Gämsen / Gemsen
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Neben dem Murmeltier und dem Steinbock das typische Tier der Hochgebirge.

Gämse

Wandern zum SeitenanfangGämse / Gemse

GämseDie Gämse (vor der Rechtschreibreform von 1966: Gemse), ist eine in Europa und Kleinasien beheimatete Art der Ziegenartigen.

Wandern im Quadrat Merkmale einer ausgewachsenen Gämse:

etwa einen Meter lang
ca. acht Zentimeter langen Schwanz
ist am Widerrist etwa 75 Zentimeter hoch
wiegt 30 bis 50 Kilogramm
gedrungen und kräftig gebaut
ziemlich schlanker Hals
kurzer, nach der Schnauze hin stark verschmälerter Kopf
spitze Ohren von nahezu halber Kopfeslänge
lange, starke Füße mit ziemlich plumpen Hufen
bis zu 25 Zentimeter lange, drehrunde Hörner, die gerade aufsteigen, an der Wurzel geringelt und an der Spitze rückwärts gebogen sind
beide Geschlechter tragen Hörner, hinter ihnen befindet sich eine in einen Drüsensack führende Höhle, die so genannte Brunftfeige, aus der sich zur Brunftzeit ein schmieriges, übelriechendes Sekret absondert

Im Sommer ist die Gämse schmutzig rotbraun, auf der Unterseite hell rotgelb, auf dem Rücken mit einem schwarzbraunen Streifen, an der Kehle fahlgelb, im Nacken weißgelblich. Die Hinterseite der Schenkel ist weiß, der Schwanz auf der Unterseite und an der Spitze schwarz. Von den Ohren über die Augen verläuft eine schwarze Längsbinde.

Im Winter sind Gämsen oben braunschwarz oder dunkelbraun, am Bauch weiß, an den Füßen und am Kopf gelblichweiß, auf dem Scheitel und an der Schnauze etwas dunkler.

Beide Kleider gehen nach und nach ineinander über. Man unterscheidet das große, dunkelbraune Waldtier von dem kleineren, rotbraunen Grattier.

Wandern im Quadrat Lebensraum

Die Gämse findet man in den Alpen, von Savoyen bis Südfrankreich, in Dalmatien, in Griechenland und nordwärts bis zu den Karpaten, im Kaukasus sowie inAnatolien. In Oberbayern, dem Salzkammergut, in der Steiermark und Kärnten ist die Population der Gämsen stärker als in der Schweiz. In Spanien und Italien lebt die Pyrenäen-Gämse.

Das Tier hält sich vor allem im oberen Waldgürtel auf, und steigt im Sommer auch weiter ins Gebirge auf. Wenn die Gämse unten zu sehr gestört wird, geht sie sogar in unzugänglichste Gebiete, von wo aus sie dann früh morgens die Grasplätze zwischen den Felsen besucht. Gegen den Winter steigt sie wieder in die Wälder ab.

GämsenWandern im Quadrat Lebensweise

Jungtiere und Weibchen leben in Herden zu 15 bis 30 Tieren. Die sozialen Bindungen ändern sich sich mit den Jahreszeiten. Im Sommer ist die Verbindung sehr intensiv. Ein Tier der Herde ist dann als Wächter abgestellt und warnt bei Gefahr durch einen Pfiff. Zum Winter hin wird der Zusammenhalt der Gruppe lockerer, manche Herden vermischen sich oder lösen sich auf. Böcke leben einzelgängerisch und suchen erst im Spätsommer eine Herde auf. Sie vertreiben die männlichen Jungtiere, wenn sie alt genug sind, und kämpfen gegen Geschlechtsgenossen. In der zweiten Novemberhälfte erfolgt die Paarung.

Ende Mai oder Anfang Juni wirft die Gämse ein, selten 2 oder 3 Junge, die schnell der Mutter folgen und 3 Monate gesäugt werden. Im 3. Jahr ist das Junge ausgewachsen. Die Gamsböcke erreichen ein Alter von 15 Jahren, die Weibchen bis zu 20 Jahren.

Die Nahrung der Gämse besteht aus jungen Trieben der Alpensträucher und aus Kräutern, Blätter und Gräsern, im Winter auch aus Moosen und Flechten.

Wandern im Quadrat Feinde

Die Gämsen sind durch herabrollende Steine und Felsen gefährdet sowie durch Lawinen. Besonders frühe Herbstlawinen sind häufig tödlich für viele Gamskitze. Raubtiere wie Luchs, Wolf und Bär stellen ihnen nach. Der Steinadler reißt hin und wieder Gamskitze. In strengen Wintern sterben viele Gämsen durch Futtermangel. Auch sind Seuchen wie Räude und parasitäre und infektiöse Erkrankungen für eine hohe Todesrate verantwortlich.

Wandern im Quadrat Bejagung

Die Jagd auf Gämsen findet meist im Hochgebirge statt. Da Gämsen keinen steilen Grat und keine felsigen Gegenden scheuen, ist die Jagd mühsam und oft gefährlich. Der bejagbare Bestand ist oft sehr gering, da durch die widrigen Umweltbedingungen insbesondere im hochalpinen Winter viele Jungtiere nicht überleben.

Wandern im Quadrat Bedeutung für den Menschen

Das Fleisch der Gämsen schmeckt und wird sehr geschätzt. Die Haut liefert gutes Leder, das vor allem zu Hosen und Handschuhen wird. Die Hörner werden zu Stockgriffen und die Haare auf dem Widerrist zu Hutschmuck (Gamsbart) verarbeitet. Im Magen der Gämsen findet man zuweilen die sogenannten Gämskugeln. Diese wurden ebenso wie das Gamsblut früher als Medizin teuer verkauft, sind aber ohne medizinischen Effekt.

Gämsen FamilieJung eingefangen, lassen die Gämsen sich mit Ziegenmilch ernähren und werden sehr zahm, bisweilen pflanzen sie sich auch in Gefangenschaft fort. Auf den Alpen sollen Ziegen hin und wieder von Gämsböcken beschlagen werden und Bastarde zeugen, die sich aber schwer aufziehen lassen.

Insgesamt gibt es etwa 400.000 Gämsen. Es gibt auch eine eingeführte Gämsenpopulation auf der Südinsel Neuseelands.

Wandern im Quadrat Pyrenäen-Gämse

Die Gämsen Spaniens und Mittelitaliens werden heute als eigene Art angesehen: die Pyrenäengämse. Sie ist rötlicher gefärbt und hat größere weiße Bereiche an Hals und Flanken. Insgesamt jedoch sind die sichtbaren Unterschiede zwischen den beiden Gämsen-Arten gering. Trotz des Namens lebt die Pyrenäen-Gämse auch in anderen bergigen Gegenden des nördlichen Spanien und Italien. Die Population wird auf 35.000 Tiere geschätzt.

Als bedroht gilt eine Unterart, die Abruzzengämse. Sie lebt ausschließlich im Abruzzen-Nationalpark in Mittelitalien. Die dortige Population umfasst zwar nur etwa 300 Tiere, gilt momentan aber als relativ stabil. Darüberhinaus gibt es einige Tiere als Reserve in Zoologischen Gärten.

Wandern zum SeitenanfangLiteratur Gämsen / Gemsen

Die Alpen-Gämse. Ein Leben auf Gratwanderung. Durch die Kamera des Biologen und Naturfotografen Peter W. Baumann erleben wir die Gämse bei Paarung, Geburt und Tod, den Luchs auf Gämsjagd und die Böcke beim Kampf. Das Buch schildert mit traumhaften Farbfotos und thematischen Kurztexten das Leben der Gämse. Allein die Fotos und ihre Erläuterungen vermitteln schon ein abgerundetes Gämsbild, das durch Hintergrundinformationen vertieft und geschärft wird.

Lebendige Wildnis. Tiere der Gebirge. Große Pandas, Kondore, Braunbären, Lamas, Makaken, Gemsen, Murmeltiere, Dickhornschafe.  

Wandern zum SeitenanfangFotos von Gämsen / Gemsen

Gemse

Gams Gemsen

Gämsen

Gemsen Gämsen im Piemont

Wandern zum Seitenanfang© ANDREAS HAPPE