Geier und Adler
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Als Information für Trekkingguides. Adler und Geier sind weltweit verbreitet und auf Trekkingtouren häufig zu sehen. Sie sind immer eindrucksvoll und interessant, nicht nur für die Gäste. Hier ein paar Beispiele, die in gängigen Trekkingregionen beheimatet sind.
(Letzte Änderung: 08.11.2013 )

 

Gänsegeier

Bartgeier
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BartgeierDer Bartgeier (Gypaetus barbatus) zählt mit seiner Flügelspannweite von bis zu 3 m zu den größten flugfähigen Vögeln der Welt. Mit 220 - 250 Brutpaaren ist der Bartgeier einer der seltensten Greifvögel Europas.

Der Bartgeier wird auch Lämmergeier genannt. Auf seine Ähnlichkeit zu einem Adler weisen Namen wie Bartadler, Goldadler oder Greifadler hin. Goldgeier, Bartfalk, Berggeier, Beinbrecher oder Knochenbrecher sind weitere Bezeichnungen, die der Volksmund diesem Geier gegeben hat.

Erwachsene Bartgeier haben ein kontrastreiches Körpergefieder. Die Oberseite ist grauschwarz. Kopf, Hals und die Körperunterseite sind weiß bis rostrot.

Über den Schnabel hängen dem Bartgeier auffällige borstenartige schwarze Federn. Auf sie geht der Name Bartgeier zurück. Die Augen sind von einem roten Skleralring umgeben; die Intensität des Rot spiegelt die Erregung des Vogels wieder. Der Bartgeier hat lange, relative schmale und zum Ende hin deutlich zugespitzte Flügel, die beim Gleiten leicht nach unten hängend gehalten werden. Der Schwanz ist lang und keilförmig. Junge Bartgeier sind überwiegend grauschwarz, nach fünf bis sieben Jahren ist die Art ausgefärbt. Männchen und Weibchen sind relativ ähnlich.

Der Bartgeier ist insgesamt deutlich schmalflügeliger und langschwänziger als die typischen Geier. In seinem Flugbild ähnelt er mit den langen spitzen Flügeln und dem langen, spatelfärmigen Schwanz einem übergroßen Falken . Er ist ein ausgezeichneter Segler, der schon geringste Aufwinde nutzen kann.

Die Flügelspannweite des Bartgeiers beträgt 2,30-2,90 m, seine Körperlänge 94-125 cm, sein Gewicht 4,5-7 kg. Bartgeier erreichen mit 5-7 Jahren ihre Geschlechtsreife.

Der Bartgeier ist in Afrika zu finden, in den Pyrenäen, einigen Bergregionen Südeuropas, in Gebirgen des südwestlichen und zentralen Asiens, der Mongolei und Zentralchina.

Typischer Lebensräume des Bartgeier sind Bergregionen oberhalb der Baumgrenze. Sie sind durch große Höhenunterschiede, steile Felswände, gute Thermik und Aufwinde geprägt. Die Lebensräume müssen Frischwasser und Rotbadestellen (eisenoxidhaltige Schlammstellen) aufweisen. Unzugängliche Felsnischen sind notwendig, damit die Bartgeier zur Brut kommen. Wichtig ist für den Bartgeier, dass es einen Bestand von Beutegreifern wie Wolf und Luchs sowie großen Greifvögeln wie Steinadler in seinem Lebensraum gibt. Er übernimmt von ihnen einen Teil der Beute.

In Europa halten sich Bartgeier in Höhen zwischen 1.500 und 3.000 m auf. Im Himalaya kommen sie bis zu 7.800 m vor. In Äthiopien kann man den Bartgeier bereits in einer Höhe ab 300 m beobachten.

Das von Familiengruppen beanspruchte Revier hat eine Größe von 100 - 400 qkm. Während des Winterhalbjahrs wird das Gebiet, das Bartgeier während ihrer Nahrungssuche überfliegen, größer. Bartgeier sind nur in unmittelbarer Nähe ihres Nestes aggressiv gegenüber Artgenossen und anderen Greifvögeln. Bartgeier sind Standvögel, die das ganze Jahr über in ihrem Brutrevier bleiben.

Bartgeier leben nahezu ausschließlich von Aas. Die einzige Ausnahme bilden Landschildkröten im Mittelmeerraum. Der Bartgeier trägt die Schildkröten in die Luft und lässt sie, ebenso wie Knochen, aus großer Höhe fallen. In Afrika ist außerdem beobachtet worden, dass er die Plazenta von Wild- und Nutztieren frisst.

Die Nahrung des Bartgeier besteht zu 80% aus Knochen von gefallenen Tieren und Aas. Jungtiere sind noch auf Muskelfleisch angewiesen, aber erwachsene Tiere können sich fast ausschließlich von Knochen ernähren. Um die Knochen zu zerkleinern, lassen Bartgeier diese aus großer Höhe auf Felsen fallen um schlundgerechte Stücke zu erhalten.

Mit der Spezialisierung auf Knochen hat der Bartgeier eine Nahrungsnische gefunden, die ihm von keinem anderen Tier streitig gemacht wird. Er wartet daher auch geduldig ab, bis sich Beutegreifer wie Füchse, Wölfe, Bären oder auch andere Geier am Kadaver gütlich getan haben. Verteilungsauseinandersetzungen mit anderen Tieren kommen bei Bartgeiern nicht vor. Mit der Spezialisierung auf Knochen hat der Bartgeier sich dabei eine nährstoffreiche Nahrungsquelle erschlossen.

Ausgewachsene Vögel können bis zu 18 Zentimeter lange und drei Zentimeter dicke Knochen ohne Zerkleinerung verschlucken. Noch größere Knochen werden vom Bartgeier vor dem Fressen zerkleinert. Im Unterschied zu anderen Geierarten verfügt der Bartgeier über sehr bewegliche Greiffüße und spitze Krallen. Er ist daher in der Lage, die Knochen zu ergreifen, sich mit ihnen in die Luft zu erheben und sie aus einer Höhe von 60 bis 80 Meter fallen zu lassen. In einem Revier etablierte Bartgeier nutzen regelmäßig sogenannte Knochenschmieden. Das sind Felsplatten von einer Größe von etwa 30 Quadratmetern. Auf diese lässt der Bartgeier den Knochen herabstürzen, bis dieser zerbricht. Bartgeier sind dabei geduldig und lassen Knochen wenn nötig bis zu vierzig Mal herabfallen.

Die Neigung, Knochen fallen zu lassen, ist Bartgeiern angeboren. Technische Fertigkeit erwerben sie jedoch erst im Laufe der Zeit. Erfahrene Vögel setzen zu einem Sturzflug an und schleudern den Knochen herab, um damit die Energie des Aufpralls zu steigern.

Entdeckt ein Bartgeier einen Kadaver, kreist er erst eine Zeit lang über diesem. Landet er, tut er dies in einiger Entfernung vom Kadaver und nähert sich diesem zu Fuß. Beute, die er nicht sofort verzehrt, bewahrt er in größeren Nahrungsverstecken in Horsten oder Ruhe- und Schlafplätzen auf.

Bartgeier trinken häufig. Sie sind daher auf Frischwasserquellen in ihrem Lebensraum angewiesen und nehmen auch Schnee auf.

Bartgeier sind sehr wendige und geschickte Flieger und zeigen das auch während ihres Balzspiels. Dazu gehören Verfolgungsjagden zwischen den Partnern, Loopings, Fliegen auf dem Rücken sowie Manöver, bei dem sich die Vögel an den Fängen fassen und gemeinsam bis knapp über den Boden herabtrudeln. Dies wechselt mit Flugphasen, in denen sie in einem Abstand von wenigen Metern völlig synchron fliegen.

Bartgeier bauen Horste in unzugänglichen Felsnischen. Die Horste werden im Herbst begonnen und von den in festen Partnerschaften lebenden Bartgeiern immer wieder genutzt. Ältere Horste können mit einer Breite von drei Meter und zwei Metern Höhe gewaltige Ausmaße annehmen. Beim Nestbau verarbeiten die Bartgeier neben Ästen auch Knochen und polstern die Mulde mit Federn und Tierhaaren aus. Sie nutzen zum Auspolstern auch Stoffreste und Papier. Angeblich ist sogar ein Fall bekannt, wo ein Gebetsteppich für das Auspolstern verwendet wurde.

Brut im Winter zur Optimierung des Nahrungsangebotes: Ihre Eier legen die Vögel im späten Dezember oder Januar, da die Halbhöhlen in steilen Felsnischen und die großen und gut ausgepolsterten Horste die kälteempfindlichen Eier gut schützen. Die Temperatur im Inneren eines Eis sinkt aufgrund dieser Schutzmaßnahmen nicht unter 36 Grad. Die Brutdauer beträgt 52 bis 58 Tage und die Nestlingszeit 110 bis 120 Tage. Die Jungvögel, die überwiegend im März schlüpfen, kommen dann zur Welt, wenn die Schneeschmelze einsetzt und zahlreiche Tierkadaver von im Winter umgekommenen Tieren freigelegt werden. Bartgeiern fällt in dieser Zeit die Nahrungsbeschaffung sehr leicht.

Das zweite Ei als biologische Reserve: Bartgeier legen gewöhnlich zwei Eier. Die Eiablage des zweiten Eies erfolgt ca. eine Woche nach der Ablage des ersten. Der daraus schlüpfende Jungvogel ist i. d. R. nicht in der Lage, sich gegen den etwas älteren Jungvogel im Kampf um das Futter durchzusetzen. Er stirbt innerhalb weniger Tage.

Die Jungvögel: Während die ausgewachsenen Bartgeier Standvögel sind, streifen Jungvögel herum. Dabei verlassen sie jedoch nur selten die Gebirge. Auf ihren Streifzügen schützt sie unter anderem ihr Jugendkleid vor Aggressionen von Revierinhabern. Erwachsene Vögel dulden Vögel im Jugendkleid sogar an der Beute.

Der Bartgeier trug über lange Zeit den Namen Lämmergeier, weil man in diesem Vogel fälschlicherweise einen Jäger von Lämmern und Gämsen sah. Es wurde ihm sogar angedichtet, dass er gelegentlich ein Kind davontrage. Zu diesem Ruf trug wohl sein beachtliche Körpergröße bei. Lebte der Bartgeier in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts noch fast überall in den Alpen, wurde er in weniger als 100 Jahren dort restlos ausgerottet.

In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts erschien eine Wiederansiedlung möglich Es gab wieder große Mengen wild lebender Huftiere, die als Beute für den Bartgeier in Frage kamen. Dazu trat ein neues Gesetz in Kraft, das den Bartgeier schützte und die Anwendung von Strychnin in Ködern untersagte. Junggeier aus Gefangenschaftszucht entwickelten sich problemlos zu überlebensfähigen Individuen. Die Vögel finden nach wie vor gute Lebens- und Brutbedingungen in den Alpen. 2005 gab es 27 in Freiheit geborene Bartgeier in den Alpen.

Gänsegeier
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GänsegeierDer Gänsegeier (Gyps fulvus) gehört zur Familie der Habichtartigen (Accipitridae).

Er hat einen kleinen Kopf, der im Flug gekrümmt abwärts hängt, sehr große, oft dreieckig wirkende Flügel und einen kurzen, abgeschnitten wirkenden Schwanz. Er ist deutlich breitflügeliger und kurzschwänziger als der Bartgeier (Gypaetus barbatus). Junge Gänsegeier sind dunkler als ausgewachsene Tiere. Ausgewachsene Tiere haben weiße Daunen an Kopf und Hals und eine weißliche Halskrause.

Seine Flügelspannweite beträgt 2,4 - 2,8 m, seine Körperlänge 95 - 105 cm, sein Gewicht 4 - 6 kg.

Seine Lebenserwartung beträgt 30-40 Jahre und er wird mit 5-7 Jahren geschlechtsreif. Er brütet zwischen Januar und März, wobei die Eiablage zwischen Mitte Januar und Anfang Februar erfolgt. Die Brutdauer beträgt 52 bis 58 Tage und die Nestlingszeit 110 bis 120 Tage. Das Gelege besteht aus einem Ei. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Aas. Gänsegeier können lose Kolonien bilden und sind recht standorttreu. Er bewegt sich oft in Schwärmen aus mehreren Tieren.

Typischer Lebensraum in Europa sind Bergregionen, sonst auch das Flachland.

Der Gänsegeier kommt in Marokko, Algerien, Spanien (8.100 Paare), Sardinien, entlang der östlichen Adriaküste (vor allem auf den kroatischen Inseln Cres und Rab) nach Süden zunehmend auch bis weit ins Landesinnere vor. Er ist in Griechenland (rund 450 Paare), der Türkei, an der östlichen Mittelmeerküste und über den Irak bis nach Persien verbreitet. Einzelne Tiere wandern von Slowenien kommend bis nach Österreich, wo es am Salzburger Zoo auch eine größere halb wild lebende Kolonie gibt, die im Sommer auch in den Hohen Tauern herumstreift und bereits frei gebrütet hat. Eine Auswilderung im französischen Zentralmassiv war erfolgreich (etwa 220 Paare). In der Schweiz, besonders im Schweizer Jura wurden vor kurzem 54 Exemplare gezählt. Die Population scheint momentan stark zu wachsen. Vogelkundler berichten das ca. 200 Exemplare 2006 der bisher in Deutschland ausgestorbenen Tiere gesichtet wurden. Dieser enorme Einflug ist vermutlich auf Nahrungsmangel in Spanien und Südfrankreich infolge Richtlinien der Europäischen Union zur Beseitigung von Tierkadavern zurückzuführen.

Schneegeier - Himalayageier
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Schneegeier, HimalayageierDer Schneegeier oder Himalayageier (Gyps himalayensis) ist ein Altweltgeier (Aegypiinae) aus der Gattung der Gänsegeier (Gyps). Er ist durch den weißen, kahlen Kopf, die weiße Halskrause, den gelblichen Schnabel, sehr breite Flügel und einen kurzen Schwanz gekennzeichnet. Er ist noch größer als der ähnliche Gänsegeier. Der weißliche Körper kontrastiert mit den dunklen Flugfedern.

Der Schneegeier ist in den Gebirgen Zentralasiens verbreitet. Er hält sich meist oberhalb von 1.200 m auf und erreicht Höhen von bis zu 6.000 m über dem Meeresspiegel.

Der Schneegeier ernährt sich von Aas , das er im Flug aus der Luft erspäht. Meist ist er nicht der erste am Kadaver sondern wird durch die Anwesenheit von Krähen und Bartgeiern angelockt. Beim Fressen geht er aggressiv gegen Konkurrenten vor, ist jedoch Wölfen, anderen Raubtieren und auch den stärkeren Mönchsgeiern unterlegen. In Nordindien kann man Schneegeier zusammen mit Gänsegeiern (Gyps fulvus) und Indischen Geiern (Gyps indicus) am selben Kadaver beobachten.

Wie der Gänsegeier beginnt auch der Himalayageier früh im Jahr zu Brüten. Das einzige Ei wird manchmal schon im Dezember gelegt, da beide Arten relativ nördliche Breiten bewohnen und die Zeit für die Jungenaufzucht durch den frühen Wintereinbruch begrenzt wird. Abhängig vom Klima des bewohnten Gebietes kann die Eiablage auch später stattfinden, spätestens jedoch bis zum Mai. Schneegeier brüten in kleinen Kolonien auf Felsklippen in 1200 m bis 4250 m Höhe. Die Horste, die im Lauf der Zeit immer größer werden, stammen von anderen Greifvögeln oder werden selbst neu angelegt. Der junge Geier benötigt von der Eiablage an zwischen sechs und acht Monate bis zum Verlassen des Nestes.

Schmutzgeier
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Der Schmutzgeier (Neophron percnopterus) ist ein Vertreter der Altweltgeier und ist der kleinste Geier in Afrika.

Sein Gefieder ist weiß mit schwarzen Schwungfedern, was besonders im Fluge auffällt. Im Kehlbereich sind die Federn gelblich. Der Kopf ist unbefiedert, faltig und leuchtend gelb mit manchmal orangerotem Anflug, wie auch die Basis des schmalen Schnabels, dessen Spitze schwarz ist. Die Füße sind leuchtend gelb wie der Schnabel, die Iris rötlichbraun. Der Schwanz ist keilförmig. Zur Unterscheidung der beiden Geschlechter dient ein dunkler bis schwarzer Streifen im Gesicht vor den Augen. Bei Jungvögeln ist das Gefieder zunächst gelbbraun, etwas gefleckt, und wird bis zum Erwachsenenalter mit etwa fünf Jahren immer weißer. Das unbefiederte Gesicht ist grau, die Iris schwarz.

Die Größe des Schmutzgeiers beträgt 60 - 70 cm, sein Gewicht 1,5 - 2,2 kg, die Spannweite ist bis zu 165 cm.

Schmutzgeier leben gesellig in kleinen Gruppen. In der Savanne trifft man sie oft nur paarweise an. Am Aas sind sie meist die letzten, die Beute ergattern können. Die Brut findet auf Felsen und Klippen in unterschiedlichsten Höhen statt, meist in Löchern oder Höhlen oder unter überhängenden Felsvorsprüngen. Die Nester sind für die Größe des Vogels überdimensioniert und wirken unordentlich, zumal zwischen die Zweige menschlicher Abfall eingeflochten werden kann. Das Nest ist mit weichen Materialien und Tierhaaren ausgepolstert. Nahrungsreste sammeln sich bis zur Fäulnis im Nest an. Die beiden weißen Eier mit einigen braunen Flecken werden von beiden Partnern rund 42 Tage bebrütet. Jungvögel werden mit 80 Tagen flügge. Grundlage der Nahrung ist Aas aller Art, auch tote Kleintiere wie Reptilien, Fische, Insekten etc.. Selten werden auch Früchte verzehrt. Mancherorts suchen Schmutzgeier Müllkippen ab, gelegentlich werden menschliche Nahrungsabfälle genommen. Schmutzgeier scheuen die Nähe des Menschen nicht und sitzen in manchen afrikanischen Dörfern auf den Hütten oder auf Bäumen mitten im Dorf. Eine Besonderheit ist der Verzehr des Inhaltes von Straußeneiern. Um die harte Schale zu zerbrechen, benutzen die Vögel Steine mit einem Durchschnittsgewicht von 50 g, es werden aber auch Steine bis zu 500 g benutzt. Diese suchen die Geier ggf. auch fern vom aufgefundenen Straußengelege, fliegen mit den Steinen im Schnabel zurück und schleudern die Steine so lange auf die Eier, bis diese zerspringen. Nach mehreren Versuchen mit einem zu leichten Stein, holen sie ggf. einen größeren herbei. Den flüssigen Inhalt des Eis oder die Straußenembryos verzehren sie an Ort und Stelle.

Der Schmutzgeier ist in ganz Afrika verbreitet, kommt aber auch in gemäßigten Teilen Asiens und Europas, häufig im mediterranen Gebiet, auf den Kapverdischen und Kanarischen Inseln vor.

Kondor / Condor (Anden-)
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KondorDer Andenkondor (Vultur gryphus) ist eine Vogelart, die zu den Neuweltgeiern gehört. Er ist einer der größten Vögel der Erde.

Er misst eine Körperlänge von 110 Zentimetern, und kann ein Gewicht von 12 Kilogramm erreichen. Seine Flügelspannweite kann bis zu 3,2 Meter erreichen. Damit besitzt er eine der größten Spannweiten im Reich der Vögel (neben der des Albatrosses) - mit der soll er eine Flughöhe von bis zu 7000 Metern erreichen. Er besitzt weiße Federn auf der oberen Gefiederhälfte, sowie eine flaumige und weiße Halskrause. Der Kopf ist rötlich gefärbt. Der Andenkondor kann ein Alter von über 70 Jahren erreichen. Im Unterschied zum Kalifornien-Kondor (Gymnogyps californianus) trägt beim Andenkondor das Männchen einen fleischartigen Kamm auf dem Scheitel. Das Männchen hat graue Augen, während das Weibchen eine rote Augenfarbe besitzt.

Die Brutzeit beträgt bis zu 65 Tage. Beide Partner sind für das Ei verantwortlich. Das Junge wird zweimal am Tag gefüttert, später nur mehr einmal. Nach 6 Monaten wird der Jungvogel flügge. Die Jungtiere haben bis zum Alter von 8 Jahren eine braune Gefiederfarbe, die dann in schwarz-weiß wechselt.

Das Verbreitungsgebiet des Andenkondors reicht von Kolumbien entlang der Anden bis nach Patagonien. Sie halten sich hauptsächlich in gebirgigen Gebieten auf, in denen sie oft die variierende Luftströmung für ihren Gleitflug ausnutzen. Oftmals legt der Kondor auch kurze Strecken zu Fuß zurück.

Der Kondor gehört zu den bedrohten Arten auf dieser Erde. Viele Tierschützer haben es sich zum Ziel gesetzt, die Kondore nachzuzüchten und sie auszuwildern. In den letzten Jahren wurden mehrere Kondore gefangen und aufgezogen. Über 40 Andenkondore konnten so im Norden Südamerikas ausgewildert werden.

Der Andenkondor gehört zu den Nationalzeichen von Kolumbien, Ecuador, Bolivien und Chile, und ist auf deren Wappen zu sehen.

KondorDer Tod des Andenkondors ist sagenumwoben. Angeblich schwingt er sich in luftige Höhen, um seinen Tod im Sturzflug zu finden, indem er gegen eine Felswand fliegt und an ihr zerschellt. Knochenfunde konnten diese Theorie bisher scheinbar nicht wiederlegen.

Lange wurde die Familie der Neuweltgeier zur Ordnung der Falconiformes, der Greifvögel gezählt. Nach neusten Erkenntnissen zählen sie aber zur Ordnung der Schreitvögel (Ciconiiformes). Das aufgrund folgender Merkmale, welche sie mit Storchartigen gemeinsam haben:
  1. Die Arten der Neuweltgeier besitzen weder Greifklauen noch einen Stimmapparat
  2. Bei der Paarung zeigt sich ein Schnäbelverhalten
  3. Bei Neuweltgeiern lässt sich ein Kotbespritzen der Füße beobachten
  4. Die chemische Zusammensetzung des Bürzelsekrets ist dem von Schreitvögeln sehr ähnlich
Mönchsgeier
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MönchsgeierDer Mönchsgeier (Aegypius monachus) ist eine Vogelart, die zu den Altweltgeiern gehört. Er ist über einen Meter lang, damit noch größer als der Gänsegeier und somit nach dem Bartgeier der größte Greifvogel Europas. Er hat ein einfarbig dunkelbraunes Gefieder, welches aus der Ferne schwarz wirkt. Sein kurzer, nackter, bläulich-rosafarbene Hals ist von einer dunklen Federkrause umgeben. Er brütet vorwiegend in wilden Bergwäldern und kommt in Europa nur noch in den Pyrenäen, auf Mallorca und auf der südlichen Balkanhalbinsel vor.

Auf Mallorca gibt es eine Naturschutzorganisation zur Erhaltung des seltenen Mönchgeiers. Sie betreibt Zählungen und fängt junge Mönchsgeier ein, um sie nach Südfrankreich oder auch Mazedonien auszusiedeln. Dadurch kann die Population in Europa langsam wieder ansteigen.

 

Steppenadler
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SteppenadlerDer Steppenadler (Aquila nipalensis) ist eine Vogelart aus der Gattung der Echten Adler (Aquila). Er hat eine Körperlänge von ca. 62-74 cm und eine Flügelspannweite von 165-190 cm.

Sein Erscheinungsbild ist einheitlich braun ohne deutliche Feldkennzeichen. Im Flugbild ist er durch den relativ kurzen, keilförmigen Schwanz, der keine Bänderung aufweist, gekennzeichnet. Die typischen Adlerschwingen sind tief gefingert. Kennzeichen kann auch eine helle (beige bis weißliche) Binde im Bereich der unteren Armschwingen sein.

Der Steppenadler kommt von Rumänien über die Aralsteppe bis nach Transbaikal und in die Mongolei vor. Er ist in Steppen sowie offenen, mit Gebüsch bewachsenen Ebenen daheim. Dementsprechend findet man seinen Horst auf dem Boden. Er frisst hauptsächlich kleine Säugetiere, aber auch Nager, Eidechsen und Fallwild.

Der Steppenadler ist ein Zugvogel mit Überwinterungsquartieren im östlichen Afrika.

In Mitteleuropa gibt es nur ganz selten Nachweise, sie stammen vor allem aus Ungarn.

Steinadler
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Der Steinadler (Aquila chrysaetos ) gehört zu den größten Vertretern der Gattung Aquila. Die Geschlechter unterscheiden sich deutlich in Größe, Flügelspannweite und Gewicht. Das Weibchen kann eine Körperlänge von 90-100 cm erreichen, wohingegen das Männchen im Mittel rund 10 cm kleiner ist. Die Spannweite variiert zwischen 190 und 210 cm beim Männchen und zwischen 200 und 230 cm beim Weibchen. Weibchen wiegen 3,8 bis 6,7 kg, die leichteren Männchen wiegen 2,8 bis 4,6 kg.

Grundfarbe des Gefieders ist ein einheitliches dunkles braun. Der Nacken ist goldgelb. Der Schwanz der erwachsenen Tiere ist braun und mehr oder weniger deutlich mit einigen helleren Querstreifen durchsetzt. Der Schnabel ist dunkelgrau, die Iris der Augen ist dunkelbraun. Wie bei allen Arten der Gattung sind die Fänge bis zu den sehr kräftigen gelben Zehen befiedert.

Steinadler im ersten Lebensjahr sind insgesamt dunkler braun und haben auffallende, weiße Federpartien auf den inneren Handschwingen und äußeren Armschwingen sowie eine weiße Schwanzwurzel. Der Schwanz hat eine breite schwarze Endbinde. Steinadler sind erst ab dem 5. bis 7. Lebensjahr voll ausgefärbt.

Im Flug wirkt der Steinadler trotz seiner Größe leicht und elegant. Auffallend sind neben der für Adler typischen starken Fingerung der Handschwingen der relativ lange, gerade abgeschnittene Schwanz. Im Gegensatz zu allen anderen Vertretern der Gattung hebt der Steinadler seine Flügel im Segelflug leicht an, so dass ein leicht V-förmiges Flugbild zustande kommt.

Steinadler werden nicht selten bis 20 Jahre alt, in Gefangenschaft sogar deutlich älter als 30 Jahre.

Steinadler besiedeln die borealen, gemäßigten und mediterranen Zonen. Das Gebiet erstreckt sich von Schottland in einem breiten Streifen durch Europa und Asien bis Japan. Auch der Norden und Westen Nordamerikas gehören zum Verbreitungsgebiet des Steinadlers. Durch massive Bejagung ist die Verbreitung in Europa heute sehr zersplittert. In Mitteleuropa ist die Art heute im fast ausschließlich auf die Alpen und Karpaten beschränkt, in Deutschland lebt er nur in den Bayerischen Alpen. Es gibt auch Steinadler in Dänemark und im Osten Polens. Sie besiedeln im Prinzip alle halboffenen und offenen Landschaften mit einem ausreichenden Nahrungsangebot und mit Felswänden oder älteren Baumbeständen für die Nestanlage. Der Lebensraum reicht von alpinen Regionen über große Moore mit kleinen Wäldern bis zu Halbwüsten. Große, geschlossene Waldgebiete werden nur randlich besiedelt. Die heutige Konzentration auf Gebirgslandschaften ist eine Folge der intensiven Verfolgung.

Steinadler jagen im bodennahen Flug unter optimaler Ausnutzung jeder Deckung. Sie gleiten dabei nahe an Hängen entlang, über Kuppen und Hügel und versuchen ihre Beute zu überraschen. Häufig wird auch vom Ansitz aus gejagt. Die Beute wird meist auf dem Boden oder im bodennahen Luftraum gegriffen und mit den kräftigen Zehen und Krallen getötet. Große Beutetiere wie Steinbock-Kitze oder junge Gämsen werden in den Kopf gegriffen. Der Steinadler schlägt dabei seine Krallen durch die Schädeldecke in das Gehirn, was diese großen Beutetiere innerhalb von Sekunden tötet.

Weniger häufig ist die Jagd im freien Luftraum, die Erbeutung von Kormoranen ist aber öfter beobachtet worden. In Anbetracht ihrer Größe bewegen sich Steinadler in der Luft außerordentlich wendig und schnell, so wurde z. B. beobachtet, wie sich ein Steinadler im Flug auf den Rücken drehte und so einen verfolgenden Kolkraben erbeutete. Gelegentlich jagen zwei Steinadler gemeinsam. Dabei schreckt der erste Adler die Beute auf oder treibt ein Rudel Gämsen auseinander, während der wenige hundert Meter dahinter fliegende zweite Adler dann das abgelenkte Opfer schlägt.

Steinadler sind außerordentlich kräftig und sehr geschickt. Sie erbeuten oft Tiere, die deutlich schwerer sind, als sie selbst. Das maximale Beutegewicht liegt bei etwa 15 kg. Steinadler können im Flug keine Kadaver tragen, deren Gewicht das eigene Körpergewicht deutlich übertrifft. In einem Fall wurde beobachtet, wie ein Adler mehrmals versuchte, ein totes weibliches Steinbockkitz von 9 kg Gewicht davonzuschleppen, es nach einigen Metern wieder fallen lassen musste und letztlich ohne Beute davonflog. Schwere Beutetiere werden zerteilt und portionsweise deponiert, oder der Kadaver wird über mehrere Tage angeflogen. Im Beutespektrum dominieren meist bodenbewohnende, kleine bis mittelgroße Säugetiere. Vögel spielen nur eine geringe Rolle. Meist bilden wenige Säugerarten den Schwerpunkt der Nahrung. Daneben erbeutet der Steinadler aber fast alle kleinen und mittelgroßen Säuger und Vögel, die im jeweiligen Gebiet vorkommen. Insbesondere im Süden des Verbreitungsgebietes frisst er auch Reptilien. Dort lassen Steinadler, ähnlich wie Bartgeier, regelmäßig Schildkröten auf Felsen fallen, um so den harten Panzer zu brechen. Insbesondere im Winter, regional aber auch im Sommer, spielt Aas ein wichtige Rolle bei der Ernährung.

Der Steinadler nistet in Felswänden und auf Bäumen. Je nach Dauer der Nutzung werden die Horste ständig erweitert, ergänzt und repariert, so dass über Jahre hinweg mächtige, häufig mehr als zwei Meter hohe und breite Horste entstehen. Das Nest wird aus kräftigen Ästen und Zweigen angelegt, und mit belaubten Zweigen und Büscheln ausgepolstert. Diese Polsterung erweitert sich ständig. Die von beiden Tieren erbauten Horste werden mehrjährig benutzt, oft hat ein Paar mehrere sog. Wechselhorste. Im Gebirge liegen die Horstplätze meist unterhalb der Jagdgebiete, da der Transport der Beute von oben nach unten kraftsparender ist als von unten nach oben.

Steinadler werden erst mit etwa sechs Jahren geschlechtsreif. Haben sich zwei Adler gefunden, führen sie zeitlebens eine monogame Ehe. Die Balz beginnt im Januar mit spektakulären Balzflügen. Zwischen Mitte Mai und Mitte Juni legt das Weibchen im Abstand von 3 bis 4 Tagen meistens 2 Eier, selten auch nur 1 oder 3. Das Gelege wird ab dem ersten Ei hauptsächlich vom Weibchen bebrütet, das Weibchen wird während der Brut vom Männchen mit Futter versorgt. Die Brutzeit dauert 43 bis 45 Tage. Die jungen Adler haben ein schmutzig weißes Dunenkleid. Etwa sieben Wochen nach dem Schlüpfen können die Jungvögel selbst Nahrung aufnehmen. Bis dahin werden sie vom Weibchen mit vom Männchen geschlagener Beute gefüttert. Erste Flugversuche um den Horst führen nach etwa 65 bis 70 Tagen zu den ersten Kurzflügen. Im Alter von etwa 80 Tagen sind die Jungtiere voll flugfähig, aber noch nicht sehr sicher.

Wie bei vielen Greifvögeln tötet das kräftigste der Jungen oft seine Geschwister oder erhält durch sein Durchsetzungsvermögen den Großteil des Futters, so dass die Geschwister verhungern. Dieser Kainismus genannte Vorgang tritt jedoch nur bei Nahrungsknappheit auf. Bei ca. 10 % aller Bruten reicht die Beutetierdichte im Revier aus, um zwei Jungvögel erfolgreich aufzuziehen.

Steinadler verteidigen ihr Gebiet vehement gegen Artgenossen.

Selbst heute noch ist der Steinadler vor Horstplünderungen oder Trophäenjägern nicht sicher, obwohl Abschuss und Jagd mittlerweile alpenweit verboten sind. Bis Anfang der 90er Jahre wurden in den bayerischen Alpen immer mehr Paare beobachtet, die entweder gar nicht anfingen zu brüten, oder aber die Brut sehr früh aufgaben. In dem meisten Fällen war dies auf Helikopter oder Gleitschirmflieger zurückzuführen, welche während der Bebrütungsphase oder in den ersten Lebenswochen der Jungvögel zu nahe an die Horste heranflogen und die Altvögel aufscheuchten. Oftmals kühlten dann bis zur Rückkehr der verschreckten Eltern die Eier aus, oder die bereits geschlüpften Jungvögel erfroren. Da seit Ende der 90er Jahre fast alle bayerischen Brutpaare genau beobachtet werden, können solche Störungen jetzt meist verhindert werden. Heute sind die Gründe für scheiternde Brutversuche in natürlichen Ursachen wie Schlechtwettereinbrüche, Störungen durch revierfremde Einzeladler oder Nahrungsmangel zu suchen. In Deutschland brüten konstant etwa 50 Paare im bayerischen Alpenraum. In Österreich gibt es 260 bis 360 Brutpaare.

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