Elfen, Trolle, Zwerge und RiesenDas verborgene Volk in Island
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Das Verborgene Volk - von Elfen, Trollen, Riesen und Zwergen |
| Aus der heidnischen Zeit hat bis heute der Glaube an das sog. "verborgene Volk" nicht nur überlebt, sondern das kulturelle Leben der Isländer nachhaltig beeinflusst. Wahrscheinlich liegen in dem Angesicht einer ebenso überwältigend schönen wie furchteinflößenden, urgewaltigen Natur zwischen tausend Grüntönen und grotesken Lavagesteinen die Wurzeln für den Glauben an übernatürliche Wesen, den nach Umfragen über die Hälfte der Isländer nach wie vor teilt.
Für viele Einwohner der Insel schließen sich Kirchgang und Rücksichtnahme auf Elfen ("álfar"), die in manchem für uns unscheinbar wirkenden Stein am Wegesrand hausen, nicht aus. Während die Kirche den scheinbar harmlosen Aberglauben belächelt, belächeln wiederum manche Isländer die Kirche, deren Lehre für Troll- und Elfengläubige fremdartig bzw. unnatürlich bleibt. Mit dem Bewusstsein, dass die meist unsichtbaren Mitbewohner der Insel rücksichtslosen Raubbau an der Natur vergelten können, bemühen sich die Isländer um ein freundliches Auskommen mit ihren übernatürlichen Nachbarn.
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Elfen |
Die Elfen treten in sehr unterschiedlichen Gestalten und Größen auf, einige von ihnen sind lang und dünn, andere wiederum machen einen wohlgenährten Eindruck und sind von kleiner Statur.
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Trolle |
| Trolle (manchmal auch als Riesen bezeichnet) sind riesenhafte, den Menschen in der Regel feindlich gesinnte Kreaturen, die unterirdischen hausen. Sie haben eine lederähnliche Haut und ihre Bewegungen sind plump und schwerfällig. Sie verfügen zudem über geringe magische Fähigkeiten, ihre Sprache ist sehr rau und auf einfache Worte beschränkt. Da Trolle manchmal auch Menschenfleischessen, entführen sie gerne Reisende, die sich nach Einbruch der Dunkelheit in die Nähe ihrer Behausungen wagen. Tagsüber ist gegen eine Wanderung in den Bergen jedoch nichts einzuwenden. Sie sind düstere Wesen der Nacht und hassen das Sonnenlicht. Sie setzen sich ihm niemals freiwillig aus, da sie die besondere Eigenart haben, bei Kontakt damit zu versteinern. Sollte man tatsächlich in die Gewalt eines Trolls geraten, muss man diesen lediglich hinhalten, bis die Sonne aufgeht. Dann lockt man ihn aus seiner Höhle. Sobald er zu Stein erstarrt ist, steht einererfolgreichen Flucht nichts mehr im Wege.
Die isländische Landschaft ist regelrecht übersät mit unvorsichtigen Trollen, die über ihrem Treiben die Zeit vergessen haben. Besonders beeindruckend ist die große Trollkuh Hvitserkur, die beim Trinken an der Nordküste Islands vom Tageslicht überrascht wurde. |
Wiedergänger (Afturganga) |
Dies sind besonders unangenehme Zeitgenossen unter den Geistern. Es handelt sich um Tote, die aus den verschiedensten Gründen keine Ruhe finden und ihr Unwesen treiben. Nach dem offiziellen Handbuch der isländischen Trolle, dem "Vae Hartal" haben rund 40 Prozent der Befragten schon mit Toten Kontakt gehabt. Gestorbene Menschen, die nach ihrem Tod keine Ruhe finden, treiben als "Afturganga" (Wiedergänger) ihr schreckliches Unwesen und töten andere Menschen oder verschleppen sie der Sage nach durch offene Gräber in die Hölle. Die Geister verraten sich allerdings dadurch, dass sie sich ständig wiederholen und dass sie nicht den Namen Gottes, "Gud", aussprechen können. Wie der volkskundliche Atlas "Vae Hartal" informiert, treiben neben Trollen und Afturganga auch hunderte von "Guhlen", leichenfressenden Dämonen, ihr Unwesen. Oft treten Menschen schon als Afturganga in Erscheinung, wenn ihr Tod noch gar nicht bekannt ist. Zum Glück für die Isländer gibt es verschiedene Erkennungszeichen, die einen Afturganga verraten. Ein schönes Beispiel ist die Geschichte vom Knecht Sigurd und der Magd Gudrun. Gudrun erkennt den Afturganga Sigurd an zwei Hinweisen. Geister wiederholen sich ständig und sie können den Namen "Gud" nicht aussprechen. "Gud" bedeutet im isländischen "Gott" und deshalb konnte das Gespenst in der Geschichte Gudruns Namen nicht aussprechen und musste sich mit "Garun" behelfen. |
Zwerge |
Als schwer einschätzbar gelten die isländischen Zwerge ("dvergar"), die ungefähr so groß werden wie drei bis fünf Jahre alte Kinder. Ihnen wird eine farbenreiche Aura und manchen ein temperamentvolles Wesen nachgesagt. Während einige von ihnen durchaus freundliche Umgangsformen pflegen, gelten andere wiederum als unhöflich oder kühl. Die Nachtzwerge entstanden aus Maden im verwesenden Fleisch des erschlagenen Riesen Ymir. Die Götter fanden sie jedoch zu hässlich, um gesehen zu werden, und verbannten sie zu einem Leben unter der Erde. Sie verwandelten sich wie die Riesen bei Tageslicht zu Stein, was die vielen kleineren Felsen und Steine erklärt, die überall in der nordischen Landschaft zu finden sind. |
Riesen |
Die Fels-und Sturmriesen personifizierten die riesigen Gebirge und Gewitterwolken. Da sie an Dunst und Nebel gewöhnt waren, verwandelten sie sich wie die Zwerge in Stein, wenn sie hellem Tageslicht ausgesetzt wurden. Dies erklärt die Entstehung von fantastischen Felsformationen, wie z.b. dem Riesengebirge, das aus Riesen geformt wurde, die so dumm waren, sich bei Sonnenaufgang im Freien aufzuhalten. |