Island und die NATO
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Autorin: Kirstin Werner.
Letzte Änderung:
01.03.2009

Island und die NATO in Stichworten
  • Island seit 1944 unabhängig v. Dänemark à das erste Mal in seiner Geschichte souveräner Staat, wollte neutral bleiben
  • 1949 stimmte Regierung für NATO - Beitritt à Tumulte im Althing v. Reykjavik
  • 1951 stimmte isländische Regierung d. Stationierung v. US - Soldaten i. Keflavik u. d. Ausbau d. Militärstützpunktes zu (Marine- u. Luftwaffenpersonal incl. Familien, kleines Kontingent v. Marinesoldaten zum Schutz d. amerikanischen Botschaft in Reykjavik, ca. 4000 Mann)
  • isländische Bevölkerung war v. Anfang an dagegen à Furcht, die hart erkämpfte Souveränität u. kulturelle Identität zu verlieren
  • schlechte Erfahrungen mit Besatzern im II. WK: zunächst Briten, später Amis wegen Angst vor einer dt. Invasion (à keine Kampfhandlungen auf d. Insel)
  • à um Kontakt zwischen Soldaten u. Bevölkerung so gering wie möglich zu halten, wurden Soldaten auf Militärbasis bei Keflavik räumlich isoliert angesiedelt u. strengen Ausgangsbestimmungen unterworfen: keine Uniform außerhalb d. Militärgeländes (liegt passender weise gerade noch auf nordamerikanischer Kontinentplatte), keine unterschiedlichen Nummernschilder an Autos, amerikanisches Fernsehprogramm ist nur über Kabel zu erhalten
  • 1956 verabschiedete isländisches Parlament Resolution, die Abzug d. Truppen vorsah, das Vorhaben wurde aber wg. Aufstand in Ungarn u. Ausbruch d. Suez - Krise wieder auf Eis gelegt
  • 1971 plante Regierung wieder, Truppen abziehen (Regierung befürchtet, im Ernstfall zum Spielball d. Großmächte zu werden), Bevölkerung hatte sich aber inzwischen an Amis gewöhnt u. stand positiv zum Verteidigungsvertrag, u. a. wegen wirtschaftlicher Vorteile:
  • Isländer sparen pro Jahr ca. 2 - 5% ihres Bruttosozialproduktes, das andere NATO - Staaten in ihre Verteidigung stecken, da sie keine eigene Armee unterhalten
  • Seit 1951 bringt Stützpunkt ca. 10% d. jährlichen Nettoexporteinkünfte Islands
  • Auch heute arbeiten immer noch ca. 2% der isländischen Erwerbstätigen direkt od. indirekt f. d. Stützpunkt (ca. 900 Isländer arbeiten für d. Iceland Defense Force)à Keflavik könnte heute nicht ohne Amis existieren, wurde nur wg. deren Anwesenheit zu einer d. größten Städte Islands (Isländer konnten hier schnell Geld verdienen)
  • Ca. 2000 Familien beziehen ihr Einkommen v. d. Amis ("kanar")
  • Soldaten und ihre Angehörigen bringen viele Dollars ins Land
  • 1974 Unterzeichnung einer Vereinbarung, dass Zahl der auf d. Insel stationierten Soldaten reduziert werden soll
  • Amerikaner verpflichteten sich, ziviles Flughafengebäude zu bauen à Trennung d. militärischen u. zivilen Luftverkehrs (neues Terminal wurde 1987 eröffnet, man merkt nichts von Nähe d. Militärs; vorher war Militärflughafen d. einzige internationale Flughafen d. Landes)
  • Ende d. kalten Krieges à nach 1991 wurden Truppen reduziert v. 3300 Mann auf 2200 Mann, Zahl d. Militärflugzeuge wurde v. 37 auf 18 halbiert, Jagdflugzeuge sollen noch 4 sein
  • Regierung setzte sich wg. wirtschaftlichen Faktors dafür ein, dass Amis blieben, als Anfang d. 90-er Jahre über Abzug nachgedacht wurde
  • Seit 2001 wird keine Veränderung d. Truppenstärke mehr vorgenommen, gleichzeitig suchen beide Länder nach kosteneffizienteren Wegen, die Militärbasis zu erhalten (einfacher ab 2004: Monopolvertrag für isländisches Bauunternehmen läuft aus, dem bis jetzt alle Bauarbeiten auf Militärbasis vorbehalten waren

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