Island: Westmänner-Inseln

Beschreibung der Westmännerinseln und der dort empfehlenswerten Wanderungen.

Papageientaucher, Island

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Allgemeines und Spezielles

Die Westmännerinseln sind eine eigene kleine Welt. Hier kann man die Prägung durch den Vulkanismus hautnah erleben, vor wenigen Jahrzehnten wurde der halbe Ort Heimaey von Lava überrollt. Auch einige Wanderungen sind hier zu empfehlen.

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Westmännerinseln - Vestmannaeyjar - Heimaey

Die Westmännerinseln, 15 kleine Inseln im Süden Islands, sind ein beliebtes Ziel für Wanderer und andere Touristen. Verbindung mit Flugzeug oder Fähre von der Hauptinsel aus.

Die erste Besiedlung von Heimaey erfolgte durch fünf irische Sklaven, die den Bruder des ersten Siedlers Ingólfur Ánarson aus dem Hinterhalt töteten und mit einem Ruderboot auf die Inseln flüchteten. Iren wurden von den Wikingern damals Westmänner genannt, weil Irland vor der Besiedlung Islands am westlichen Ende der Wikinger-Welt lag.

Der Überlieferung nach wurden die irischen Sklaven auf die Inseln verfolgt und von Ingólfur Arnarson getötet.

Die erste gesicherte Besiedlung erfolgte um 900. Der erste Hof lag südwestlich des heutigen Ortskerns im Herjólfsdalur. Über Jahrhunderte lebten die Bewohner vor allem von Fischfang, Jagd auf Seevögel, Sammeln von Eiern und später vom Fischhandel. Bis heute gehört die Fischerei zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen der Inseln.

Die Westmännerinseln (Vestmannaeyjar) waren 1627 kurzzeitig Stützpunkt von 3000 Berber-Piraten aus dem heutigen Marokko, die ein Däne mit falschem Namen anführte, die ganze Küstenstriche massakrierten und Isländer nach Afrika in die Sklaverei verschleppten. Von 242 Verschleppten kamen nach Bezahlung des Lösegeldes nach 5 Jahren 13 zurück. Dieses Ereignis prägt das historische Gedächtnis der Inseln und wird im Museum Sagnheimar dargestellt.

Der Vulkanausbruch der Lakispalte von 1783 legte das Zentrum des Fischfangs für viele Jahre lahm.

1942 erhielt Heimaey einen gut ausgebauten geschützten Hafen. Dadurch konnten größere Fischereischiffe eingesetzt werden und mussten nicht mehr vor der Insel ankern, was einen wirtschaftlichen Aufschwung auslöste. Die Bevölkerung wuchs deutlich und Heimaey entwickelte sich zu einem der wichtigsten Fischereihäfen Islands.

Lava, Island

Die jüngste Insel Surtsey existiert erst seit 1963. Der Ausbruch dauerte 4 Jahre. Das Betreten ist nur Wissenschaftlern erlaubt. Die junge Insel gilt als Forschungslabor. Hier kann z.B. die natürliche Neuansiedlung von Pflanzen, Verwitterungsgeschwindigkeiten etc. untersucht werden.

Der Vulkanausbruch von 1973 war das einschneidendste Ereignis der Neuzeit. Direkt am Stadtrand von Heimaey öffnete sich im Januar eine mehrere Kilometer lange Erdspalte. Innerhalb weniger Stunden wurde die gesamte Bevölkerung – über 5.000 Menschen – evakuiert. Dabei halfen die im Hafen liegenden Fangschiffe. Der neu entstandene Vulkan Eldfell spuckte fünf Monate lang Lava und Asche. Rund 400 Häuser wurden zerstört oder verschüttet. Durch das gezielte Kühlen der Lava mit Meerwasser gelang es, den wichtigen Hafen zu retten – ein weltweit beachteter Erfolg. Ein Sockel am Hafen erinnert an das Aufhalten der Lava dort.

Heute kann man auf den Eldfell, der heute noch warm ist, wandern und im Eldheimar-Museum (s.u.) die Folgen der Eruption besichtigen.

1983 kenterte ein Fischerboot 5 km vor der Küste; die gesamte Mannschaft fand den Tod bis auf Guðlaugur Friðflófsson, der sechs Stunden bis an die Küste schwamm und sich an den scharfen Lavafelsen die Füße aufschnitt, bis er kein Puls mehr hatte. Aber er überlebte. Ein Held, von dem das Londoner Hospital später herausfand, dass er die "Fettschicht einer Robbe" hatte. Kein Wunder, dass er die Richtung zum Schwimmen von den Wasservögeln erfuhr!

In Heimaey wurde ,Keiko' der Killerwal aus dem Film ,Free Willy' gehalten. Auf Bootsfahrten kann man die Vögel in den Steilfelsen und evtl. sogar Schwertwale zwischen großen springenden Fischen auftauchen sehen.

Heute leben auf Heimaey rund 4.500 Menschen.

Wandern auf Heimaey

Auf Heimaey kann man auch gut wandern. Eine beliebte Tour führt südöstlich des Ortes über den Eldfell, der erst 1973 entstanden ist.

Auch auf die Klippen westlich des Hafens kann man gut hinaufsteigen.

Außerdem gibt es einen Pfad, auf dem man um den gesamten Südteil der Insel Heimaey herumwandern kann. Papageientaucher sieht man am besten an der Südspitze Stórhöfði.

Empfehlenswerte Museen auf Heimaey

Eldheimar ist das bekannteste Museum der Insel. Thema ist der Vulkanausbruch von 1973, bei dem die Insel evakuiert wurde, der Eldfell entstand und viele Gebäude zerstört wurden. Herzstück des Museums ist ein Wohnhaus, das von Lava und Asche verschüttet wurde. Das Museum wurde darüber gebaut. Es gibt auch eine multimediale Ausstellung über die Evakuierung der Einwohner Heimaeys und den Wiederaufbau. Eintritt 3.550 ISK (ca. 25 €, 2026).

Sagnheimar erzählt die Geschichte der Westmännerinseln mit Fischerei und Leben auf der Insel, der Vulkanausbruch von 1973, der sogenannte „Türkenüberfall“ von 1627 uvm. Die Ausstellung ist interaktiv und familienfreundlich gestaltet. Eintritt 1.350 ISK (ca. 10 €, 2026).

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Nachbarregionen

Süd-Island siehe > Südisland

Reykjanes-Halbinsel siehe > Reykjanes

Karte Island

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