Sollte man Cannabis und Antibiotika kombinieren?

Ein verständlicher Leitfaden (von weed.de)

Antibiotica und Cannabis

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Wichtigste Erkenntnisse

  • Es wurden keine schwerwiegenden oder gefährlichen Wechselwirkungen zwischen Cannabis und gängigen Antibiotika berichtet, allerdings ist die Forschungslage noch begrenzt.

  • Beide werden über die CYP450-Enzyme der Leber verstoffwechselt – CBD kann den Abbau von Antibiotika verlangsamen (was Nebenwirkungen verstärken kann), während einige Antibiotika wie Rifampicin den Abbau von Cannabis beschleunigen können (was die Wirkung abschchwächt).

  • Nebenwirkungen können sich addieren – Schwindel, Müdigkeit und Benommenheit durch beide Substanzen können in Kombination stärker auftreten.

  • Sprechen Sie immer zuerst mit Ihrem Arzt – Seien Sie ehrlich in Bezug auf Ihren Cannabiskonsum. Über weed.de finden Sie cannabisfreundliche Ärzt:innen für eine persönliche, urteilsfreie Beratung.

Gefährden Sie Ihre Antibiotikatherapie niemals – Beenden Sie die Behandlung vollständig wie verordnet. Wenn Sie Unterstützung zur sicheren Anwendung von Cannabis während der Therapie benötigen, wenden Sie sich an die Expert:innen von weed.de.

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Kombination von Antibiotica und Cannabis

Sie nehmen also Antibiotika wegen einer Infektion ein, nutzen aber auch Cannabis, um Symptome wie Schmerzen oder Übelkeit zu lindern – oder einfach, um zu entspannen. Die große Frage lautet: Ist es sicher, beides zu kombinieren? Das ist eine häufige Sorge, die wir auch oft von Patient:innen bei weed.de hören. Sie möchten gesund werden, aber nicht auf die Erleichterung verzichten, die Cannabis bietet.

Schauen wir uns an, was die Wissenschaft dazu sagt – einfach und ohne Umschweife.

Die kurze Antwort: Vorsicht ist wichtig, aber keine Panik

Die gute Nachricht: Es gibt keine weit verbreiteten Berichte über schwere, lebensbedrohliche Wechselwirkungen zwischen Cannabis und gängigen Antibiotika.

Wenn es solche gäbe, hätten Ärzt:innen das längst bemerkt. Die meisten Menschen, die beides kombiniert haben, kamen gut damit zurecht.

Allerdings bedeutet „keine größeren Probleme“ nicht dasselbe wie „100 % risikofrei“. Die Forschung ist noch jung, und es gibt einige Punkte zu beachten.

Wie Ihr Körper beides verarbeitet (die Rolle der Leber)

Stellen Sie sich Ihre Leber wie eine geschäftige Fabrik vor, mit einem Team von „Mitarbeitern“ (Enzymen), dem sogenannten Cytochrom-P450-System (CYP). Diese Enzyme bauen Medikamente ab – darunter die meisten Antibiotika sowie Cannabinoide wie THC und CBD.

Hier wird es etwas kompliziert:

  • Cannabis kann den Abbau verlangsamen: Vor allem CBD kann diese Enzyme stark beanspruchen. Benötigt Ihr Antibiotikum dieselben Enzyme, wird es möglicherweise langsamer abgebaut. Dadurch können höhere Antibiotikaspiegel im Blut entstehen, was das Risiko für Nebenwirkungen wie Magenbeschwerden oder Schwindel erhöhen kann.

  • Manche Antibiotika können den Abbau beschleunigen: Bestimmte Antibiotika, wie Rifampicin, machen die Enzyme besonders aktiv. Das kann dazu führen, dass THC und CBD schneller abgebaut werden – die Wirkung von Cannabis fällt dann schwächer aus.

Bei den meisten kurzfristigen Standard-Antibiotikatherapien sind diese Effekte meist mild. Dennoch ist dies der Hauptgrund, warum es so wichtig ist, Ihren Arzt zu informieren.

Der additive Effekt: Sich „neben der Spur“ fühlen

Auch ohne ausgeprägte chemische Wechselwirkungen können Sie sich einfach schlechter fühlen. Sowohl Antibiotika als auch Cannabis können ähnliche Nebenwirkungen verursachen.

Häufige Neben­wirkung

Antibiotika

Cannabis (THC)

Kombinierter Effekt

Schwindel

Kann stärker empfunden werden

Müdigkeit / Benommen­heit

Verstärkte Sedierung

Magen­beschwerden

(selten)

Können sich verstärken

Wenn Sie sich durch Antibiotika ohnehin müde oder schwindelig fühlen, kann THC diese Empfindungen noch verstärken. Das ist meist nicht gefährlich, aber unangenehm.

Überraschende Forschung: Cannabis als Unterstützer?

Ein interessanter Aspekt: In Laborstudien haben Cannabinoide eigene antibakterielle Eigenschaften gezeigt. Forschende fanden heraus, dass CBD und andere Cannabinoide Bakterien abtöten können – auch resistente Keime wie MRSA.

Einige Studien deuten sogar darauf hin, dass CBD Antibiotika wirksamer machen könnte, indem es die Abwehrmechanismen der Bakterien schwächt.

Wichtig: Versuchen Sie bitte nicht, eine Infektion mit Cannabis zu behandeln. Diese Forschung befindet sich noch in einem sehr frühen Stadium. Die im Labor verwendeten Dosierungen unterscheiden sich stark von dem, was durch normalen Cannabiskonsum erreicht wird. Halten Sie sich daher an Ihr ärztliches Rezept.

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Ihre 4-Schritte-Sicherheitscheckliste

Wenn Sie erwägen, während einer Antibiotikatherapie Cannabis zu nutzen, hilft dieser einfache Leitfaden:

1. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker

Dies ist der wichtigste Schritt. Seien Sie ehrlich über Ihren Cannabiskonsum. Es geht nicht um Bewertung, sondern um Ihre Sicherheit. Fachpersonal kann Ihnen sagen, ob Ihr konkretes Antibiotikum bekannte Wechselwirkungen hat. Wenn Sie eine Ärztin oder einen Arzt suchen, der sich mit Cannabismedizin auskennt, kann weed.de Sie mit kompetenten Fachleuten für eine vertrauliche Beratung verbinden.

2. Hören Sie auf Ihren Körper

Wenn Sie Cannabis verwenden, beginnen Sie mit einer deutlich niedrigeren Dosis als gewohnt. Achten Sie genau auf mögliche Veränderungen. Ungewöhnliche Nebenwirkungen wie stärkerer Schwindel, Herzrasen oder extreme Müdigkeit sind ein Signal, eine Pause einzulegen.

3. Vermeiden Sie das Rauchen

Ihr Körper kämpft bereits gegen eine Infektion. Rauchen – auch von Cannabis – kann Lunge und Rachen reizen und die Genesung erschweren, besonders bei Atemwegsinfektionen. Sanftere Alternativen sind Öle, Tinkturen oder Edibles (bei medizinischer Verschreibung).

4. Setzen Sie Ihre Antibiotika niemals zu früh ab

Beenden Sie die Antibiotikatherapie immer vollständig, auch wenn Sie sich besser fühlen. Ein vorzeitiger Abbruch ist eine der Hauptursachen für Antibiotikaresistenzen. Cannabis sollte niemals dazu führen, dass Sie Ihre Medikamente nicht wie verordnet einnehmen.

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Fazit

Die Kombination von Cannabis und Antibiotika ist kein akuter Notfall, erfordert aber gesunden Menschenverstand und Vorsicht. Der sicherste Weg ist immer das Gespräch mit medizinischem Fachpersonal.

Wenn Sie fachkundige Unterstützung benötigen, nutzen Sie einen Service wie weed.de, um eine Ärztin oder einen Arzt für eine persönliche Beratung zu finden. Ihre Gesundheit ist es wert.

Antibiotica und Cannabis

Quellen

[1] Healthline. „Kann man Cannabis konsumieren, während man Antibiotika einnimmt?“
[2] Qian, Y., Gurley, B. J. & Markowitz, J. S. (2019). Die Fakten zu Cannabidiol (CBD) und Arzneimittel-Wechselwirkungen. Journal of the American Pharmacists Association, 59(2), 163–165.
[3] Brown, J. D. & Winterstein, A. G. (2019). Mögliche unerwünschte Arzneimittelereignisse und Arzneimittel-Wechselwirkungen bei medizinischem und frei verkäuflichem Cannabidiol (CBD). Journal of Clinical Medicine, 8(7), 989.
[4] Veriheal. „Ist der Konsum von Cannabis während der Einnahme von Antibiotika sicher?“
[5] Karas, J. A. et al. (2020). Die antimikrobielle Aktivität von Cannabinoiden. Antibiotics, 9(7), 406.
[6] Farha, M. A. et al. (2020). Das verborgene antibiotische Potenzial von Cannabis. ACS Infectious Diseases, 6(3), 338–346.
[7] weed.de

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