Ladakh: Land & Leute
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Klöster, Kultur, Geschichte und Geographie des tibetischen Königreichs ... Wissenswertes über Land & Leute.

Allgemeines & Spezielles

Ladakh ist geographisch, kulturell und geschichtlich eng mit Tibet verbunden. Hilfreich sind daher auch die entsprechenden Informationen unter > Tibet , > Geschichte Tibets, > Persönlichkeiten Tibets. Unter letzterem Punkt werden u.a. auch berühmte buddhistische Missionare beschrieben. Unter > Tibetischer Buddhismus findest Du die wichtigsten Gottheiten und eine Beschreibung und die Entwicklung der lamaistischen Philosophie.

Wandern im Quadrat Traditionelle Nahrungsmittel und Getränke

Buttertee: Tee wird in einem röhrenähnlichen Stampfer mit Butter gemischt. Was sich erst mal wild anhört, schmeckt gar nicht so schlecht, wenn man sich das Gebräu als Suppe vorstellt.

Chang: Gerstenbier, wird ab und zu auch mit Butter getrunken.

Tsampa: Gerste wird geröstet und dann gemahlen. Das Mehl wird mit Buttertee vermischt, gerollt und so in den Mund geschoben. Das ist die klassische Speise der Ladakhi und Tibeter.

Gerste und Buchweizen sind Getreidearten, die auch in großen Höhen wie im Industal noch wachsen. Die Gerste ist das Grundnahrungsmittel der Ladakhi (s.o. Tsampa). Kartoffeln sind erst spät eingeführt worden.

Aprikosen und Äpfel gedeihen gut in Ladakh, werden zur Haltbarmachung getrocknet und ergänzen die karge Tsampa-Mahlzeit.

Natürlich gab und gibt es durch die Viehzucht auch Fleisch und Milch. Trotzdem lebten auch die viehaltenden Nomaden in erster Linie von Gerste, die sie gegen Wolle, Fleisch und Milch eintauschten.

Heute gibt es in vielen Restaurants auch indische, tibetische und chinesische Küche.

Wandern zum SeitenanfangKlöster

Mönch - Lama, Lamayuru, LadakhWandern im Quadrat Alchi

65 km westlich von Leh. Weltkulturerbe. Wandmalereien von der Kultur des Königreiches von Kaschmir (Taschenlampe). Die Fachhochschule Köln ist seit 1991 an Restauration der stark beschädigten Kunstschätze beteiligt. Fotografieren innen nur ohne Blitz!

Das Kloster liegt unscheinbar zwischen Bäumen und Feldern. Es leben hier nur 3 Mönche aus Likir als Aufpasser, keine Zeremonien mehr.

Gründung um 1000 n. Chr. durch Reformator Rinchen Zangpo. Er baute 108 Tempel im westlichen Himalaya, nachdem er sein Studium in Kaschmir abgeschlossen hatte. Kaschmirische Künstler gestalteten die Räume, die Gestaltung von Personen und Vegetation zeigen ihren Einfluss. Alchi wurde nach seiner Gründung zum religiösen Zentrum des unteren Ladakh.

Besonderes:
älteste Wandmalereien mit kaschmirischen Einfluss
Holzportal der Versammlungshalle (indischer Stil, ganz oben Lebensweg Shakjamunis; hellenistischer Einfluss bei je 4 Bodhisattvas und Taras)
Versammlungshalle: Urbuddha Vairocana
Sumtsek: ältester Tempel (ca. 1000 n. Chr.), 3 Geschosse erinnern an Mandala, Konstruktion der Eingangsveranda kaschmirisch/hellenistisch, sehr detailierte Malereien und Statuen, Muster von Deckenbehängen an die Decke gemalt
Lhakang Soma: 12. Jh., stärkerer tibetischer Einfluss.

Dorf Alchi: nette Atmosphäre, malerische Lage auf Schwemmebene, fruchtbare Felder, 2 Ernten im Jahr, die süßesten Aprikosen Ladakhs. Einige Souvenierläden, Unterkünfte und Restaurants.

Zimskhang: Hotel & Restaurant mit nettem Garten. 01982-227085, -227086, mobil 094191-79715, zimskhang@yahoo.com

Wandern im Quadrat Hemis

Hemis Gompa liegt hoch über dem Tal bei Martselang, etwa 45 km südöstlich von Leh. Von außen eher unscheinbar, ist das Rotmützen-Kloster (Drukpa Kargyüpa Schule) innen voll mit Kunstschätzen. Hemis gilt als größtes und reichstes Kloster Ladakhs mit 300 - 500 (je nach Quelle) Mönchen. Ein Viertel aller Ackerflächen in Ladakh gehören angeblich dem Kloster Hemis.

Die Gebäude profitierten von ihrer versteckte Lage, daher sind sie von Plünderungen verschont geblieben. Hier gibt es die größte Gebetsmühle Ladakhs und das größte Thanka (das aber nur alle 12 Jahre gezeigt wird).

Angeblich war Hemis auch das Ziel einer Wanderung Jesu. Solche Legenden tauchen in der Großregion Kashmir-Ladakh an verschiedenen Stellen auf.

Hemis wurde im 17. Jh. gegründet. Hier findet jährlich (Juni/Juli) ein Klosterfest statt, das für seine Maskentänze berühmt ist. Mittlerweile zieht es auch sehr (!) viele Touristen an.

Seit 1981 ist die Umgebung des Klosters Nationalpark.

Tipp:

Ein schöner Spaziergang führt hinauf zur Einsiedelei Göthsang, die nochälter ist als das eigentliche Kloster. Gehzeit 2:00 h, +/-300 hm, von 3700 m (Hemis Gompa) geht es über einen schönen Pfad auf 4000 m (Götsang).

Hemis - Götsang: GPS, Karte, Profil

Kloster Likir, LadakhWandern im Quadrat Likir

50 km westl. von Leh. Am schönsten ist es, das Kloster von der Stichstraße aus zu Fuß zu erreichen. Es liegt malerisch auf einem Hügel, unten die Wohnungen, oben der Tempel. Viele Tschörten markieren den alten Pilgerweg. Seit 1998 große Maitreya-Statue am Haupteingang, vom Dalai Lama eingeweiht, Beton, Sockel voll mit Schriftrollen aus dem Kloster.

Gründung 1056. Ein berühmter Meister suchte im Auftrag des Königs den Platz aus und umschloss ihn mit fiktiven Schlangenkörpern (Likir = Lu-Khyl = die von Schlangen umschlossene). Der Köng stiftete Geld und Land für den Unterhalt von 500 Mönchen.

Im 15. Jh. von Gelugpa übernommen, wurde Hauptsitz einiger Klöster, heute 100 Mönche.

Im Dorf leben seit Generationen berühmte Thankamaler.

Besonderes:
Versammlungshalle
Chenresig-Lhakhang (Avalokiteshvara)
Abtswohnung (heute Museum, Ngari Rinpoche ist Bruder des Dalai Lama und lebt in Dharamsala)

Am schönsten ist es, vom Ort Likir auf das Kloster zuzugehen, immer an den Tschörten entlang, dann ein paar Meter die Strasse hoch und links runter zum Fluss - Brücke - und weiter dem Pfad folgen.

> Fotos Likir und vom Trek, der in Likir startet, auch das Kloster ist dabei.

Wandern im Quadrat Thikse

Thikse besticht dutch seine schöne Lage auf einem Hügel (3300 m) über dem Indus, 18 km von Leh entfernt. Man kann sehr schön vom Tal hinauf laufen, begleitet von eindrucksvollen Manimauern. Das Gebäude erstreckt sich über 12 Terrassen. Von oben hat man einen super Blick. Morgens (6:00 h ?) gibt es regelmäßig eine Puja, die auch von Touristen gut besucht wird.

Kloster Thikse, LadakhDas Kloster Thikse wurde Anfang des 15. Jahrhunderts gegründet, die 70 Mönche gehören zu den Gelbmützen (Gelugpa). In einem Tempel befindet sich eine eindrucksvolle 15 m hohe vergoldete Buddhastatue. Das Kloster besitzt ein Museum, ein Restaurant und auch ein Gästehaus, in dem man als Tourist übernachten kann.

Im Anschluss an den Besuch empfiehlt sich eine Wanderung nach Shey durch die bewässerten Felder im Industal.

> Fotos Thikse.

Wandern zum SeitenanfangGeschichte Ladakh

Siehe auch Geschichte Indien

Siehe auch Geschichte Tibet

Wandern im Quadrat Einwanderung indoarischer Völker

Nach 300 v. Chr.: In die von tibetisch-mongolischen Völkern bewohnten Himalayaregionen kamen als erste Fremde die Mon aus Nordindien. Indien war damals buddhistisch geprägt (Ashoka) und die Mon missionierten die einheimische Bevölkerung.

Kurze Zeit später kamen die schamanistischen Darden aus Hunza und ließen sich im unteren Ladakh nieder. Sie bauten später Burgen und kontrollierten den Karawanenhandel. Durch Vermischung mit den tibetischen Nomadenstämmen entstand die Volksgruppe der Ladakhi.

Mon und Darden kultivierten das Industal und entwickelten die heute noch verwendete Bewässerungstechnik.

ab 700 n. Chr.: von den kashmirischen Lehrstätten kamen große Yogis nach Ladakh und Tibet (u. a. Padmasambhava, der erste Klöster gründete).

Burg Leh, LadakhWandern im Quadrat 930 - 1470: Die Yarklun-Dynastie

Der erste König Nyimagon war ein Enkel des ungeliebten tibetischen Königs Langdarma, der den aufkommenden Buddhismus in Tibet bekämpfte. Die Familie Langdarmas wurde nach seiner Ermordung vertrieben und wanderte nach Westtibet. Hier eroberte Nyimagon das Ngarireich und teilte es unter seine 3 Söhne auf. Der Älteste, Lhachen Palgyi Gon, erhielt Ladakh. Der Mittlere wurde König von Guge und der Jüngste bekam Zanskar, Lahaul und Spiti. Die Nachfolger des letzteren förderten den Buddhismus und holten Baumeister und Künstler zum Bau von Klöstern aus Kaschmir. Fähige Schüler wurden zum Studium der Lehre nach Kaschmir geschickt, und missionierten nach der Rückkehr Ladakh, Zanskar und Spiti. Rinchen Zangpo (958-1055) war der berühmteste dieser Lehrer, er gilt für die Ladakhi als Vater des Buddhismus.

1042 n. Chr. besuchte der Weise Atisha (Kadampa-Schule) die Region und stabilisierte den Buddhismus. Es kam zu einer Welle von Klostergründungen, die sich zu kulturellen Zentren entwickelten und die alten Höhlenklöster der Tradition Padmasambhavas ersetzten.

nach 1200: Der islamische Einfluss in Kaschmir wächst. Der Mittelpunkt der buddhistischen Kultur verlagert sich nach Tibet (Ganden, Sera, Drepung). Dorthin schickte man nach 1300 die ladakhischen Novizen zur Ausbildung, bis 1962 die Grenze geschlossen wurde.

nach 1400: Tsongkhapa gründet den Gelugpa- (Gelbmützen-) Orden als Antwort auf den "Sittenverfall" und die mangelnde Tugendhaftigkeit bei den Rotmützen. Thikse und Rangdum entstanden als neue Klöster, Likir, Spituk, Phuktal und Karsha wurden umgewandelt.

Instabilität prägte die Politik zum Ende des 15. Jh.. Es kam zu Erbfolgewirren mit der Teilung des Landes und die Mongolen versuchten vergeblich, Ladakh zu erobern.

Wandern im Quadrat 1470 - 1834: Die Namgyal-Dynastie

1470 vereinte König Lhachen Bhagan (1470-1500) Ladakh erneut und nannte seine Dynastie Namgyal = perfekter Sieger. Leh wurde Hauptstadt.

1500-1530: Tashi Namgyal lässt seinem Bruder und Rivalen die Augen ausstechen. Ladakh wächst zu seiner größten Ausdehnung, die Burg in Leh wird ausgebaut. Viele Kämpfe mit dem turkmogolischen Truppen der Khans von Baltistan und Kashgar.

1560-1590: Jamyang Namgyal versuchte den Gegenangriff auf die Baltis. Der Hofastrologe warnte davor, die Feinde vor Neujahr anzugreifen. Ungeduldig verlegte der König das Neujahrsfest 2 Monate vor (noch heute gibt es in Ladakh 2 Neujahrsfeste) und maschierte los. Er wurde gefangengenommen und seine Truppen mussten sich ergeben. Dann heiratete er aber die Tochter seines Gegners, wurde freigelassen und die Baltis zogen sich zurück. Mit der baltischen Königin kamen viele Moslems ins Land und siedelten z.B. in Thikse.

1590-1620: Sengge Namgyal - der Löwenkönig: Sohn aus der o.g. Ehe. Geschickter Stratege und Diplomat. Erweiterte die Landesgrenzen und baute den Palast auf seine heutige Größe aus. Das Kloster Hemis wurde auf seine Anweisung hin gebaut. Sein Sohn Deldan eroberte Purig und Baltistan.

In Tibet erstarkten unter dem 5. Dalai Lama die Gelbmützen und dehnten mit Hilfe der Mongolen ihren Einfluss aus. Ladakh sah sich spirituell und militärisch starkem Druck ausgesetzt. Sengge Namgyal versuchte die Rotmützen dem gegenüber zu stärken. Das misslang, und viele der Rotmützen wurden von Ladakh nach Bhutan verdrängt.

1680 marschierten 2500 tibetische Soldaten gegen Leh. Der König Delegs Namgyal wandte sich zur Hilfe an das islamische Kashmir, das den Moguln unterstand. Der Großmogul versprach Hilfe unter der Bedingung, dass der König Delegs den Islam als Religion annehme. Die tibetisch-mongolische Armee wurde daraufhin in der Schlacht von Basgo zurückgeschlagen.

1680 - 1834: Der Niedergang begann. Ladakh war den Kaschmiris von nun an tributpflichtig. In Leh wurde eine Moschee erbaut. Auch der Dalai Lama forderte Tribut (der bis ins 20. Jh. von den indischen Maharajas weiterbezahlt wurde). Erbfolgestreitigkeiten und unfähige Herrscher besorgten den Rest. Der letzte König war vor allem an seinen drei Frauen und seinem neuen Palast in Stok interessiert, weniger an der Politik.

Betende im KlosterWandern im Quadrat ab 1834: Indische Herrschaft

1834 marschierten 10.000 Dogra-Krieger in Ladakh ein. Deren Führer Zorawar Singh zog in Leh im Königspalast ein. Die Soldaten plünderten fast alle Klöster und Privathäuser. Davon hat sich das Land bis heute nicht erholt. Später fiel Zorawar Singh beim Feldzug gegen Baltistan und Tibet.

1862 wurde General Cunningham von den Engländern beauftragt, mit den Dogras und Tibetern den Verlauf der indisch-tibetischen Grenze festzulegen. Ladakh wurde den Maharajas von Jammu und Kaschmir zugesprochen, die ladakhische Adelsversammlung aufgelöst und der König endgültig entmachtet.

1913-1914: Auf der Konferenz von Simla wurde erneut der Grenzverlauf zwischen Indien und Tibet festgelegt.

1947 wurde Indien unabhängig und das Land in der Folge in 2 Teile (Indien, Pakistan) geteilt. Beide Teile beanspruchten Ladakh. Ein unter der Regie der Vereinten Nationen ausgehandeltes Waffenstillstandsabkommen sprach Indien das heutige Ladakh zu. Pakistan bekam die überwiegend moslemischen Teile von Baltistan, Gilgit und Hunza.

Damit ist Ladakh zur Pufferregion zwischen Indien, Pakistan und China geworden. Die Militärstrasse von Srinagar nach Leh wurde ausgebaut, ein Flughafen in Leh angelegt und massenhaft Soldaten stationiert.

1958 begannen die Chinesen, eine Straße durch das formal indische menschenleere Aksai-Chin-Gebiet zu bauen, um eine Verbindung zwischen Sinkiang und Tibet herzustellen. Sie erkannten die Grenzen der Simla-Konferenz nicht an. 1962 griff Indien China an, wurde aber zurückgeschlagen. Die Kämpfe fanden hauptsächlich in Ladakh und Assam statt. Zwar räumten die siegreichen Chinesen die meisten eroberten Gebiete (aber nicht das Aksai-Chin-Gebiet) wieder, der Grenzverlauf ist aber nach wie vor umstritten. Die ladakhisch-chinesische Grenze ist seitdem geschlossen und scharf bewacht. Heute sind in Ladakh etwa 30.000 Soldaten stationiert, das entspricht etwa einem Viertel der Bevölkerung.