Island: Glaziologie
Wandern - Trekking - Radfahren - Kanutouren


Gletscherkunde, Autorin: Kirstin Werner.

Glaziologie Island in Stichworten

Glazialmorphologie:-          Lehre, die sich mit der Formenbildung durch Eis beschäftigt

Allgemeine Übersicht über d. Vergletscherung Islands

-          Ca. 11% v. Island sind mit Eis bedeckt (11800km², mehr als Zypern) -> Island ist das am meisten mit Eis bedeckte Land Europas

-          Gletscher entstanden v. ca. 2500 Jahren, als eine feuchte, kühle Phase begann -> jung u. kein Überbleibsel d. letzten Eiszeit (endete v. ca. 10 000 Jahren)

-          Gletscher bleiben kleiner als heute bis ins Mittelalter

-          Ab 14. Jh. Abkühlung -> Wachsen d. Gletscher, Siedlungen werden z. T. zerstört

-          16. Jh. - 1920: "Kleine Eiszeit" -> weitester Eisvorstoß in Nacheiszeit, maximale Vereisung 1890

-          Rückgang d. Eises bis 1960, seitdem Stagnation bzw. leichte Vorstöße

-          Isländische Gletscherregionen

o       Südliche Provinz: u.a. Eyjafjalla-, Mýrdals-, Hofs-, u. Vatnajökull (südliche Teile davon); Niederschlagswerte v. 4000mm / Jahr

o       Zentrale Provinz: u.a. Lang,- Hofs-, Snaefells- u. Vatnajökull; Niederschlagswerte v. 400mm / Jahr

o       Nördliche Provinz

-          Gletscher in Island, wegen:

o       Nördlicher Lage mit Breitenlage zwischen 63,5° u. 66,5° Napoléon

o       Niedrige Sommertemperaturen mit 11,2°C im Julidurchschnitt

o       Heftiger Niederschläge (Islands Lage zwischen tropisch - maritimen u. polaren Luftmassen sowie d. Golfstrom, der viel Feuchtigkeit bringt)

-          Verschiedene Gletscher:

Vatnajökull -> "Wassereis"

o        8300km² -> größter Gletscher Islands u. Europas (doppelt so groß, wie alle Gletscher d. Alpen zusammen, größer als Korsika), 70% d. vergletscherten Fläche Islands

o        3. größte Eisfläche d. Welt nach Antarktis u. grönländischem Inlandeis

o        Eispanzer im Mittel 400m dick, an dickster Stelle 1000m (!)

o        Größte Ausdehnung zwischen 18. u. 19. Jh., deutliche Gletscherregression seit 1890

o        Plateaugletscher

o        Produkt aus mehreren zusammengeflossenen Hochgebirgs- u. Plateaugletschern: Öraefajökull, Esjufjöll, Breidabunga, Kverkfjöll, Grimsfall

o        Geologischer Untergrund: größtenteils jungvulkanisches Tafelland Zentralislands (folgende Vulkansysteme schlummern unter seiner Eisdecke: u.a. Grimsvötn, Kverkfjöll, Bárdarbunga, Háabunga, Breidabunga)

o        Könnte unter heutigen Klimabedingungen nicht entstehen, denn nur 10% d. Gletscheruntergrundes liegen über 1100m ü. NN (= Schneegrenze), so dass nur seine höchsten Gebiete einer Vergletscherung unterzogen wären

o        Bildet Wetterscheide zwischen kalten polaren Luftmassen im Norden u. warmen ozeanischen Luftmassen im Süden

Skeidarárjökull

o        Gehört zum Vatnajökull

o        Typischer Auslaufsgletscher

o        In Tiefen bis 100m ü. NN

o        30km breit

o        Schmelzwasserabfluss geregelt über 3 Flußsysteme

o        Ca. 3km langer Moränengürtel

Breidamerkurjökull

o        Im südlichen Bereich d. Vatnajökull

o        Gesamtfläche v. 1183km² (ca. 14% d. Gesamtmasse d. Vatnajökull)

o        Typischer Talgletscher

o        Ca. 20km lang, 10km breit

o        Größte Ausdehnung 1894

o        Abschmelzen d. Gletschers: Verlust v. 49% d. Gesamtvolumens, Freigabe einer Fläche v. 52km²

Langjökull

o        Junger Plateaugletscher

o        60km lang, 30km breit

o        Gesamtfläche 950km² -> 2.größter Gletscher Islands

o        Zwischen 1860 u. 1966 verkleinerte sich Volumen um ca. 30km³

o        Einheitliches Gletscherbild, an einigen Stellen v. "Nunataks" durchbrochen

o        Gletscher liegt an vielen Stellen über postglazialer Lava

Hofsjökull

o        Junger Plateaugletscher

o        Erstreckt sich uhrglasförmig über zentralisländisches Hochland

o        Gesamtfläche 910 km² -> 3. größter Gletscher in Island

Mýrdalsjökull u. Eyjafjallajökull

o        Gletschersystem

o        M: 600km² groß, Durchmesser v. 30km -> 4. größter Gletscher Islands

o        E: 80km² groß, 1666m hoher Berg unter Gletschereis

o        Umfassen mehrere subglaziale Vulkane, u. a. Katla (unter Mýrdalsjökull)

Wie entsteht ein Gletscher

-          Gletschergebiet besteht aus Nährgebiet (liegt oberhalb d. Schneegrenze, hier entsteht d. Gletscher) u. aus Zehrgebiet (liegt unterhalb d. Schneegrenze, hier schrumpft d. Gletscher u. lagert sein mitgeführtes Material ab)

-          Gletscher entstehen, wenn mehr Schnee fällt, als durch Verdunstung u. Schmelzen verloren geht

-          Wiederholtes Schmelzen u. Frieren v. abgelagerte Schneemassen -> Verdichtung zu körnigem Firn, schließlich zu Eis (besondere Kristallstruktur aufgrund d. hohen Drucks durch d. aufliegenden Schnee)

-          Ab einer bestimmten Dicke d. Eisschicht wird Gletschereis plastisch (durch Druck) u. der Gletscher beginnt, wegen seines Gewichts hangabwärts zu kriechen

-          Kriechgeschwindigkeit sehr unterschiedlich: 1m - 25m pro Tag

Gletschertypen

Plateaugletscher

-          Begraben Landschaft flächenhaft

-          Große Inlandsvereisungen wie in d. Antarktis u. auf Grönland

-          Ausnahmen: "Nunataks": isolierte, über d. Oberfläche v. Gletschern bzw. Inlandeis aufragende Felsen od. Berge

Talgletscher

-          Eiszungen, d. v. Plateaugletschern durch Täler ins Vorland hinabfließen

-          Langsame Ströme, nehmen meist gesamte Breite d. Tales ein

-          Eis an Oberseite d. Gletschers ist spröde -> fließt Gletscher über Hindernis, wird Oberfläche in Eisbruchstücke zerlegt u. Gletscherspalten reißen auf

-          In Tälern schmelzen Zungen d. Talgletscher ab

Kargletscher

-          "Hängegletscher"

-          Entstehen an hoch gelegenen Hängen oder Mulden, wenn d. Bedingungen zur Firn- u. Eisbildung gegeben sind

-          An 3 Seiten v. Felswänden umgeben

-          Eisfläche meist nur wenige km² groß

-          Wenn Eis abschmilzt, bleibt wannenförmige Hohlform übrig -> Wohnsitz d. Trolle

Gletscherbewegungen

-          Ab einer bestimmten Mächtigkeit d. Eisdecke (18 - 50m) wird diese so schwer, dass sie deformiert wird u. beginnt, sich zu bewegen

-          Gewicht d. Eismasse + Erdanziehung -> Gletscherbewegung

-          Gletschergrund fließt langsam über geologischen Untergrund, wird v. Reibung aufgehalten -> Oberseite fließt schneller

Form, die durch Gletscherbewegungen entsteht

Gletscherspalten

-          Auffallendste u. charakteristischste Gletschersturktur

-          Risse u. Klüfte in starrer Oberfläche d. Eismasse

-          entstehen in brüchiger Kruste wegen Bewegung d. Eises aufgrund v. Differenzen in Fließgeschwindigkeit (wegen Widerstand u. Reibung) besonders an Gefällsknicken (sog. Sérarcs -> Gletscherspalten, die quer zur Fließrichtung an Gefällsknicken entstehen)

-          Quer-, Längs-, Rand- u. Radialspalten

-          Inneres plastisch fließendes Gletschereis ist spaltenfrei

-          Gletscherspalten sind zunächst konkav, werden aber bei weiterem Fortschreiten gerader (Weil Gletschermitte schneller fließt als Randbereiche)

-          Können geschlossen werden, wenn Eismasse komprimiert wird

-          Können Lage u. Orientierung ändern, was durch Gletscherfluss bestimmt wird

-          Längen: wenige - 1000m

-          Breite: bis zu mehreren Metern

-          Tiefe: bis zu einigen 10er - Metern

Surge

-          Quasiperiodischer Wechsel in d. Bewegung d. Eises von einer normalen, über einen längeren Zeitraum konstanten Geschwindigkeit zu einer schnellen Fortbewegung der Eismasse, die sich in einem sehr kurzen Zeitraum abspielt

-          -> gewaltige Umverteilung d. Eismassen unter Beibehaltung des eigentlichen Gletschervolumens

-          Eis wird in relativ kurzer Zeit über weite Strecke transportiert

-          Geschwindigkeiten an Gletscheroberfläche u. -sohle sind fast gleich

-          Treten besonders bei Auslassgletschern d. Vatnajökull auf

-          Entstehungsvoraussetzungen:

o       Enge Korrelation zwischen Geschwindigkeit, Wasserdruck u. Hebung d. Gletschers

o       1. im oberen Teil nimmt Geschwindigkeit d. Gletscherbewegung in kurzer Zeit um ein Vielfaches zu und nach kurzer Zeit wieder ab

o       2. Gletscher füllt sich mit Wasser -> im Gletscher nimmt Wasserdruck zu -> plötzliche Entleerung -> Wasser schiebt sich wie Keil unter Eis -> Gletscher wird angehoben u. beginnt zu schwimmen (da Reibung vermindert wurde)

o       3. Gletscher reagiert so lange mit hoher Geschwindigkeit, bis Wasserüberdruck nachlässt, dabei wird er nur noch durch Reibung d. seitlichen Talhänge u. größerer Bodenunebenheiten daran gehindert, völlig außer Kontrolle zu geraten

Gletscherläufe

-          "Jökulhlaups"

-          Flutwellen in proglazialen Flüssen

-          Transportieren große Mengen an Schutt u. Eis

-          Können Abflussmengen von bis zu 500 000m³/sec erreichen (Vgl. Amazonas: 200 000m³/sec)

-          Können wenige Stunden bis mehrere Wochen dauern, Menge des mitgeführten Materials ist dabei sehr unterschiedlich

-          abfließende Wassermenge hängt stark v. Größe d. Gletschers ab (bei mächtigen Gletschern ist viel aufgestautes Wasser nötig, um einen Gletscherlauf auszulösen, bei kleinen Gletschern entsprechend weniger)

-          Entstehen

a)      durch Brechen v. Eisdämmen am Rand v. Gletschern

o       Abflussbahnen unter Gletscher sind verstopft -> permanenter Wasserablauf ist nicht möglich, Wasser wird viel mehr aufgestaut -> bei ausreichend großer Menge wird Gletscher angehoben

b)      durch Ausbruch subglazialer Wassermassen, die d. Gletscher zu heben vermögen. Wenn Wasser ca. 9/10 d. Gletscherdicke erreicht hat ("kritischer Level"), kann es diesen aufschwemmen u. dann abfließen. Ursachen:

Subglaziale Vulkanausbrüche

o       unter Gletscher bricht Vulkan aus, ausgestoßene Lava bringt Eis zum Schmelzen -> subglaziales Wasserreservoir wird gebildet, dieses kann ausbrechen

o       Bsp.: Katla (großer Vulkan mit Caldera) unter d. Mýrdalsjökull; Nachweis für Caldera: Depression im Eis

Geothermische Aktivität

o       Unter Gletscher befindet sich eine Magmakammer -> Hitze dringt nach oben u. bringt Eis zum Schmelzen -> subglaziales Wasserreservoir wird gebildet, dieses kann ausbrechen

o       Bsp.: Grimsvötn (eine mit Schmelzwasser gefüllte Caldera, Wassereinzugsgebiet ca. 160km², Depression ca. 60km²) unter Vatnajökull, siehe Kopien zum Ausbruch 1996

-          31. Juli 1999: vulkanische Aktivitäten nahe bei d. Kverkfjöll -> großer Gletscherlauf durchs Tal d. Flüsse Kreppa u. Jökulsá á Fjöllum -> Zerstörung d. Ringsstraße bei Grimsstadir

 

Allgemeine glazialmorphologische Formen

-          Formenbildung d. Eis erfolgte während letzter Eiszeit u. heute noch durch Gebirgsgletscher u. durch Inlandvereisung

"Glaziale Serie"

-          Naturgesetzliche Abfolge v. geomorphologischen Prozessen u. Formen im Bereich eines Gletschereisrandes u. seines Vorlandes

Kar

-          Steilwandige, in d. Berg eingelassene Felswanne, deren Boden einen See haben kann ("Karsee")

-          Ursprungsquelle eines Gletschers

-          Entstehungsvoraussetzung zur Gletscherbildung:

o       Möglichkeit zur Schneeansammlung in Talursprüngen u. in Hangmulden (diese sind ursprünglich entstanden durch fluviatile Prozesse)

Gletschertor

-          Austrittstelle d. subglazialen Gletscherbaches am Vorderende d. Gletscherzunge

-          oft höhlenartig, bis zu 40m hoch

Moränen

-          Sowohl Form rezenter Gletscher als auch vorzeitlicher Glazialgebiete

-          Sediment bzw. Form, d. durch glaziale Prozesse entstanden ist -> das gesamte v. Gletscher transportierte Material

-          Material bleibt an Ort u. Stelle liegen, wenn sich Gletscher zurück zieht od. abschmilzt

-          Moränenmaterial besteht aus Sanden, Steinen, Steinblöcken, dieses Material wird nicht sortiert, sondern durcheinander im Gletscher transportiert

-          Unterschiedliche Formen

Grundmoräne

-          Entstehen durch erodierende Wirkung d. Gletschers, indem d. Eis am Gletschergrund wegen d. Gletscherbewegung über d. Boden kratzt -> abgeschrabbeltes Gesteinsmaterial wird v. Gletscher aufgenommen u. wegtransportiert

-          Transportiertes Material kann auch durch Gletscheroberfläche durchgeschmolzen sein

-          Gewicht d. aufliegenden Eises spielt wichtige Rolle -> Material d. Grundmoräne wird verdichtet

-          Merkmale:

o       Unter jedem Gletscher vorhanden

o       Eintönige Oberfläche

o       Gesteinsbrocken v. sehr großer Mächtigkeit können vorkommen

o       Werden schnell v. glaziofluvialen Prozessen (z.B. Schmelzwasser überform)

Endmoräne

-          Markiert Eisrand dort, wo er längere Zeit stationär war

-          Kann markanten Wall (oft über 100m hoch) besitzen od. bogenförmige Kette v. Hügeln u. Kuppen sein (Bogenform geht auf Gestalt d. Gletscherrandes sein)

-          Können im Vorland eines Gletschers gehäuft aufeinander folgen -> die, die am weitesten v. Gletscher entfernt ist, ist d. älteste

-          2 verschiedene Arten

a)      Ablagerungsmoräne

o        Häufigste Art d. Endmoränen

o        Entstehen bei stagnierenden Gletschern

o        Wälle aus v. Gletscher an seinem Ende abgelagerten Material

o        Zeichnen Gletscherende genau nach

o        Bestehen meist aus unsortiertem, gerundeten Material

b)      Schiebemoräne

o        Entstehen nur, wenn d. Gletscher sich vorwärts bewegt

o        Werden durch schiebende Wirkung eines wachsenden Gletschers gebildet -> Gewicht d. Eises + Vorwärtsbewegung -> am Gletscherende wird Gesteinsmaterial weggeschoben u. zu einem Wall aufgetürmt

o        Zeichnen Gletscherende genau nach

Seitenmoräne

-          Gletscher lagert mitgeführtes Material an d. Seitenrändern in Form v. Wällen ab

-          Material kann kommen aus d. Gletscher od. v. angrenzenden Berghängen

-          An Gletscherflanken können mehrere Seitenmoränen abgelagert sein, auch hier gilt: die die, die am weitesten v. Gletscher entfernt ist, ist d. älteste

-          Nicht immer eindeutig v. Endmoräne nicht klar zu definieren

-          Können zur Mittelmoräne werden, wenn 2 getrennte Gletscherzungen mit Seitenmoränen zusammenlaufen u. diese i. d. Mitte der neu entstehenden Gletscherzunge zusammengedrückt werden

Mittelmoräne

-          Form d. Obermoräne (liegt auf Gletscheroberfläche auf, transportiert z. B. Bergsturzmaterial)

-          Entsteht, wenn sich 2 Gletscher mit getrennten Gletscherzungen zu einem Gletscher mit einer gemeinsamen Zunge vereinen

Drumlin

-          Glaziales Ablagerungsprodukt im Grundmoränenbereich

-          Stromlinienförmige, längliche Hügel mit einem flachen u. einem steilen Ende, welches in Richtung Gletscher zeigt (Form vgl. mit d. v. Wassertropfen)

-          Längsachse verläuft parallel zur Vorstoßrichtung d. Eises

-          Können sehr große Ausmaße haben u. mehrere km lang sein

-          Treten meist in Gruppen v. mehreren 100 bis 1000 Stück auf

-          Entstehen, wenn d. vordringende Gletscher sich über alte Grundmoränenablagerungen schiebt u. diese dabei stromlinienförmig überformt

Kettle - hole / Kettle

-          Löcher, die entstehen, wenn vom Gletscher abgetrennte Eisblöcke unter einer Schicht aus akkumuliertem Material eingeschlossen werden u. dann abschmelzen -> Hohlraum entsteht

-          Dieser Hohlraum wird mit darüber liegendem Material, welches nachrutscht, aufgefüllt -> an Oberfläche entsteht ein Loch -> Kettle

-          Aussehen d. Loches hängt ab v. Größe u. Form d. Eisblocks sowie davon, wie tief d. Eisblock in Material eingeschlossen ist -> je tiefer d. Block (d.h. um so mehr Akkumulationsmaterial auf ihm liegt), desto flacher ist d. Kettle - hole

-          Größe kann sehr unterschiedlich sein: bis zu mehreren km Durchmesser u. Tiefe v. bis zu 50m

-          Sind oft mit Wasser gefüllt

Söle

-          Runde bis ovale Kessel mit Durchmessern von ca. 5 - 30m

-          Oft mit Wasser gefüllt

-          Entstehen durch d. Tieftauen v. Toteisblöcken, die in das Grundmoränenmaterial eingelagert waren

Esker

-          Langgestreckte, schmale, linienhafte Ablagerungen

-          Entstehen, wenn Schmelzwasserflüsse, die in Kanälen auf oder im Eis d. Gletschers fließen, ihre mittransportierte Fracht in diesen Kanälen ablagern

-          Diese Ablagerungen bleiben zurück, wenn Gletscher sich zurück zieht, sie bleiben in ihrer Form weitestgehend erhalten u. zeichnen genau d. Verlauf d. Schmelzwasserbaches nach

Kames

-          Hügel aus Schmelzwasserablagerungen, die zwischen stagnierenden Eispartien abgelagert wurden

-          Akkumulationskörper setzt sich zusammen aus Sanden, Kiesen, Schottern u. Moränenschutt

-          Akkumulationsmaterial ist sortiert u. geschichtet

-          Kamesterrassen: glazifluviale Terrassen am Gletscherrand

Sander

-          Aus Schottern u. Sanden aufgebaute Akkumulationsflächen, die im Vorfeld v. Inlandeisflächen zu finden sind

-          Charakteristisch f. rezenten Inlandeise Islands

-          Gekennzeichnet durch eine Vielzahl v. Gerinnen, die ein weitläufiges Netz mit rascher Laufänderung bilden

-          Mitgeführtes Material wird v. d. Bächen u. Flüssen nach seiner Größe abgelagert (grobes Material in Gletschernähe, feines Material v. Gletscher entfernt)

-          Eisblöcke, die v. Gletscherläufen heran transportiert u. mit Sand bedeckt werden, können gefährliche Treibsandlöcher bilden

-          Beispiel:

Skeidarasandur

o       Liegt südlich d. Skeidarajökull (Auslassgletscher d. Vatnajökull)

o       Größter Sander Islands: über 200m mächtig, 1000km², 50km lang, 30km breit

o       Über ihn entwässern Gletscherläufe d. Grimsvötn, sie haben d. Sander zum großen Teil auch mit aufgebaut

o       100-te v. Bächen u. Flüssen laufen über Skeidarasandur, größter ist Skeidara

o       Sandstürme können entstehen

Urstromtal

-          Mehrere Km breites, flaches Tal, durch welches d. Schmelzwässer d. Gletscher zum Meer fließen

Trogtal

-          Charakteristische, v. Gletschereis im Gebirge geformte Talform

-          Steilfelsige Talhänge, Talboden im Querschnitt gerundet

Hängetal

-          Nebental, das mit einer Stufe hoch über d. Boden des Haupttales einmündet

Gletscherseen

-          Schmelzwasseransammlung auf d. Gletscheroberfläche od. in einer Vertiefung am Gletscherende

-          Bsp.: Jökulsárlón

o       Bekanntester Gletschersee auf Island

o       Haushohe Bruchstücke d. kalbenden Gletscher treiben als Eisberge langsam mit d. Strömung ins Meer

o       Eis ist 1000 Jahre alt

Tafelberge

-          Isländisch "stapi"

-          Besonderer Vulkantyp mit zentralem Förderkanal, der unter subglazialen Bedingungen entstanden ist (Vulkanausbruch unter einem Gletscher -> Lava kann sich nicht beliebig ausdehnen, wird vielmehr v. Gletscher in d. Bergform "gepresst")

-          Meist kreisrunde Basisfläche v. 2 - 5km Durchmesser

-          Erheben sich bis zu 1000m aus umliegender Landschaft

-          Gipfelplateau wird v. Basalten gebildet, darunter liegt Steilhang, darunter Schutthang

-          Prototyp: Herdubreid

Wandern zum Seitenanfang