Die 5 schönsten Reviere für Bootstouren mit dem Motorboot oder Segelboot in Deutschland
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Deutschland ist ein vielseitiges Revier für Bootsurlauber. Man kann auf großen Seen entspannt seine Bahnen ziehen, durch Flusslandschaften cruisen oder mit dem Segelboot die Küste erkunden. Wer sein eigenes Boot mitbringt, findet ebenso interessante Ziele wie diejenigen, die vor Ort ein Motorboot oder eine Segelyacht chartern möchten. Und dazu muss man nicht immer erst einen Bootsführerschein machen . Doch welches Revier lohnt sich für wen besonders? Wir stellen Euch fünf Gebiete vor - von der weitläufigen Müritz über die Boddenküste bis zum Bodensee. |
Mecklenburgische Seenplatte und Müritz |
Wenn man ein deutsches Binnenrevier nennen soll, das wie geschaffen für einen mehrtägigen Bootsurlaub ist, landet man fast automatisch bei der Mecklenburgischen Seenplatte. Im Mittelpunkt steht die Müritz, Deutschlands größter Binnensee. Von hier aus erschließt sich ein weit verzweigtes Netz aus Seen, Flüssen und Kanälen. Für Motorbootfahrer ist die Region besonders abwechslungsreich. Über die Müritz-Havel-Wasserstraße gelangt man beispielsweise in Richtung Mirow und zur Strelitzer Seenplatte. Auch die Müritz-Elde-Wasserstraße eröffnet lange Törnmöglichkeiten bis zur Elbe. Die Wasserstraße zwischen Plau am See und Dömitz ist rund 120 Kilometer lang und eignet sich hervorragend für mehrtägige Touren.
Auch Segler finden hier hervorragende Bedingungen. Auf der Müritz gibt es viel Platz für längere Schläge, während die zahlreichen kleineren Seen für Abwechslung sorgen. Das Revier reicht von der Müritz über die Mecklenburgischen Oberseen bis zum Kölpinsee, Fleesensee und Plauer See. Besonders schön ist die Kombination aus Natur und kleinen Hafenstädten. Waren, Röbel oder Plau am See laden zu Landgängen ein. Wer Ruhe sucht, findet zahlreiche Buchten und naturbelassene Ufer. Wer abends gerne einkehren möchte, steuert einen der vielen Häfen an.
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Ostseeküste und Bodden - zwischen Meer, Inseln und Lagunen |
Wer richtiges Küstenfeeling erleben möchte, sollte die Ostsee ins Auge fassen. Besonders reizvoll sind die Bodden- und Haffgewässer Mecklenburg-Vorpommerns. Rund um Rügen, Hiddensee, Fischland-Darß-Zingst und Usedom findet man ein faszinierendes Wechselspiel aus offenen Wasserflächen, geschützten Bodden, Inseln und flachen Küstenabschnitten. Für Segler ist das Revier interessant, weil man je nach Wetterlage zwischen geschützten und anspruchsvolleren Gewässern wählen kann. Bei passenden Bedingungen sind längere Schläge auf der Ostsee möglich, bei stärkerem Wind bieten die Boddengewässer geschütztere Alternativen. Auch mit dem Motorboot kann man hier hervorragend unterwegs sein. Kleine Häfen, Fischerdörfer und Seebäder bieten zahlreiche Möglichkeiten für Zwischenstopps. Gerade rund um Rügen kann man einen Törn sehr abwechslungsreich gestalten: Morgens noch in einem geschützten Bodden unterwegs sein, später die Insel vom Wasser aus umrunden und am Abend in einem Hafen festmachen.
Die Bodden- und Haffgewässer gelten als besonders attraktive deutsche Küstenreviere. Ihr Vorteil liegt unter anderem darin, dass sie eng mit den binnenländischen Wasserlandschaften Mecklenburg-Vorpommerns verbunden sind. Man sollte allerdings nicht vergessen, dass Küstenreviere andere Anforderungen stellen als ein See. Wind, Wetter, Wellen und – je nach Gebiet – flache Fahrwasser müssen bei der Törnplanung berücksichtigt werden.
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Potsdamer und Brandenburger Havelseen - zwischen Natur und Kultur |
Wasser, Wald, historische Orte und Großstadt liegen hier ungewöhnlich dicht beieinander. Die Havel und die mit ihr verbundenen Seen bilden auch kulturell eines der abwechslungsreichsten Binnenreviere Deutschlands. Von Berlin über Potsdam bis Brandenburg an der Havel kann man tagelang unterwegs sein, ohne dass Langeweile aufkommt. Die Havel verbindet zahlreiche Seen und erweitert sich immer wieder zu großen, beinahe seeartigen Wasserflächen. Dazwischen gibt es schmalere Flussabschnitte und Kanäle. Der besondere Reiz liegt in der Kombination aus Natur und Kultur. Man kann morgens durch eine bewaldete Flusslandschaft fahren, mittags in Potsdam anlegen und abends an einem ruhigen See vor Anker gehen. Die Havel bietet zudem eine Verbindung in Richtung Mecklenburgische Seenplatte und damit die Möglichkeit, längere Urlaubs-Törns zu planen.
Für Motorboote ist das Revier besonders interessant, weil sich viele Ziele in relativ kurzer Zeit erreichen lassen. Auf den größeren Seen kommen auch Segler auf ihre Kosten. Gleichzeitig sollte man auf den stärker frequentierten Abschnitten und in den Stadtnähen mit mehr Verkehr rechnen.
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Bodensee - große Wasserfläche vor Alpenkulisse |
Der Bodensee ist das richtige Revier für alle, die beim Bootfahren große offene Wasserflächen schätzen. An klaren Tagen bilden die Alpen die Kulisse für den Törn, während historische Städte und malerische Häfen rund um den See zu Landgängen einladen. Mit dem Segelboot lässt sich der Bodensee hervorragend erkunden. Die großen Wasserflächen bieten ausreichend Raum für sportliches Segeln, gleichzeitig sorgen die verschiedenen Uferregionen für abwechslungsreiche Ziele. Mit dem Motorboot kann man bequem von Ort zu Ort fahren und beispielsweise Konstanz, Meersburg, Lindau oder Bregenz ansteuern. Allerdings sollte man das Revier nicht unterschätzen. Wetter und Wind können sich auf dem See auch wegen der Nähe der Alpen schnell verändern, und durch seine Lage in drei Ländern gelten besondere Regelungen. Für den Bodensee gibt es eine gemeinsame Bodenseeschifffahrtsordnung der Anliegerstaaten. Zudem bestehen besondere Anforderungen an die Zulassung beziehungsweise an die erforderlichen Patente. Gerade deshalb lohnt es sich, sich vor dem Törn gründlich über die aktuellen Vorschriften zu informieren.
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Eider, Treene und die deutsche Nordseeküste - zwischen Flusslandschaft und Wattenmeer |
Die Nordseeküste ist ein völlig anderes Erlebnis als die großen deutschen Binnenseen. Hier spielen Gezeiten, Wind und Wetter eine entscheidende Rolle. Wer diese Besonderheiten respektiert, erlebt allerdings ein außergewöhnlich reizvolles Revier. Besonders interessant ist die Verbindung der Nordsee mit Eider und Treene. Die Flusslandschaft im Binnenland Schleswig-Holsteins führt durch weite Grünlandniederungen, Moorgebiete und ruhige Landschaften. Städte wie Friedrichstadt und Tönning bieten attraktive Ziele für Landgänge. Weiter draußen wartet die Nordsee mit einem ganz anderen Charakter. Ebbe und Flut bestimmen den Rhythmus, Fahrwasser verändern sich und manche Häfen können abhängig von Tide und Wetter nicht jederzeit angelaufen werden. Genau das macht einen Nordseetörn aber auch so spannend.
Für Segler bietet die Küste die Notwendigkeit, sich intensiver mit Navigation, Wetter und Törnplanung auseinanderzusetzen. Mit dem Motorboot kann man ebenfalls interessante Touren unternehmen, sollte sich aber besonders gründlich mit Tiefen, Fahrwassern, Gezeiten und den örtlichen Bedingungen beschäftigen. Die deutsche Nordseeküste ist daher weniger ein Revier für einen unbeschwerten Anfänger-Törn. Wer jedoch Erfahrung sammeln und sich auf die Besonderheiten eines Tidenreviers einlassen möchte, findet hier eine der spannendsten Regionen Deutschlands.
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Was man beachten sollte |
Ganz gleich, für welches Revier Ihr Euch entscheidet: Eine gute Vorbereitung gehört zu jedem Törn. Informiert Euch vorab über die geltenden Führerschein- und Befahrensregeln, Geschwindigkeitsbegrenzungen, Naturschutzgebiete, Schleusen und lokale Besonderheiten. Gerade in der Mecklenburgischen Seenplatte und in Brandenburg gibt es zahlreiche Geschwindigkeitsbeschränkungen, Nachtfahrverbote und Bereiche, in denen Segeln nicht erlaubt ist. Am Bodensee gelten wiederum grenzüberschreitende Vorschriften, während an der Nordsee die Gezeiten eine zentrale Rolle spielen. Man sollte deshalb niemals ausschließlich nach einer touristischen Karte navigieren, sondern immer aktuelle nautische Informationen und die jeweils gültigen Vorschriften berücksichtigen. |
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