TREKKING-STÖCKE zum Wandern & Bergsteigen
Wandern

Wander- oder Trekkingstöcke sind mittlerweile sehr verbreitet. Die einen schwören drauf, die anderen hassen sie. Wie so viele Ausrüstungsgegenstände haben sie Vorteile und Nachteile.

Solo Khumbu, Nepal

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Wanderstöcke, Trekkingstöcke, Teleskopstöcke: Pro & Contra

Wanderstöcke (= Trekkingstöcke, = Teleskopstöcke) haben ab Mitte der 1980er Jahre Einzug ins Wandern und Bergsteigen gehalten. Zuerst von Expeditionsbergsteigern genutzt, haben sie sich langsam auch bis zum Genusswanderer im Mittelgebirge ausgebreitet. Ursprünglich kamen die Teleskopstöcke mal vom Skibergsteigen.

Wanden & Trekking. Für und Wider von Wanderstöcken

Wanden & Trekking. Vorteile:

- Beim Aufstieg kann man sich hochdrücken oder an ihnen hochziehen, was einen Teil des Kraftaufwandes von den Beinen auf die Arme verlagert. Das steigert die Ausdauer.
- Beim Abstieg entlasten sie die Beine, und damit die Kniegelenke. Dies ist besonders wertvoll bei langen Abstiegen, und /oder Abstiegen mit schwerem Rucksack. Für Leute mit Knieproblemen sind Wanderstöcke Gold wert!!!
- Auf ausgesetzten Steigen, schmalen Brücken, Firnfeldern oder bei Flußdurchquerungen helfen sie dem Wanderer, im Gleichgewicht zu bleiben.
- Verbesserte Atmung durch aufrechtere Haltung
- Vermeidung von Schulterschmerzen (vor allem beim Tragen von Rucksäcken) durch ständige Bewegung im Schulterbereich
- besonders Teleskopstöcke eignen sich im Notfall auch gut zum Schienen von Brüchen und zum Bau von provisorischen Tragen.

Verriegelungen Wanderstöcke

Wanden & Trekking. Nachteile:

- Erst nach längerem Training bringen die Stöcke einen Gewinn. Vorher verursachen sie mehr Stolpereien, als sie an Stabilität bringen.
- Wenn man zum Festhalten oder Klettern die Hände braucht, stören die Stöcke.
- Wer ständig mit Stöcken geht, schwächt sein Gleichgewichtsgefühl, da sich die Sinne nach einiger Zeit auf die Stöcke verlassen.
- Bei Stürzen verhindern Stöcke oft ein sauberes Abfangen. Auch Luxationen (Ausrenken) der Daumen kommen dann vor. Daher bei Sturzgefahr die Hände aus den Schlaufen nehmen!
- Risiko: die Stöcke können sich bei hoher Belastung plötzlich zusammenschieben. Das passiert vor allem in Momenten, wo man es am wenigsten gebrauchen kann. Es sind dadurch schon schwere Unfälle Vorgekommen! Es gibt Modelle mit Klickverschlüssen, die diese Gefahr minimieren (z.B. der Komperdell Contour Titanal II).

Wanden & Trekking. Fazit:

Wanderstöcke können sehr sinnvoll sein, besonders bei Touren mit schwerem Rucksack im Gebirge. Aber:
- sie sollten nicht permanent eingesetzt werden (Teleskopstöcke lassen sich leicht verstauen)
- man muss immer mit dem Zusammeschieben rechnen!
- man sollte das Gehen mit Stöcken in sicherem Gelände üben (Stöcke immer nahe bei den Füßen aufsetzen)
- die Stöcke sollten die richtige Höhe haben (Am besten immer gleich lang lassen. Ob sie beim Aufstieg länger oder kürzer oder beim Abstieg kürzer oder länger sein könnten, das liegt an der jeweiligen Philosophie und der Steigtechnik. Du kannst das ja mal ausprobieren!)
- immer 2 Stöcke benutzen (habe mir selbst mal für Jahre mein linkes Knie ramponiert, weil ich einen Stock verliehen hatte)
- um richtigen Halt zu haben greift man von unten durch die Schlaufen und umfaßt dann den Griff, so daß die Enden zwischen Daumen und Zeigefinger nach oben zur Griffkante laufen, und der Handballen in der Schlaufe aufliegt.

Die medizinische Kommission der UIAA empfiehlt die Verwendung von Bergstöcken besonders
- im hohen Alter
- bei massivem Übergewicht
- bei Wirbelsäulenschäden und Gelenkschäden an den Beinen
- beim Tragen schwerer Rucksäcke
- bei Schnee, Nässe und Dunkelheit.

Hinweise und Erklärungen zum Gehen mit Stöcken, auch Training und Übungen, siehe unter > Gehtechnik

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Kaufberatung Wanderstöcke

Wanden & Trekking. Die richtige Wahl des Trekkingstocks

Welche Stöcke soll man auf Tour mitnehmen? Die Zahl der Modelle ist stark gestiegen, seit die ersten Wanderer sich mit Teleskop-Skistöcken von Tourenskifahrern in die Berge begaben. Wirklich großer Fortschritt ist m. M. n. jedoch nicht dabei herausgekommen. Auf jeden Fall sollte man aber stabile Teleskopstöcke benutzen. Je leichter diese sind, desto besser. Kleine Packmaße bewähren sich, falls man sie auch mal tragen muss (Kletterstellen etc.). Eingebaute Stoßdämpfer sind nicht nötig. Für Schnee sollte der Teller ausreichend groß sein (wie bei Skistöcken), für andere Strecken kann man diesen abnehmen oder kleinere Teller anbringen.

Trekkingstöcke

Sollten sich die Teleskopstöcke einmal nicht mehr fest zusammendrehen lassen, kann man sie lockern, mit einem kurzen Ruck auseinanderziehen, und das Gewinde des Schraub-Bolzens von Rückständen reinigen. Neue Spitzen oder Teller kriegt man für jeweils ca. 10 Euro.

Material: Karbon absorbiert Vibrationen und ist leichter, aber teurer. Bei seitlicher Belastung bricht Karbon leichter.

Griffe: Kork oder Schaumstoff sind sehr angenehm. Vollplastik führt zu Schwitzen. Manche Griffe haben einen unangenehmen Abrieb, der die Hände schwärzt. Die Handschlaufe muss verstellbar sein.

Größen: oft gibt es eine kleinere und eine größere Variante des selben Modells. Die kleinere ist für Leute unter 180 cm gedacht. Wenn man viel größer ist, ist das Modell zu klein.

Es gibt auch Modelle, die nicht größenverstellbar sind. Dann muss man beim Kauf genau auf die richtige Länge achten!

Bekanntester Hersteller von guten Teleskopstöcken ist die Firma Leki mit einer breiten Auswahl an zuverlässigen Modellen.

Wanden & Trekking. Meine Empfehlungen sind:

Leki Sherpa Speed Lock: ... vor allem wegen dem geringen Gewicht, der soliden Bauart und dem Außenverstellsystem Speed Lock. In Kürze: höchste Haltekraft aller Außenverstell-System auf dem Markt, extrem schnelles verstellen - AERGON Thermo long Griffe, ca. 20 cm verlängerte Schaumgriffe, Look Security Strap-Schlaufe - dreiteiliges Aluminiummaterial, Ø 18/16/14 mm, verstellbar von ca. 70 - 145 cm - schwarz-weiss-rot-anthrazit - Hartmetall-Flexspitze - Tellerwechselsystem ...

LEKI Makalu Classic: Die Makalu hatte ich seit Mitte der 80er Jahre - eines der ersten Modelle auf dem Markt - und sie haben bei häufiger Nutzung bis vor kurzem gehalten. Sie sind sehr solide und es ist leicht, Ersatzteile wie Teller oder Spitzen zu bekommen.

Es gibt von Leki Wanderstöcke mit dem Namen Leki Micro