10. Fazit
“Wandern hat
auch und gerade dann Zukunft, wenn die Prinzipien der Nachhaltigkeit im
Tourismus Geltung erhalten sollen”[203].
Der
Wandertourismus kann dazu beitragen, daß der strukturell benachteiligte
ländliche Raum “Serra de Tramuntana” vom Tourismus partizipiert. Die
Entwicklung des Tourismus kann sich jedoch nicht sinnvoll allein nach
Gesichtspunkten des Marktes entfalten. Es besteht die Gefahr, daß der für den
Qualitätstourismus attraktive Raum von seiten der balearischen Tourismuspolitik
zum Werbeträger und ökonomischen Faktor degradiert wird. Eine solche
Entwicklung birgt in der Folge die Gefahr weiterer - bzw. die Verschärfung der
bestehenden Nutzungskonflikte. Um die Grundlagen eines tragfähigen Tourismus zu
schaffen und langfristig zu erhalten sind die Konzepte des Nachhaltigen
Tourismus anzuwenden.
Dabei ist vor
allem die Partizipation der einheimischen Bevölkerung an den Planungs- und
Entscheidungsprozessen notwendig. Es besteht allerdings innerhalb der Gemeinden
in der Region Serra de Tramuntana eine Interessenspluralität, die es erschwert,
konzeptionell und praktisch Konsens darüber zu erzielen, wie die ökonomischen
Vorteile des Tourismus dem Gros der lokalen Gemeinschaft erschlossen werden
können. Eine Lösung hierfür anzustreben, sollte jedoch (auch) Ziel der
Tourismuspolitik sein.
Es ist
sicherlich notwendig, die Entwicklung des Wandertourismus auf Mallorca weiter
zu beobachten und zu kontrollieren. Um festzustellen, wo Stärken und Schwächen
des Gebietes, wo Chancen und Gefahren liegen, wäre es sinnvoll über diese
Arbeit hinaus weitere Forschungen anzustellen. Denkbar wäre beispielsweise eine
Untersuchung der Region hinsichtlich Kennziffern einer harmonisierten
touristischen Entwicklung über die Ermittlung von Indikatoren, wie es Beat Seiler[204]
für einen Teil des Alpenraumes getan hat. Aus diesen Kennziffern kann ein
übersichtliches Warn- und Chancenprofil erstellt werden. Mögliche Indikatoren
sind dabei unter anderem “Maß für die Landschaftsschonung”, “Entwicklung der
Landbearbeitung” und “Grad der Bereistheit”[205].
Wenn der
Wandertourismus langfristig eine sichere Einnahmequelle für die Region Serra de
Tramuntana und für die gesamtwirtschaftliche Lage der Insel darstellen soll,
müssen Maßnahmen zum Erhalt und Schutz der Region ergriffen werden. Dies ist
nicht nur aus ökologischen Gründen notwendig, sondern auch vor dem Hintergrund,
daß das Bewußtsein zum Schutz der natürlichen und sozialen Umwelt bei den
Besuchern in den letzten Jahren gestiegen ist. Die Touristen, insbesondere die
Wanderer, stellen zunehmend hohe Ansprüche an die Natur und Landschaft ihres
Urlaubsraumes.
Da bereits
eine beträchtliche Nachfrage nach Wandertourismus in der Region Serra de
Tramuntana besteht, ist ein weiteres Wachstum nur unter Einbeziehung der
vorgeschlagenen Strategien und Maßnahmen sinnvoll. Insbesondere sollten
Investitionen getätigt werden zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur
durch Förderung lokaler Unterkunfts- und Gastronomiebetriebe. Zudem sollte eine
juristische Regelung bezüglich öffentlicher Wanderwege schnellstmöglich
durchgesetzt werden.
Langfristig
kann der Wandertourismus auf Mallorca so eine Ergänzung oder sogar eine
Alternative zum Massentourismus bieten ohne daß sich die bestehenden
Nutzungskonflikte verstärken.