Welcher Fahrrad-Typ eignet sich für längere Radtouren?

Trekking-Bike, Reise-Rad, Gravel-Bike? Klassisch oder als E-Bike? Vorteile und Nachteile der verschiedenen Typen.

Mountainbike und Trekkingrad auf Radtour im Gebirge

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Allgemeines & Spezielles

Under dem Begriff "Längere Radtouren" kann man ja alles mögliche verstehen ... Aber ob Wochenendausflug mit Gepäck, mehrtägige Radreise oder mehrere hundert Kilometer auf Fernradwegen – wer komfortabel, gesund und pannenarm unterwegs sein möchte, sollte sich vorab mit der richtigen Fahrradwahl beschäftigen.

Trekkingrad auf Radtour

In diesem Artikel meinen wir ausdrücklich nicht spezielle Touren wie eine Alpenüberquerung auf steinigen Bergpfaden, für die man natürlich ein Mountainbike braucht. Es geht eher um die klassische Radtour, bei der man einen Mix aus Radwegen, Feldwegen, Forstpisten und Asphaltstraßen unter die Reifen nimmt. Und als Radler meinen wir weder den untrainierten, der sein Fahrrad sonst nur zum Einkaufen benutzt, noch den passionierten Rennradfahrer, der jeden Tag nach der Arbeit noch 50 km macht. Wir gehen von sportlichen Freizeitradlern aus, die die Landschaft genießen und sich dabei moderat körperlich betätigen wollen.

Nicht jedes Fahrrad eignet sich gleichermaßen für lange Strecken. Neben dem Fahrradtyp spielt vor allem die Ausstattung eine entscheidende Rolle. Ein ungeeignetes Rad kann auf Dauer zu Schmerzen, technischen Problemen, Sicherheitsrisiken oder unnötiger Erschöpfung führen. Mit dem passenden Fahrrad dagegen werden auch lange Etappen deutlich angenehmer, komfortabler und sicherer.

Je länger man unterwegs ist, desto wichtiger werden ...

  • eine ergonomische Sitzposition
  • eine zuverlässige Technik
  • die pannensichere Bereifung
  • eine zur Tour passende Übersetzung der Schaltung
  • Ausstattungen zum Gepäcktransport
  • die Wartungsfreundlichkeit
  • guter Komfort auf unterschiedlichen Untergründen

Sportliche Räder (wie Fully-Mountainbikes, BMX-Räder ...) oder City-Bikes und Falträder (die für spezielle kurze Fahrten entwickelt wurden) sind daher meist nicht die beste Wahl für Touren über viele Stunden oder mehrere Tage. Dieser Artikel erklärt, welche Fahrradtypen sich hingegen für längere Touren eignen und worauf der sportliche Freizeitradler bei Geometrie und Ausstattung achten sollte.

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Das Trekking-Rad

Für die meisten Freizeitradler ist das Trekkingrad die beste Lösung für längere Touren. Es kombiniert Alltagstauglichkeit mit Komfort und guter Reiseeignung und es gibt eine große Auswahl an Modellen zu unterschiedlichen, auch recht günstigen Preisen.

Trekkingrad vor Rapsfeld

Typische Merkmale des Trekkingrad oder Trekking-Bike sind ...

  • ... die aufrechte bis leicht sportliche Sitzposition, die bequem ist, ein ermüdungsarmes Treten erlaubt und nicht zuviel Windwiderstand bietet.
  • ... eine stabiler und nicht zu klobiger und schwerer Rahmen.
  • ... Befestigungsmöglichkeiten für Gepäckträger, hinter dem Sattel und für sehr lange Touren auch vorn an der Gabel.
  • ... Schutzbleche und Beleuchtung.
  • ... eine große Bandbreite der Schaltung / Übersetzung, die sowohl für stärkere Steigungen geeignet ist, als auch hohe Geschwindigkeiten bei Rückenwind in der Ebene erlaubt.
  • ... Reifen zwischen etwa 40 und 55 Millimetern Breite: Das ermöglicht ein gutes Vorwärtskommen auf den meisten Untergründen.

Ein gutes Trekkingrad eignet sich sowohl für Asphalt als auch für befestigte Wald- und Schotterwege. Gerade auf den beliebten Flussradwegen, auf Radrouten im Hügelland und auf europäischen Fernradwegen ist dieser Fahrradtyp oft die beste Wahl.

Tipp: Geht man nun im Internet auf die Suche nach einem geeigneten Trekkingbike, sollte man sich ein gutes und spezialisiertes Vergleichsportal wie Radhaus ansehen. Dort findet man viele (auch reduzierte) Angebote mit den wichtigen Angaben zu Rahmengrößen, Rahmenmaterial, die genaue Auflistung der verbauten Komponenten mit Modellnummern und die Daten zu Bereifung, Gepäckträger und Gesamtgewicht. In den meisten Universalportalen fehlen diese Infos.

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Das Reise-Rad

Das Reiserad ist im Grunde eine Weiterentwicklung des Trekkingrads, das für besonders lange und anspruchsvolle Touren optimiert ist. Es ist speziell auf größere Mengen an Gepäck, eine hohe Dauerbelastung und auf Zuverlässigkeit ausgelegt.

Typische Eigenschaften des Reiserads sind zusätzlich zu den Eigenschaften des Trekking-Bikes ...

  • ... ein besonders stabiler Rahmen, der auch heftige und häufige Stöße verzeiht und viel Last transportieren kann.
  • ... eine hohe mögliche Zuladung durch große Gepäckträger vorn und hinten am Fahrrad sowie Montagepunkte für Flaschen etc.
  • ... besonders langlebige, wartungsarme und verschleißarme Komponenten, z.B. an den Bremsen.
  • ... pannensichere Schläuche und Reifen.
  • ... robuste Laufräder mit stabilen Felgen und hoher Speichenzahl.

Reiseräder werden häufig für Radreisen mit viel Gepäck oder expeditionsähnliche Unternehmungen genutzt. Wer mehrere Wochen unterwegs ist oder abgelegenere Regionen bereisen möchte, profitiert von der hohen Zuverlässigkeit.

Die Reiseräder setzen bewusst auf einfache, wartungsfreundliche Technik. Komponenten sollen unterwegs reparierbar sein und auch bei schlechtem Wetter zuverlässig funktionieren. Wer aber "nur" drei Wochen auf einem Radweg zwischen Ostsee und Alpenrand unterwegs sein will und sich in feste Unterkünfte einmietet, für den tut es auch ein normales Trekkingrad.Zurück zum Seitenanfang

Das Gravel-Bike

In den letzten Jahren ist mit dem Gravel-Bike ein weiterer Fahrrad-Typ entstanden, der sich unter speziellen Voraussetzungen auch für längere Radtouren eignet. Gravel-Bikes vereinen Charakteristika von Rennrädern und von Hardtail-Mountainbikes.

Gravelbikes mit Gepäck

Typisch für Gravel-Bikes sind ...

  • ... ein Rennradlenker und eine sportliche Sitzposition wie beim Rennrad. Das kann schnell unbequem werden, bietet aber bei Gegenwind auch Vorteile.
  • ... mit meist etwa 35 bis 45 mm breitere Reifen als beim Rennrad, aber etwas schlankere als beim Trekkingrad (meist etwa 40 bis 55 mm).
  • ... ein Profil auf den Laufflächen mit guter Eignung für Schotter und Asphalt. So bewältigt man auch Forstpisten und Feldwege.
  • ... ein geringes Gewicht in Vergleich zum Trekkingrad. Das hilft nicht nur auf der Route, sondern auch beim Verladen im Zug oder auf langen Treppen.

Ein Gravelbike eignet sich gut für sportliche Touren mit leichtem Gepäck. Wer die Rennrad-Sitzposition mit tiefem Lenker und schmalem Sattel gewohnt ist, schnell fahren möchte und überwiegend auf befestigtem Untergrund unterwegs ist, der wird mit dem Gravel-Bike glücklich. Also richtet sich das System Gravel-Bike hauptsächlich an passionierte Rennradfahrer, die auf ihrer Radtour auch mal Feldwege fahren und etwas Gepäck zuladen wollen.

Für Freizeitradler und Radtouren mit viel Gepäck liegen die Nachteile aber in der geringeren Zuladung, wenigen Befestigungsmöglichkeiten für Gepäck sowie der unbequemen Sitzhaltung auf der sportlicheren Rahmen-Geometrie.

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Die Radtour mit dem E-Bike

Alle Fahrradtypen gibt es mittlerweile auch als Pedelec bzw. E-Bike. Für die längere Radtour werden damit z.B. auch Mountainbikes interessant, weil der Elektroantieb das größere Gewicht und den hohen Rollwiderstand der Reifen ausgleicht.

Wichtig für längere Touren mit E-Bikes sind natürlich die Akkukapazität und die zwischenzeitlichen Lademöglichkeiten. Für lange Tagesetappen sollte man auf ausreichend Reichweite achten (auch durch die defensive Nutzung der Unterstützung) und das Thema Ladeplanung in den Focus nehmen. Übrigens: Mit manchen E-Bikes kann man auch mit leerem Akku noch ganz gut fahren, andere bremsen dann. Das sollte man vor der Tour klären!

E-Mountainbike mit Gepäck

Ein E-Bike kann Radtouren vor allem für weniger sportliche Radler angenehmer machen. Es kompensiert aber keine suboptimale Sitzposition oder Qualitätsprobleme bei den Komponenten.

Siehe hier mehr zu > Radtour mit dem E-Bike

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FAQ - Häufige Fragen

Welche Sitzposition ist optimal für längere Radtouren?

Viele Beschwerden auf Touren entstehen nicht durch mangelnde Fitness, sondern durch eine unpassende Sitzhaltung. Ist die Haltung zu sportlich (weit nach vorn / unten gebeugt wie auf dem Rennrad) belastet das Nacken, Hände und Rücken. Zu aufrecht sitzend bietet man aber viel mehr Windwiderstand und belastet den Sattel und den Hintern stärker. Auch das tut dem Rücken nicht gut. Ideal ist meist eine leicht nach vorn geneigte Haltung. Sie entlastet den Rücken und erlaubt gleichzeitig ein effizientes Treten.

Voraussetzungen für eine optimale Haltung sind aber die richtige Rahmengröße, die passende Lenkerhöhe, eine geeignete Vorbaulänge, ein ergonomischer Sattel und die korrekte Pedalposition.

Warum soll ich keinen Rucksack für das Gepäck nehmen?

Das Gewicht des Rucksacks belastet den Rücken und Schultern unnötig. Er ist geeignet für kurze Strecken mit wenig Gepäck. Aber auch dann tut dem Radler schneller der Hintern weh, als wenn man gleich zur Satteltasche greift. Wenn man einen Rucksack zusätzlich zur Satteltasche braucht, dann sollten da die leichtesten Dinge rein und die schweren in die Satteltaschen.

Mountainbike und Trekkingrad auf Radtour im Gebirge

Auf welche Pannen sollte ich mich vorbereiten?

Grundsätzlich kan natürlich alles kaput gehen. Aber meistens treten Reifenpannen auf. Dazu sollte man einen Ersatzschlauch oder Flickzeug dabei haben und in der Lage sein, das Rad auszubauen und einen Platten zu flicken.

Hin und wieder kann es auch mal Probleme mit den Bremsen geben. Oder ganz allgemein mit den Bowdenzügen von Bremsen oder Schaltung. Auch hier sollte man leichte Reparaturen selbst durchführen können. Grundsätzlich gilt: Vor der langen Radtour sollten das Fahrrad überprüft und alle Verschleißteile erneuert werden.

Keine Panne im engeren Sinne, aber noch blöder ist der Diebstahl des Fahrrades. Ein gutes Schloss und Mitdenken beim Anschließen gehören zu einer gelungenen Radtour also auch dazu.

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Fazit

Trekkingräder sind vielseitige Allrounder und für die meisten längeren Radtouren sehr gut geeignet. Spezielle Reiseräder bieten auf besonders anspruchsvollen Touren maximale Zuverlässigkeit und viele Möglichkeiten zum Gepäcktransport.

Gravelbikes sprechen sportlich orientierte Fahrerinnen und Fahrer an, die mit leichtem Gepäck reisen.

E-Bikes ermöglichen entspannteres Reisen und größere Reichweiten, solange der Akku noch Saft hat oder die nächste Lademöglichkeit in Reichweite ist.

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