Incas.Perucultural.org.pe: Geschichte der Inka, Verwaltung, Technologie, Karten ... (engl./span.) Mythischer
Ursprung: 3 Versionen, je nach vorherrschender Staatsphilosophie.
1. Viracocha/4 Könige: Nach der großen Flut erschuf Viracocha die
Menschen und gab ihnen 4 Könige: Colla Capac (Süden), Pinahua (Westen),
Tocay Capac (Osten), Manco Capac (Norden). Viracocha entstieg dann mit seinen
2 Söhnen dem heiligen See und ging nach Norden (Cusco). Dann zog er weiter
nach NW nach Tumbes und verschwand nach Westen übers Meer. 2. 4 Ayaren:
4 Brüder mit ihren Frauen/Schwestern verließen die Höhle Capac
Toqo (Pacareq) und zogen nach Norden, die Tampus und die Maras-Stämme begleiteten
sie. Nach langer Zeit kamen sie in das Tal von Cusco. Ein Ayar wurde nach Verrat
in einer Höhle eingeschlossen, einer verwandelte sich in einen Vogel, flog
zum Inticancha, und verwandelte sich dort in einen Stein. Ein dritter Bruder verwandelte
sich in den Berg Huanacauri (bei Cusco). Manco Cápac zog mit den Familien
zum Huaynapata, wo sich die goldenen Stange in den Boden versenken ließ.
Sie ließen sich am Fuß des Berges Sacsayhuaman nieder, töteten
die Widerstand leistenden Ureinwohner, und gründeten dann im Tal die Stadt
Cusco im Naman von Viracocha und Inti. Sie zivilisierten die verbleibenden Bewohner
und brachten ihnen Ackerbau (Manco Cápac) und Weberei (Mama Occlo) bei.
3. Inti/Manco Capac (junge Version, unter Tupac Yupanqui entstanden):
Inti Mitleid über Unglück und einfaches Leben der Menschen. Schuf seine
Kinder Manco Capac und Mama Occlo, erhob sie aus dem Schaum des Titicacasees und
setzte sie auf die Sonneninsel. Die hatten die Aufgaben, die Menschen zu zivilisieren
und ein Imperium zu gründen. Ein goldener Stab, den er ihnen mitgab, sollte
an einem fruchtbaran Ort in die Erde sinken. Dort sollten sie ihre Hauptstadt
gründen. MC und MO zogen nach Norden nach Paqareq Tampu und blieben dort
einige Zeit. Dann zogen sie ins Tal von Cusco, dort versank der Stab im Boden.
Dort gründeten sie ihre Hauptstadt und lehrten die umliegenden Bewohner Ackerbau
und Weberei. Gemeinsamkeiten:
Inka aus Collao/Titicacasee eingewandert, möglicherweise Verbindung zu Tiahuanaco,
suchten fruchtbare Gegend für Ackerbau. Tal von Cusco läßt sich
gut bewässern und hat mehr Niederschlag als der Altiplano. Inka-Reich wurde
auf göttlichen Befehl geschaffen, Legitimierung der Herrschaft, Ethnozentrismus,
Ansicht anderer Völker als unwissende Barbaren, Chronologie Inkas:
- Manco Capac, Mama Occlo: um 1200. Legenden um Gründung der Hauptstadt.
- Sinchi Roca (um 1350): Symbol Falke (Roca = Vogel). Wenig Informationen.
- Lloque Yupanqui: Zweitgeborener. Lloque = Nichtsnutz. Keine Eroberungen, Entwicklung der Hauptstadt. Wenig aktiv, melancholisch. Meißte Zeit in Inti Cancha.
- Mayta Capac: sehr aktiv, hart, stolz, Herrschaftsanspruch der Sonnensöhne, charmant, weltmännisch. Ende der friedlichen Koexistenz. Erste militärische Expansion und Eroberung des Tals von Cusco. Sancahuasi = Folterkammer. Sonnenkult als einzige Religion, Huillac Umu, Priesterschaft.
- Capac Yupanqui: Trohnerbe, weil älterer Bruder häßlich war. Expansion über Talgrenzen hinaus. Auszug aus Inticancha, Umbenennung in Coricancha und Umgestaltung in reinen Sonnentempel. Freundschaft zu Quechua.
- Inca Roca: einer von mehreren legitimen Trohnanwärtern, möglicherweise durch Intrigen seiner Mutter und Vergiftung des Inka an die Macht gekommen. Erstmals Titel Inka (Herrscher). Egozentriker, Luxus, Würde. Aufbau des Inka-Kults, Schwächung des Viracocha-Kults. Panaca-System (Nachkommen des Inka sorgen für seine Mumie). Erste Adelsschule: Theologie, Philosophie, Politik. Kriege durch Generäle. Antar schließen sich als erste freiwillig an ("weinendes Blut").
- Yahuar Huacac: (weinendes Blut), arrangierte politische Heiraten. Möglicherweise ermordet.
- Viracocha: Aufstand anderer potentieller Trohnfolger. Eroberung von Calca und Muyna. Eroberung/Anschluß von Chavin, Chanca, Cana. Abkommen mit Lupaca gegen Colla, Niederlage der Colla. Ruhestand in Pisac. Unehelicher Urcon als Nachfolger bestimmt, dieser nicht an Regierungsarbeit, eher an Frauen und Luxus interessiert.
- Pachacuti (Pachacutec) 1438 - 1471. Symbol 2 Schlangen und Regenbogen. Schlacht gegen Chanca (1438). Aufbau des Inka-Staates.
1460: Ausdehnung der Herrschaft bis an die heutige Südküste Perus.
1465: Herrschaft über Nordküste bis Ecuador.
Viracocha schon alt, zurückgezogen. Urcon als Nachfolger bestimmt. Chanca griffen an und bedrohten Cusco. Vater und Sohn flohen in Bergfestung. Roca und Yupanqui beschlossen, Cusco zu verteidigen. Yupanqui gewann durch Geschenke viele Verbündete (Cana, Canchi). Chanca wurden besiegt. Viracocha wollte Urcon den Siegesruhm zukommen lassen. Yupanqui, erzürnt, setzte sich selbst die Borla auf und nannte sich Pachacuti (Weltveränderer). Veranlasste durch Geschenke Speicherbau, später Füllen der Speicher (Reziprozität). Schuf zentralistischen Staatsapparat, gestaltete den Inka-Staat, wie er uns bekannt ist. Danach erst Eroberungen und Anschlüsse (Geschenke, Drohung). Ab 1450 Colla, Region Arequipa bis Küste, Cajamarca, 1470 Chimú.
- Tupac Yupanqui 1471 - 1493. Eroberungen bis Chile und Hochland von Ecuador.
1476: Sieg über Chimú.
1492: Kolumbus entdeckt Amerika.
- Huayna Capac 1493 - 1527. Residenz in Quito.
Eroberungen in Bolivien und Nordteil von Ecuador. Aufflammende Revolten.
Pockenepedemie, Inka starb selbst an Pocken.
1522: größte Ausdehnung des Inka-Reiches.
1523: Einfall der Chiriguano (Kontakt mit Weißen) löst Pockenepedemie aus.
- Huascar 1525 - 1532
- Atahualpa 1525 - 1533. Symbol 2 Schlangen, Regenbogen, Puma.
1528: Beginn des Bruderkrieges.
1532: Spanier landen an Küste Perus, Atahualpa wird gefangen
1533: Hinrichtung Atahualpas, Eroberung von Cusco..
- Manco Capac II 1533- 1548
1536 - 1539: Aufstand Manco Capacs.
1537 - 1572: Refugium in Vilcabamba.
- Titu Cusi 1548 - 1569
- Túpac Amaru 1569 - 1572
Inka-Staat/Tahuantinsuyu: klare Strukturen, jeder hatte seinen Platz/Rolle,
kein Privateigentum, kollektive Organisationsformen, genaue Kontrolle, Hirarchisch,
aber nicht ausbeutend, umfangreiche soziale Systeme. Familienclan/Puric (Bauern
auf Marca, Landnutzungsrechte nach Bedüfnis, Land des Inka/Sonne/Volkes)
- Ayllu/Curaca (Sippen, anfangs blutverwandt) - Provinzgouverneur - Hoher Adel:
Ca. 10 königliche Familien, die sich auf je einen Herrscher zurückführen.
Jeder frühere König hat eigenen Palast (mit Mumie und lebendigem Kult).
Inka-Adel mit vielen Privilegien: Polygamie, Vicuña-Kleidung, Coca, Ohrpflöcke.
- Inka als Alleinherrscher, Sohn der Sonne. Yanacona = unfreie Dienerklasse
(Hirten, Bergwerk, Weber, Ernte), Zahl wachsend, mit Aufstiegschancen, keine Ayllu-Bindungen.
Mitmac = Umsiedler (Kultur, Sprache, Befriedung, Landwirtschaft, Religion
...), Privilegien: Polygamie, Würdenzeichen, Häuser ... Nachfolge
der Inka nicht fest geregelt: der Fähigste (Vorteil), Gefahr von Bürgerkriegen
(Nachteil). Gründe für Untergang: Bürgerkrieg, mangelnde
nationale Integration (Überläufer), militärtechnische Überlegenheit
der Spanier Ganze Bevölkerung im Dezimalsystem erfaßt: 100
Familien = Pachaca, 10 Pachaca = Guaranga, mehrere Guarangas = Einheit unter einem
Curaca. Zahlen wurden mit Quipu registriert, so Zahl von Kriegern und Arbeitskräften
immer zentral bekannt. Über- und Unterkapazitäten konnten so ausgeglichen
werden. 10 Altersklassen (Männer): 1. Neugeborene, 2. Säuglinge/Kinder
bis 3 Jahre, 3. spielende Kinder (3-9), 4. Vogelfänger (9-12), 5. Lamahirten
(12-18), 6. Saia Paiac (18-25), Einsatz als Läufer, Militärdienst, 7.
Puric, Steuerzahler, Landwirtschaft und Mita (25-50), 8. ältere Männer
(50-80), Erziehung der Jugend, leichtere Arbeiten, 9. Schläfer (über
80), 10. Kranke, Körperbehinderte, angemessene Arbeit wie Weben, Schnitzen Inka
Strategien: Reziprozität,
Vorratshaltung, gesteuerte autarke Systeme (Subsistenz), friedliche Eingliederung,
Umsiedlung, gemeinsame Sprache, Verkehrswege, Verwaltung, Quipu, Faulheit verpönt,
Soziale Systeme, Mita, technischer Vorsprung durch Übernahme der Erkenntnisse
(und Spezialisten) eroberter Völker, Integration funktionierender Reiche.
Eroberungen eher durch Aushungern, als durch offene Schlachten. Militärtechnik
wenig entwickelt (Keulen, Steinschleudern, Holzspeere, selten Pfeil/Bogen).
Inca-Wirtschaft:
Agrarische Struktur, ausgefeilte Landwirtschaft, erster Spatenstich durch König.
Getreide auf bewässerten Terrassen. Kartoffeln, Bohnen, Quinoa, Amarant.
Große Artenvielfalt durch unterschiedlichste Ökosysteme. Versuchsfelder.
Prinzip der Selbstgenügsamkeit/Subsistenz. Mita als Art
Sozialdienst, nur für junge Männer auf begrenzte Zeit. Entlohnung, Feste,
Welt kennenlernen. Grundgesetz: Sei nicht faul! Kein Tribut in Form von Naturalien/Waren.
Ressourcen wurden geschont. Weibliches Wild wurde z.B. nicht gejagd.
Tauschmärkte alle 9 Tage in größeren Orten, so Nutzung
der Klimazonen, kein Geld. Wenig Außenhandel (Prinzip Selbstgenügsamkeit),
dieser mit Lamas und Balsaflößen bis Mittelamerika, Luxusgüterimport.
Kaum Privateigentum (Kleidung, Kochutensilien) einfacher Leute, aber Nutzungsrechte.
Staatsrecourcen beruhten auf Arbeitskraft der Bewohner, Landbesitz und
Herden. Ertrag in gespeicherten Nahrungsmitteln und Handwerkserzeugnissen. Wirtschaftsziel:
möglichst viele Vorräte: Dies ermöglichte Kontrolle des gesamten
Organisationssystems über Reziprozität, erzeugte aber auch Wirtschaftsdruck
(immer neue Gebiete, neue Erfindungen). Ländereien des Inka, der
Sonne und des Volkes. Inka-Land: Die Chefs (anderer Völker) mußten
mit ihren Leuten einen Teil ihres Landes für den Inka bebauen, hatten als
Curaca aber auch eigene Ländereien. Land der Sonne: Jede Huaca hatte. Ihre
eigenen Ländereien in der Nähe und in entfernten Ökozonen. Land
des Volkes: Jede Ayllu (Sippe) besaß Land zum Anbau. Das Tupu (angemessene
Parzelle, je nach Zahl der zu ernährenden Menschen und Fruchtbarkeit) des
Familienoberhauptes wurde bei Geburt eines Sohnes entsprechend vergrößert.
Herden ähnlich aufgeteilt. Lamas und Alpacas für Wolle und Fleisch,
aber auch als Opfertiere. Verschiedene Raumnutzungssysteme: Südliche
Sierra: Archipel-System (Kolonien in verschiedenen entfernten Zonen). Zentrale
Region: durch Vielfalt der Höhenstufen Transhumanssystem. Periodische
Dörfer in verschiedenen Zonen (z.B. auch zum Trocknen von Fleisch/Kartoffeln).
An der Küste Spezialisierung: Fischer, Bauern, Handwerker, Händler.
Fisch Grundnahrungsmittel und in getrockneter Form Handelsware (gegen Bergprodukte).
Tauschhandel statt Wiederverteilung (Berge). Feste Äquivalente. Volk tauschte
Alltagsgüter, Elite Luxusgüter und erlesene Speisen. Inca-Technologie:
Steinbearbeitung durch Hammersteine. Rollen und Schlittenseile. Kein Eisen. Keine
Nutzung von Rad und Achse, keine starken Zugtiere. Wahrscheinlich keine Schrift.
Inka-Religion:
Erst Viracocha (Schöpfer, auch der anderen Götter), kein Volksgott,
eher für Priester und Adel. Dann nach Pachacutec (Viracocha-Priester hatten
mit den Cancha verhandelt) Inti, die Sonne. Auch Verehrung von Mond (Mamaquilla,
weibliches Prinzip, Inca-Frau/Coya), Blitz (Illapa, Regenspender), Pachamama (Mutter
Erde), Plejaden, Venus, Regenbogen. Lokale Götter der eroberten Stämme.
Einfaches Volk verehrte Ahnen, Huacas (huaca = heilig) (Steine, Höhlen, Quellen,
Wasserfälle, ...) und Apus (Geister großer Berge). Körper und
Seele trennen sich bei Tod, leben nach dem Tod mit gleichen Bedürfnissen
weiter. Weniger Opfer als in Mittelamerika, selten Menschen (Kinder bei Amtseinführung
eines neuen Inca und zur Abwendung von Naturkatastrophen). Inca-Straßen:
Netzwerk von Straßen
wichtig für Zusammenhalt des Imperiums. Kommunikation (Chasquis), Beamte,
Militär. Chasquis in < 1 Woche von Quito nach Cusco (= 500 km/Tag), Wechsel-Stationen
5-10 km auseinander. Kontrollposten an Brücken, Pässen. Hauptrouten
N-S in den Andentälern und an der Küste, Nebenrouten als Verbindung.
Straßen besser als zur gleichen Zeit in Europa. Bau und Instandhaltung (Erosion,
Nutzung) durch Mita. Tambos = Depots mit Verpflegung alle 10 km. Kleidung, Waffen
für Beamte und Militär. Nutzung der Straßen älterer Kulturen,
die teilweise schon genau so gut waren. 3-8 m breit, an steilen Stellen enger,
mit Treppen und von Mauern eingefasst. In den Wüsten mit Stöcken markiert.
Hängebrücken aus Pflanzenfasern (Rio Pampas und Rio Apurímac),
Steinbrücken über kleinere Flüsse.
Indianer-Welt: Super Überblick
über Inkas und ihre Vorgänger mit Linkliste
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