Radtour: Vom Harz ins Erzgebirge

Routenplanung für eine Rad-Fernwanderung zwischen zwei deutschen Mittelgebirgen.

E-Bike mit Gepäcktaschen

Auf dieser Seite:

Auf separaten Seiten:

Zurück zum Seitenanfang

Die große Tour zwischen zwei deutschen Mittelgebirgen

Die Strecke vom Harz ins Erzgebirge gehört zu den anspruchsvolleren Radtouren durch Deutschland. Mit über 400 Kilometern verbindet sie zwei charakterstarke Mittelgebirge und führt durch abwechslungsreiche Landschaften Mitteldeutschlands. Vom niedersächsischen Harz geht es - auf dem klassischen Fahrrad oder mit dem E-Bike - durch Thüringen bis nach Sachsen.

Die Herausforderung liegt nicht nur in der Distanz, sondern auch in den unterschiedlichen Höhenprofilen. Während der Harz mit seinen steilen Anstiegen bereits ordentlich Kondition fordert, wartet das Erzgebirge mit langgestreckten Pässen auf. Dazwischen durchqueren Radfahrer fruchtbare Täler, historische Städte und abwechslungsreiche Wälder.

Für die Gesamtstrecke lohnt es sich, ausreichend Zeit einzuplanen. Erfahrene Tourenradler schaffen die Route in fünf bis sechs Tagen, während Genussradler sich besser acht bis zehn Tage Zeit nehmen. Die beste Reisezeit liegt zwischen Mai und September, wenn die Mittelgebirgspässe schneefrei sind und die Temperaturen angenehm für mehrtägige Radtouren bleiben. Gerade in den Höhenlagen können die Bedingungen im Frühjahr und Herbst noch unwirtlich sein.

Zurück zum Seitenanfang

Etappenweise durch die deutschen Mittelgebirge

Die klassische Einteilung beginnt mit einer Startetappe von Goslar oder Bad Harzburg. Von hier führt die Route zunächst durch das nördliche Harzgebiet und über mehrere spürbare Anstiege in Richtung Südharz. Die ersten rund 80 Kilometer bis Nordhausen stellen bereits eine anspruchsvolle Auftaktetappe dar und verlangen eine solide Grundkondition. Nach den höchsten Pässen des Harz geht es aber entspannt bergab nach Nordhausen.

Ab Nordhausen wird das Profil wellig. Über Sondershausen und Erfurt geht es durch die thüringische Kulturlandschaft. Diese Mittelstrecke von etwa 120 Kilometern verteilt sich idealerweise auf zwei Tagesetappen. Die historischen Stadtkerne bieten sich für Übernachtungen an und laden zur Besichtigung ein. Erfurt als thüringische Landeshauptstadt wartet mit einer beeindruckenden Altstadt und der berühmten Krämerbrücke auf. Der Abschnitt von Erfurt über Jena nach Gera führt durch das ostthüringische Hügelland; das sächsische Vogtland beginnt weiter südöstlich. Hier beginnt das Terrain merklich anzusteigen.

Die letzten 100 Kilometer durchs Erzgebirge von Zwickau über Schwarzenberg nach Marienberg fordern nochmals alle Kraftreserven. Die Anstiege werden länger und anspruchsvoller, dafür belohnen spektakuläre Ausblicke die Mühen. Planen Sie für diesen Schlussakkord mindestens zwei Tage ein.

Zurück zum Seitenanfang

Ausrüstung für die mehrtägige Radreise

Ein robustes Tourenrad mit breiten Reifen und verlässlicher Gangschaltung bildet die Grundlage. Tourenfähige Mountainbikes (Hardtails, weniger die für Downhill konzipierten Fullys) mit Gepäckträger eignen sich ebenso wie spezielle Trekking- oder Reiseräder. Die Übersetzung sollte bergfreundlich gewählt sein – im Harz und im Erzgebirge kommt jeder zusätzliche Gang zum Einsatz. Eine hydraulische Scheibenbremse sorgt für Sicherheit bei den langen Abfahrten und bei Nässe.

Gepäcktaschen sind unverzichtbar. Vorne und hinten montierte Taschen ermöglichen eine ausgewogene Gewichtsverteilung, die optimale Beladung hängt jedoch vom Fahrradtyp und der Gesamtlast ab. Packen Sie wetterfeste Kleidung für alle Eventualitäten ein. In den Mittelgebirgen kann das Wetter schnell umschlagen. Regenjacke, Fleecepullover und Ersatzhandschuhe gehören ins Gepäck. Auch atmungsaktive Funktionsunterwäsche bewährt sich auf langen Tagesetappen.

Radtour mit Gepäcktaschen

Werkzeug und Ersatzteile dürfen auch nicht fehlen. Mindestens Ersatzschlauch, Flickzeug, Kettennieter und ein Multitool sollten dabei sein. Falls unterwegs größere Probleme auftreten, finden Radfahrer in den größeren Orten Werkstätten und bei kapitalen Problemen beispielsweise ein hochwertiges Fahrrad in Marienberg bei den lokalen Fachhändlern.

Auch eine kleine Erste-Hilfe-Ausrüstung und ausreichend Proviant für die längeren Etappen sind wichtig. Energieriegel, Nüsse und Trockenobst liefern schnell verfügbare Energie bei Bedarf.

Zurück zum Seitenanfang

Landschaftliche Highlights entlang der Strecke

Der Nationalpark Harz bildet den spektakulären Auftakt. Dichte Fichtenwälder, klare Gebirgsbäche und bizarre Granitfelsen prägen die ersten Kilometer. Bei gutem Wetter lohnt ein kleiner Umweg zum Brockenblick. Von dort eröffnet sich ein Panorama über die gesamte Harzregion mit dem mächtigen Brocken im Hintergrund (den Gipfel kann man übrigens auch mit dem Fahrrad erreichen).

In Thüringen durchradeln Tourenfahrer das grüne Herz Deutschlands. Die Drei-Gleichen-Burgen südlich von Erfurt zwischen Arnstadt und Gotha thronen majestätisch über der Landschaft und erzählen von mittelalterlicher Geschichte.

Das Saaletal zwischen Jena und Gera verzaubert mit seinen Weinbergen und Muschelkalkhängen. Hier lohnen kurze Pausen an den zahlreichen Aussichtspunkten, um die Natur zu genießen und neue Kraft zu tanken. Die steilen Weinbergterrassen zeugen von jahrhundertelanger Kulturlandschaft.

Das Erzgebirge empfängt Radfahrer mit endlosen Nadelwäldern und traditionellen Bergstädten. Die UNESCO-Welterbe-Region um Schwarzenberg zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Historische Bergwerke, kunstvolle Schnitzereien und die typische erzgebirgische Architektur begleiten die letzten Kilometer.

Der Fichtelberg als höchster Berg Sachsens grüßt aus der Ferne und markiert das nahende Tourenziel. Die charakteristischen Schwibbogen in den Fenstern und die Räuchermännchen in den Schaufenstern erinnern an die reiche Handwerkstradition der Region.

Zurück zum Seitenanfang

Praktische Tipps für die Tourenplanung

Die Unterkünfte sollten in der Hauptsaison vorgebucht werden. Entlang der Route finden sich zahlreiche fahrradfreundliche Pensionen und Hotels, aber nicht in jedem Ort und nicht immer in ausreichender Kapazitzät. Viele Gastgeber bieten sichere Abstellmöglichkeiten, Ladestationen für das E-Bike und Trockenräume für nasse Kleidung. Manche Gastgeber bieten sogar einen Wäscheservice oder kleine Reparaturmöglichkeiten an. Jugendherbergen stellen eine preiswerte Alternative dar und ermöglichen den Kontakt zu anderen Radreisenden.

Die Verpflegung unterwegs ist meist unproblematisch. Dennoch empfiehlt sich ein Grundvorrat an Energieriegeln und Getränken. In den dünn besiedelten Mittelgebirgsregionen können Supermärkte rar sein. Planen Sie Ihre Pausen in größeren Ortschaften, wo auch Bäckereien und Restaurants zur Verfügung stehen. Eine gute Tourenplanung bezieht auch mögliche Einkehrstops mit ein.

Die Orientierung gelingt am besten mit detaillierten Radwanderkarten oder GPS-Navigation. Die Route kreuzt verschiedene Fernradwege wie den Mulderadweg. Diese gut ausgeschilderten Abschnitte erleichtern die Navigation erheblich. Moderne Fahrrad-Apps kombinieren Navigation mit Höhenprofilen und Points of Interest entlang der Strecke.

Die Tagesetappen sollten der eigenen Fitness angepasst werden. Lieber einen Tag mehr einplanen, als völlig erschöpft anzukommen. So bleibt die Tour in bester Erinnerung und lässt Raum für spontane Entdeckungen am Wegesrand. Auch das Wetter spielt eine Rolle bei der flexiblen Tagesplanung.

Zurück zum Seitenanfang

Weiterführende Seiten

Zurück zum Seitenanfang