Trekking: Proviant nach Länge der Tour planen

Wie man Trekking-Nahrung je nach Dauer der Wanderung richtig auswählt.

Trekkingnahrung als Trekking-Proviant

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Allgemeines & Spezielles

Wer sich als Wanderer zum ersten Mal intensiver mit Trekking-Nahrung beschäftigt, der denkt oft an extreme Expeditionen: Wüsten-Durchquerungen, Trekking in eisigen Höhen oder Dschungeltouren durch abgelegene Wildnis. Aber Trekking-Nahrung ist kein Spezialwerkzeug nur für Extrem-Abenteurer, sondern ein sehr praktisches Hilfsmittel, das auch auf ganz normale Wanderungen hilfreich sein kann.

Seine speziellen Vorteile spielt getrocknete Trekkingnahrung dort aus, wo man seinen Proviant selber schleppen muss. Denn da werden schwerere Mahlzeiten schnell zur Belastung für Körper und Geist. Ich rechne für Trekkingtouren oft mit 1 kg / Tag für Verpflegung und Brennstoff. Für eine zweiwöchige Tour ohne Einkaufsmöglichkeiten schleppt man also schon fast 15 kg nur an Nahrungsmitteln und Brennstoff mit. Und dazu kommen ja noch Zelt, Isomatte, Schlafsack, Kleidung und was man sonst noch an Ausrüstung braucht.

Mit Trekkingnahrung kann man diesen Wert von 1 kg/Tag deutlich senken, mit herkömmlichen Gerichten liegt man meist weit darüber. Das bedeutet, je mehr Proviant man braucht, also je länger die Tour ist, desto größer die Gewichtseinsparung durch besonders leichte Verpflegung. Kann ich also für die o.g. zweiwöchige Tour pro Tag 200 g an Proviantgewicht sparen, gehe ich am ersten Tag schon mal gleich mit knapp 3 kg weniger im Rucksack los. Und das macht einen riesigen Unterschied.

Bergwandern im Kaisergebirge

Entscheidend ist also für den Einsatz von spezieller Trekkingnahrung nicht, wie extrem eine Wanderung ist, sondern wie lange sie dauert - aber auch, unter welchen praktischen Bedingungen man unterwegs ist. Denn zur reinen Dauer der Tour stellen sich noch Fragen nach Einkaufsmöglichkeiten, Art des Brennstoffs zum Kochen (Feuerholz verfügbar?), Wasserverfügbarkeit, gewünschter Komfort und mentaler Erholung.

Dieser Artikel richtet sich an Outdoor-Interessierte mit wenig oder keiner Erfahrung mit gefriergetrockneten Mahlzeiten und zeigt Schritt für Schritt, wie man Trekking-Nahrung sinnvoll auswählt.

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Was verstehen wir unter Trekking-Nahrung?

Trekking-Nahrung wird häufig mit speziell für das Trekking produzierten gefriergetrockneten Fertiggerichten gleichgesetzt. Wir verstehen Trekkingnahrung aber in einem weiteren Sinn. Sie umfasst dann alle nahrhaften Lebensmittel die dafür geeignet sind, in größerer Menge unterwegs getragen zu werden und die einfach, zeit- und kraftstoffsparend zubereitet werden können. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Spezielle gefriergetrocknete Hauptmahlzeiten
  • Instantgerichte auf Basis von Couscous, Kartoffelpüree, Nudeln (wenn man viel Wasser zufügen muss, ist das Gericht meist gut geeignet)
  • Pulver für Suppen, Shakes oder Ähnliches
  • Energieriegel (für zwischendurch und für Notfälle, z.B. wenn man kein Feuer anbekommt)
  • Nüsse und Trockenfrüchte (aber lediglich als Zwischenmahlzeit - wer bei sehr langen Touren auf jedes Gramm schauen muss, lässt das lieber weg)

Gefriergetrocknete Mahlzeiten sind in der Proviantplanung also nur ein Baustein – allerdings ein sehr effizienter, wenn es um Gewicht, Haltbarkeit, Brennstoffeinsparung und Zubereitung geht. Anbieter wie Lyophilise & Co haben sich darauf spezialisiert, ein breites Angebot dieser Trekking Nahrung bereitzustellen, das im engeren Sinne auch möglichst alltagstauglich sein soll - nicht nur als Spezialverpflegung für Extremtouren, sondern als praktische Lösung für ganz unterschiedliche Unternehmungen.

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Die Dauer der Trekkingtour als Kriterium für die Proviantplanung

Die Länge einer Tour bestimmt nicht nur, wie viel man insgesamt essen muss, sondern auch wie und was man essen kann. Klar kann man für eine 2-Tages-Wanderung für jeden eine Dose Lieblings-Ravioli einpacken und vermutlich auch problemlos tragen. Aber je länger man unterwegs ist, desto stärker verschieben sich die Prioritäten von Genuss in Richtung Gewichtsersparnis.

Bei unseren Überlegungen setzen wir voraus, dass man unterwegs nicht einkaufen kann. Falls doch, muss man natürlich immer nur bis zum nächsten Supermarkt planen. Dabei aber an die Öffnungszeiten denken! Dauert die Tagesetappe ungeplant etwas länger, ist der Laden vielleicht schon für den Rest des Wochenendes zu.

Kurze Touren: Tageswanderungen und 1–2 Tage

Bei kurzen Touren stehen Genuss und Bequemlichkeit im Vordergrund. Man kehrt meist am selben Tag oder nach einer Nacht zurück, trägt nur begrenztes Gepäck und hat oft genug Platz im Rucksack für aufwändige Mahlzeiten. Man muss auch nicht genau planen. Wenn man etwas zuviel mitnimmt, spielt das meist keine große Rolle.

Bei eintägigen Touren wird meist nicht unterwegs gekocht. Viele greifen einfach zu belegten Broten, Snacks oder fertigen Riegeln. Es kann aber auch auf Tagestouren ein tolles Erlebnis sein, an einem schönen Picknickplatz seinen Campingkocher auszupacken und leckere Gerichte sowie später den Kaffee zu kochen. In diesen Fällen ist Trekking-Nahrung kein Muss, sondern eine Option.

Kaffee kochen auf der Wanderung

Gefriergetrocknete Mahlzeiten können ab der ersten Übernachtung sinnvoll sein, etwa wenn man abends im Biwak oder auf einer Hütte warm essen möchte, ohne viel vorzubereiten.

Man sollte sich fragen, ob man auf kurzen Touren wirklich kochen möchte oder ob Brote und Snacks ausreichen. Häufig wird für kurze Touren zu viel eingepackt, weil man auf Nummer sicher gehen will. Das Ergebnis: unnötiges Gewicht und Essen, das am Ende wieder mit nach Hause getragen wird.

Außerdem sollte man sich auch schon auf kurzen Touren in der Gruppe gut absprechen. Vielleicht denkt der eine sonst an ein Restaurant und packt garnichts zu Essen ein, der nächste denkt an´s Kochen und der Dritte nimmt nur Brot und Käse mit.

Wochenendtouren: 3-4 Tage

Ab etwa zwei Übernachtungen ändert sich etwas. Das Essen ist nicht mehr nur Beiwerk, sondern Teil der Tourenplanung. Man spürt das Gewicht von 4-7 Mahlzeiten im Rucksack und die Lust auf leckere warme Mahlzeiten steigt.

Hier beginnt der klassische Einsatz von Trekking-Nahrung. Gewicht soll gespart werden, die Zubereitung soll einfach sein und kurze Kochzeiten sparen Brennstoff, wo es keine Möglichkeit gibt, ein Lagerfeuer zu machen. Gefriergetrocknete Mahlzeiten für abends und vielleicht ein Müsli- Frühstück (mit Milchpulver und Wasser) können viel Gewicht und Organisation sparen. Tagsüber reichen dann Snacks und kleine Zwischenmahlzeiten.

Ein häufiger Fehler auf diesen mittellangen Touren ist, zu viele verschiedenartige Lebensmittel mitzunehmen. Unterschiedliche Töpfe, Zutaten und Zubereitungszeiten erhöhen den Aufwand. Einheitliche oder abgestimmte Lösungen sparen Aufwand und Brennstoff.

Mehrtägige Touren: 5–8 Tage

Bei längeren Wanderungen sollten noch weitere Faktoren erwogen werden: Kaloriendichte, Ausgewogenheit, Regelmäßigkeit und Förderung der mentalen Erholung. Das Essen wird zur täglichen Routine und strukturiert den Tag. Bei besonders anstrengenden Touren wird die warme Mahlzeit zur Belohnung, zum Ziel und zum Zentrum der mentalen Regeneration.

Typische Anforderungen an die Verpflegung sind bei diesen Touren eine hohe Energiedichte bei geringem Gewicht sowie gute Planung in Hinsicht auf Kohlehydratspeicher, Muskelversorgung, Vitamine etc. bei einer guten Verträglichkeit.

Bei mehrtägigen Trekkings zeigt sich der große Vorteil gefriergetrockneter Mahlzeiten: Sie sind leicht, lange haltbar und benötigen meist nur heißes Wasser um zu garen. Anbieter wie die o.g. Lyophilise & Co setzen hier bewusst auf übersichtliche Rezepturen, einfache Zubereitung und ausgewogene Inhaltsstoffe.

Trekkingnahrung als Abendessen

Ein häufig unterschätzter Punkt ist die mentale Ermüdung. Nach mehreren Tagen auf Tour - womöglich bei tagelangem Regen, Matsch oder stets heftigen Winden - möchte man nicht ständig rechnen, improvisieren oder überlegen, was man abends kocht. Immer wieder ähnlich strukturierte, bewährte Mahlzeiten sind kein Nachteil, sondern eine Entlastung.

Ein täglich fast gleicher Speiseplan ist in vielen Regionen der Welt Normalität. Nepali essen traditionellerweise jeden Tag Dhal Bhat - Reis mit Linsen. Das heißt aber für den Outdoor-Freund nicht, dass man auf Tour immer das selbe essen muss. Die speziellen Trekkingmahlzeiten sind sehr variantenreich, auch wenn man immer nur Wasser drauf kippen muss.

Lange Touren: Länger als eine Woche

Auf längeren Touren ohne Einkaufsmöglichkeiten verlagert sich die Trekking-Nahrung ins Zentrum der Tourenplanung. Gewicht, Volumen und realistische Planung entscheiden darüber, wie angenehm die Trekkingtour wird. Auch wenn der Rucksack nach jeder Mahlzeit leichter wird ... mit 20 oder 30 kg auf dem Rücken wird die Tour für die meisten zur Tortur.

Gewicht sparen ist alles! So kommt auch mal der Taschenrechner ins Spiel. Man greift nun zu Proviant mit einer maximalen Zahl an Kalorien pro zu tragendem Gramm. Was oft versäumt wird: Eine klare Portionierung erleichtert die Planung, damit man am Ende nicht hungern muss, aber auch nichts sinnlos durch die Landschaft schleppt.

Genau geprüft gehören nun auch die Möglichkeiten zur Versorgung zwischendurch. Es kann durchaus sinnvoll sein, aus den Bergen einen ganzen Tag in ein Dorf ab- und wieder aufzusteigen, wenn man dort geeignete Nahrungsmittel nachkaufen kann.

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Weitere Faktoren für die Proviantplanung

Die Wahl der Trekking-Nahrung hängt aber - wie oben schon angedeutet - nicht allein von der Dauer der ab, sondern auch von Bedingungen der geplanten Route und der Aktivität.

Wasserverfügbarkeit: Gefriergetrocknete Mahlzeiten sind zwar sehr leicht, benötigen aber viel Wasser. In wasserarmen Regionen muss das einkalkuliert werden, und für alle anderen Regionen könnte ein Wasserfilter eine Überlegung wert sein.

Kochzeit: Wer spät am Lagerplatz ankommt oder nach der Tour erschöpft ist, profitiert von Mahlzeiten, die in wenigen Minuten fertig sind.

Komfortanspruch: Nicht jede Tour muss minimalistisch sein. Gutes Essen ist nicht nur Luxus, sondern kann die mentale und körperliche Erholung deutlich verbessern. Gerade Einsteiger unterschätzen, wie wohltuend eine warme, unkomplizierte Mahlzeit nach einem langen Tag sein kann – unabhängig davon, wie abenteuerlich die Tour ist.

Trekking

Beim Trekking schleppt man alles, solange man keine Lasttiere wie Packpferde dabei hat. Letztere ändern aber sofort die Bedingungen. Sie müssen selber fressen und trinken, können aber viel Gepäck tragen, sodass man sich auch für die Mahlzeiten etwas mehr Gewicht leisten kann.

Kanu-Trekking

Eine mehrtägige Kanutour im Canadier erlaubt auch mehr Gepäck, solange man das Boot nicht überlädt. Gerade bei Kanutouren ist man oft in Regionen unterwegs, wo man abends auf dem Lagerfeuer kochen kann. So spart man Brennstoff und ggf. auch den Kocher.

Kochen am Lagerfeuer

Radwandern

Bei Radtouren herrschen wieder andere Bedingungen. Bis zu einer gewissen Menge, die man auf die Gepäckträger bekommt, kann man vielleicht etwas mehr einpacken als ein Wanderer. Oberhalb von 25 kg ist auch das Trekkingrad irgendwann überladen und das Mountainbike sowieso ... es sei denn, man fährt mit Anhänger.

Dafür kann man auf Radtouren oft leichter mal einen Abstecher zum nächsten Lebensmittellladen machen.

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Fazit

Trekking-Nahrung ist keine Religion. Man muss nicht komplett auf gefriergetrocknete Mahlzeiten umsteigen, wenn man mehrere Tage unterwegs ist. Genauso wenig sollte man sie unüberlegt ablehnen, wenn eine Tour nicht extrem genug erscheint.

Trekking-Nahrung ist ein Werkzeug, das man je nach Dauer der Tour, äußeren Bedingungen und persönlichem Stil einsetzen kann. Mal nur für das Abendessen, mal für die gesamte Versorgung.

Etwas Erfahrung ist extrem hilfreich, die sammelt man aber besser erst mal auf kürzeren Touren. Wer lernt, Trekking-Nahrung tourenabhängig auszuwählen, wird entspannter planen, leichter tragen und unterwegs mehr Energie haben.

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