Locations auf Island: Vulkanismus, Geologie & Geomorphologie

Orte und Gebiete auf Island von A-Z und ihre geologische Entstehung.

Island: Lavastrom

Auf dieser Seite:

Auf separaten Seiten:

Zurück zum Seitenanfang

Orte & Locations A-Z

AsbyrgiÁsbyrgi: 1. Der Fluss teilt sich im Unterlauf und bildet zwei getrennte Fälle. 2. Die Fälle wandern flussaufwärts und vereinigen sich hinter der Flussgabel. 3. Der Fluss wird weiter oben angeschnitten und der Unterlauf fällt trocken. Bild rechts aus Hug-Fleck: Islands Geologie.

Die gesamte Gegend ist geprägt von einem Gletscherlauf, der vor 2000-4500 Jahren stattfand.

Askja, Viti, Dyngjufjöll: Das Dyngjufjöll-Massiv ist zum großen Teil aus Hyaloklastiten aufgebaut, also unter Eisbedeckung entstanden, später wieder vom Eis überformt. Askja ("Schachtel") ist ein Calderavulkan, Rest eines mächtigen Stratovulkans. Die Caldera hat 9 km Durchmesser, wurde von Lava überflutet und bis auf 1.100 m Höhe aufgefüllt. Der Rand liegt 500 m höher. 1875 Ausbruch des Viti-Kraters mit Asche- und Bimssteinwolke. Austrittsgeschwindigkeiten von über 400 km/h, Eruptionssäule über 25 km hoch, 2 Tage nach Ausbruch regnete es in Stockholm Asche. Die Ascheschichten bedeckte in der Umgebung des Kraters 650.000 qkm. Alle Höfe in dieser Zone wurden aufgegeben, es setzte eine Auswanderungswelle nach Amerika ein. 2,5 Mia. cbm geförderter Bimsstein hinterließen Hohlraum in Magmakammer, der östliche Teil der Askja-Caldera (erst nur 3 qkm) stürzte ein. Ein Jahr später war eine 7,3 qkm große Senke zu finden, in der sich ein See gebildet hatte, der Öskjuvatn. 1926 baute sich im Süden des Sees ein kleiner Schlackenkegel auf. Jüngster Ausbruch der Askja 1961. 800 m lange Spalte mit 500 m hohen Lavafontänen, 7,5 km Lavastrom. Neben der Piste über diesen Strom (Astronautenstrasse) testete die Nasa ihr Mondfahrzeug. Islands Geologie, S. 71, Karte S. 74, Krafft, S. 107

Baula (Nordurdalur): Rhyolith-Staukuppe
Dettifoss: Islands Geologie, S. 58, Krafft, S. 113
Dimmuborgir: Islands Geologie, S. 92
Dyrhólaey, Kap:
Islands Geologie, S. 104
Dyunjufjöll
, Stratovulkan
Eldgjá, Ofaerafoss: Explosiver Linearausbruch. Islands Geologie, S. 85, Blockbild S. 87, Krafft, S. 81
Eyjafjallajökull (westl. des Katla): letzter Ausbruch 1821, 1666 m, unter Eis, Schlammströme bei Ausbrüchen.

Geysir: Erdbeben riß in der Tiefe Spalten auf, in denen Wasser gut zirkulieren kann. Erste Aufzeichnungen Geysir von 1294 in Zusammenhang mit Erdbeben. Seit 1915 hat Geysir natürliche Tätigkeit eingestellt, nach 2000 hin und wieder Ausbrüche. Schlot ist von Kieselsinter (Geyserit) eingefasst. Mineralien (hauptsächlich Kieselsäure) werden bei niedrigen Temperaturen an der Oberfläche ausgefällt. So entstand in 8.000 - 10.000 Jahren ein mehrere Meter hoher Sinterkegel. Das Wasserbecken hat einen Durchmesser von 14 m, die Wassertemperatur um 80°. Bunsen konnte 1846 Lot bis 22 m Tiefe ablassen, darunter verzweigt sich der Schlot in viele kleine Risse. Wassertemperatur nimmt nach unten kontinuierlich zu. 12 m = 120 °, 22 m = 127,5° (Siedepunkt steigt mit zunehmender Tiefe durch Druck der Wassersäule). Die Fontaine des Geysir war bis zu 60 m hoch. Er wurde nach seinem eigentlichen Erlöschen ein mal wöchentlich mit Seife (verändert den Siedepunkt) wiederbelebt, was aber nicht immer klappte. Erklärung der Funktion siehe Funktion der Geysire. Islands Geologie, S. 51, Krafft, S. 59.

Grábrok: Islands Geologie, S. 49
Graenavatn (bei Krísuvík): Mar
Grimsvötn, Vatnajökull, Öraefjökull: Islands Geologie, S. 116. Grimsvötn subglaziar unter Vatnajökull. 300 m breite Caldera sammelt Schmelzwasser, Eruption unter dem Schmelzwassersee, bei Explosion kann der See schlagartig abfließen. 50.000 cbm Wasser/Geröll pro Sekunde schießen über 30 km breiten Skaidararsandur. 18. Jh. - 1934 alle 9 - 12 Jahre ein Ausbruch, seitdem alle 4 - 6 Jahre.
Grjótagjá, Stóragjá, Krummagjá: Islands Geologie, S. 94
Gullfoss: Islands Geologie, S. 50, Krafft, S. 59
Hafragilsfoss: Islands Geologie, S. 60
Heimaey: Islands Geologie, S. 112, Skizze S. 113, Krafft, S. 84. Eldfell auf Heimaey (Westmänner-Inseln, 23.01.1973): 1,5 km Spalte riß auf und Lava ergoß sich über Insel und ins Meer. 1 Tag später verkürzte sich Spalte auf 300 m. 3 Tage später nur noch ein Krater tätig. Gut 2 Monate später war Kegel 230 m hoch, und ein Lavastrom bedrohte die Stadt und den lebenswichtigen Hafen (Ort lebte vom Fischfang). Er wurde durch Wasserabkühlung kurz vor dem Hafen gestoppt. Schaden: 40 Mio. Euro.
Hekla, 1491 m, Ausbruch 1947, 1970, bekanntester isländischer Vulkan. Hekligjà-Spalte, 5 km lang, wirft bei jeder Eruption Lava und Asche aus, was für Spalten ungewöhnlich ist. Islands Geologie, S. 106, Krafft, S. 66
Herdubreid ("breite Schulter"): Tafelvulkan, entstanden durch subglaziare Eruption. Auf subglaziarem (= unter Eis liegendem) Sockel steht ein kleiner Schildvulkan. Typischer Aufbau: an der Basis Kissenlaven, darüber Hyaloklastite, oben drauf subaerischer Vulkan. Islands Geologie, S. 68
Hlidarfjall (westl. von Myvatn): Rhyolith-Staukuppe
Hljodarklettar: Islands Geologie, S. 61
Hraunfossar: Islands Geologie, S. 47
Hrossaborg: Islands Geologie, S. 65
Hveravellir ("heiße Felder"): Zwischen Langjökull und Hofsjökull liegt dieses Thermalgebiet. Rote und türkisblaue Quellen, Kieselsinterterrassen, gelbe Schwefelfärbung. Alle Quellen sehr alkalisch (sauer). Islands Geologie, S. 79, Krafft, S. 63
Hverfjall (bei Myvatn): explosiver Vulkan, Aschekegel, vor 2500 Jahren entstanden. Islands Geologie, S. 90
Jökulsá Canyon: Islands Geologie, S. 60
Kaldidalur: Krafft, S. 58
Katla(Myrdalsjökull, Myrdalssandur): 17 Ausbrüche in 1100 Jahren, zuletzt 2 x pro Jahrhundert. Schlammströme über Myrdalssandur vom Ausmaß des Amazonas, 1918 wurde ein 400 cm großer Steinblock über 14 km transportiert. Islands Geologie, S. 115
Kerid: explosiver Vulkan.
Kerlingarfjöll: Islands Geologie, S. 81, Krafft, S. 63
Ketildyngja (bei Askja): Schildvulkan, Lavastrom 82 km lang, bedeckt 330 qkm, Fladenlaven,
Kjölur: Hochlandpiste, F 37, 165 km von Eyvindarstadir zum Gullfoss. Weite Teile mit spärlicher Vegetation. Islands Geologie, S. 79
Krafla: Islands Geologie, S. 96
Kverkfjöll, Stratovulkan: Islands Geologie, S. 75 Auf der Piste zum Kverkfjöll (F 98) subglaziare Vulkanketten aus Kissenlaven.
Lakagigar: Spaltenvulkan, Spalte 25 km lang. 100 aufgereihte Vulkane. Größter Ausbruch in historischer Zeit, 12,3 ckm Lava. Krafft, S. 81
Laki-Spalte (1783): 25 km lang, größter historischer Lavaausbruch, 12 Mia. cbm Lava und 3 Mia. cbm Pyroklastite in 6 Monaten. Ca. 100 kleine Schlackenkegel waren gleichzeitig tätig. Weideland wurde für viele Jahre unbrauchbar, über 50 % der 22.000 Rinder verendete, 80 % der 233.000 Schafe, 75 % der 35.500 Pferde, Bevölkerung sank von über 50.000 auf 38.000, es gab Überlegungen, die Insel aufzugeben.

Landmannalaugar, Torfajökull-Massiv: Laugarhraun, rhyolotischer Lavastrom, mit 400 qkm der größte Islands, Lage 400 m hoch. Rhyolithe während letzter Eiszeit gefördert. Durch Calderaeinbruch hat sich Gebiet zwischen Landmannalaugar, Torfajökull, Kaldaklofsjökull und Laufafell abgesenkt. Dort sind postglaziale rhyolithische Laven ausgeflossen und zu Obsidian erstarrt. Bláhnúkur: Blauer Berg, 943 m hoch, subglaziare Hyaloklastite. Ehemalige Schlotfüllungen sind an seinen Flanken zu sehen. . Islands Geologie, S. 82, Karte S. 84, Krafft, S. 76

Ljótipollur: explosiver Vulkan
Lúdent: Islands Geologie, S. 90
Lyngdalsheidi (Thingvellir): Schildvulkan
Myrdalsjökull, Katla
: Islands Geologie, S. 115
Myvatn, Mückensee: Islands Geologie, S. 90, S. 95, Krafft, S. 99

Námafjall, Námaskard: Myvatn-Gebiet. Hyaloklastitrücken Námafjall durch subglaziare Spalteneruption. Östlich davon das Thermalgebiet von Námaskard mit tiefen Spalten und Brüchen. Starke Schwefelaushauchungen, bis 1940 Abbau von Schwefel. Auflockerung des Bodens durch Schwefel- und Gipskristalle wie bei Nadeleis. Viele Schlammtöpfe. Durch aggressive Gase und Lösungen wird Gestein (Hyaloklastite und Basalt) hydrothermal zersetzt. Bohrlöcher aus Testbohrungen für Geothermalprojekt. Islands Geologie, S. 88

Odadahraun (Missetäterwüste): Islands Geologie, S. 66
Ok: Islands Geologie, S. 46
Öraefajökull,
2118 m, Stratovulkan, zweithöchster Vulkan Europas. Krafft, S. 113
Reykholtsdalur
: Islands Geologie, S. 48
Reykjanes (Halbinsel), Reykjavik: Krafft 1984, S. 52, Islands Geologie, S. 54
Sandar: Krafft, S. 79
Skeidararsandur: Schlammströme aus Grimsvötn
Skjaldbreidur: Schildvulkan, 1060 m, 10 km Basisdurchmesser, 7-8 Grad Hangneigung, steiler Gipfelkrater mit 350 m Durchmesser. Islands Geologie, S. 46
Skúdustadir (Pseudokrater): Islands Geologie, S. 93
Snaefellsjökull, 1448 m
Snaefellsnes: Krafft, S. 94
Sprengisandur: Findlinge, Flußschotter und Sandflächen aus der letzten Eiszeit. Ältere Basaltrücken ragen aus dem Moränenschutt. Feinmaterial an der Oberfläche ausgeblasen. Islands Geologie, S. 78
Strokkur: Springquelle beim großen Geysir. Wassersäule weniger hoch, aber noch aktiv, in wenigen Minuten Intervallen.
Strytur: postglazialer Schildvulkan, 840 m. Von Hveravellir 90 min. Fußmarsch richtung Süden, nur 300 m Steigung auf 5 km. Im Krater Reste des Lavasees. Hornito (20 m hoch) steht ca. 150 m SW des Kraters. Islands Geologie, S. 80
Surtsey: Ausbruch 1963-67. Islands Geologie, S. 110, Krafft, S. 90

Thingvellir: Allmännerschlucht, entstanden durch das Auseinanderdriften der beiden Schollen. An der Trennlinie zwischen beiden Schollen ist ein Graben eingesunken, in den letzten 9000 Jahren um 60-90 m. Ein Teil der Basaltschichten ist als Block von der Grabenschulter abgebrochen und liegt schräg zwischen Graben und Grabenschulter (siehe Abbildung). Zwischen diesem Block und der Grabenschulter hat sich ein Spalt aufgetan und bildet die Allmännerschlucht. Islands Geologie, S. 44, Krafft, S. 55.

1: abgebrochene Basaltstücke - 2: Grabenschulter - 3: Graben - 4: Jüngere Basaltlaven
Allmännerschlucht im Thingvellir. Aus: Hug-Fleck: Islands Geologie.

Threngslaborgir-Lúdentsborgir-Komplex (östl. von Myvatn): Linearvulkan
Tjörnes: Krafft, S. 97
Trölladyngja (Schildvulkan), Aldeyarfoss, Godafoss: Islands Geologie, S. 76
Valagjà: explosiver Spaltenausbruch.
Vatnaöldur (südl. von Thorsvatn): Spaltenvulkan. 6600 Jahre alt, größter Lavaausbruch auf der Erde in postglazialer Zeit. Lavastrom Thjórsà mit 150 km Länge, 800 qkm Fläche, 15 ckm Volumen.
Vesturdalur: Islands Geologie, S. 62

Weiterführende Seiten

Zurück zum Seitenanfang