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Schlafsäcke


(Letzte Änderung: 17.11.2009)

 

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Temperaturangaben

Temperaturangaben beruhen oft auf DIN 7943. Der Komfortbereich für den Schlafsack beschreibt die Temperatur, bei der ein gesunder, 75 kg schwerer Durchschnittsmann (Frauen frieren schneller!) bei Windstille auf einer Isomatte gerade noch nicht friert. Unterhalb des Extremtemperaturbereiches ist schon mit gesundheitlichen Schäden zu rechnen. Die Temperaturangaben sind natürlich nur eine grobe Orientierung. Die Realität weicht sehr stark davon ab, da viele Faktoren auf den Wärmehaushalt Einfluss nehmen. Positiv sind zusätzliche trockene Kleidung, ein gutes Zelt oder eine andere Behausung. Negativ: Erschöpfung, Feuchtigkeit, auch verschwitzte Kleidung, Wind, Hunger, fehlende oder schlecht isolierende Unterlage, Schlafsack zu groß oder zu klein u.v.m.. Schon ein leichter Luftzug kann die Wärmeleistung eines Schlafsackes um 30 % verringern.

Sommerschlafsäcke liegen im Komfortbereich zwischen +5 und +15 Grad. Sie sind wirklich auch nur für die warme Jahreszeit (in Mitteleuropa) und für Hüttenaufenthalte gedacht. Preise liegen oft unter 100 €.

3-Jahreszeiten-Schlafsäcke liegen zwischen 0 und -10 Grad. Sie decken die normalen Einsatzbereiche ab und kosten etwa ab 200 Euro. Wer im Sommer nach Norwegen oder Island fährt, in den Bergen unterwegs ist, oder eine (normale) Trekkingtour im Himalaya unternimmt, sollte sich eines dieser Modelle zulegen.

Winterschlafsäcke sind vor allem für Leute, die extremere Touren mit nächtlichen Minusgraden vorhaben, oder die sehr schnell frieren. Die Schlafsäcke sind sehr aufwendig konstruiert, gefüllt und verarbeitet und werden aus teren Materialien hergestellt.

Materialien

Das Außenmaterial besteht i. d. R. aus Nylon oder Polyester. Damit es daunendicht wird, muss es sehr dicht gewebt, oder unter Hitze zusammengepresst (kalandriert) werden. Nylon ist leichter, Polyester etwas angenehmer. Die Verarbeitung als Ripstop-Gewebe erkennt man an den kleinen Quadraten, die jeweils durch etwas stabilere Fäden gebildet werden. Sie verhindern das großflächige Aufreißen des Gewebes.

Die seit einiger Zeit ebenfalls verwendeten Microfasergewebe sind etwas schwerer als Nylon, aber wasserabweisend und winddichter. Dadurch steigern sie die Wärmeleistung des Schlafsackes um etwa 3 Grad.

Die Innenseite ist bei vielen Schlafsäcken aus Baumwolle. Diese ist angenehmer, hat aber viele Nachteile gegenüber Nylon oder Polyester: Sie gibt die Körperfeuchtigkeit (250 g - 500 g pro Nacht) nicht nach außen ab, wird feucht, und entzieht dem Körper Wärme. Außerdem wiegt sie mehr als die Kunstfasern. Nur bei Sommerschlafsäcken macht Baumwolle Sinn.

Lange Schlafbekleidung und/oder ein Inlet erhöhen die Isolation. Die weit verbreitete Theorie, im Schlafsack friert man am wenigsten, wenn man nackt schläft, ist Unsinn! Ein Seideninlet erhöht die Temperatur um ca. 5 Grad, ein Baumwollinlet um ca. 2 Grad.

Konstruktion

Die Konstruktion gewährleistet eine sinnvolle und gleichmäßige Verteilung der isolierenden Daunen- oder Kunstfaserschicht. Durchgesteppte Nähte sind, außer bei Sommerschlafsäcken, tabu. Die Kältebrücken, die dabei entstehen würden, würden jede aufwändige Füllung sinnlos machen.

Durch eingenähte Stege entstehen ohne Kältebrücken Kammern für das Isoliermaterial. Es gibt H-, Schräg-, V- und Trapezkammern. Die H-Kammern bilden das gewichtssparendste Konstruktionsprinzip, die anderen Systeme fixieren die Füllung besser.

Für den Einsatz beim Trekking kommen eigentlich nur Mumienschlafsäcke in Frage. Deckenschlafsäcke sind in Wärmeleistung, Packmaß und Gewicht wesentlich ungünstiger.

Der Mumienschlafsack sollte gut passen. Ist er zu groß, muss der Körper zuviel Luft erwärmen. Ich hatte bei 183 cm Körpergröße mal einen Schlafsack für bis maximal 195 cm Körpergröße, und habe darin oft gefroren.

Ist der Schlafsack zu eng, dann kann sich nicht überall eine optimale isolierende Schicht bilden. Es gibt verschiedene Schnitte, die engen liefern ein Optimum an Wärmeleistung und Gewichtsersparnis, die weiteren sind komfortabeler.

Einige Firmen versucher mit taillierten Schnitten (Fjällräven) oder mit Gummifädenkonstruktionen (Mountain Equipment) Wärmeleistung und Bequemlichkeit näher zusammenzubringen.

Weitere wichtige Details:
Kapuze: die meiste Wärme verliert der Körper über den Kopf, ca. 30 %. Daher ist eine gute Kapuze wichtig.
Wärmekragen: ein guter Wärmekragen kann die Wärmeleistung des Schlafsackes um 20 % steigern.
Reißverschluss-Abdeckleiste: Sehr wichtig, da sonst der nicht isolierte Reißverschluss eine Kältebrücke bildet und die beste Füllung nutzlos macht.
2-Wege-Reißverschluss: für eine gleichmäßige Belüftung.

Füllung

Das Naturprodukt Daune ist, was das Verhältnis von Gewicht und Packmaß zu Wärmeleistung angeht, bisher unerreicht. Der Daunenschlafsack ist auch langlebiger als vergleichbare Kunstfasermodelle. Aber Daune hat auch einen entscheidenden Nachteil: im feuchtel Millieu fangen die Daunen an zu klumpen. Damit verlieren sie ihre Isolationsfähigkeit.

Außerdem gibt es bei der Daune starke Qualitäts- und Mischungsunterschiede. Die Qualität der Daune ist bei guten Schlafsäcken als Loft oder Fillpower angegeben. Je höher der Wert, desto besser. 500 ist gut, über 600-700 sehr gut.

Das Mischungsverhältnis (z.B. 80/20) beschreibt die Anteile von Daunen (höhere Zahl) und Federn (kleinere Zahl) in der Füllung. Ein höherer Federanteil verschlechtert das Gewichts-Wärme-Verhältnis, macht den Schlafsack aber auch weniger Druck- und Feuchtigkeitsempfindlich.

90/10 sind folglich Schlafsäcke, die leicht und warm sein sollen. Sie benötigen aber eine gute Unterlage und müssen immer gut getrocknet werden.
80/20 ist ein guter Kompromiss zwischen Leistung und Strapazierfähigkeit/Pflegeaufwand.
70/30 sind besonders strapazierfähig, haben aber bezgl. Gewicht und Wärmeleistung kaum noch Vorteile ggü. dem Kunstfaserschlafsack.

Gänsedaune is i. d. R. besser als Entendaune, die Daune vom Altvogel ist besser als die vom Jungtier. Die Herkunft spielt kaum noch eine Rolle.

Kunstfaserschlafsäcke nehmen weniger Feuchtigkeit auf, trocknen schneller, sind druckstabiler (d. h., die Unterlage ist weniger entscheidend), billiger, aber bei gleicher Wärmeleistung auch schwerer und haben eine kürzere Lebensdauer. Alles in Allem bewähren sie sich in feuchter Umgebung und wenn man nicht so auf Gewicht achten muss.

Die Füllung besteht meist aus Polyester-Hohlfaser. Diese werden zu Vliesen verarbeitet. Man unterscheidet dann Stapelfaser- (Holowfiber, Ajungilak-Fasern) und Endlosfaservliese (Polarguard HV, Polarguard 3D). Erstere lassen sich besser komprimieren, zweitere sind robuster. Die Delta-Fasern von DuPont bietet einen guten Kompromiss aus Loft und Komprimierbarkeit.

Man wäscht übrigens Daune und Kunstfaserschlafsäcke in der Maschine mit Daunenwaschmittel. Eine Weile abtropfen lassen, dann nur leicht anschleudern und im Trockner mehrfach trocknen. Nicht chemisch reinigen!

Aufbewahrung am besten frei hängend, keinesfalls aber im Packsack, da der Schlafsack durch den Druck sonst seinen Loft verliert.

Hersteller

Big Pack: Outdoor-Ausrüster mit eigener Marke (Kleidung, Rucksäcke, Schlafsäcke Zelte etc.). Nicht die Hyper-Luxus-Qualität, aber Preis/Leistung okay.

DuPont produziert moderne High-Tech-Materialien als Ausgangsprodukte für Outdoor-Ausrüstung.

Fjällräven macht u. a. gute Zelte, aber auch Kleidung, Schlafsäcke etc.. Besonders in Skandinavien sehr beliebt, und dort auch billiger zu kaufen.

Invia: Importeur von Mountain Equipment

Mammut (hat die norwegische Traditionsmarke Ajungilak übernommen) ist vor allem für sehr gute Berg- und Outdoorkleidung berühmt. Sie stellen aber auch Kletterausrüstung, Rucksäcke und Schlafsäcke her.

The North Face macht sehr gute Kleidung und Schlafsäcke.

Salewa stellt alle möglichen Produkte rund um den Bergsport her. Von der Eisschraube bis zum Zelt gibt es hier eine große Auswahl guter Sachen. Auf der Rudolfshütte im Nationalpark Hohe Tauern kann man das Material life ausprobieren, wenn man danach seine Erfahrungen in einen Fragebogen einträgt.

VauDe: Hersteller von Kleidung, Zelten, Rucksäcken, wird immer besser. Die Zelte waren immer schon sehr gut, und nicht zu teuer.

Yeti, eine Firma aus Brandenburg, macht seit vielen Jahren super Schlafsäcke. Ein Beispiel ist der nur 500 g schwere Yeti Pound.

Hier ein Vergleich einiger Schlafsäcke:

YETITempGewichtDaune/FederObermaterialCuinPreis Euro Schulter/Fuss Kauf-Tipp
Powerizer 500 - 6110090/10AquaPro650250 Outdoor
Energizer 750 - 8131090/10HTM650260
Powerizer 700 - 10135090/10AquaPro650300
Energizer 900 - 10145590/10HTM65028060/40
VIB 700 - 10115094/6UCR750250 
VIB 900 - 15133096/4UCR750290
Sunrizer 1200 - 15173090/10MC650330
Energizer 1300 - 20210090/10HTM650440
Powerizer 1200 - 20195090/10AquaPro650460 Alpin
NORTHFACETempGewichtDaune/FederObermaterialCuinPreis Euro Schulter/FussKauf-Tipp
Superlight - 18175080/20Pertex60028065/35
Blue Igloo - 7 1280 600209 $
WESTERN MOUNT. TempGewichtDaune/FederObermaterialCuinPreis Euro Schulter/FussKauf-Tipp
Puma- 181550 Nylon 48070/40