TIBET: LHASA & UMGEBUNG
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Sehenswürdigkeiten und praktische Tipps für Lhasa und nähere Umgebung (Drepung, Sera, Norbulingka ...). Für weitere Ausflüge von Lhasa siehe unter > Touren von Lhasa aus.

Jokhang, Lhasa

Allgemein

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TibeterinLage auf 3658 m am Kyichu Fluss. Ca. 150.000 Ew. (2005), davon etwa 2/3 Chinesen. Hauptstadt der Autonomen Region Tibet. Spirituelles und politisches Zentrum Tibets. Name möglicherweise von Rasa = umfriedeter Platz (Stadtmauer) oder Lhasa = Stadt der Götter. Viele Interpretationen des Namens.

In der Altstadt hauptsächlich Tibeter. Viele kleine Läden und intensives Marktleben mit viel Trubel, dazwischen Pilger und Gläubige. Angenehme Atmosphäre.

Außerhalb der Altstadt wirkt Lhasa wie eine normale chinesische Mittelstadt.

Wandern im Quadrat Restaurant-Tipps:

Ganglamedo: Restaurant und schön auch für Kaffee und Kuchen. Nette Bedienung. Beijing East Road (Südseite) auf Höhe des Jokhang. fon +86-891-6333657.

Dunya Restaurant: Beijing East Road, etwas weiter östlich als das Ganglamedo auf der nördlichen Straßenseite. Schöne helle Räume, gutes Essen zu moderatem Preis, gute Auswahl, nette fitte Belegschaft. fon 6333374. dunya@shigatsetravels.com

Restaurant im Kyichu-Hotel. Schöner Garten. Sehr gutes Essen. Abends auch Buffet möglich. Gehobener.

Restaurant im Hotel Tibet Gorkha im 2. Stock. Ein nepalesisches Restaurant in Tibet. Hat aber organisatorisch nachgelassen. Für Gruppen daher schwierig.

Restaurant Snowland, neben dem gleichnamigen Hotel. Bei westlichen Touristen sehr beliebt, oft entsprechend voll. Sehr gutes Essen, Western, Chinese, Nepali, Tibetan. Ist jetzt umgezogen, angeblich 150 m nac Norden, habe es aber nicht gefunden.

Restaurant Makye Amye am Barkhor. Terrasse mit schönem Blick auf selbigen. Gutes Essen. Abends voll.

Restaurant Gengky: einfaches Restaurant, eher was zum Kaffeetrinken, Terrasse mit schönem Blick auf Barkhor-Platz, liegt westlich an diesem.

New Mandala Restaurant: Dachterrasse mit schönem Blick, südwestlich am Barkhor-Platz. Mein Essen war so eher mittel, aber für ein Getränk ... mit Gruppen oft überfordert.

Restautant im Barkhor Narzeng Hotel, in der Südwestecke des Barkhor. Hab´s noch nicht getestet, aber die Aussicht muss gut sein. Chinesisch.

Wandern im Quadrat Hotels:

Shambala, Xiang Bala (28 Jiang Su Road, 0891-6338888, fax 0891-6331777), Snowlands Hotel (ist umgezogen), Tibet Gorkha Hotel (in der Altstadt, südöstlich vom Jokhang), Lhasa Gang-Gyan Hotel (Beijing East Road, nordöstlich vom Jokhang). Alle gut.

Wandern im Quadrat Einkauf:

Auswahl an Souveniers und Kunsthandwerk ist fast schon so gut wie in Nepal. Am besten rund um den Jokhang.

Ausrüstung: VauDe und Jack Wolfskin in der Lhasa East Road, wenn man vom Jokhang Richtung Potala geht auf der linken Seite.

Wandern im Quadrat Sonstiges:

Fahrräder kann man bei den größeren Hotels mieten oder in der Beijing East Road nördlich des Jokhang.

Taxi: Kostet im Stadtgebiet 10 Y (2009) pro Fahrzeug. Visitenkarte des Hotels mitnehmen!

Geld: Geldautomat der Bank of China, mehrere im Stadtgebiet. Tauschen in den größeren Hotels zu fairen Kursen möglich.

Internet: Einige Büros in der Altstadt: im Snowlands Hotel, Tibet Gorkha Hotel, Shangbala Hotel (im Café im Hof, oft belegt).

Telefon: viele Läden mit Telefonzellen. Nach Europa 3,7 Yüan/min (2006).

Wandern im Quadrat Altstadt Lhasa:

Das Zentrum der Altstadt ist mit dem Jokhang-Tempel auch das spirituelle Zentrum Tibets. Hier hat man nicht das Gefühl, in China zu sein. Markthalle im Nordosten des Jokhang (siehe Plan).

Lhasa Altstadt

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Jokhang

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Jokhang, Lhasa, TibetDer Jokhang (Jobo Khang = Haus des Herrn) ist ein Tempel inmitten der Altstadt. Zusammen mit dem Potala Palast und dem Norbulingka Palast gehört er als "Historisches Ensemble Potala-Palast in Lhasa" zum UNESCO Weltkulturerbe . Für die Tibeter stellt der Tempel den Mittelpunkt Tibets dar. Jeder Tibeter sollte mindestens einmal in seinem Leben hierher gepilgert sein.

Der Jokhang enthält heute die heiligste Statue der Tibeter, den Jobo Shakyamuni. Er soll der Legende nach zu Lebzeiten des historischen Buddha nach seinem Abbbild geschaffen worden sein, andere Quellen behaupten, die Figur habe sich selbst erschaffen. Diese Statue ist das Herzstück der tibetischen Kultur.

Die Buddhahalle, das Hauptgebäude der Anlage, ist viergeschossig und von einem Wandelgang umgeben. Das mit vergoldeten Bronzeziegeln gedeckte Dach ist mit einem von Hirschen flankierten Dharma-Rad geschmückt. In der Haupthalle befinden sich unter anderem die vergoldete Statue des Shakyamuni sowie Statuen von Songtsen Gampo und seinen berühmten Frauen, der chinesischen Wen Cheng und der nepalesischen Bhrikuti.

Ursprünglich stand am selben Platz eine Statue (Jobo Mikyo Dorje), die die nepalesische Prinzessin Bhrikuti mitgebracht hatte. Sie war wesentlich am Bau des Tempels beteiligt und setzte viele nepalesische Künstler dafür ein.

Später wurde der Jobo Shakyamuni aus dem Rimoche (ein anderer Tempel in der Nähe) in den Jokhang gebracht, und der Jobo Mikyo Dorje kam in den Rimoche. Man wollte so den Jokhang vor der Zerstörung durch die Chinesen schützen.

Geschichte des Tempels:

Der Tempel wurde im Jahre 639 unter König Songtsen Gampo, Prinzessin Bhrikuti und Prinzessin Wen Cheng errichtet. Man sagt, daß es 3 Jahre gedauert hat, da der Tempel auf einem See errichtet und die Erde von einer weißen Ziege herbeigetragen wurde.

Im 9. Jh. wurde der Jokhang unter dem Bön-Herrscher Langdarma geschlossen. An die Tür wurde das Bild eines saufenden Mönchs gemalt. Buddhisten wurden unterdrückt.

Im 11. Jh. etablierte Atisha den Buddhismus in Tibet von Neuem. Wiedereröffnung des Jokhang.

Im 12. Jh. Restaurierung.

Im 15. Jahrhundert wurde er, u. a. von Tsongkapa, wiederholt ausgebaut. Er wurde zum Zentrum des wichtigen Mönlam-Festes (Großes Gebet) und bedeckt nun eine Fläche von mehr als 25.000 m².

1959: Verbot religiöser Zeremonier durch Chinesen.
1965: Schließung
1966-76: In der Kulturrevolution wurden fast alle Statuen zerstört, außer Jobo Shakyamuni und die Lehmstatuen der Dharma-Könige.
1979: Renovierungsabschluss und Wiedereröffnung.

Potala

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Potala, Lhasa, TibetPotala-Stichworte:

  • Im 7. Jh. von Songtsen Ganpo erbaut.
  • Im 17. Jh. vom Großen 5. Dalai Lama als Residenz gewählt und auf gegenwärtige Größe erweitert.
  • Potala wird politisches und religiöses Zentrum.
  • Gebäude ist in 2 Sektionen geteilt, den Roten und den Weißen Palast.
  • 13 Stockwerke, 115 m hoch. Wohnbereiche, Tempel, Begräbnisstupas und Klosterräume.
  • Eintritt 200 yuan (2014).

Eintrittskarten müssen lange vorher bestellt werden. Man bekommt eine Uhrzeit zugeteilt, und hat dann für den inneren Teil 1:00 h Zeit. Am Eingang Kontrolle wie am Airport, Messer und Feuerzeuge müssen draußen bleiben. Im Gebäude ist fotografieren verboten. Zusammen mit vielen chinesischen Touristen wird man durch die Räume geschleust.

Der Potala-Palast war der Sitz der Regierung Tibets und die offizielle Residenz des Dalai Lama, des geistlichen und weltlichen Führers, bis zu dessen Flucht aus Tibet im Jahr 1959 . Der riesige Palast liegt auf dem Berg Marpori (Roter Berg), der sich 130 Meter über Lhasa erhebt.

Die Architektur orientiert sich an der Landschaft, ist asymetrisch, verschachtelt, monumental und trotzdem lebhaft.

Der Potala ist nach der Überlieferung des tibetischen Buddhismus Sitz des Bodhisattva Avalokitesvara im Reinen Land von Dewachen. Da die Dalai Lamas als Verkörperung Avalokitesvaras gelten, und Avalokitesvara als Schutzgottheit Tibets angesehen wird, wurde der Palast von Beginn an nach diesem mythologischen Palast benannt (Potala = Paradies des Avalokiteshvara).

Der erste Palastbau an dieser Stelle wurde im Jahr 637 von Songtsen Gampo angelegt. Im 17. Jahrhundert wurde dieser in den Bau einer größeren Anlage integriert. Die Konstruktion des ersten Teil des heutigen Palastes, der Potrang Karpo (Weiße Palast), wurde im Jahr 1648 unter der Herrschaft des 5. Dalai Lama abgeschlossen, der Potrang Marpo (Rote Palast) wurde erst 1694 nach dessen Tod fertiggestellt. Der Tod des Dalai Lama wurde von seinen Ministern so lange (12 Jahre!) geheim gehalten. Die letzte größere Veränderung fand im Jahr 1922 statt. Unter dem 13. Dalai Lama wurden mehrere Räume renoviert und dem Roten Palast noch zwei weitere Stockwerke hinzugefügt.

Durch den Bau des Norbulingka, der fortan als Sommer-Palast genutzt wurde, erhielt der Potala auch die Bezeichnung Winterpalast.

Die Bombadierungen der 50er Jahre überstand der Potala wegen seiner dicken weichen Mauern relativ gut. Auch die Kulturrevolution überstand der Potala-Palast als eines der wenigen Kulturdenkmale in Tibet vergleichsweise unversehrt, da der Palast als Unterkunft der chinesischen Besatzungsarmee herhalten musste. Viele Kunstschätze sind noch original erhalten. Der Potala wird heute nur noch als Museum genutzt, zählt aber neben dem Jokhang-Tempel weiterhin zu den wichtigsten Pilgerstätten der tibetischen Buddhisten.

Seit 1994 steht das "Historische Ensemble Potala-Palast in Lhasa" als Weltkulturdenkmal auf der UNESCO-Liste des Welterbes . Zu dem Ensemble zählt neben dem Potala-Palast auch der Sommer-Palast Norbulingka sowie der Jokhang-Tempel.

Der Palast erstreckt sich in Ost-West Richtung auf ca. 350 Metern und in Nord-Süd Richtung auf weiteren 300 Metern. In der Anlage verteilen sich auf 13 Stockwerken angeblich 999 Räume mit insgesamt 130.000 m². Die Mauern sind bis zu 5 m dick und aus Stein und Stampflehm.

Im Roten Palast befinden sich in den obersten Stockwerken die privaten Räume des Dalai Lama. Neben großen Zeremonien- und Meditationshallen und vielen kleineren Kapellen befinden sich in der Anlage die Grab-Chörten der bisherigen Dalai Lama. Es wurden alle acht Dalai Lama in jeweils eigenen Grabstätten beigesetzt, beginnend mit dem 5. Dalai Lama, dessen Grab das prachtvollste ist. Hierfür wurden auf einer Höhe von 17,4 Meter über 3 Stockwerke ca. 3700 Kilogramm Gold verarbeitet.

Im Weißen Palast befanden sich die Verwaltung des Staates und Lagerräume.

In den beiden gelben Gebäuden befanden sich die großen Thangkas für das Losar-Fest (Neujahr).

Am Fuß des Potala befand sich das Regierungsviertel Zhöl. Es wurde durch wilde Bebauung mit chinesischen Beton-Häusern zerstört. Zur 30-Jahr-Feier der Autonomen Region Tibet wurden diese abgerissen und es entstand ein großer Platz. Mittlerweile sind einige alte Häuser wieder aufgebaut.

Drepung

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Drepung-Kloster, TibetDrepung ist eines der bedeutendsten Klöster der Gelugpa -Schule und war eines der drei großen sogen. "Staatsklöster" des früheren Tibet, knapp 10 km westlich von Lhasa gelegen. Drepung bedeutet Reishaufen. Solch ein Reishaufen, Symbol für materielle und sinnliche Verlockungen, wird von den Mönchen den Buddhas geopfert.

Drepung wurde 1416 von Jamchen Chöje, einem Schüler des Tsongkhapa, gegründet. Als ehemalige Residenz der Dalai Lamas (vor deren Übersiedlung in den Potala -Palast zu Lhasa) hatten die Äbte von Drepung stets eine wichtige Rolle in der Politik Tibets inne, die sich z.B. in der jährlichen Übernahme der städtischen Regierung von Lhasa zum Mönlam-Fest manifestierte. Die Äbte von Drepung gehörten stets dem engsten Rat des Dalai Lama an und bekleideten oft wichtige Posten wie z.B. den des Regenten zwischen dem Tod eines Dalai Lama und der Regierungsübernahme des nächsten (was oft eine rund 20-jährige Amtsperiode bedeutete). Auch bei der Auswahl des jeweils nächsten Dalai Lama waren sie stets beteiligt. Während Ganden das spirituelle Zentrum der Klosterlandschaft darstellte, war Drepung das politische Zentrum. Aufgrund dieser politischen Bedeutung wurde das Kloster mehrmals von den Mongolen zerstört.

Das Kloster zählte vor der rotchinesischen Invasion mehr als 10.000 Mönche und war damit das größte Kloster Tibets. Während der Okkupation der Chinesen wurden nach deren offiziellen Angaben der Großteil der Mönche verschleppt und/oder inhaftiert. Nach Aussagen eines Augenzeugen wurde der größte Teil der Mönche getötet, lediglich 25 buddhistische Mönche und ein dort tätiger Lehrer konnten fliehen.

Im Zuge der Kulturrevolution wurde das Kloster nur teilweise zerstört, während ein Großteil der anderen Klöster mehr oder weniger dem Erdboden gleichgemacht wurde. In Drepung sind auch die zentrale Versammlungshalle, die Versammlungshallen der vier Fakultäten des Klosters (Loseling, Gomang, Ngagpa und Deyang) und der ehemalige Regierungspalast des Dalai Lama (Ganden Phodrang) erhalten geblieben. Große Teile der Unterkünfte sind nicht mehr vorhanden.

In Drepung ist mittlerweile eine beschränkte Zahl von Mönchen ansässig, doch hat die Anlage heute einen überwiegend musealen Charakter.

Beispiel-Zeitplan: Start 9:30 ab Lhasa, Rundgang Drepung 10:00 - 12:30, Rückkehr in Lhasa 13:00 h. (Nachmittags Sera.) Die Klosterküche kann besichtigt werden und ist sehr interessant!

Tipp:

Kora, rituelle Wanderung um das Kloster. 0:45 h, gutes Schuhwerk.

Sera

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Disput im Sera-Kloster, Tibet1409 von Jamchen Chöje gegründet. Der war 3 mal am Hofe der Ming-Kaiser. Daher gibt es traditionell ein enges Verhältnis Seras zu China.

Das Kloster stand immer in einer gewissen Konkurrenz zu Drepung. Es war das zweitgrößte Kloster und hatte über 6000 Mönche. Jetzt sind es etwa 700. Nachmittags finden in einem Klosterhof Übungen zu Disputen statt, die man sich ansehen kann (viele andere Touristen, manche etwas "distanzlos"). Es wird viel restauriert (2007).

Hier macht es Spaß, einfach etwas herum zu laufen, statt eine ordentliche Besichtigung zu absolvieren.

Beispiel-Zeitplan: Start Lhasa 14:30, 15:00 Rundgang, 15:30 Disputation, 16:30 Rückfahrt, 17:00 h in Lhasa.

Tipp:

Kora, rituelle Wanderung um das Kloster. Aus dem Kloster hinaus, rechts halten, entlang der Umfassungsmauer. 0:45 h, gutes Schuhwerk.

Norbulingka - Norbulinka

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Der "Juwelgarten" ist der Sommerpalast des Dalai Lama. Er liegt etwa 7 km westlich der Altstadt. Ein Besuch lässt sich gut mit dem Potala verbinden.

Der Bau des Norbulingka wurde 1754 unter dem 7. Dalai Lama begonnen. Letzte und größte Änderungen geschahen zwischen 1954 und 1956 unter dem jetzigen Dalai Lama.

Der Stil des Palastes ist weniger finster als sonst bei tibetischen Bauten. In einem Park steht ein luftiges lichtreiches Gebäude, von der chinesischen Architektur beeinflusst.

Im Park treffen sich die Tibeter gern zum Picknick, außerdem gibt es verschiedene kulturelle Veranstaltungen.

Im Hauptgebäude im Zentrum des Parks können die Räume des Dalai Lama besichtigt werden.

Geöffnet täglich 9-12:00 h, 15-18:00 h. Eintritt 60 Yüan (2012).

Literatur-Tipp

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Heinrich Harrer: 7 Jahre in Tibet. Hier bekommt man viel über das alte Lhasa mit, auch alte Fotos.

weitere Literaturempfehlungen siehe unter > Tibet-Literatur