Wandern an der Lykischen Küste
Wandern - Trekking - Radfahren - Kanutouren

 

Ein Reisebericht.

Tahtali von Cirali, Ewige Flammen

"Zwischen den Bergen des Taurus und dem blauen Meer"

Wandern zum Seitenanfang

Vom 7. bis 16. März 2013 unternahm eine 10-köpfige Gruppe der DAV-Sektion Göttingen unter der Führung von Andreas Happe eine Wanderreise in die Türkei

Freitag, den 8. März 2013

Nach einer kalten Abreise aus Deutschland ist es schon erholsam, mal ohne dicke Jacke und Mütze draußen zu sein. Kemer, unser Standort für die nächsten 10 Tage, ist in der Vorsaison noch reichlich verschlafen. Dafür ist es vergleichsweise ruhig, wo im Sommer die Badegäste Strände und Cafés bevölkern. Auch auf den Bergpfaden werden wir in den nächsten Tagen fast niemandem begegnen.

Der erste Wandertag führt uns nach einem kurzen Transfer zuerst von Camyuva nach Phaselis. Durch Kiefernwälder, entlang an schönen Buchten und der gischtgesäumten Steilküste, genießen wir den beginnenden Frühling.

Plötzlich stoßen wir mitten im Wald auf einen stark verwitterten Sarkophag. Wir haben die Nekropole von Phaselis erreicht. Auf den nächsten Kilometern begleiten uns die Zeugnisse von fast drei Jahrtausenden, die von der Natur überwuchert sind und sich ohne optische Brüche harmonisch in sie einfügen.

Phaselis wurde etwa 700 vor Chr. von der nahen Insel Rhodos aus gegründet. Die Stadt hat drei natürliche Häfen, und ist zum Hinterland durch Sümpfe geschützt. Der nahe Tahtali, bis weit in den Sommer hinein mit Schnee bedeckt, liefert zuverlässig Wasser. Und mitten in der lange verlassenen Stadt ragt ein Burgberg auf, der gut zu verteidigen ist. Eine ideale Lage zur damaligen Zeit.

Kurz vor dem antiken Zentrum stoßen wir auf das beeindruckende Aquädukt. Dieses, und das Theater, das wir über die "Prachtstraße" und den Hauptplatz erreichen, sind die beeindruckendsten erhaltenen Bauwerke der antiken Polis. Nach einem kurzen Rundgang folgt die Mittagspause am Strand des Südhafens. Dort wird an einem kleinen Wagen leckerer Orangensaft feilgeboten.

Leider kühlt es etwas ab, so dass wir bald wieder aufbrechen. Über den Strand und einen Felsriegel wandern wir zum Sundance-Campingplatz. Von hier folgen wir dem Weg über eine Brücke ins Landesinnere. Die Zahl der Felder und Gärten nimmt zu, und Traktorspuren führen uns nach Tekirova. Eine letzte Brücke, die Promenade am Fluss entlang ... und direkt in eine Bar zu Kaffee und Tee.

Murat holt uns direkt an der Bar ab, und über die gut ausgebaute Landstraße sind wir ruck zuck wieder im Hotel ... mit Zeit für Schwimmbad und Sauna.

am Strand von OlymposSamstag, 9. März 2013

Südlich von Tekirova wird es einsam. Unser Weg folgt mit ständigem Auf und Ab dem Küstenverlauf und erschließt diverse kleine Strand- und Badebuchten. Traumhafte Ausblicke entschädigen für die monotone Schotterpiste am Anfang der Tour. Ein lichter Kiefernhain lädt zur 1. Pause ein. Nach einer Flussüberquerung - danke für die Trittsteine, Sabit - gibt es ein 2. Picknick im dunklen Sand der Bucht Maden (der Name erinnert an den Erzbergbau). Ein steiniger Pfad führt nun durch die Hügel und Berge über der Küste. Gerhild entdeckt die erste Orchidee - ein Knabenkraut. Nach 7 Stunden in den Wanderschuhen, 19 km Weg, 650 Höhenmeter und steilem Abstieg in die Bucht von Cirali empfängt uns unser Busfahrer mit Wasser und Bier.

Sonntag, 10. März 2013

Freier Tag, doch es war ein "Stadtbummel" und ein Ausflug auf den 300 m hohen Aussichtsberg Calistepe, südlich von Kemer angesagt. Wir wanderten bei schönem Wetter, zuerst auf der alten Küstenstraße und später auf einem Waldweg, bequem bergan. Vom Gipfel hatten wir einen weiten Blick auf die Küstenebenen, die Buchten und Berge, die wir auf den vorhergehenden Wanderungen kennengelernt hatten. Den Abstieg kannte Andreas nur aus Beschreibungen. Er führte durch Lorbeer- und Steineichenwald bergab zu einem idyllischen, aber auch rutschigen Bachbett, wo wir sogar blühende Narzissen fanden. Wie sich später herausstellte, verpassten wir hier eine Abzweigung und gerieten auf abenteuerlichen Bergpfaden unter einer Felswand entlang immer dichter an die Steilküste. Doch wir fanden wieder einen markierten Weg und kehrten in die Bucht von Kemer zurück, wo wir uns bei einem Milchkaffee direkt am Strand erholten.

Montag, den 11. März 2013

Unser Tag 5 beginnt mit der Fahrt zur antiken Stadt Olympos, deren Reste wir bei sonnigem Wetter besichtigen. Um den Südteil der malerisch gelegenen Anlage zu durchstreifen, waten wir durch den Fluss Akcay und setzen anschließend unsere Wanderung nach einer erneuten Flussdurchquerung, diesmal mit übermütigem Wanderschuhweitwurf, am Strand in Richtung Cirali fort. Durch Cirali geht es entlang vieler Gärten mit blühenden Mandelbäumen und vorbei an der Moschee. Dann biegen wir auf den Weg in Richtung der Ewigen Flammen ein und gönnen uns vor dem steilen Aufstieg ein Picknick. Über einen stufigen Weg kommen wir zum ersten faszinierenden Flammenfeld und steigen weiter bergan, vorbei am zweiten Flammenfeld und über den Yanartas-Sattel, der tolle Ausblicke zum Tahtali und über die Bucht von Cirali bietet. Vom Pass aus wandern wir bergab in ein wunderschönes Tal des Gebirgsbaches Hayit Cayi voller Frühlingsblüher. Wir können den Bach über eine Brücke aus Baumstämmen leicht passieren und kommen auf einen Waldweg, der uns ins "Forellendorf" Ulupinar bringt. Hier beschließen wir die Tour mit einem leckeren Mahl.

Dienstag, den 12. März 2013

Ein Blick aus dem Fenster sagt uns: Die Niedersachsen sind gefordert (sturmfest und erdverwachsen)! Mit "Kraftbroten" versehen fahren wir in die stürmischen, mit Nebelschwaden geschmückten Berge zur Bergfestung Termessos. Über glitschige Kalksteine aufsteigend besuchten wir in ca. 1.000 m Höhe die Stadt mit vormals 20.000 Einwohnern, die offensichtlich von Zyklopen heimgesucht worden sind. Riesige Quader und Säulenreste wollten beklettert, tiefe Zisternen (LKW-Garagengröße) und Abwasserkanäle bewundert werden. Der Blick auf die umliegenden Berge und das ca. 30 km entfernte Meer blieb uns verwehrt. Dafür hatte der einheimische Führer (bis zur 7. Klasse Gymnasiast in Salzgitter) nette Geschichten und Fachwissen auf Lager. Anschließend wurde es richtig feucht: Wir besuchten die Wasserfälle von Düden. Aus den umliegenden Karstgebirge ergossen sich bis zu 30.000 l pro Sekunde als Wasserfall herab; in einem nett angelegten Freizeitpark konnten wir den Ausflug mit einem Glas Tee beschließen.

Mittwoch, den 13. März 2013

Tag zur freien Verfügung, doch unser Bus brachte uns nach Antalja. Mit Andreas und Sabit machten wir eine Führung durch die Altstadt: Hadrian-Tor, alte Moschee (wo uns Sabit etwas über die Bräuche der Moslems erzählte). Enge Gassen mit teils gut renovierten, teils verfallenen Häusern, Mauern und Türmen, alter Hafen. Anschließend ein Stadt- und Einkaufsbummel. Trotz reichlichem Angebot und eifriger Verkäufer wurde wenig gekauft. Nach einer Rast in einem Lokal oberhalb des Hafens fuhren wir zur Göynük-Schlucht. Wir wanderten die beeindruckende Schlucht hinauf, bis es nicht mehr trockenen Fußes weiterging. Einige zogen noch ihre Schuhe aus, um tiefer in den Canyon hineinzukommen. Wieder konnten wir einen abwechslungsreichen Tag erleben.

PhaselisDonnerstag, den 14. März 2013

Wanderung von Olympos nach Adrasan: Über den gleichnamigen Fluss stiegen wir stetig hinauf zu den Mosesbergen. Rechts und links des Weges wurden die Flora und Fauna begutachtet. Sehr anstrengend wurde der Pfad, als wir eine Senke durchqueren mussten, in der vor 6 - 7 Jahren ein Waldbrand gewütet hatte. Nach einer Pause haben wir anschließend den angepeilten Sattel des Mosesberges erreicht, ca. 700 Höhenmeter, wo früher eine Alm war. Der weitere Weg wurde gut begehbar, und so näherten wir uns einigen Ansiedlungen in den Bergen und kamen unserem Ziel Adrasan rasch näher. Die Strecke war ca. 19 km lang.

Freitag, den 15. März 2013

Am Abschlusstag starteten wir mit unheilvoller Wettervorhersage per Bus zum ca. 10 km vom Hotel entfernten Ort Arslanbucak in das Sapandere-Tal, um eine alternative Wanderung zu machen als Ersatz für die wegen zu viel Schnee ausgefallene Tahtali-Besteigung. Es gab bergauf einige Fluss-/Bachüberquerungen, Passagen über abgerutschte oder unterspülte Berghänge, einige Anläufe den richtigen Weg zu finden, allerhand Kletterei über Felsblöcke und steile Uferstellen, um schließlich doch den Ausstieg des Tales zu erreichen. Dann führte uns ein Forstweg mit moderaten 4,5% Gefälle bergab, mit Zwischenstation in einem abgerutschten Stück Landschaft aus reichlich Schlammboden. Am Ende der Strecke herrschte auch an diesem Tag wieder Begeisterung über die ausgesuchte tolle Strecke und allgemeine Zufriedenheit, das Pensum geschafft zu haben. Leider ist dies der Abschiedsbericht.

Anmerkung: Die Streckenvorgabe "3 Stiefel" bezieht sich auf die Stellen, wo man zu den eigenen zwei Stiefeln gerne noch einen dritten zum Abstützen hätte!

Ein "großes" Danke-Schön geht wieder an Andreas, der umsichtig und kompetent diese Wandertage ausgearbeitet und geleitet hat.

Diese Zusammenfassung besteht aus Berichten der Teilnehmer.

Literatur: Wanderführer, Karten ...

Wandern zum Seitenanfang
siehe > Literatur

© ANDREAS HAPPE

Wandern zum SeitenanfangLetzte Änderung: 13.08.2013