|
|
|
|
||
|
Der Bartgeier (Gypaetus barbatus) ist ein Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen (Accipitridae). Er zählt mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,9 Metern zu den größten flugfähigen Vögeln der Welt. Mit 225 bis 250 Brutpaaren ist der Bartgeier einer der seltensten Greifvögel Europas. Der Bartgeier wird auch Lämmergeier genannt - eine Bezeichnung, die sich auch im englischsprachigen Raum eingebürgert hat. Auf seine äußerliche Ähnlichkeit zu einem Adler weisen auch Namen wie Bartadler, Goldadler oder Greifadler hin. Goldgeier, Bartfalk, Berggeier, Beinbrecher oder Knochenbrecher sind weitere Bezeichnungen, die der Volksmund dieser Geierart gegeben hat. Ausgewachsene Bartgeier haben ein kontrastreiches Körpergefieder. Die Oberseite ist grauschwarz. Kopf, Hals und die Körperunterseite sind weiß bis rostrot. Auffällige borstenartige schwarze Federn hängen dem Bartgeier über den Schnabel. Sie sind für diese Art namensgebend gewesen. Die Augen sind von einem roten Skleralring umgeben; die Intensität des Rot spiegelt die Stimmung des Vogels wieder. Je erregeter er ist, desto leuchtender ist dieser Skleralring. Die Iris der Augen ist gelb. Der Bartgeier hat lange, relative schmale und zum Ende hin deutlich zugespitzte Flügel, die beim Gleiten leicht nach unten hängend gehalten werden. Der Schwanz ist lang und keilförmig. Junge Bartgeier sind überwiegend grauschwarz, nach fünf bis sieben Jahren ist die Art ausgefärbt. Männchen und Weibchen sind sich relativ ähnlich. Der Bartgeier ist insgesamt deutlich schmalflügeliger und langschwänziger als die typischen Geier der Gattung Gyps. In seinem Flugbild ähnelt er mit den langen spitzen Flügeln und dem langen, spatelfärmigen Schwanz einem überdimensioniertem Falken . Er ist ein ausgezeichneter Segler, der schon geringste Aufwinde nutzen kann, um im Gleitflug an Felswänden oder über einem Berggipfel zu patrouillieren. Seine Flügelspannweite beträgt 2,30-2,83 m, seine Körperlänge 94-125 cm, sein Gewicht 4,5-7 kg. Die Bartgeier erreichen mit 5-7 Jahren ihre Geschlechtsreife. Der Bartgeier ist in Afrika ebenso zu finden wie in den Pyrenäen, einigen Bergregionen Südeuropas, in Gebirgen des südwestlichen und zentralen Asiens, der Mongolei und Zentralchina. Innerhalb dieses großen Verbreitungsgebietes werden zwei Unterarten beschrieben. Typischer Lebensräume des Bartgeiers sind alpine und montane Bergregionen oberhalb der Baumgrenze. Sie sind durch große Höhenunterschiede, steile Felswände, gute Thermik und Aufwinde gekennzeichnet. Sie müssen außerdem Frischwasser und sogenannte Rotbadestellen (eisenoxidhaltige Schlammstellen) aufweisen. Unzugängliche Felsnischen sind notwendig, damit die Bartgeier zur Brut kommen. Wichtig ist für den Bartgeier gleichfalls, dass es einen Bestand von Beutegreifern wie Wolf und Luchs sowie großen Greifvögeln wie Steinadler in seinem Lebensraum gibt. Er benötigt sie, da er von ihnen einen Teil der Beute übernimmt. Die Höhenregionen, in denen sich Bartgeier aufhalten, entsprechen in Europa Höhen zwischen 1.500 und 3.000 Meter. Im Himalaya kommen sie bis zu 7.800 Meter vor. In Äthiopien dagegen kann man den Bartgeier bereits in einer Höhe ab 300 Meter über dem Meeresspiegel beobachten. Das von Familiengruppen oder Paaren beanspruchte Revier hat eine Größe zwischen 100 bis 400 Quadratkilometern. Während des Winterhalbjahrs wird das Gebiet, das Bartgeier während ihrer Nahrungssuche überfliegen, noch größer. Allerdings verhalten sich Bartgeier nur in unmittelbarer Nähe ihres Nestes aggressiv gegenüber Artgenossen und anderen Greifvögeln. Bartgeier sind Standvögel, die das ganze Jahr über in ihrem Brutrevier verbleiben. Bartgeier leben nahezu ausschließlich von Aas - die einzige Ausnahme davon stellen Landschildkröten im Mittelmeerraum dar. Die Landschildkröten trägt der Bartgeier in die Luft und lässt sie ebenso wie Knochen aus großer Höhe fallen. In Afrika ist er außerdem dabei beobachtet worden, dass er die Plazenta von Wild- und Nutztieren frisst. Der Bartgeier landet dabei mitten in der Herde und nähert sich dann zu Fuß den Geburtsüberresten. Seine Nahrung besteht zu 80% aus Knochen von gefallenen Tieren und Aas. Jungtiere sind noch auf Muskelfleisch angewiesen, aber erwachsene Tiere können sich fast ausschließlich von Knochen ernähren. Um die Knochen zu zerkleinern, lassen Bartgeier diese aus großer Höhe auf Felsen fallen um schlundgerechte Stücke zu erhalten. Entdeckt ein Bartgeier einen Kadaver, kreist er erst eine Zeit lang über diesem. Landet er, tut er dies in einiger Entfernung vom Kadaver und nähert sich diesem zu Fuß. Beute, die er nicht sofort verzehrt, bewahrt er in größeren Nahrungsverstecken in Horsten oder Ruhe- und Schlafplätzen auf. Mit der Spezialisierung auf Knochen hat der Bartgeier eine Nahrungsnische gefunden, die ihm von keinem anderen Tier streitig gemacht wird. Er wartet daher auch geduldig ab, bis sich andere Beutegreifer wie Füchse, Wölfe, Bären oder auch andere Geier am Kadaver gütlich getan haben. Die spektakulären Verteilungsauseinandersetzungen, die man beispielsweise in der afrikanischen Savanne beobachten kann, wenn Geier zwischen Löwen versuchen, an Teile des Kadavers zu gelangen, kommen bei Bartgeiern nicht vor. Mit der Spezialisierung auf Knochen hat der Bartgeier sich dabei durchaus eine nährstoffreiche Nahrungsquelle erschlossen. Bartgeier trinken häufig. Sie sind daher auf Frischwasserquellen in ihrem Lebensraum angewiesen und nehmen auch Schnee auf, um ihren Durst zu befriedigen. Bartgeier verfügen über eine außergewöhnliche große Mundspalte. Ausgewachsene Vögel können bis zu 18 Zentimeter lange und drei Zentimeter dicke Knochen ohne Zerkleinerung verschlucken. Noch größere Knochen werden vom Bartgeier jedoch vor dem Fressen zerkleinert. Im Unterschied zu anderen Geierarten verfügt der Bartgeier über recht bewegliche Greiffüße und spitze Krallen. Er ist daher in der Lage, die Knochen zu ergreifen und sich mit ihnen in die Luft zu erheben und sie aus einer Höhe von 60 bis 80 Meter fallen zu lassen. In einem Revier etablierte Bartgeier nutzen regelmäßig sogenannte Knochenschmieden, das sind Felsplatten von einer Größe von etwa 30 Quadratmetern. Auf diese lässt der Bartgeier den Knochen herabstürzen, bis dieser zerbricht. Bartgeier sind dabei geduldig und lassen Knochen bis zu vierzig Mal herabfallen, bis sie endlich zerbrechen. Die Neigung, Knochen fallen zu lassen, ist Bartgeiern angeboren. Technische Fertigkeit erwerben sie jedoch erst im Laufe der Zeit. Sehr erfahrene Vögel setzen sogar zu einem Sturzflug an und schleudern den Knochen herab, um damit die Energie des Aufpralls zu steigern. Bartgeier sind wendige und geschickte Flieger und zeigen das auch während ihres Balzspiels. Zum Balzspiel gehören Verfolgungsjagden zwischen den Partnern, Loopings, ein Fliegen auf dem Rücken, bei dem sich die Vögel gelegentlich an den Fängen fassen und gemeinsam bis knapp über den Boden herabtrudeln. Dies wechselt mit Flugphasen, in denen sie in einem Abstand von wenigen Metern völlig synchron fliegen. Bartgeier bauen in unzugänglichen Felsnischen oft gewaltige Horste. Der Horstbau beginnt im Herbst. Die Horste werden von den in festen Partnerschaften lebenden Bartgeiern immer wieder genutzt. Ältere Horste können mit einer Breite von drei Meter und zwei Metern Höhe gewaltige Ausmaße annehmen. Beim Nestbau verarbeiten die Bartgeier neben Ästen auch Knochen und polstern die Nestmulde mit Federn und Tierhaaren aus. Wo sie sie finden können, nutzen sie zum Auspolstern auch Lappen und Papier. In der Literatur ist sogar ein Fall bekannt, wo ein Gebetsteppich für das Auspolstern verwendet wurde. Brut im Winter zur Optimierung des Nahrungsangebotes: Bartgeier brüten ungewöhnlich früh. Ihre Eier legen die Vögel im späten Dezember oder Januar, wenn in den von ihnen bevorzugten Lebensräumen ein besonderes harsches Wetter vorherrscht. Bartgeier können sich dies erlauben, da sowohl der bevorzugte Nistplatz - Halbhöhlen in steilen Felsnischen - als auch die großen und gut ausgepolsterten Horste die kälteempfindlichen Eier gut schützen. Die Temperatur im Inneren eines Eis sinkt aufgrund dieser Schutzmaßnahmen nicht unter 36 Grad. Die Brutdauer beträgt 52 bis 58 Tage und die Nestlingszeit 110 bis 120 Tage. Die Jungvögel, die überwiegend im März schlüpfen, kommen dann zur Welt, wenn die Schneeschmelze einsetzt und zahlreiche Tierkadaver von im Winter umgekommenen Wildtieren freigelegt werden. Bartgeiern fällt in dieser Zeit die Nahrungsbeschaffung für den Jungvogel, den sie großziehen, sehr leicht. Das zweite Ei als biologische Reserve: Bartgeier legen gewöhnlich zwei Eier. Die Eiablage des zweiten Eies erfolgt etwa eine Woche nach der Ablage des ersten. Der daraus schlüpfende Jungvogel ist meist nicht in der Lage, sich gegen den etwas älteren Jungvogel im Kampf um das Futter durchzusetzen. Es stirbt daher durch Vernachlässigung innerhalb weniger Tage. In sehr seltenen Ausnahmefällen tötet der ältere Jungvogel sogar sein schwächeres Geschwister.Die Jungvögel: Während die ausgewachsenen Bartgeier Standvögel sind, streifen Jungvögel mehr herum. Dabei verlassen sie jedoch nur ausnahmsweise die Gebirge. Auf ihren Streifzügen schützt sie unter anderem ihr Jugendkleid vor den Aggressionen von Revierinhabern. Erwachsene Vögel dulden Vögel im Jugendkleid auch an der Beute. Der Bartgeier trug über lange Zeit den Namen Lämmergeier, weil man in diesem Vogel einen Jäger von Lämmern und Gämsen sah und ihm sogar andichtete, dass er gelegentlich ein Kind davontrage. Zu diesem Ruf trug sein beachtliche Körpergröße bei. Lebte der Bartgeier in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts noch in einem Großteil des Alpenbogens, wurde er in weniger als hundert Jahren in den Alpen restlos ausgerottet. In den Siebzigerjahren des 20. Jahrhunderts erschien eine Wiederansiedlung möglich, denn es gab wieder große Mengen wild lebender Huftiere, die als Beute für den Bartgeier in Frage kamen. Dazu trat ein neues Gesetz in Kraft, das den Bartgeier schützte und die Anwendung von Strychnin in Ködern untersagte. Junggeier aus Gefangenschaftszucht entwickelten sich problemlos zu selbständig überlebensfähigen Individuen. Die Vögel finden nach wie vor gute Lebens- und Brutbedingungen in den Alpen. Bis 2002 haben insgesamt 8 Paare in den Alpen gebrütet, sechs davon erfolgreich. Im Jahre 2005 gab es 27 in Freiheit geborene Bartgeier in den Alpen. Noch intensiver als bisher soll für eine natürliche Verwertung abgestürzter Weidetiere durch Aasfresser geworben werden. |
||
|
||
|
Er hat einen kleinen Kopf, der im Flug gekrümmt abwärts hängt, sehr große, oft dreieckig wirkende Flügel und einen kurzen, abgeschnitten wirkenden Schwanz. Er ist deutlich breitflügeliger und kurzschwänziger als der Bartgeier (Gypaetus barbatus). Junge Gänsegeier sind dunkler als ausgewachsene Tiere. Ausgewachsene Tiere haben weiße Daunen an Kopf und Hals und eine weißliche Halskrause. Seine Flügelspannweite beträgt 2,4 - 2,8 m, seine Körperlänge 95 - 105 cm, sein Gewicht 4 - 6 kg. Seine Lebenserwartung beträgt 30-40 Jahre und er wird mit 5-7 Jahren geschlechtsreif. Er brütet zwischen Januar und März, wobei die Eiablage zwischen Mitte Januar und Anfang Februar erfolgt. Die Brutdauer beträgt 52 bis 58 Tage und die Nestlingszeit 110 bis 120 Tage. Das Gelege besteht aus einem Ei. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Aas. Gänsegeier können lose Kolonien bilden und sind recht standorttreu. Er bewegt sich oft in Schwärmen aus mehreren Tieren. Typischer Lebensraum in Europa sind Bergregionen, sonst auch das Flachland. Der Gänsegeier kommt in Marokko, Algerien, Spanien (8.100 Paare), Sardinien, entlang der östlichen Adriaküste (vor allem auf den kroatischen Inseln Cres und Rab) nach Süden zunehmend auch bis weit ins Landesinnere vor. Er ist in Griechenland (rund 450 Paare), der Türkei, an der östlichen Mittelmeerküste und über den Irak bis nach Persien verbreitet. Einzelne Tiere wandern von Slowenien kommend bis nach Österreich, wo es am Salzburger Zoo auch eine größere halb wild lebende Kolonie gibt, die im Sommer auch in den Hohen Tauern herumstreift und bereits frei gebrütet hat. Eine Auswilderung im französischen Zentralmassiv war erfolgreich (etwa 220 Paare). In der Schweiz, besonders im Schweizer Jura wurden vor kurzem 54 Exemplare gezählt. Die Population scheint momentan stark zu wachsen. Vogelkundler berichten das ca. 200 Exemplare 2006 der bisher in Deutschland ausgestorbenen Tiere gesichtet wurden. Dieser enorme Einflug ist vermutlich auf Nahrungsmangel in Spanien und Südfrankreich infolge Richtlinien der Europäischen Union zur Beseitigung von Tierkadavern zurückzuführen. |
||
|
||
Der Schneegeier ist in den Gebirgen Zentralasiens verbreitet. Er hält sich meist oberhalb von 1.200 m auf und erreicht Höhen von bis zu 6.000 m über dem Meeresspiegel. Der Schneegeier ernährt sich von Aas , das er im Flug aus der Luft erspäht. Meist ist er nicht der erste am Kadaver sondern wird durch die Anwesenheit von Krähen und Bartgeiern angelockt. Beim Fressen geht er aggressiv gegen Konkurrenten vor, ist jedoch Wölfen, anderen Raubtieren und auch den stärkeren Mönchsgeiern unterlegen. In Nordindien kann man Schneegeier zusammen mit Gänsegeiern (Gyps fulvus) und Indischen Geiern (Gyps indicus) am selben Kadaver beobachten. Wie der Gänsegeier beginnt auch der Himalayageier früh im Jahr zu Brüten. Das einzige Ei wird manchmal schon im Dezember gelegt, da beide Arten relativ nördliche Breiten bewohnen und die Zeit für die Jungenaufzucht durch den frühen Wintereinbruch begrenzt wird. Abhängig vom Klima des bewohnten Gebietes kann die Eiablage auch später stattfinden, spätestens jedoch bis zum Mai. Schneegeier brüten in kleinen Kolonien auf Felsklippen in 1200 m bis 4250 m Höhe. Die Horste, die im Lauf der Zeit immer größer werden, stammen von anderen Greifvögeln oder werden selbst neu angelegt. Der junge Geier benötigt von der Eiablage an zwischen sechs und acht Monate bis zum Verlassen des Nestes. |
||
|
||
|
Der Schmutzgeier (Neophron percnopterus) ist ein Vertreter der Altweltgeier (Aegypiinae). Er ist der kleinste Geier in Afrika. Sein Gefieder ist weiß mit schwarzen Schwungfedern, was besonders im Fluge auffällt. Im Kehlbereich sind die Federn gelblich. Der Kopf ist unbefiedert, faltig und leuchtend gelb mit manchmal orangerotem Anflug, wie auch die Basis des schmalen Schnabels, dessen Spitze schwarz ist. Die Füße sind leuchtend gelb wie der Schnabel. Die Iris ist rötlichbraun. Der Schwanz ist keilförmig. Zur Unterscheidung der beiden Geschlechter dient ein dunkler, manchmal sogar schwarzer Streifen im Gesicht vor den Augen. Bei Jungvögeln ist das Gefieder zunächst gelbbraun, etwas gefleckt, und wird bis zum Erwachsenenalter mit etwa fünf Jahren von Mauser zu Mauser immer weißer. Das unbefiederte Gesicht ist grau, die Iris ist schwarz. Seine Größe beträgt 60 - 70 cm, sein Gewicht 1,5 - 2,2 kg. Die Spannweite ist 165 cm. Schmutzgeier leben gesellig, jedoch in kleinen Gruppen. In der Savanne trifft man sie oft nur paarweise an. Am Aas sind sie meist die letzten, die sich ein paar Brocken ergattern können. Die Brut findet auf Felsen und Klippen in unterschiedlichsten Höhen statt, in Löchern oder Höhlen oder unter überhängenden Felsvorsprüngen zum Schutze gegen die Witterung. Die Nester sind für die Größe des Vogels überdimensioniert und wirken unordentlich, zumal zwischen die Zweige menschlicher Abfall eingeflochten werden kann, ebenso Knochen, Papier, Tauenden. Das Nest ist mit weichen Materialien und Tierhaaren ausgepolstert. Nahrungsreste von durch beide Eltern herbeigeschafftem Aas sammeln sich bis zur Fäulnis im Nest an. Die beiden weißen Eier mit einigen braunen Flecken werden von beiden Partnern rund 42 Tage bebrütet. Jungvögel werden mit 80 Tagen flügge. Grundlage der Nahrung ist Aas aller Art, auch tote Kleintiere wie Reptilien, Fische, Insekten und andere Wirbellose werden genommen. Hin und wieder werden auch Früchte verzehrt. Mancherorts suchen Schmutzgeier sogar Müllkippen nach Genießbarem ab, gelegentlich werden menschliche Nahrungsabfälle, ja sogar menschlicher Kot genommen. Schmutzgeier scheuen überhaupt die Nähe des Menschen keineswegs und sitzen in manchen afrikanischen Dörfern auf den Dächern der Hütten oder auf Bäumen mitten im Dorf herum. Eine Besonderheit dieses Vogels ist der Verzehr des Inhaltes von Straußeneiern. Um deren harte Schale zu zerbrechen, benutzen die Vögel Steine mit einem Durchschnittsgewicht von 50 g - aber es werden auch Steine bis zu 500 g benutzt. Diese Steine suchen sie unter Umständen fern vom aufgefundenen Straußengelege, fliegen mit den Steinen im Schnabel zum Gelege und schleudern die Steine so lange auf die Eier, bis diese zerspringen. Nach mehreren Versuchen mit einem zu leichten Stein, holen sie einen größeren herbei. Den flüssigen Inhalt des Eis oder die bereits weit entwickelten Straußenembryonen verzehren sie an Ort und Stelle. Der Schmutzgeier ist über ganz Afrika verbreitet, kommt aber auch in gemäßigten Teilen Asiens und Europas, vor allem im mediterranen Gebiet, und auf den Kapverdischen und Kanarischen Inseln vor. |
||
|
||
Er misst eine Körperlänge von 110 Zentimetern, und kann ein Gewicht von 12 Kilogramm erreichen. Seine Flügelspannweite kann bis zu 3,2 Meter erreichen. Damit besitzt er eine der größten Spannweiten im Reich der Vögel (neben der des Albatrosses) - mit der soll er eine Flughöhe von bis zu 7000 Metern erreichen. Er besitzt weiße Federn auf der oberen Gefiederhälfte, sowie eine flaumige und weiße Halskrause. Der Kopf ist rötlich gefärbt. Der Andenkondor kann ein Alter von über 70 Jahren erreichen. Im Unterschied zum Kalifornien-Kondor (Gymnogyps californianus) trägt beim Andenkondor das Männchen einen fleischartigen Kamm auf dem Scheitel. Das Männchen hat graue Augen, während das Weibchen eine rote Augenfarbe besitzt. Die Brutzeit beträgt bis zu 65 Tage. Beide Partner sind für das Ei verantwortlich. Das Junge wird zweimal am Tag gefüttert, später nur mehr einmal. Nach 6 Monaten wird der Jungvogel flügge. Die Jungtiere haben bis zum Alter von 8 Jahren eine braune Gefiederfarbe, die dann in schwarz-weiß wechselt. Das Verbreitungsgebiet des Andenkondors reicht von Kolumbien entlang der Anden bis nach Patagonien. Sie halten sich hauptsächlich in gebirgigen Gebieten auf, in denen sie oft die variierende Luftströmung für ihren Gleitflug ausnutzen. Oftmals legt der Kondor auch kurze Strecken zu Fuß zurück. Der Kondor gehört zu den bedrohten Arten auf dieser Erde. Viele Tierschützer haben es sich zum Ziel gesetzt, die Kondore nachzuzüchten und sie auszuwildern. In den letzten Jahren wurden mehrere Kondore gefangen und aufgezogen. Über 40 Andenkondore konnten so im Norden Südamerikas ausgewildert werden. Der Andenkondor gehört zu den Nationalzeichen von Kolumbien, Ecuador, Bolivien und Chile, und ist auf deren Wappen zu sehen.
|
||
|
||
Auf Mallorca gibt es eine Naturschutzorganisation zur Erhaltung des seltenen Mönchgeiers. Sie betreibt Zählungen und fängt junge Mönchsgeier ein, um sie nach Südfrankreich oder auch Mazedonien auszusiedeln. Dadurch kann die Population in Europa langsam wieder ansteigen.
|
||
|
||
Sein Erscheinungsbild ist einheitlich braun ohne deutliche Feldkennzeichen. Im Flugbild ist er durch den relativ kurzen, keilförmigen Schwanz, der keine Bänderung aufweist, gekennzeichnet. Die typischen Adlerschwingen sind tief gefingert. Kennzeichen kann auch eine helle (beige bis weißliche) Binde im Bereich der unteren Armschwingen sein. Der Steppenadler kommt von Rumänien über die Aralsteppe bis nach Transbaikal und in die Mongolei vor. Er ist in Steppen sowie offenen, mit Gebüsch bewachsenen Ebenen daheim. Dementsprechend findet man seinen Horst auf dem Boden. Er frisst hauptsächlich kleine Säugetiere, aber auch Nager, Eidechsen und Fallwild. Der Steppenadler ist ein Zugvogel mit Überwinterungsquartieren im östlichen Afrika. In Mitteleuropa gibt es nur ganz selten Nachweise, sie stammen vor allem aus Ungarn. |
||
|
||
|
Der Steinadler (Aquila chrysaetos ) gehört zur Ordnung der Greifvögel (Falconiformes) und zur Familie der Habichtartigen (Accipitridae). Steinadler zählen zu den größten Vertretern der Gattung Aquila . Die Geschlechter des Steinadlers unterscheiden sich deutlich in Größe, Flügelspannweite und Gewicht. Das Weibchen kann eine Körperlänge von 90-100 cm erreichen, wohingegen das Männchen im Mittel rund 10 cm kleiner ist. Die Spannweite variiert zwischen 190 und 210 cm beim Männchen und zwischen 200 und 230 cm beim Weibchen. Weibchen wiegen 3,8 bis 6,7 kg, die leichteren Männchen wiegen 2,8 bis 4,6 kg. Grundfarbe des Gefieders ist ein einheitliches dunkles braun. Der Nacken ist goldgelb. Der Schwanz der adulten Tiere ist braun und mehr oder weniger deutlich mit einigen helleren Querstreifen durchsetzt. Der Schnabel ist dunkelgrau, die Iris der Augen ist dunkelbraun. Wie bei allen Arten der Gattung Aquila sind die Beine (Fänge) bis zu den sehr kräftigen gelben Zehen befiedert. Steinadler im ersten Lebensjahr sind insgesamt dunkler braun und haben auffallende, weiße Federpartien auf den inneren Handschwingen und äußeren Armschwingen sowie eine weiße Schwanzwurzel. Der Schwanz hat eine breite schwarze Endbinde. Steinadler sind erst ab dem 5. bis 7. Lebensjahr voll ausgefärbt. Im Flug wirkt der Steinadler trotz seiner Größe meist sehr leicht und elegant. Auffallend sind neben der für Adler typischen starken Fingerung der Handschwingen der relativ lange, gerade abgeschnittene Schwanz. Im Gegensatz zu allen anderen Vertretern der Gattung hebt der Steinadler seine Flügel im Segelflug leicht an, so dass ein leicht V-förmiges Flugbild zustande kommt. Steinadler werden nicht selten bis zu 20 Jahre alt, in Gefangenschaft sogar deutlich älter als 30. Der Steinadler besiedelt die borealen, die gemäßigten sowie die mediterranen Zonen. Seine Verbreitung erstreckt sich von Schottland in einem breiten Streifen durch Europa und Asien bis Kamtschatka und Japan. Außerdem ist der Norden und Westen Nordamerikas von der Art besiedelt. Durch jahrhundertelange, massive Verfolgung ist die Verbreitung in Europa heute stark zersplittert. In Mitteleuropa ist die Art heute im wesentlichen auf den Alpenbogen und die Karpaten beschränkt, in Deutschland lebt er nur in den Bayerischen Alpen. Abseits der Alpen liegen die Deutschland räumlich am nächsten liegenden Vorkommen in Dänemark und im Osten Polens. Steinadler besiedeln offene und halboffene Landschaften aller Art mit einem ausreichenden Nahrungsangebot und Felswänden oder älteren Baumbeständen für die Nestanlage. Der Lebensraum reicht von alpinen Matten über große Moore mit kleinen Wäldern bis zu Halbwüsten im Norden Afrikas. Große, geschlossene Wälder werden nur randlich besiedelt. Die heutige starke Konzentration auf gebirgige Landschaften ist zumindest in Europa eine Folge der intensiven Verfolgung. Steinadler jagen meist in offenen oder halboffenen Landschaften im bodennahen Flug unter optimaler Ausnutzung jeglicher Deckung. Sie gleiten dabei dicht an Hängen entlang, über Kuppen und kleine Hügel und versuchen ihre Beute auf kurze Distanz zu überraschen. Häufig wird auch von einem Ansitz aus gejagt. Die Beute wird meist auf dem Boden oder im bodennahen Luftraum gegriffen und mit den außerordentlich kräftigen Zehen und Krallen getötet. Sehr große Beutetiere wie Kitze des Steinbocks oder junge Gämsen werden in den Kopf gegriffen. Der Steinadler schlägt dabei seine Krallen durch die Schädeldecke in das Gehirn, in den wenigen beobachteten Fällen wurden diese großen Beutetiere innerhalb von Sekunden getötet. Weniger häufig ist die Jagd im freien Luftraum, die Erbeutung von ziehenden Kormoranen ist jedoch zum Beispiel schon mehrfach beobachtet worden. In Anbetracht ihrer Größe bewegen sich Steinadler in der Luft außerordentlich wendig und schnell, so wurde mehrfach beobachtet, wie sich ein Steinadler im Flug auf den Rücken drehte und so zum Beispiel einen verfolgenden Kolkraben erbeutete. Gelegentlich jagen 2 Steinadler gemeinsam. Dabei schreckt z. B. der erste Vogel die Beute auf oder treibt ein Rudel Gämsen auseinander, während der wenige hundert Meter dahinter fliegende zweite Adler dann ein abgelenktes Opfer schlägt. Steinadler können keine Kadaver im Flug tragen, deren Gewicht das eigene Körpergewicht deutlich übertrifft. In einem Fall wurde beobachtet, wie ein Adler mehrmals versuchte, ein totes weibliches Steinbockkitz von 9 kg Gewicht davonzuschleppen, es nach einigen Dutzend Metern wieder fallen lassen musste und letztlich erfolglos davonflog. Schwere Beutetiere werden daher entweder zerteilt und portionsweise deponiert, oder der Kadaver wird über mehrere Tage angeflogen. Steinadler sind außerordentlich kräftig und sehr geschickt. Sie erbeuten regelmäßig Tiere, die erheblich schwerer sind als sie selbst. Das maximale Beutegewicht liegt bei etwa 15 kg. Im Beutespektrum dominieren meist bodenbewohnende, kleine bis mittelgroße Säugetiere bis Steinbockkitz-Größe. Vögel spielen nur eine kleinere Rolle. Meist bilden wenige Säugerarten den Hauptteil der Nahrung. Daneben erbeutet der Steinadler jedoch fast alle kleinen und mittelgroßen Säuger und Vögel, die im jeweiligen Gebiet vorkommen. Insbesondere im Süden des Verbreitungsgebietes frisst er auch regelmäßig Reptilien, dort lassen Steinadler ähnlich wie Bartgeier auch regelmäßig Schildkröten auf Felsen fallen, um so den harten Panzer zu brechen. Insbesondere im Winter, regional aber auch im Sommer, spielt Aas ein wichtige Rolle bei der Ernährung. Der Steinadler nistet in Felswänden und auf Bäumen. Je nach Dauer der Nutzung werden die Horste ständig erweitert, ergänzt und repariert, so dass über Jahre hinweg mächtige, nicht selten mehr als zwei Meter in Höhe und Breite messende Horste entstehen. Das Nest wird aus kräftigen Ästen und Zweigen angelegt und mit belaubten Zweigen und Büscheln ausgepolstert. Diese Polsterung erweitert sich während der Nutzung ständig. Die von beiden Tieren erbauten Horste werden mehrjährig benutzt, und oft hat ein Paar mehrere sog. Wechselhorste. Im Gebirge liegen die Horstplätze meist unterhalb der Jagdgebiete, da der Transport der Beute nach unten einfacher ist als nach oben. Steinadler werden erst mit etwa sechs Jahren geschlechtsreif. Haben sich zwei Adler gefunden, führen sie zeitlebens eine monogame Ehe. Die Balz beginnt im Januar mit teils spektakulären Balzflügen. Zwischen Mitte Mai und Mitte Juni legt das Weibchen im Abstand von drei bis vier Tagen meistens zwei Eier, selten auch nur eines oder drei. Das Gelege wird ab dem ersten Ei überwiegend vom Weibchen bebrütet, das Weibchen wird während der Brut vom Männchen mit Futter versorgt. Die Brutzeit dauert 43 bis 45 Tage. Die juvenilen Adler haben ein schmutzig weißes Dunenkleid. Etwa sieben Wochen nach dem Schlüpfen können die Jungvögel selbst Nahrung aufnehmen. Bis dahin werden sie vom Weibchen mit vom Männchen geschlagener Beute gefüttert. Erste Flugversuche um den Horst führen nach etwa 65 bis 70 Tagen zu den ersten erfolgreichen Kurzflügen. Im Alter von etwa 80 Tagen sind die Jungtiere voll flugfähig, wenn auch noch nicht sehr sicher. Wie bei vielen Greifvögeln tötet das kräftigste der Jungen oft seine Geschwister oder erhält durch sein Durchsetzungsvermögen den Großteil des Futters, so dass die Geschwister verhungern. Dieser Kainismus genannte Vorgang ist jedoch im Gegensatz zu anderen Vogelarten, wie dem Bartgeier, nicht obligat, sondern tritt nur bei Nahrungsknappheit auf. Bei ca. 10 % aller Bruten reicht die Beutetierdichte im Revier aus, um zwei Jungvögel erfolgreich aufzuziehen. Steinadler verteidigen ihren gesamten Home Range ganzjährig vehement gegen Artgenossen. Selbst heute noch ist der Steinadler vor illegalen Horstplünderungen oder Trophäenjagden nicht ganz sicher, obwohl der Abschuss oder die Jagd mittlerweile alpenweit grundsätzlich verboten sind. Bis Anfang der 90er Jahre wurden in den bayerischen Alpen immer mehr Paare beobachtet, die entweder gar nicht anfingen zu brüten, oder aber die Brut sehr früh aufgaben. In dem meisten Fällen war dies auf Helikopter oder Gleitschirmflieger zurückzuführen, welche während der Bebrütungsphase oder in den ersten Lebenswochen der Jungvögel (in denen sie noch nicht zur selbständigen Temperaturregulierung fähig sind) zu nahe an die Horste heranflogen und die Altvögel zum Abflug brachten. Oftmals kühlten dann bis zur Rückkehr der verschreckten Eltern die Eier aus und starben ab, oder die bereits geschlüpften Jungvögel erfroren. Da seit Ende der 90er Jahre fast alle bayerischen Brutpaare durch das Artenhilfsprogramm Steinadler in einem Monitoringsystem genau beobachtet werden, können solche anthropogenen Störungen seither meist verhindert werden. Heute sind die Gründe für scheiternde Brutversuche normalerweise in natürlichen Ursachen wie Schlechtwettereinbrüche, Störungen durch revierfremde Einzeladler oder Nahrungsmangel zu suchen. In Deutschland brüten etwa 50 Paare im bayerischen Alpenraum. Die Population ist konstant. In Österreich gibt es 260 bis 360 Brutpaare.
|