Reise-Bericht: Wandern in LIGURIEN
Wandern - Trekking - Radfahren - Kanutouren


... mit Portofino-Halbinsel & Cinque Terre.

Wandern Ligurien

Wandern zum Seitenanfangbericht Wanderreise Ligurien

1. Tag, 5.4.17, MI : Anreise

Anreise per Bahn nach Frankfurt, Flug nach Genua und Bustransfer nach Bonassola. Kurz vor dem Ziel klären uns viele steile Kurven über den Charakter der bergigen Region auf.

Der Ort Bonassola empfängt uns mit einer beschaulichen Abendstimmung.

2. Tag, 6.4., DO : Bonassola Levanto Monterosso

Gehzeit 4:30 h, Strecke 12 km, Höhenmeter +/-600 hm

Der Wanderweg mit der Nummer 1 beginnt oberhalb des Bahnhofs von Bonassola. Entlang der alten Burg geht es hinauf in den Ortsteil Serra. Wunderbare Aussichten auf Bonassola verschönern den noch schattigen Anstieg. Gärten und Trockenmauern begleiten den Weg, der kurz die Straße berührt, eine weitere Straße quert und gut markiert nach Lévanto hinab führt. Die kürzere Alternativstrecke von Bonassola nach Lévanto durch den beleuchteten alten Eisenbahntunnel heben wir uns für einen anderen Tag auf.

Nach der Mittagspause in Lévanto, das mit alter Bausubstanz und engen Gassen, aber auch einem weiten Strand glänzt, führt die Wanderung an der Kirche San Andrea und der Burg vorbei weiter. Nun mit weniger Schatten wandern wir wieder in die Berge hinauf. Der Pfad wird rauer und die Ausblicke immer spektakulärer. Hinter einem Pass zieht der Wanderweg in Serpentinen und zum Teil mit steilen Treppen nach Monterosso hinunter, dem westlichsten Cinque-Terre-Ort. Nach dem ruhigen Bonassola und dem nur ein wenig betriebsameren Lévanto bekommt der Wanderer in Monterosso fast einen Kulturschock, zumal die Wanderung an der touristischen Promenade der Neustadt endet, an der sich auch der Bahnhof befindet.

Vernazza, Cinque Terre3. Tag, 7.4., FR: Monterosso Vernazza Corniglia

GZ 4:00 h, 10 km, +/- 500 hm

Die Wanderung führt - oft hoch über der Küste - durch traumhafte Landschaften. Sie ist sehr populär und wird häufig begangen, auch von weit gereistem Publikum aus Übersee. Kein Wunder, ist doch diese Tour das Kernstück der weltbekannten Cinque Terre. Die Begehung kostet Maut, der sich nach der Menge der Wegsperrungen in der Cinque Terre richtet. Zur Zeit rechnet man mit 7,50 € pro Person und Tag (2017).

Auf der Wanderroute gilt es, viele hohe Stufen zu überwinden. Das ist nicht nur für viele der Gelegenheitswanderer, die man hier trifft, eine Herausforderung. An vielen Stellen ist der Weg so eng, dass man dem Gegenverkehr ausweichen und warten muss. Selten gibt es größere Flächen für Rast oder Picknick.

Dafür wird man durch wilde Macchia, Steineichen- und Kiefernwäldchen, Weinberge und Felslandschaften und immer wieder Blicke auf die Küste belohnt. Die 3 Orte am Weg sind ebenfalls alle einen Besuch wert. Gelbe und rote Häuser stehen teils spektakulär auf hohen Felsen über dem Meer. Reste alter Burgen und Stadtmauern würzen das Stadtbild, das weitgehend ohne Autos daher kommt. In Monterosso tummeln sich neben Wanderern auch viele Strandtouristen, in Vernazza wird es schon aufgrund der Enge im Ort schnell voll. Am ruhigsten ist das nicht direkt am Meer liegende Corniglia. Von dort über sanfte Treppen zum Bahnhof hinunter sind es noch etwa 0:20 h.

4. Tag, 8.4., SA: Tag zur freien Verfügung

Einige fahren nach Genua, andere schauen sich die Dörfer der Cinque Terre an. Wieder andere genießen den Ruhetag beim Zeitunglesen in der Sonne.

5. Tag, 9.4., SO: Santa Margherita - Semaforo Nuovo Camogli

Gehzeit 4:00, Strecke 10 km, +/-500 hm

Eine gut einstündige Zugfahrt mit Umstieg in Sestri Levante bringt uns von Bonassola nach Sta. Margherita. Das quirlige Städtchen lockt zum Verweilen, wir jedoch wandern nach Durchquerung der Altstadt umgehend bergauf. Zuerst sind die Fußwege noch asphaltiert oder gepflastert, später wird das Pflaster immer grober, bis der Weg sich zu einem Waldpfad entwickelt. Der führt - teils über steile Anstiege und mit hohen Stufen - durch Kastanienwald auf den Rücken der Porofino-Halbinsel. An einem ruhigen halbschattigen Picknickplatz kurz vor Pietre Strette packen wir unsere Verpflegung aus. Wie sich heras stellt, war das eine gute Wahl. Der Rastplatz bei Pietre Strette (Trinkwasser) ist sonntäglich gut besucht, aber auch sehr eindrucksvoll und markant mit seinen Konglomeratfelsen.

Weiter geht es auf dem Höhenweg, tolle Blicke nach links auf´s Meer, auch auf das Kloster San Fruttoso. Halb links auf einem Sporn taucht der "Semaforo Nuovo" auf, ein etwas unromantisches Stahlgerüst. Auf dem Pass liegt noch mal ein schattiger Rastplatz, dahinter führt der Weg - teils in Serpentinen - immer noch hoch über dem Meer nach San Rocco. Die Waldpfade werden weniger, die befestigten Wege und Treppen mehr, bis wir zum Bahnhof von Camogli gelangen. Einige Treppenstufen weiter unten liegt der schöne Ort mit Kiesstrand, schönen Gassen, Cafés am Hafen und der wuchtigen Wehrkirche mit angegliederter Hafenfestung.

Da wir beim Umsteigen etwas überhastet in den Anschlusszug springen, landen wir im falschen. Der Schnellzug fährt zwar auch Richtung La Spezia, aber er rauscht an Bonassola vorbei. So kommen wir noch zu einem "Abendspaziergang", zurück durch den Tunnel zwischen Lévanto und Bonassola.

6. Tag, 10.4., MO: Deiva Marina Bonassola

Gehzeit 4:00 h, Strecke 10 km, Höhenmeter +/-600 hm

Vom Bahnhof in Deiva Marina geht es entlang des Flussbettes zum Strand, über die Brücke, und hinter dem Campingplatz steil hinauf in den Kastanienwald. Nach herausforderndem Anstieg auf schattigen, aber felsigen Waldpfaden wird das Gelände ebener. Ein wunderbarer Höhenweg führt durch Kastanien- und Kiefernwälder. Auf relativ ebenen Pfaden werden dabei die höchsten Gipfel auf der Nordseite umgangen. So gelangen wir nach Framura Costa, das trotz seines Namens in den Bergen liegt und tolle Blicke auf das Meer eröffnet. Hier beginnt der Abstieg, zuerst zum Ortsteil Setta, in dem ein Dorfplatz mit Laden und Bar zur Pause einlädt.

Durch Gärten und Weinberge weiter hinab führt ein Treppenweg bis zu einer Gabelung oberhalb des Bahnhofs im Ortsteil Anzo. Auf der Straße steigen wir weiter ab bis in eine scharfe Rechtskurve, wo es geradeaus weiter Richtung Bonassola geht. Eine ruhige Nebenstraße begleitet die Küste weit oberhalb. An ihrem Ende beginnt erneut ein märchenhafter Waldweg. Der führt wieder oberhalb der Küste - mit entsprechend tollen Ausblicken - durch den Wald und über Lichtungen mit kleinen Gehöften. Später mündet der Waldweg auf ein ruhiges Sträßchen, das uns bequem nach Bonassola hinunter bringt.

Sestri Levante7. Tag, 11.4., Di: Sestri Levante - Punta Manara - Sestri Levante

Gehzeit 2:00 h, Höhenmeter +/-300 hm, Strecke 8 km

Vom Bahnhof geht es durch die Neustadt zum Friedhof. Hier beginnt der Wanderweg. Steinige und felsige Passagen wechseln mit angenehmen Waldpfaden. An einigen Stellen geht es auch mal steil hinauf. Von oben öffnen sich tolle Ausblicke auf die Neu- und Altstadt von Sestri. Die fantastische Lage auf der stark taillierten Halbinsel gibt der alten Hafenstadt einen charakteristischen Grundriss. Unsere Wanderung beschreibt eine Schleife auf dem südöstlich von Sestri liegenden Höhenrücken. Durch Macchia und Wald, später durch Olivenhaine und Gärten steigen wir ins alte Zentrum ab, wo Bars und Restaurants auf hungrige und durstige Wanderer warten.

8. Tag, 12.4., Mi: Vernazza San Bernardino - Cigoleta - Volastra - Manarola

Gehzeit 4:00 h, Strecke 11 km, Höhenmeter +/-650 hm

Von Vernazza folgen wir zuerst dem Küstenweg bis kurz hinter das Kassenhäuschen, dann geht es nach links sehr steil hinauf. Nach einer Stunde steilem Anstieg durch Macchia und Wald - mit tollen Ausblicken auf die Küste - wird es etwas flacher, und wir erreichen inmitten von Weinbergen den Weiler San Bernardino. Auch die Piazza bietet wunderschöne Aussichten, jede Menge Bänke, fließendes Wasser und eine gute Gelegenheit, das mitgebrachte Picknick zu verzehren.

Anschließend geht es weiter bergauf, viel durch lichten Wald und etwas weniger steil, bis zum höchsten Punkt bei Cigoleta. Danach prägen überwiegend bequeme ebene Waldwege und Pfade in Weinbergen das Wandererlebnis. Der Weg ist so lange einsam, bis wir auf die Route zwischen Corniglia und Manarola stoßen, die als Ersatz für den häufig gesperrten Küstenweg gewandert wird. Immer häufiger durch Weinberge gelangen wir auf den schon gut besuchten Kirchplatz von Volastra.

Das letzte Stück führt oft steil und hauptsächlich über Treppen hinunter nach Manarola. Wir blicken aus der Vogelperspektive auf den eindrucksvollen Ort hinab, wo wir uns später im vorösterlichen Getümmel der Cinque-Terre-Dörfer wieder finden.

9. Tag, 13.4., Do: Vernazza Madonna di Reggio - Madonna di Soviore - Monterosso

Gehzeit 3:30-4:00 h, Höhenmeter +/- 550 hm, Wanderstrecke 10 km

Von Vernazza (Start 10:30 h) geht es einen steilen, aber gut befestigten Pilgerweg hinauf zur Kirche der Madonna di Reggio. Hier wird eine Marienstatue verehrt, die im 11. Jh. von einem Hirtenjungen gefunden wurde. Anschließend wird der Pfad wilder, weist aber nur noch wenige Steigungen auf. Als schöner Höhenweg mit tollen Aussichten zieht er durch Wald und Macchia. Wunderbare Blicke auf Vernazza und Monterosso. Zwei mal müssen wir ein Stück der Straße folgen, bis wir gegen 13:00 h das Pilgerziel Madonna di Soviore erreichen. Hier lässt es sich unter Bäumen auf dem Vorplatz prima rasten. Die Getränke dazu holt sich der durstige Wanderer in der angeschlossenen Bar mit Restaurant. Nach ausreichender Stärkung und einem Blick in die Kirche wandern wir in 1:15 h über einen Eselspfad hinab nach Monterosso. Auf diesem Weg wird auch die Madonna di Soviore alle 25 Jahre an die Küste und wieder hinauf getragen.

10. Tag, 14.4., Fr: Riva Trigoso - Moneglia

Strecke 9 km, Gehzeit 3:30 h, Höhenmeter +/-550 hm

Von der Strand- und Werftenstadt Riva Trigoso geht es stetig bergauf, zuerst auf Wirtschaftswegen, später auf immer schmaler werdenden Pfaden. Die Blicke zurück gehen über Stadt, Bucht und die Werft mit zwei großen Schiffen im Dock.

Moneglia, LigurienNach Gärten, Feldern und Macchia treten wir in große Waldbrandflächen ein, wo nur noch die verkohlten Stämme der jungen Aleppokiefern an den Wald erinnern, der hier mal stand. Der bequeme Pfad steigt in dieser endzeitlichen Atmosphäre sanft an bis zum Picknickplatz an einem Wegkreuz. Auch hier finden sich Spuren des Brandes.

Nach der Pause wird es steiler und steiniger, aber die verkohlten Stämme begleiten uns noch ein Stück. Dann taucht der schmaler werdende Pfad in dichte Vegetation ein. Bis zum Gipfel und wieder hinab Richtung Moneglia weichen wir dem Stechginster und der einen oder anderen Brombeerranke aus und zwängen uns auf dem engen Weg durch´s Gestrüpp.

Später wird das Gelände wieder offener, und die Blicke auf Moneglia und die Küste sind fantastisch. Deutlich schneller, als die Schilder ankündigen, erreichen wir den Strandort und testen die lokalen Eisspezialitäten, bevor wir den Bahnhof ansteuern.

10. Tag, 14.4., Fr: Heimreise

Den Vormittag können wir noch in Bonassola genießen. Wobei das Wetter versucht, uns die Abreise zu erleichtern. Drei Kleinbusse bringen uns zum Flughafen nach Genua. Von dort fliegen wir nach Frankfurt, und werden mit einem Bus nach Göttingen gefahren, wo die Reise endet.

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