Wie wird Laufen zum guten Training für Bergsportler?

Ist Joggen bzw. Laufen ein gutes Training für Bergwandern, Bergsteigen und Trekking? Ja und Nein ... auf das "Wie" kommt es an!

Laufen auf steinigen Pfaden

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Allgemeines & Spezielles

Jogging, Running, Laufen … egal wie man es nennt, es ist eine der beliebtesten Trainings-Sportarten, die es gibt. Und in der Tat hat das Joggen viele Vorteile. Vor allem ist der Einstieg besonders leicht. Man braucht nichts als ein paar Laufschuhe und schon geht es los. Oder man trägt vielleicht sowieso im Alltag schon Modelle wie z.B. Hoka Schuhe - Laufschuhe, die viele auch als Freizeitschuh nutzen. Dann kann man gleich von der Arbeit nach hause joggen oder aus dem Bus ein paar Stationen früher aussteigen und losrennen.

Und es ist unbestritten, dass man sich damit viel Gutes tun kann. Denn Laufen oder Joggen - vor allem, wenn es regelmäßig betrieben wird - verbessert die allgemeine Kondition und das Herz-Kreislauf-System. 

Hier stellen wir uns aber insbesondere die Frage, wie gut Laufen oder Joggen eigentlich als Training für Trekkingfreunde, Bergwanderer oder Bergsteiger funktioniert, denn neben dem Training des Herz-Kreislauf-Systems werden auf der Bergtour jede Menge andere Skills benötigt. Die kann man zum Teil auch durch das Laufen erwerben, man muss es nur zielgerichtet tun und dabei ein paar Dinge beachten. Denn das normale Joggen im Stadtpark oder auf Feldwegen, das die meisten als regelmäßige Laufrunde absolvieren, hilft nur bedingt für Fitness und Sicherheit auf der nächsten Bergtour.

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Geringer Trainings-Effekt ist besser als Nichts, aber ...

Wer regelmäßig joggt, hat eine deutlich bessere Kondition als jemand, der gar keinen Ausdauersport macht. Soweit, so banal. Aber was trainiert man eigentlich, wenn man in der Ebene auf befestigten Wegen läuft? Die Herz-Kreislauf-Ausdauer, die allgemeine Beinmuskulatur, die Energieeffizienz bei längerer Belastung, die Grundlagenausdauer und den Fettstoffwechsel.

Laufen auf der Straße

Dies sind alles Grundlagen für die allgemeine Fittness und auch für die Berge sehr hilfreich. Aber es bleiben jade Menge Fähigkeiten, die man in den bergen braucht, aber durch das Joggen in der Ebene nicht trainiert.

So wurde ich von einem meiner Gäste mal gefragt, was er denn noch machen sollte. "Ich jogge doch schon jeden zweiten Tag eine Stunde, und fühle mich in den Bergen trotzdem nur mäßig fit." In diesem speziellen Fall fehlte es vor allem an der Beinkraft und der Trittsicherheit, um anspruchsvollere Bergtouren gut bewältigen zu können.

Daher schauen wir mal auf die Fähigkeiten, die das normale Laufen nicht trainiert. Das wären vor allem die Beinkraft, die Koordination, das Gleichgewichtsgefühl und damit die Trittsicherheit.

Die Beinkraft braucht man im Gebirge zum Aufsteigen und zum Absteigen. Die Waden, die Oberschenkelvorderseite und die Gesäßmuskulatur werden hier besonders gefordert. Da man beim Laufen auf ebenem Gelände aber mit fast gestreckten Beinen unterwegs ist, werden diese Muskalpartien dabei kaum trainiert. Das gleiche gilt für die Belastung beim Absteigen, wobei der Oberschenkel die meiste Bremsarbeit zu erledigen hat. Wenn man also nur in der Ebene läuft, sollte man seinen Alltagssport durch gezieltes Krafttraining ergänzen. Das Steigen bietet sich dafür an, z.B. auf langen Treppen, die man immer wieder rauf und runter steigt - oder zur Not auch auf einem Stepper.

Genauso wichtig - oder auf ausgesetzten Bergpfaden und im weglosen Gelände noch wichtiger - sind Gleichgewichtsgefühl und Trittsicherheit. Denn wenn es hier hapert, kann man in den Bergen weder sicher, noch kraftsparend unterwegs sein. Vielleicht habt Ihr schon erlebt, wie groß der Unterschied ist, ob man auf befestigten Wegen oder auf Geröll, rutschigen Steinen, nassen Wurzeln oder ähnlichem Geläuf unterwegs ist. Die Sicherheit, die man hier braucht, kann man auf befestigten ebenen Flächen nicht trainieren.

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Laufen als perfektes Training für die Berge

Aber wie kann man sich über das Laufen, Joggen oder Running doch die Fähigkeiten antrainieren, die man in den Bergen braucht? Geht das überhaupt?

Ja, das geht. Sogar sehr gut. Dazu muss man nur runter von der befestigten Piste und rein ins Gelände. Wer in den Bergen sicher auf felsigen und wurzeligen Pfaden unterwegs sein will, der sollte auch auf Wurzelpfaden oder querfeldein laufen. Probiert das mal aus - Ihr werden schnell merken, dass das deutlich anstrengender ist und plötzlich viel mehr Konzentration und ganz andere Muskeln gefordert werden. Dazu sollten Eure Schuhe aber nicht einfache Laufschuhe sein. Hier kommen Trailrunning-Schuhe mit dem entsprechenden Halt und einem guten Profil zum Einsatz.

Laufen auf Wurzelpfaden

Ein gutes Gleichgewichtsgefühl ist die Grundlage für die Trittsicherheit im Gebirge. Daran sind diverse Organe beteiligt. Neben dem eigentlichen Gleichgewichtsorgan im Ohr helfen dabei auch die Augen und die Fußsohlen. Um das Gleichgewichtsgefühl in die richtigen ausgleichenden Bewegungen und damit in Trittsicherheit umzusetzen, braucht es eine dafür trainierte Muskulatur im Rumpf und in den Beinen. Und die trainiere ich sehr gut beim querfeldein Laufen.

Ein zweiter Punkt ist die Beinkraft für Aufstiege und Abstiege. Die trainiere ich, indem ich bewusst Steigungen und Gefällstrecken laufe. Zusätzlich - und im Flachland vielleicht auch statt dessen - suche ich mir große Freitreppen, auch denen ich aufsteige und absteige - oder bei entsprechender Fitness auch rauf und runter laufe. Und das nicht nur einmal, sondern immer wieder.

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Fazit

Einfaches Joggen oder Laufen in der Ebene auf befestigten Wegen trainiert nur einen kleinen Teil der Fähigkeiten, die ich auf Bergtouren oder Trekkingtouren brauche. Gehe ich aber ins Gelände und laufe - mit den richtigen Schuhen - auf Wurzelpfaden, gerölligen Steigen oder querfeldein über Wiesen und durch den Wald, dann trainiere ich auch die Sinne und die Muskeln, die ich in den Bergen brauche. Das nennt man dann Trailrunning.

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