Geologie und Vulkanismus (am Beispiel Island)Geologie und Vulkanismus auf Island und anderswo.
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Kontinentaldrift, Plattentektonik |
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Vulkanismus |
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| Entstehung eines Tafelvulkans 1: Bis zu einer Tiefe von über 200 m entstehen Kissenlaven. Siehe Sonderfälle. 2: Bei einer Tiefe von unter 200 m beginnt hydroklastische Aktivität => Hydroklastite. 3: Hat sich der Vulkan über den Schmelzwasserspiegel erhoben, tritt Magma als Lavastrom aus. Fließt die Lava am Rand wieder in das Schmelzwasser, so können auch bei geringem Druck Kissenlaven entstehen, da Lava bei Eruption und während des Fließens entgasen konnte. Abbildung aus Hueg-Fleck: Islands Geologie, S. 69. |
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Spaltenvulkane fördern Erruptionsmaterial entlang von Rissen in der Erdkruste. Es entstehen große Lava- und Aschedecken und kleine Aschekegel. Auch eine Reihe von einzelnen Vulkanen, die auf einer Spalte liegt, nennt man Spaltenvulkane. Zu den Spaltenvulkanen gehören ebenfalls die mittelozeanischen Rücken.
Spalteneruption: Durch Auseinanderdriften der Lithosphärenplatten kommt er zu Druckentlastung im Bereich unter dem Riß (der Spalte). Dadurch schmilzt das teilgeschmolzene Erdmantelmaterial weiter auf, dehnt sich aus, wird leichter, steigt auf, und bricht durch die Spalte an die Oberfläche.
Größter oberirdischer Spaltenausbruch war in historischer Zeit 1783 der Ausbruch der Laki-Spalte (Süd-Island). 12,5 Mio. cbm Lava bedeckte 565 qkm Fläche. Viele Krater bis zu 100 m Höhe lagen auf der Spalte. Gase und Ascheregen vernichteten große Teile des Ackerlandes und der Viehherden, so dass man überlegte, die Insel ganz aufzugeben. Viele Menschen starben in der darauffolgenden Hungersnot.
Pseudovulkane, Pseudokrater: Wenn ein Lavastrom über eine Wasserfläche (Teich, Sumpf) fließt, sucht sich das durch Dampfdruck explodierende Wasser einen Weg nach oben und hebt dabei die Lavamassen kraterförmig an. Kein echter Vulkan.
Parasitärkegel: Kleinere Vulkankegel (- 300 m) an den Flanken des Hauptvulkans.
Heiße, basische Laven (1.000 - 1.200 Grad, wenig Kieselsäure) sind sehr dünnflüssig. Fließen schon bei geringer Neigung schnell ab und verteilen sich im weiten Umkreis. Dünnflüssige Laven überziehen sich schnell mit eine glasigen Kruste. Bei Spannungen und Verschiebungen gibt es typische Wellenmuster. Weil die Lava dann ähnlich wie Fladen oder Seile aussieht, heißt sie auch Seil-, Strick- oder Fladenlava.

Saure Laven (viel Kieselsäure) haben aufgrund ihres Kieselsäure-Gehaltes niedrigere Schmelzpunkte und damit niedrige Austrittstemperaturen (700-1000 Grad) => die Viskosität (Zahflüssigkeit) ist höher. Bei einer Abkühlung von 50 Grad erhöht sich die Viskosität um das 10fache! Die Ausdehnung und Verteilung der sauren Lava in der Umgebung ist wesentlich geringer, die Oberfläche wird durch die Zähigkeit stark gebrochen und bildet kantige Blöcke und Scherben: Block-, Brocken-, Zackenlava.
Bei explosiver Vulkantätigkeit kann die Lava durch die Wucht der Explosion in kleinste Teile (einige 1000stel mm bis mehrere Meter) zerstört werden. Die entstehenden Gesteine werden Pyroklastite ("durch Feuer zerstört") genannt. Sie unterteilen sich nach Korngrößen:
Aschen
(keine wirkliche Asche):
Feinaschen, bis 0,1 mm Größe, können
monatelang 25 km hoch in der Stratosphäre schweben und sich um die ganze
Welt verteilen. Haben Einfluß auf das Weltklima und werden als mögliche
Auslöser von Eiszeiten angesehen.
Grobasche: 0,1-2 mm, werden 10 - 15
km in die Höhe geschleudert, u. U. hunderte km weit abgetrieben. In einigen
100 km Entfernung können noch dezimeterdicke Schichten auf der Erdoberfläche
abgelagert werden.
Lapilli (italienisch, "Steinchen"): 2 - 64 mm Durchmesser. Fallen wegen ihres Gewichts früher aus der Erruptionssäule aus und werden wenige km um den Vulkan abgelagert.
Bomben und Blöcke: Schlacken sind glühende Magmafetzen, Zentimeter bis mehrere Meter im Durchmesser. Einige erstarren während des Fluges und schlagen als festes Gestein am Boden auf, andere sind noch zähflüssig und klatschen wie Teig auf und schweißen sich am Boden fest (Schweißschlacken).
Bimsstein: Die Schmelze erstarrt schon während der Erruption im Schlot in einem Stadium, in dem die vulkanischen Gase das Gestein aufgeschäumt haben (Sektflascheneffekt: Aufschäumen bei Druckentlastung). Je nach Größe Bimsasche, Bimslapilli oder Bimsbomben.
Vulkanische Gase: Können in den Erruptionswolken noch 1000 Grad haben und treiben die Wolken durch thermischen Auftrieb in große Höhen.
Je höher der Druck innerhalb des Magmas, desto mehr Gase kann es in Lösung enthalten. Hypomagma: der hydrostatische Druck ist größer als der Gasdruck, Gase bleiben in Lösung. Pyromagma: der hydrostatische Druck sinkt unter den Gasdruck. Die Gase beginnen, Blasen zu bilden, die nach oben steigen (Bsp.: Öffnen einer Mineralwasserflasche). Bei höherem Gasdruck (Bsp.: geschüttelte Sektflasche) erhöht sich das Eruptionspotential. Es kommt zu Explosionen oder langanhaltenden starken Lavaströmen.

Dringt das Magma im Vulkan immer weiter nach oben, ändern sich die Verhältnisse von hydrostatischem Druck und Gasdruck. Die Auflast des Vulkans kann dem Gasdruck nicht mehr standhalten, das aufschäumende Pyromagma dehnt sich stark aus, der Vulkan wölbt sich auf und es entstehen Risse und Spalten.
Bei Vulkanen mit Schnee und Eiskappe kann Schmelzwasser in die Spalten fließen. In der Nähe der Magma kommt es zu Dampfexplosionen (phreatische Explosionen). Diese können im Vulkan stecken bleiben, aber auch den alte Vulkanschlot freisprengen. Die Eruption beginnt.
Durch den freien Schlot kommt es zur Druckentlastung, die oberen Bereiche der Magmakammer wandeln sich von Hypomagma zu Pyromagma (Blasenbildung), und durch die Volumenzunahme und hohen Druck (Sektflascheneffekt) wird die Magma während der Eruption zerfetzt (siehe Eruptionsmaterial) und aus dem Schlot "geschossen". Dabei können Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h und Höhen bis zu 25 km (plinianische Eruptionssäulen) oder 40 km (ultraplinianische Eruptionssäulen) erreicht werden. Von letzteren sind etwa 50 aus historischer Zeit bekannt.
Die Eruptionen können sich durch zunehmende Druckentlastung immer weiter aufschaukeln.
Eruptionssäulenkollaps: Wird die Eruptionssäule nicht mehr durch Nachschub gestützt, bricht sie in sich zusammen. Dabei entstehen Glutwolken (Ignimbrit, pyroklastische Ströme) aus einer Feststoff-Gas-Mischung, die 100 - 700 Grad heiß sind und sich bis zu 400 km/h schnell turbulent fortbewegen.
Bei Eruption der sauren und intermediären Gesteine ist die Schmelze weniger heiß (400 - 900 Grad) als bei den basischen Gesteinen, dadurch zähflüssiger, und steht wegen des hohen Gasanteils unter hohem Druck (Sektflaschen-Effekt). Solche Vulkane sind sehr gefährlich, da schwer berechenbar und mit hohem Explosionspotential.
Die sauren Schmelzen findet man hauptsächlich in den Subduktionszonen (Subduktion = eine Platte wird unter eine andere Platte geschoben und schmilzt). Aber auch auf Island finden sich einige Beispiele: Askja-Ausbruch 1875, Obsidian-Laven in Landmannalaugar.
Eruptionen von basischen Gesteinen: Diese finden sich im ultrabasischen Erdmantel, dessen Material bei der Dehnung der Erdkruste in den Spalten austritt. Der geringe Gasgehalt sichert relativ ruhige Eruptionen, es gibt wenig Explosionsneigung. Das Material ist wegen seinem hohen Schmelzpunkt heißer (1200 Grad) und deshalb flüssiger. Die basischen Eruptionen findet man vorwiegend bei Spaltenvulkanen.
Übersicht Eruptionstypen (nach Gas-, Wasser-, Kieselsäureverteilung):
1. Wenig Wasser, wenig Gase, wenig Kieselsäure: ruhige effusive Eruption.
Heiße Lava läuft aus.
2. Viel Wasser und Gase, wenig Kieselsäure:
wie bei 1, aber mit hohen Lavafontänen
3. Wenig Wasser und Gase, viel
Kieselsäure: zähflüssige Lava wird aus dem Vulkanschlot geschoben
4. Viel Wasser, viele Gase, viel Kieselsäure: Hochexplosive Eruptionen, Auswurf
von Pyroklastiten, heiße Gase
Subglaziare Eruption: Die Vulkane unter dem Gletscher schmelzen bei Eruptionen große Massen an Gletschereis zu Wasser. Dieses verbindet sich mit der Lava und den Massen von glaziaren Sedimenten zu riesigen Schlammströmen mit großer Zerstörungskraft.
Durch steigende Erdwärme bildet sich Käseglocke aus Schmelswasser über der Eruptionsstelle. Bei Eruption kühlt Lava schlagartig ab und lagert sich um Eruptionsstelle ab. Lava überzieht sich schnell mit einer dünnen Erkaltungskruste und bildet Kissenlava: wurstartige Gebilde von 20-100 cm Durchmesser und bis zu einigen Metern Länge. Durch nachdrängende Magma bricht Kruste erneut auf und es entsteht immer wieder ein neues Kissen. Gase können wegen hohem Druck des Eises (90-100 bar unter 1.000 m Eis) nicht explosiv entweichen und bleiben in der Schmelze.
Baut sich der Vulkan im Eis oder Schmelzwasser immer weiter auf und erreicht Tiefen von unter 200 m, sinkt der Druck und vulkanische Gase können explosiv entweichen. Es bilden sich Hyaloklastite, dazwischen können aber auch Kissenlaven auftreten.
Durchbricht der Vulkan irgendwann die Eisdecke, so baut sich auf dem subglaziaren Sockel ein normaler Vulkan auf.
Siehe auch subglaziare Tafelvulkane.
Submarine Eruption: manchmal schaffen es submarine Eruptionen, neue Inseln zu bilden. In den meisten Fällen wird die Insel schnell wieder von der Meeresbrandung zerstört, manchmal bleibt sie bestehen (Bsp. Surtsey).
Geothermalgebiete: Auf Island weite Verbreitung der Geothermalgebiete mit heißen Quellen, Solfataren (schwefelhaltige, heiße Dampfquellen, 100 - 200 Grad), Fumarolen (austretende heiße Dämpfe, über 200 Grad), Schlammtöpfe. Erhöhter geothermischer Gradient von 2 ° / 33 m.

Gemäßigte Geothermalgebiete (unter 150 Grad) findet man in ganz Island, den größten Teil in den Tertiären Basalten. Dort gibt es überwiegend heiße Quellen, Fumarolen sind selten. Die Durchschnittstemperatur der ca. 700 heißen Quellen beträgt 75 Grad an der Erdoberfläche. Springquellen (Geysire) schütten mit Unterbrechungen.
Alle heißen Geothermalgebiete (über 150 Grad) liegen in der aktiven Vulkanzone. Viele Fumarolen und Solfatare. Quellen sind sauer und an sauren Vulkanismus gebunden, viel Kieselsäure, dadurch Ablagerungen von Geyserit (Sinterterrassen aus Kieselsäure). Blaue Farbe des Wassers entsteht durch Lichtbrechung in Kieselsäureteilchen. Farbunterschiede in Ablagerungen: Verschiedenste chem. Elemente.
Herkunft des Wassers umstritten. Tiefenwasser? Oberflächennahes Wasser? Vermutlich eingesickertes Regenwasser, das im Erdinnern erhitzt wurde. Wasser verweilt lange im Grund. Mit erster Wasserstoffbombe 1954 ist Tritiumgehalt im Regenwasser massiv angestiegen. Das zeigt sich auch in Oberflächengewässern, bis 1971 (Untersuchungszeitpunkt) aber (noch?) nicht im Thermalwasser.
Funktion der Geysire ebenfalls umstritten. Phänomen wird weniger, nur noch 10 Geysire auf Island, Größe wenige cm bis mehrere Dekameter. Auswurf = Wasser und Dampf. Der Große Geysir ist älter als 8000 Jahre, 1772: Ausbrüche alle 30 min., 1883: alle 20 Tage, in letzten Jahren nur selten. Keine Regelhaftigkeit, manche bestehen nur einige Tage. Erdbeben können Geysire beleben.
Theorie des Explosionsartigen Siedens: unten im Quellrohr wird Wasser auf 103° - 104° (oder mehr) erhitzt, kocht aber wegen dem Auflastdruck der Wassersäule noch nicht. Das überhitzte Wasser (leichter) steigt nach oben, Druck wird geringer, Flüssigkeit verdampft explosionsartig und schleudert darüberliegende Wassersäule empor. Das Wasser fällt zurück in das Becken, läuft in das Quellrohr, und Prozess beginnt von Neuem.
Die rote Färbung in den heißen Quellen stammt von Eisen, gelb von Schwefel, die Türkisfärbung resultiert aus Kiselsäureteilchen, die den blauen Lichtanteil brechen und reflektieren.
Nutzung der Geothermalgebiete seit 1925. Bohrungen in 500 m, 1000 m, 2000 m. Temperaturen am Bohrgrund von bis über 200°. Heizung für Wohn- und Gewächshäuser. Soll demnächst flächendeckend sein. Reykjavik: Wassertemperatur für Heizung 86°.
Übersicht Erdzeitalter | ||
| Tertiär | 65 Mio. - 2 Mio. Jahre v. C. | |
| Quartär | Pleistozän | 2 Mio. Jahre v. C. - 10.000 v. C., Phase der Eiszeiten |
| Holozän | nach 10.000 v. C., nacheiszeitliche Phase | |
Akkretionäre Lapilli: Durch Feuchtigkeit in der Atmosphäre verklumpte Lapilli.
Bimsstein: aufgeschäumte Pyroklastite.
Bomben: Pyroklastite > 64 mm
Brotkrustenbomben: durch weiteres Aufschäumen zerrissene Bomben
Effusion: ruhiger Ausfluss von Lava
Eklogit, Hochdruck-Tieftemperatur: Umwandlung von Basalt (Metamorphose) bei hohem Druck (12-17 kbar) und niedrigen Temperaturen (400°)
Epimagma: weitgehend entgaste Magma

Erdkruste: Unter den Ozeanen ist die Erdkruste im Durchschnitt 10 km dick und besteht aus Basalt. Unter den Kontinenten ist sie bis zu 60 km dick und besteht zum Großteil aus Graniten und Sedimenten aller Art.
Eruptionsregen: aufsteigende heiße Gase in der Eruptionssäule verursachen oft Gewitterregen
Fumarolen: vulkanische Gas- und Dampfquellen, > 100°
Gletscherlauf: Schmelzwasserfluten infolge von Vulkanausbrüchen unter Gletschern
Hornito: spitze Felsnadel, entsteht durch Lavawurf auf heißen Lavaströmen, tlw. > 20 m hoch. Lava steigt durch kleine Öffnung wie ein Springbrunnen auf, lagert sich direkt neben dem Schlot ab und erkaltet. Nadel baut sich so immer weiter auf.
Hot Spots = heiße Magmaherde, mehrere 100 km tief im Erdmantel. Sie ändern ihre Position kaum. Durch Wanderung der Kontinente über einen Hot Spot können Vulkanketten entstehen.
Hyaloklastite: unter Wasser/Eis blitzschnell abgekühlte und zerbrochene Lava
Hydroklastite: vom Wasser zerkleinertes Material
Ignimbrit, Glutwolke: pyroklastische Ströme, die Vulkanhang herabrauschen, Festkörper-Gas-Gemisch, 100-700°, bis 400 km/h schnell
Lapilli: Pyroklaste (vulkanisches Eruptionsmaterial) von 2 - 64 mm. Bei uns kennt man aufgeschäumte Lapilli aus Blumentöpfen mit Hydrokultur. Auf Lanzarote ermöglichen sie z.B. Weinanbau, da die große Oberfläche Tau und Regen speichert, und langsam an die Pflanzen abgibt.
Lavatunnel: Lavatunnel entstehen, wenn ein abfließender Lavastrom an der Oberfläche erkaltet, und die Lava in seinem Inneren weiter abfließt. Wird der Nachschub unterbrochen, läuft die durch das Erkalten entstandene Röhre leer und hinterlässt eine langgestreckte Höhle. Es gibt dazu viele Beispiele auf Island. Sehr berühmt ist auch die Lavaröhre am Monte Corona auf Lanzarote. Hier Sind die Jameos de Agua (Jameos = Einsturzstellen) und die Cueva de los Verdes attraktive Besucherziele.
Lithosphäre: Erdkruste und der feste Erdmantel, ca. 100 km dick.
Low-Velocity-Layer: teilw. geschmolzenes Erdmantelgestein, in 80-220 km Tiefe
Monogenetische Vulkane: haben nur einen Ausbruch
Obsidian: rhyolitisches Gesteinsglas, entsteht bei schneller Auskühlung von vollständig geschmolzener rhyolitischer Lava. Der Flüssigkeitszustand wird quasi eingefroren.
Palagonit: ein gelblichbraunes Basaltglas
Parasitärkegel: Kleinere Vulkankegel (- 300 m) an den Flanken des Hauptvulkans.
Phreatische Eruption: Eruption durch Wasserdampfexplosion.
phreatomagmatische Eruption: Explosionen durch Zusammentreffen von Magma und Wasser
plinianische Eruption: Eruption mit Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h und Säulenhöhen bis zu 25 km
Pseudokrater: entstehen durch Wasserdampfexplosionen bei über Wasser fließenden Magmaströmen
Pyroklastite: bei Eruption explosiv zerstörtes Magma (Asvhe, Lapilli, Bomben, Bimssteine, Schlacken)
Pyroklastische Ströme -> Ignimbrit, Glutwolken
Pyromagma: aufgeschäumte Magma. Durch Druckverringerung in Magmakammer beginnen gelöste Gase Blasen zu bilden (Sektflascheneffekt).
rhyolitisch: Kieselsäuregehalt von 72 - 78 % in Vulkaniten
Schlacken: rotglühende, explosiv ausgeworfene Lavafetzen im cm- bis m-Bereich
Schlammtöpfe: Bei Hitze und Wasserzufuhr Aufheizen bis wenig über 100°, dann Ausgleich durch Überkochen. Bei nachlassender Hitze und Wasserzufuhr trocknen sie aus.
Sea-Floor-Spreading: Unter diesen mittelozeanischen Rücken strömt heißes Erdmantelgestein (Magma) nach oben, wölbt die Rücken auf, und treibt die Platten auseinander. Die zentrale Linie, von der die Platten nach außen wegtreiben, heißt Spreading-Zentrum.
Slab: abtauchende Lithosphärenplatte
Solfataren: bis 200° heisse, schwefelhaltige Wasser- und Dampfquellen
Subduktion: Abtauchen von Lithosphärenplatten unter andere
Tephrochronologie: Datierung mit Hilfe vulkanischer Aschelage
Tholeiit-Basalt: Basalt der Ozeanböden, weltweit gleiche chemische Zusammensetzung
Verwerfung: Grenze zwischen 2 versetzten Gesteinsschollen
vulkanische Tremos: schwache Erdbeben durch Magmabewegungen
Vulkanite: Oberbegriff für alle vulkanisch geförderten Gesteine
Noch in der Kreidezeit (bis vor 125 Mio. Jahren) waren Europa, Grönland und Nordamerika ein Kontinent. Ein großes Gebirge (Reste dieses Gebirges: Appalachen, Neufundland, Ostgrönland, Schottland, Spitzbergen) durchzog diesen Kontinent.

Durch die bei der Plattentektonik geschilderten Prozesse zerriss in der Folgezeit dieser Kontinent, der Atlantik entstand und wurde bis heute immer größer. Vor 36 Mio. Jahren schob sich das Spreading-Zentrum über einen Hot Spot (der Hot Spot unter Island ist ca. 50 Mio. Jahre alt). Das führte zu verstärkter Tätigkeit, ein untermeerisches Plateau erhob sich über den mittelatlantischen Rücken. Vor ca. 17 Mio. Jahren erreichte das wachsende Plateau den Meeresspiegel und erhob sich darüber. Die Insel Island tauchte auf.
Island besteht fast ausschließlich aus Magmagesteinen. Die Hohe Dichte an Vulkanerscheinungen (Vulkanismus, Geothermalgebiete) wird durch das Zusammenwirken des mittelatlantischen Rücken und des Hot Spot hervorgerufen. Häufigster Vulkantyp auf Island sind Spaltenvulkane, zu finden an den Dehnungszonen und parallel dazu. Hier werden riesige Lavamengen gefördert und fließen als Lavaströme durch die Täler oder ergießen sich als Flutbasalte in die Ebene.
Seit der Eiszeit (12.000 Jahre) sind etwa 200 Vulkane entstanden und seit der Besiedlung um 900 n. C. sind auf Island 30 verschiedene Vulkane ausgebrochen. Durchschnittlich alle 5 Jahre kommt es zu einer Eruption. Auf Island kam seit 1500 n. C. 1/3 der in der Zeit weltweit geförderten Lava an die Erdoberfläche. 10 % Islands sind mit nacheiszeitlicher (holozäner) Lava bedeckt.
Durch das Auseinandertreiben ist die E-W-Ausdehnung größer als die N-S-Ausdehnung. Ost- und Westisland sind aus tertiären Flutbasalten aufgebaut (50 % der Landesfläche, 10 km mächtig) und glazigen überformt. Zentralvulkane in diesen Gegenden sind in den Basaltströmen untergegangen oder der Erosion zum Opfer gefallen. Die ältesten Gesteine liegen im äußersten Osten und Westen der Insel. Sie entstanden bei der Erhebung aus dem Meer vor 17 Mio. Jahren. Das Alter der Gesteine nimmt zum Zentralen Graben hin immer weiter ab. Die Flächen oder Flächenreste liegen heute selten über 1200 m Höhe, liegen aber höher als der Graben im Zentrum, der immer weiter aufreißt, und im gleichen Maße von Eruptionsmaterial wieder aufgefüllt wird.
Der
Zentralgraben besteht aus der sog. palagonitischen
Abfolge.
1. Alte graue Basalte (oberes Tertiär) bilden den Grabenrand.
Sie sind etwas heller und körniger als die Plateaubasalte.
2. Richtung
Zentrum anschließend finden sich die während der Eiszeiten (im Pleistozän)
gebildeten Vulkanite. Sie bestehen aus Palagonit (einem gelblichbraunen Basaltglas),
Breccien, Hyaloklastiten (blitzschnell abkekühlte und zerbrochene Lava unter
Wasser/Eis). Pillow-/Kopfkissen-Laven, Rücken und Tafelvulkane (die subglaziaren
Varianten von Schild- und Spaltenvulkanen) sind an vielen Stellen zu finden. Die
Höhe der Tafelvulkane entspricht in etwa der Höhe der pleistozänen
Eiskappen.
3. Die jungen grauen Basalte ähneln den alten grauen Basalten
und haben sich in den Zwischeneiszeiten gebildet.
... sind sehr unsicher
Im
Ruhezustand der Vulkane werden Ausgangsdaten gewonnen, und deren Entwicklung
laufend beobachtet:
geomagnetische (aufdringender Magmakomplex verändert
Magnetfeld),
gravimetrische (schwere Magmakörper ändern die Anziehungskraft),
geothermische (heiße Magmakörper geben Wärme an Erdoberfläche
ab),
geoelektrische (elektrische Leitfähigkeit von Schmelzen ist höher
als von Festgestein),
seismische (aufsteigende Schmelzen verursachen typische
Erschütterungen),
Geländevermessungen (Vulkan wölbt sich bei
aufsteigender Magma auf),
geochemische Untersuchungen (Menge, Komponentenverteilung,
Temperatur, pH-Wert etc.) an vulkanischen Gasen, die durch feine Spalten austreten
(Fumarolen).

Vorbereitung,
Verlaufsprognosen, Katastrophenpläne
Öffnung des Seitendamms (der
durch Abkühlung an den Rändern der Lavaströme entsteht)
Schutzwälle
(vor allem bei dünnflüssiger Lava)
Abkühlung der Lava mit Wasser
Die Auflistung der Orte und Gebiete siehe jetzt Extraseite:
... viele aus dem Bereich Vulkanismus/Geologie, die oft in Flurnamen auftauchen (Liste aus Krafft 1984, vom Webmaster erweitert)
á - Bach |
hnùk
- Spitze |
TIPP: Christof Hug-Fleck: Islands Geologie. Kurz und präzise. Die Beste Quelle für Reiseleiter und Interessierte Reisende. Das Buch ist leider vergriffen, aber ab und zu unter diesem Link gebraucht erhältlich: Islands Geologie (Amazon).

Islands Naturwunder: Portrait einer außergewöhnlichen Vulkaninsel. Christof Hug-Fleck.
Island: Grundriss Der Geographie und Geologie
Vulkanausbrüche auf Island: Methoden, Folgen und Fallbeispiele.
Christof Hug-Fleck: Die ruhelose Erde. LB Naturbücherei 1988.
Maurice Krafft: Führer zu den Vulkanen Europas. Band 1: Allgemeines, Island. Enke 1984.
Horst Rast: Vulkane und Vulkanismus. Enke, 1987.
W. Schutzbach: Island - Feuerinsel am Polarkreis, 1985.
M. Schwarzbach: Geologenfahrten in Island, 1983.
Haroun Tazieff: Vulkanismus und Kontinentwanderung. DVA-Seminar, 1974.
Spektrum der Wissenschaft (1985): Vulkanismus.
Geologische Karten 1:250.000. Museum of Natural History, Reykjavik.
Eine Fülle von Erklärungen und Informationen zu Vulkanen weltweit gibt es auf der Website www.vulkane.net, dort auch Informationen zu den beliebtesten Reisezielen mit Vulkanen.
Ein tolles Reiseziel für Wanderer, die Vulkanlandschaften lieben, ist > Lanzarote.