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Die Wachau

Ein idyllisches Stück Österreich ... das nicht nur aus Alpen besteht! Wandern auf dem Welterbesteig oder Radfahren an der Donau oder ins umliegende Bergland.

Letzte Änderung: 07.05.2012

Allgemeines zur Wachau

Die Wachau ist eine etwas über 30 km lange Tourismus- und Weinlandschaft mit den Hauptorten Spitz, Weißenkirchen und Dürnstein. Das südliche (rechte) Donauufer ist durch den Dunkelsteinerwald charakterisiert.

Die Wachau liegt innerhalb von zwei niederösterreichischen Viertelslandschaften, wobei der Süden zum Mostviertel und der Norden zum Waldviertel gehört. Die Landschaft ist einerseits durch die Donau und die ufernahen, klimatisch begünstigten Bereiche und andererseits die angrenzenden Hügel des Dunkelsteinerwaldes und des Waldviertels mit kalten Wintern geprägt (Höhen bis über 900 m). Das vergleichsweise milde Klima des Talgrundes führte auch zu intensivem Wein- und Obstbau, der an den Hängen in Steinterrassen betrieben wird. Für die Weinqualität sind die häufigen Sonnentage und die kühlen Nächte von Bedeutung. Als Weinspezialitäten gelten der Riesling und der Grüne Veltliner. Der Weinausschank erfolgt in zahlreichen Heurigenbetrieben durch Winzer, die für einige Wochen im Jahr Wein und einfache Speisen anbieten. Beim Obst ist vor allem die Wachauer Marille (Aprikose) zu nennen.

Geschichte

Im Mittelalter wurde die Wachau durch die Kuenringer beherrscht, die in Aggstein (südlich der Donau) und in Dürnstein (nördlich der Donau) Burgen besaßen und im Ruf standen, als Raubritter von „Mautzahlungen“ der Schifffahrt zu leben. Unter den Kuenringern entstand jedoch ein vergleichsweise hoch entwickeltes Gemeinwesen. Die Kuenringer wurden schließlich militärisch geschlagen und ihre Burgen zerstört. Als Ruinen sind sie nach wie vor Ausflugsort, wobei Dürnstein auch als Stadt attraktiv ist und die Ruine Aggstein eine einfache Gastwirtschaft mit rudimentären Übernachtungsmöglichkeiten bietet.

Mit der Zeit der Kuenringer ist auch die Legende der Einkerkerung des englischen Königs Richard Löwenherz in Dürnstein verbunden, deren Wahrheitsgehalt allerdings umstritten ist. Richard Löwenherz dürfte in Wahrheit in Wien gefangen gehalten worden sein.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die älteste Kirche der Wachau, die „ Wehrkirche St. Michael“. Als Vorsichtsmaßnahme gegen die vordringenden Türkenheere wurde der Kirchbau befestigt.

Anfangs der 1970ern bestanden Pläne, an der Donau ein Wasserkraftwerk zu errichten. Diese Vorhaben wurden nach heftigen Widerstand der Bevölkerung nicht umgesetzt, die Donau in der Wachau ist daher noch eine verbliebene freie Fließstrecke.

Tourismus, Fremdenverkehr

Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts erlebt die Wachau einen neuen Aufschwung durch die Weinkultur und Kochkunst, aber auch vermehrt im Massensegment in Folge des Radtourismus. Ein Publikumsmagnet ist auch der alljährlich stattfindende Marathonlauf, der zu den größten in Österreich zählt.

Seit 1994 besitzt die Wachau das Europa-Zertifikat, das alle fünf Jahre überprüft wird. Außerdem wurde die Wachau zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt.

Es gibt keine engen saisonalen Reisezeiten, da jede Jahreszeit ihre Besonderheiten bietet:

  • Frühjahr: Marillenblüte
  • Sommer: Heiße Jahreszeit, Schwimmen in der Donau, schöne Strände (z.B. gegenüberliegend von Dürnstein und in Aggsbach-Markt), am Ende des Sommers Weinlese
  • Herbst: Verfärbung des Weinlaubs
  • Winter: Nebensaison, bei (seltener) Schneebedeckung verwandelt sich die Landschaft mit den Weinterrassen in schwarz-weiße Scherenschnitte, erster Jungwein

Touristisch relevante Verkehrsmittel:

  • Die Donauuferbahn Krems-St. Valentin nördlich der Donau, eine Nebenbahn betrieben von den ÖBB
  • In der Tourismusschifffahrt zählt die Wachau zu den stärkst befahrenen Donauabschnitten. Siehe DDSG-Donauschifffahrt
  • Die Radwege sind beidseitig der Donau (besonders am nördlichen Ufer) und sind ein wesentlicher Bestandteil des Donauradweges.
  • Da in der Wachau selbst keine Brücken sind, ist es nur möglich die Donau mit einer der beiden Rollfähren bei Spitz nach Arnsdorf und bei Weißenkirchen nach Sankt Lorenz zu überqueren.
Wandern, Radtouren

Wandern / Trekking:

Welterbesteig Wachau: Grüne Weinberge und gemütliche Heurige, sagenumwobene Burgruinen, bizarre Felslandschaften und idyllische Donaustrände - das alles findet der Wanderer am Welterbesteig Wachau. Der 180 km lange Rundwanderweg führt in 14 Tagesetappen durch eine der schönsten und vielseitigsten Gegenden Österreichs. Von Krems aus geht es zunächst am Südufer der Donau entlang bis nach Melk und dann am nördlichen Ufer zurück zum Ausgangspunkt. Zu Recht wurde die Region im Jahr 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

Beschreibung, Reiseinfos, Pauschalangebote (z.B. mit Gepäcktransport) unter Welterbesteig.at

empfohlener Wanderführer: Outdoor Handbuch (siehe Literatur)

Der Jakobsweg Göttweig–Melk ist ein knapp 50 Kilometer langer beschilderter Abschnitt des Jakobswegenetzes auf dem Jakobsweg Österreich im Mostviertel in Niederösterreich. Der Weg führt südlich der Donau durch den Dunkelsteinerwald und durch das niederösterreichische Landschaftsschutzgebiet Wachau, verbindet die beiden zum Unesco Weltkulturerbe zählenden Benediktinerabteien Stift Göttweig und Stift Melk und verläuft durch Gemeinden in den Bezirken Krems-Land und Melk. Der Jakobsweg benützt großteils bestehende Wanderwege, u.a. den österreichischen Weitwanderweg Nord-Süd-Weg (05) und Maria Zeller Wege (06) sowie dem regionalen Dunkelsteinerwald Rundwanderweg (653) und ein kurzes Stück auch auf dem Großen Tullnerfelder Rundwanderweg (675). Auf dem Jakobsweg findet man auch Markierungen des Welterbesteigs Wachau.

Outdoor Active: Wachauer Jakobsweg (Beschreibung)

Der Jakobsweg Weinviertel überquert von Krems an der Donau kommend bei Mautern die Donau und mündet in den österreichischen Jakobsweg beziehungsweise den Jakobsweg Göttweig–Melk.

Radeln:

Donauradweg

Links

Tourismus-Information Wachau

Stift Melk

Wachauer.net

Erlebnis Wachauerbahn

Privates Weblog über die Wachau

Die Donau - Lebensader, Kulturräume, Erkundungen

Literatur, Karten

"Österreich: Welterbesteig Wachau" von Werner Bartl. 1. Auflage 2011, 160 Seiten, 66 farbige Abbildungen, 33 Karten und Höhenprofile. € 12,90.

Im deutschen Conrad Stein Verlag ist der erste Wanderführer zum "Welterbesteig Wachau" erschienen. Die Reihe der Outdoor-Handbücher konzentriert sich auf eng gefasste Themen, so dass man kein überflüssiges Papier (wie einen Reiseführer über das ganze Land) mit herumschleppen muss. Durch das handliche Format und das geringe Gewicht von 150 g passt das Büchlein in jede Hosentasche.

Der österreichische Autor Werner Bartl ist schon kurz nach der Eröffnung des Weges im Jahr 2010 losgewandert und hat die Strecke erkundet. Die detaillierte Wegbeschreibung wird von umfangreichem Kartenmaterial und hilfreichen Empfehlungen für Unterkünfte und Einkehrmöglichkeiten ergänzt. Die Grafiken (Karten und Profile) sind sehr übersichtlich, aber mit den nötigen Details dargestellt.

Viel Aufmerksamkeit widmet Bartl auch den Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke. Naturdenkmäler wie der Hohe Stein werden ebenso vorgestellt wie kulturell bedeutende Orte, z.B. das Stift Göttweig oder die Burgruine Aggstein. Zahlreiche Farbfotos vermitteln einen Vorgeschmack auf die Vielfalt und landschaftliche Schönheit der Wachau. Abgerundet wird der 160 Seiten starke Wanderführer durch einige einleitende Worte zu Geschichte, Flora und Fauna der Region und hilfreiche Reise-Tipps, z.B. zu"Anreise", "Verkehrsmitteln" oder"Reisezeit". Und auch das Thema Wein kommt nicht zu kurz: Immer wieder informieren kurze Einschübe über Anbaugebiete, Rebsorten und Heurige.

Tipp: Michael Müller Reiseführer: Wachau, Wald- und Weinviertel

Fettnäpfchenführer Österreich: Im Dreivierteltakt durch die Alpenrepublik. Gebundene Ausgabe, 256 Seiten. Verlag Conbook Medien; Auflage: 1. März 2011. Ein amüsantes Lesebuch für alle, die nach Österreich reisen, und noch mehr zu empfehlen für die, die sich zeitweise oder auf Dauer dort niederlassen wollen. Österreich ist unser Nachbarland und man sollte meinen, dass es nicht allzu viele Fettnäpfchen gibt, in die man bei seinem Nachbarn treten könnte. Doch mit dieser Ansicht liegt man, wie das Buch zeigt, ziemlich daneben! In 38 Kapiteln, streng nach Schema aufgelistet, werden typische Fallen im kulturellen Miteinander ... oder Gegeneinander von Österreichern und Deutschen dargestellt. Jedes "Fettnäpfchen-Kapitel" besteht aus einer kurzen Einleitung, einer typischen Geschichte, in der das Fettnäpfchen voll getroffen wurde, und zum Schluss die Antwort auf die Frage: Was hätte man besser machen können. Zwischendurch werden interessante Informationen und Daten zu Land und Leuten eingestreut. Durch die Schematisierung kann man schnell immer mal wieder die besonders beeindruckenden Fettnäpfe nachlesen. An einigen Stellen wirkt der Inhalt für meinen Geschmack etwas zu sehr in´s Schema hineingepresst. Die Literaturwissenschaftlerin MA Martina Meier, 1963 in Hamm/Westfalen geboren, arbeitet heute freiberuflich als Journalistin, Lektorin und Autorin. Das berufliche Engagement ihres Mannes in Österreich war für sie im Jahr 2006 Anlass, ihre Zelte in Deutschland abzubrechen, um gemeinsam mit der Familie in der Alpenrepublik einen Neuanfang zu wagen. Vermutlich wegen der persönlichen Lebensgeschichte der Autorin spielen viele der Geschichten in Vorarlberg, was das Buch besonders für Reisende in diese Region interessant macht.

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© Andreas Happe