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Bei der Geomorphologie geht es um die Gestalt der Erdoberfläche ... oder die Antwort auf die Frage: Wie ist diese oder jene Oberflächenform entstanden. Bei der Klimatologie geht es um die Gesetzmäßigkeiten des Klimas, typische Wetterphänomene und den Einfluss des Klimas auf die Erdoberfläche. Bei der Reiseleitung wird man immer wieder mit dem typischen natürlichen Formenschatz der Zielgebiete konfrontiert. Diese Formen sind in erster Linie ein Produkt aus den Einflüssen der geologischen Gegebenheiten und des Klimas. Beispiel Schichtstufen: Die Schichten sind bei der Entstehung des Gesteins angelegt, die Ausformung geschieht durch Wasser, Frost, Wind etc. und ergibt je nach Härte der Schicht (+ = härter, - = weicher) typische Formen. Diese gibt es auf der ganzen Welt.
Mit einem gewissen Verständnis für die grundlegenden physikalisch-chemischen Vorgänge von Reliefformung und Klima besitzt man eine Grundausstattung, mit der man überall auf der Welt Erklärungen und Informationen anbieten kann. Das heißt natürlich nicht, dass man auf die Vermittlung regionalspezifischer Themen verzichten kann, zumal man in anderen Bereichen (Geschichte, Botanik ...) viel stärker auf den regionalen Bezug angewiesen ist. Mit einem "Koffer voller Taschenvorträge" zur Geomorphologie und Klimatologie gibt es dann weltweit keine Region mehr, zu der man nichts zu sagen hätte.
- kurzer Vortrag - einfach aufgebaut - interessantes Thema - Bezug zum Erlebten - anschaulich vortragen - logisch aufgebaut - viele Sinne ansprechen - ans Objekt ran gehen - eine Geschichte erzählen => Infotainment Kurze Vorträge (1-2 Min) eignen sich für unterwegs beim Wandern, mittellange (5-10 Min) kann man gut am Ende der Pause vermitteln, längere bieten sich an für die Busanfahrt oder den Abend. Worauf kommt es weniger an: - wissenschaftliche Exaktheit (das heißt nicht, dass man irgendwelchen Quatsch erzählen soll) - detailierte Beschreibung (besonders Interessierte können an anderer Stelle informiert werden) Im Folgenden sind beispielhaft einige Themen zu finden, die man in seinen "Koffer" packen könnte. Davon gibt es natürlich eine große Menge mehr ... |
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Schichtstufen, Schichtkämme: der Wechsel von weicheren (= leicht verwitterbaren) und härteren (= schwerer verwitterbaren) Schichten führt zu typischen Formen Entstehung der Faltengebirge, Abgrenzung zu Bruchschollengebirge Kontinentaldrift: Meeresboden, Kontinentalrand, Vulkanismus am Mittelatlantischen Rücken und am Kontinentalrand, Faltengebirge Sedimente, magmatische Gesteine: Was ist der Unterschied? Welche Bedeutung haben die Unterschiede bei dem, was wir sehen? Flusstypen, Talformen: Errosion und Ablagerung, anastomusierende Flüsse, Mäander, Barrancos, Kastentäler, Prallhang/Gleithang, Übersteilung ...
Atmosphärische / Planetarische Zirkulation Mittelmeerklima: Verschiebung der Windsysteme im Jahresverlauf Wetterphänomene: Gewitterwolke, Föhn, Konvektion ... u.v.m. ...
Karst: ein umfangreiches Thema, aber die Prinzipien kann man schnell erklären. Karstformen: durch Lösung entstandene Formen - im Unterschied zu anderen Verwitterungsformen. Typisches Aussehen: Karren , Dolinen, Ponore (Schluckloch, Schwinde), Karstquelle, Sickerflüsse, Höhlen ... Wasserhaushalt in Kalkgebieten: geprägt von der Wasserlöslichkeit des Materials u.v.m. ...
Erkaltungsstrukturen: Entlastungsklüfte, Basaltsäulen Wollsackverwitterung in Granit, Gneis, massivem Sandstein u.v.m. ...
Entwicklung des Mittelmeeres Küstenverlagerung: Abholzung > Erosion > Material in Flüsse > Mäander > Aufschüttung > Küstenlinie wird ins Meer vorgeschoben > Häfen verlanden (Ostia, Ephesos etc.) Hydrologie der Inseln: Regen > versickert (besonders schnell im Kalk) > stabile Süßwasserlinse > Zusammenbruch bei zu starker Nutzung Land-See-Windsystem: Windrichtungen wechseln im Tagesverlauf u.v.m. ... |
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Beispiele: Wenn die Tafel fehlt: mit Stock im Sand zeichnen, mit Kreide oder Kohle auf Fels zeichnen, Klemmbrett ... Schichtstufen (Finger) Entstehung der Faltengebirge (Finger, Tischtuch) Kontinentalverschiebung (Zettel zerreißen) Geysir, Vulkan (Mineralwasserflasche) Korreolis-Kraft (Apfel, Ball) Ratespiele u.v.m. ... |
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| Das Europäische Mittelmeer ist ein Überrest der Tethys, eines weltumspannenden Urozeans, der den globalen Superkontinent Pangäa umgab. Die Bildung des Mittelmeeres ist zunächst Resultat der Öffnung Pangäas. Vor 7 Millionen Jahren trocknete das Mittelmeer vollständig aus, da der Meeresspiegel aufgrund einer Vereisung am Südpol um etwa 50 Meter sank. Zudem schloss sich die Straße von Gibraltar als Folge der plattentektonischen Kollision Afrikas mit Südeuropa. Die sich bildende Salzwüste zeigt sich noch heute am Meeresboden in Form mächtiger tertiärer Gips - und Salzlager. Einige Jahrtausende später wurde das Becken des Mittelmeers durch einströmendes Wasser aus dem Atlantik wieder gefüllt. In der Würm-Eiszeit lag der Wasserspiegel des Mittelmeeres etwa 120 m tiefer als heute. Damit war das obere Ende der Adria Festland, viele griechische Inseln waren mit Anatolien verbunden, Sardinien und Korsika bildeten eine Insel, ebenso wie Sizilien und Malta. Östlich von Tunesien erstreckte sich eine weite Küstenebene. Vor der Mündung von Rhone, Nil, und Ebro lagen ausgedehnte Ebenen. Der Eingang der Henry-Cosquer-Höhle mit prähistorischen Felszeichnungen liegt heute 36 Meter unter dem Meeresspiegel. Der Anstieg des Meeresspiegels betrug etwa 0,2 cm/Jahr. Im frühen Holozän lag der Wasserspiegel etwa 35 m tiefer als heute. Die Barriere zum Schwarzen Meer wurde erst etwa 5600 v. Chr. überschwemmt. |
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| Der Salzgehalt des Mittelmeeres liegt höher als der des Atlantiks. Dies ist eine Folge der starken Verdunstung, die nicht durch den Süßwasserzufluss der großen Flüsse und Ströme ausgeglichen wird. Daher fließt am Grund der Straße von Gibraltar ein kräftiger Salzwasserstrom in den Atlantik ab, während an der Oberfläche eine Gegenströmung salzärmeres und daher leichteres Ozeanwasser in das Mittelmeer transportiert. Der Oberflächensalzgehalt steigt von West nach Ost (detailierter bei Wikipedia). | |||
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Das Klima im Mittelmeerraum wird durch sehr warme, überwiegend trockene Sommer und niederschlagsreiche und milde Winter geprägt. Die Jahresniederschläge nehmen von Westen nach Osten ab. Fast den gesamten Sommer über herrschen unter dem Einfluss des subtropischen Hochdruckgürtels beständige Wetterlagen vor. Im Winter steht vor allem der westliche Teil des Mittelmeeres unter dem Einfluss der Westwindzirkulation (detailierter bei Wikipedia). |
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| Unter einem Land-Seewind-System versteht man ein typisches System von See - und Landwinden, das an Küsten auftritt. Die Ursache für die Herausbildung des jeweiligen Windes ist thermischer Natur und beruht auf der zwei- bis dreimal so schnellen Erwärmung bzw. Abkühlung der Luft über einer Landoberfläche im Vergleich zu einer Wasseroberfläche.
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Heiße, basische Laven (1.000 - 1.200 Grad, wenig Kieselsäure) sind sehr dünnflüssig. Fließen schon bei geringer Neigung schnell ab und verteilen sich im weiten Umkreis. Dünnflüssige Laven überziehen sich schnell mit eine glasigen Kruste. Bei Spannungen und Verschiebungen gibt es typische Wellenmuster. Weil die Lava dann ähnlich wie Fladen oder Seile aussieht, heißt sie auch Seil-, Strick- oder Fladenlava. => Schildvulkane Saure Laven (viel Kieselsäure) haben aufgrund ihres Kieselsäure-Gehaltes niedrigere Schmelzpunkte und damit niedrige Austrittstemperaturen (700-1000 Grad) => die Viskosität (Zähflüssigkeit) ist höher. Bei einer Abkühlung von 50 Grad erhöht sich die Viskosität um das 10fache! Die Ausdehnung und Verteilung der sauren Lava in der Umgebung ist wesentlich geringer, die Oberfläche wird durch die Zähigkeit stark gebrochen und bildet kantige Blöcke und Scherben: Block-, Brocken-, Zackenlava. => Kegelvulkane |
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Links: Mittelmeer bei Wikipedia Geomorphologie bei Wikipedia Geomorphologische Karten online Mittelmeerklima bei Wikipedia Kurs Wetterkunde TrekkingGuide Artikel über das planetarische Windsystem, Passat, Föhn und Meeresströmungen reich bebilderte Beschreibung der globalen atmosphärischen Zirkulation Planet-Wissen.de: gute populärwissenschaftliche Infos zu unterschiedlichsten Themen Literatur: Wolfgang Behringer: Kulturgeschichte des Klimas - Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung Frank Ahnert: Einführung in die Geomorphologie. Ulmer, Stuttgart 2003 (UTB für Wissenschaft – Geowissenschaften, Geologie 8103). Hartmut Leser, Klaus Rother: Geomorphologie. Westermann, Braunschweig 1993 (Das Geographische Seminar). F. Machatschek: Geomorphologie. Bearbeitet von H. Graul und C. Rathjens. B. G. Teubner, Stuttgart 1973. Alan H. Strahler, Arthur N. Strahler: Physische Geographie. Ulmer, Stuttgart 2002 (UTB – Geowissenschaften 8159). Herbert Wilhelmy: Geomorphologie in Stichworten. 3 Bände (Hirt's Stichwortbücher), Bd. 1: Berthold Bauer, Christine Embleton-Hamann: Endogene Kräfte, Vorgänge und Formen. Beiträge zur allgemeinen Geographie. Borntraeger, Berlin 2004. Herbert Wilhelmy: Geomorphologie in Stichworten. 3 Bände (Hirt's Stichwortbücher), Bd. 2: Berthold Bauer, Hans Fischer: Exogene Morphodynamik. Abtragung – Verwitterung – Tal- und Flächenbildung. Borntraeger, Berlin 2002. Herbert Wilhelmy: Geomorphologie in Stichworten. 3 Bände (Hirt's Stichwortbücher), Bd. 3: Christine Embleton-Hamann: Exogene Morphodynamik. Karstmorphologie – glazialer Formenschatz – Küstenformen. Borntraeger, Berlin 2007. Harald Zepp : Geomorphologie. Eine Einführung. 3. durchgesehene Auflage. Nachdruck. Schöningh, Paderborn u. a. 2004, (UTB – Geographie 2164). Klaus Müller-Hohenstein: Die Landschaftsgürtel der Erde. Skripte zur Geomorphologie und Klimatologie der Geographischen Institute und Fachschaften deutscher Universitäten. |
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