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MatterhornGewitter ...

 

... und damit verbundene Gefahren. Verhalten vorher - währenddessen - nachher.

(Letzte Änderung: 09.12.2009 )

 

Allgemeines

Die BergundSteigen schreibt in der Ausgabe 02/2007: Weltweit werden jährlich 1000 Personen vom Blitz getroffen. 70 % überleben den Blitzschlag.

Die Zahl 1000 scheint mir viel zu niedrig. Aber wer weiß schon, wie die Zahl entstanden ist, und ob jeder getroffene Sherpa oder Quechua darin mit erfasst ist. Blitzschlag gehört besonders in den Bergen zu den großen Gefahren. Das wird klar, wenn man sieht, dass auf vielen Gedenktäfelchen in den Alpen der betroffene Mensch durch Blitzschlag umgekommen ist.

Viele Informationen auf dieser Seite stammen aus dem Artikel "Alpine Erste Hilfe 4", BergundSteigen, 02/2007.

vor dem Gewitter

Wenn man sich etwas mit dem Wettergeschehen beschäftigt hat, kann man Gewitterneigung recht gut voraussehen. Außerdem hilft die Wettervorhersage, die man vor einer Tour möglichst aktuell studieren sollte!

Wetter-Seminare, Literatur und Vorhersagen siehe unter Wetter.

Blitze können - räumlich wie zeitlich - auch deutlich vor oder nach einem Gewitter auftreten.

30-30-Regel:
Wenn der Abstand zwischen Blitz und Donner weniger als 30 Sekunden beträgt, befindet man sich in der Gefahrenzone.
Erst 30 Minuten nach dem letzten Blitz oder Donner sollte man seine Schutzposition verlassen.

Unwahre Gerüchte:
ein Blitzschlagopfer zu berühren, ist gefährlich
ein Blitz schlägt nie zweimal in die selbe Stelle ein
ein Blitz schlägt immer in das höchste Objekt ein
=> all dies stimmt nicht!

während des Gewitters

Guter Schutz:

Hütte oder Haus mit geschlossenen Türen / Fenstern
geschlossenes KFZ
große Höhlen und Mulden (Abstand zur Wand mind. 1 m)
steile Felswände (Abstand zur Wand mind. 1 m)

Schlechter Schutz:

Zelt (Stangen wirken wie Blitzableiter)
offene Unterstände (Seitenblitze)
kleine Nischen und Überhänge
wasserführende Bachbetten
Wald ist besser als freie Lichtung

Gefahr:

einzelne Bäume
Grate und Gipfel
Drahtseile
Stromleitungen, Seilbahnen, Skilifte
Gegenstände über Schulterhöhe (z.B. Pickel, Ski die vom Rucksack aufragen)

Verhalten:

mit geschlossenen Beinen Kauerstellung einnehmen
mit kleinstmöglicher Fläche den Boden berühren
evtl. auf trockenes Seil oder Rucksack setzen
nicht flach hinlegen
Handys und Funkgeräte mitten im Rucksack verstauen
Metallobjekte in sicherer Entfernung ablegen
kein Metall direkt auf der Haut (Verbrennungsrisiko)
Helm ggf. auf lassen (vermindert Kopfverletzungen nach Blitzschlag)
ggf. gesichert bleiben
Achtung: nasse Kletterseile leiten!
Wenn man Kribbeln spürt und sich die Haare aufstellen: schnell mit geschlossenen Füßen in Kauerstellung gehen!
Elmsfeuer deuten auf unmittelbar bevorstehenden Einschlag hin
mehrere Personen nicht dicht zusammenstehen!

Achtung: durch unkontrollierte Muskelkontraktionen oder Schockwelle des Blitzschlages besteht Absturzgefahr!

Viele Unfälle ereignen sich im Vorfeld von Gewittern bei übereiltem Rückzug. Trotz gebotener Eile: Ruhe bewahren!

nach dem Blitzschlag

Die häufigsten Todesursachen sind Herz- oder Atemstillstand. Durch Wiederbelebungsmaßnahmen können viele Betroffene gerettet werden, die dann meist wieder vollständig genesen. Also: Erste-Hilfe-Kurse auffrischen!

Manchmal ist der Puls da, und nur die Atmung fehlt: dann reicht künstliche Beatmung oft zur Wiederbelebung.

Rettungseinsätze bei Gewitter sind riskant, und werden daher oft nicht sofort durchgeführt.

Blitzopfer sollten auf jeden Fall sofort ins Krankenhaus, da Folgekomplikationen auch noch Stunden nach dem Schlag auftreten können.