| Der Untergrund Galiziens wurde vor allem während der variszischen Gebirgsbildung im Paläozoikum (vor ca. 300 Mio. Jahren) angelegt. Damals kollidierten verschiedene Kontinentalblöcke und es entstand ein großes Gebirgssystem, das sich über weite Teile Europas erstreckte. In Deutschland gehören unter anderem Harz, Thüringer Wald, Erzgebirge, Schwarzwald und Teile des Rheinischen Schiefergebirges zu während der Variszischen Gebirgsbildung geprägten Regionen.
Dabei wurde bei der Kontinentalkollosion Gestein tief in die Erdkruste versenkt und teilweise aufgeschmolzen. Magma drang in die Erdkruste ein und erstarrte dort langsam zu Granit und ähnlichen Gesteinen.
Der Granit, den man heute an der Costa da Morte sieht, entstand also ursprünglich mehrere Kilometer unter der Erdoberfläche. Erst Hebung und die Abtragung der darüberliegenden Gesteine legten ihn frei.
Warum der Granit so bizarre Formen bildet
Granite werden von zahlreichen Klüften und Brüchen durchzogen. Sie entstanden u.a. bei der Abkühlung des Gesteins als Entlastungsklüfte und wurden durch spätere tektonische Bewegungen weiter ausgeprägt.
Diese Klüfte sind natürliche Schwächezonen. Wasser kann eindringen und die Verwitterung beschleunigen. Mit der Zeit werden einzelne Gesteinspakete voneinander getrennt und ihre Kanten abgerundet. So entstehen Felsblöcke, Felskuppen, Türme und andere charakteristische Formen.
Bei bestimmten Formen spricht man von Wollsackverwitterung. Dabei bleiben einzelne Granitblöcke erhalten, während das Gestein entlang der Klüfte stärker verwittert. Das Ergebnis erinnert manchmal an übereinandergestapelte Säcke.
Auch der Atlantik formt die Küste
Wo der Granit bis ans Meer reicht, kommt die Brandung des Atlantiks prägend hinzu. Sie greift bevorzugt an vorhandenen Klüften und anderen Schwächezonen an. Risse können erweitert werden, sensiblere Felswände zurückweichen und Buchten oder Felsspalten entstehen.
Widerstandsfähigere Gesteinsbereiche bleiben dagegen als Vorsprünge und Kaps erhalten. Das erklärt den stark zerklüfteten Charakter der Costa da Morte und trägt zur Ausbildung der markanten Landzungen von Cabo Vilán, Cabo Touriñán und Fisterra bei.
Die heutige Küste ist damit also nicht allein ein Produkt der Brandung. Auch unterschiedliche Gesteine, tektonische Strukturen und die langfristige Verwitterung beeinflussen ihre Form.
Felsen, Strände und Dünen
Zwischen den Felsküsten liegen auch große Sandstrände. Besonders anschaulich ist das Zusammenspiel verschiedener Landschaftsformen bei Traba und Carnota .
Hinter dem Praia de Traba liegt eine Lagune, während die Granitfelsen von Pasarela und Traba den Landschaftsraum begrenzen. Am langen Strand von Carnota schließen sich Dünen und Feuchtgebiete an. Dahinter erhebt sich der Monte Pindo.
Sand und Dünen sind dabei Teil eines dynamischen Küstensystems. Verwittertes Gestein und von Flüssen transportierte Sedimente gelangen ins Meer und werden durch Wellen und Wind entlang der Küste zurückgeworfen, verlagert und abgelagert.
Auch Inseln wie die Illas Sisargas vor Malpica zeigen den Einfluss des unterschiedlichen Widerstands der Gesteine. Widerstandsfähige Gesteinskörper können als Inseln und Felsvorsprünge erhalten bleiben, während andere Bereiche stärker erodieren. 
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