmas anfangs neue Impulse. Letzteres harmonierte gut mit der Seidenproduktion, brach aber schon 1880 wieder zusammen, da künstliche Farbstoffe entwickelt wurden.

1852 Kanaren werden Freihandelszone und damit internationaler Umschlagplatz. Das verstärkt den wirtschaftlichen Einfluss der Engländer, die die Kanaren als Zwischenstation auf dem Weg in ihre westafrikanischen Kolonien nutzen.

1880 Bananen werden von den Engländern auf La Palma eingeführt.

1898: Nach Zusammenbruch des spanischen Kolonialreiches versuchen Deutschland, Frankreich und Belgien vergeblich, die Kanaren zu kaufen.

1912 Inselregierungen (Cabildos Insulares) werden eingeführt

1914-18: Der U-Boot-Krieg führt zur Isolation der Kanaren.

Nach 1918:

  • Der Einfluss der Engländer schwindet.
  • Spanien investiert in Infrastruktur wie Straßen und Bewässerung.
  • Der Bananenpreis verfällt durch die Konkurrenz aus Mittelamerika.

1927 Kanaren werden in zwei Provinzen aufgeteilt (Las Palmas de Gran Canaria und Santa Cruz de Tenerife)

1936 der nach Teneriffa strafversetzte General Franco putscht gegen die gewählte Republikanische Regierung (> Geschichte Spaniens)

nach 1960: Tourismus

  • Die Kanaren öffnen sich massiv dem Tourismus, vor allem Teneriffa und Gran Canaria.
  • Kleinere Inseln wie La Palma entwickeln den Tourismus langsamer und schonender.

1971: Jüngster Vulkanausbruch auf La Palma (Teneguía).

1976: Tod Francos führt zu Monarchie und Demokratie (> Geschichte Spaniens)

1978 und 1982 wird aus den 2 Provinzen die Autonome Region Canarias

1986 mit EU-Eintritt Sonderstatus der Kanaren, der danach schrittweise abgebaut wird. Intensive Investitionen durch die EU (Straßen, Sernwarte).

Ab 1996: Durch massive Förderung der Immobilienwirtschaft verbessert sich die wirtschaftliche Situation in ganz Spanien (vorübergehend). Hohe Wachstumsraten und viele Arbeitsplätze entstehen in dem künstlich aufgeblähten Sektor.

2003:

  • La Palma wird UNESCO-Biosphärenreservat.
  • In Los Cancajos (bei Sta. Cruz de La Palma) entsteht ein Touristenort mit 1000 Betten.

2008 - 2015: Die Finanzkrise lässt die Immobilienblase platzen. Die Arbeitslosigkeit steigt auf 30%, Löhne sinken, Sozialausgaben werden gekürzt.

2015 La Palma: PSOE wird stärkste Partei und bildet mit PP eine große Koalition. Podemos erreicht mit knapp über 5 % den Sprung ins Parlament.